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neu bei smow: Ball Chair von Eero Aarnio

08. Juni 2011

Studenten. Wir lieben sie!

Aber etwas besser als Studenten sind arme Akademiker.

Denn genauso wie ein Mann, der nachts alleine im Wald ist, sich auf seinen Verstand und seinen Einfallsreichtum verlassen muss um Wärme und Nahrung zu finden, so muss ein Designer, der seine ersten Schritte als Freelancer macht, sich auf seine Talente und seine Intuition verlassen, um nicht zu erfrieren. Oder zu verhungern.

Ball Chair by Eero Aarnio; a room within a room regardless where you are

Ball Chair by Eero Aarnio; a room within a room regardless where you are

So, oder so ähnlich, malen wir es uns gerne aus, wie Eero Aarnio sein wohl wegweisendstes Design entwickelt hat: den Ball Chair.

Helsinki, 1962. Der junge Eero und seine Frau haben eine Wohnung, aber keinen passenden Stuhl für das Wohnzimmer.
Also beschließt er, einen zu bauen.

Das Ergebnis war der Ball Chair — oder Globe Chair — eines der meistgeliebtesten und wiedererkennbarsten Stuhl-Designs des 20. Jahrhunderts.

Aarnios Ball Chair ist allerdings mehr als ein ungewöhnliches Design: es ist in vielerlei Hinsicht der Vorläufer eines Möbeldesign-Konzeptes, in dem Möbel ein Zufluchtsort sind, ein Ort der Sicherheit und der Behaglichkeit. Moderne Interpretationen sind zum Beispiel Lese + Lebe von Moormann oder die hohe Version von Ronan und Erwan Bouroullecs Alcove Sofa von Vitra.

Vitras “Net’n'Nest”-Bürodesign-Konzept basiert auch zu einem großen Teil auf den Grundlagen des Ball Chair.

Er besteht aus einer Fiberglashülle, die innen mit Stoff und Kissen ausgekleidet ist. Ball Chair ist eine perfekte Ergänzung für jedes Haus und jedes Büro.

Oder jede Studentenwohnung.

Ball Chair from Eero Aarnio

Ball Chair von Eero Aarnio

Orgatec 2010: Vitra

03. März 2011
Vitra @ Orgatec 2010

Vitra @ Orgatec 2010

Vitras Aushängeschild ist natürlich die “Home Collection”. Aber die Büromöbelsparte trägt seit Jahrzehnten ebenso zum Erfolg des Herstellers bei.

Demzufolge befasst sich Vitra tagtäglich mit der Entwicklung von neuen Ansätzen im Bürodesign und versucht vorherzusagen, was die Arbeit im Büro in der Zukunft ausmachen wird.

1991 beauftragte Vitra die Designer Michele de Lucchi, Ettore Sottsass und Andrea Branzi mit der Planung des Office Designs der Zukunft. Wichtiger Bestandteil sollte dabei der Entwurf eines sowohl sozialen als auch produktiven Büroumfelds sein.

Seitdem wurden zahlreiche Variationen des Themas entwickelt. Auf der Orgatec 2008 stellte Vitra beispielsweise das Net’n'Nest Office Design vor. Das Konzept teilte im Grunde ein Großraumbüro in Bereiche für kommunikative Arbeit in Teams (Net’) und Bereiche für konzentriertes, individuelles Arbeiten (‘Nest) und lieferte die Möbel für beide Bereiche.

Auf der Orgatec 2010 war Vitras Schlagwort “Citizen Office 2011″ .

20 Jahre nachdem Branzi, de Lucchi und Sottsass ihre Forschungsergebnisse präsentierten, ist Vitras “Citizen Office 2011″ eine aktuelle Version dieser Arbeit im Kontext moderner Arbeitsmethoden und in vielerlei Hinsicht eine Weiterentwicklung des Net’n'Nest Office.

Leider musste Vitra die ganze Übung mit diesem unsinnigen Marketingvokabular durchziehen, das unser Blut zum Kochen bringt.

Die Marketingchefs haben ihre eigene Sprache. Das ist allgemein bekannt und hinlänglich in Satiren behandelt worden. Unser erstes “Marketing Jargon Bingo” haben wir 1993 gespielt und denken, dass jeder durchschnittliche Vitra-Käufer selbst mindestens eine sinnlose Marketingphrase in den Raum werfen kann.

Aber einer Schreibtischkollektion einen Marketingnamen zu geben und sie dann mit einem Vorort zu vergleichen, hat noch keinen Tisch verkauft.

Wird es auch nie.

Solche Versuche sind reine Zeit- und Geldverschwendung.

Immer.

Alcove Work by Ronan and Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Alcove Work von Ronan und Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Zum Glück hat Vitra auf der Orgatec auch das eine oder andere Produkt präsentiert, das von solcher Qualität war, dass es unseren Bluthochdruck wieder etwas senken konnte.

Das ist jetzt vielleicht offensichtlich, aber uns hat das Alcove Work von Ronan und Erwan Bouroullec wirklich beeindruckt. Das Alcove gehört zu unseren Lieblingssofadesigns, aber war für uns nie eine Option fürs Büro. Mit etwas Stauraum und einer Schreiboberfläche haben es die Bouroullecs aber in ein Möbelstück verwandelt, das sich auch für Arbeitsplätze empfiehlt.

Die Communal Cells von den Bouroullecs dagegen ließen uns erst mal zusammenzucken. Wieso sollten Vitra oder die Bouroullecs eine moderne Version der 70er-Jahre-Flughafen-Telefonzellen produzieren wollen?

Wir haben dann aber schnell gemerkt, dass es sich bei den Communal Cells in Wahrheit um ein modulares Konzept handelt, mit dem man seine eigene Innenarchitektur kreieren … und diese auch nach Bedarf umbauen kann.

Mit den Communal Cells können z.B. Besprechungsräume, Areale für Drucker/Kopierer oder Entspannungsecken geschaffen werden – je nachdem was im Büro gerade benötigt wird.

Als wir das Konzept verstanden hatten, waren wir dann auch wirklich beeindruckt.

ID Chair Concept by Antonio Citterio for Vitra - unvieled at Orgatec 2010

ID Chair Konzept von Antonio Citterio für Vitra - vorgestellt auf der Orgatec 2010

Der andere Designer der den Vitra-Stand auf der Orgatec 2010 dominierte war Antonio Citterio. Neben dem Suita Club Sofa/Sessel und dem Unix Chair war Citterios wichtigster Beitrag natürlich das neue ID Chair Konzept.

Der ID Chair wartet mit einem patentierten FlowMotion-System auf und wird wahrscheinlich Vitras Bürmöbelkonzepte der nächsten Jahre dominieren.

Mehr zum ID Chair aber in einem separaten Beitrag.

Außerdem stellte Vitra noch neue Produkte von Naoto Fukasawa und Arik Levy sowie den bereits erwähnten HAL von Jasper Morrison vor.

Die Marketingbeauftragten haben zwar alles versucht, die Sache zu verkomplizieren, aber Vitra baut immernoch einen großen Teil der Officedesign-Konzepte auf einer lockeren Interpretation der Idee der “Collage” von Charles Eames in der häuslichen Inneneinrichtung auf. Das ist kein schlechter Ansatz und nichts wofür man sich schämen muss.

Abwechslung ist nicht nur die Würze des Lebens sondern auch notendig für einen effektiven Arbeitsplatz.

Das “Citizens Office 2011″ wird vielleicht nicht unbedingt unsere Vorstellungen von Büroeinrichtungen ändern, aber viele der individuellen Produkte, die auf der Orgatec 2010 vorgestellt wurden, werden das sicher. Und die Bürodesigns die dann daraus entstehen werden, werden letzten Endes dem nahe kommen, was Vitra im “Citizen Office 2011″ Manifest beschreibt.

(Nur ohne überflüssige Office Forums und Workstation Areas.)

Orgatec 2010: Vitra - Comunal Cells as wardrobe, Alcove Work , ID Chair Concept

Orgatec 2010: Vitra - Comunal Cells als Kleiderschrank, Alcove Work , ID Chair Concept

Orgatec 2010 Interview: Erwan Bouroullec

01. März 2011
Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Der Vitra Stand auf der Orgatec 2010 wurde hauptsächlich von zwei Designstudios dominiert: Antonio Citterio und Ronan and Erwan Bouroullec. Neben den neuen Varianten des Alcove Sofa und der Playns Workstation präsentierte Vitra die neuen modularen Arbeits- (und Freizeit-) Kabinen der Bouroullecs, die Communal Cells sowie ihren High Meeting Table.

Wir haben Erwan Bouroullec zu dem bevorstehenden Yacht Projekt (über das wir bereits berichtet haben) und zu den neuen Vitra-Produkten befragt. Außerdem wollten wir wissen, wie das Büro der Bouroullecs aussieht und was ihnen im Bürodesign wirklich wichtig ist.

(smow)blog: Erzählen Sie uns etwas über Ihre neuen Produkte auf der Orgatec!

Erwan Bouroullec: Ronan und ich arbeiten schon seit langem mit Vitra zusammen und nun zeigen wir hier ein paar Verbesserungen an bereits von uns designten Möbeln. Ebenso stellen wir einige unserer Forschungsergebnisse der letzten Jahre zur Gestaltung von Räumen in Büroräumen vor, aus denen wir das Zellensystem Communal Cells entwickelt haben.

(smow)blog: Kann man denn die Communal Cells als Erweiterung des Alcove Systems verstehen?

Erwan Bouroullec: Ja und nein. Es ist das gleiche Prinzip, aber mehr auf die Frage einer Art kleinen Architektur bezogen, die man in offenen Büros nutzt. Zum Beispiel eine Küche, ein Druckerbereich oder ein kleiner Besprechungsraum – also Räume, die jedem bei der Arbeit und der Freizeit dienen.

(smow)blog: Und wie genau schaut jetzt das Bouroullecsche Büro aus?

Alcove Work by Ronan and Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Alcove Work von Ronan und Erwan Bouroullec @ Orgatec 2010

Erwan Bouroullec: Was uns wirklich an unserem Büro gefällt, ist, dass wir das Glück haben, viele verschiedene Arbeitsmethoden nutzen zu können. Manchmal zeichne ich, machmal arbeite ich am Computer oder an Modellen. Deshalb sieht das Büro immer ein bisschen unordentlich aus, aber auch nur weil wir so viele verschiedene Dinge auf einmal tun. Wirklich sehr erfrischend. Das, was Leute wirklich während der Arbeit brauchen, ist Abwechslung im Tagesablauf und die Veränderung der Position des Körpers. Ich denke, dass das wirklich wichtig ist ….

(smow)blog: … also, dass man sich im Büro wohlfühlt…

Erwan Bouroullec: … Ja, ich denke der beste Weg sich in einem Büro wohlzufühlen, ist, dass man tagsüber mit verschiedenen Arten von Bequemlichkeit konfrontiert ist: manchmal ist es das Sitzen auf einem Sofa, so wie jetzt, manchmal das Sitzen in einem Bürostuhl oder auf einem Esszimmerstuhl, aber der Wechsel ist wichig.  Die ganze Zeit auf einem Sofa zu sitzen ist nicht gut, einen Tag in einem Bürostuhl zu verbringen, ist vielleicht besser, allerdings auch nicht perfekt. Genauso verhält es sich auch mit der Arbeit in offenen, öffentlichen Räumen oder abgekapselt und für sich allein. Der Wechsel macht’s.

(smow)blog: Gibt es Projekte an denen Sie momentan arbeiten?

Erwan Bouroullec: Wir beginnen gerade die Arbeit an einem sehr spannenden Segelboot-Projekt.

(smow)blog: Sicherlich bietet es ein bisschen Abwechslung von der normalen Arbeit, oder?

Erwan Bouroullec: Ja, aber irgendwie hatten wir solche Arten von Projekten, die etwas außerhalb der gängigen Wege laufen, schon immer dabei. Das bringt natürlich eine interessante Dynamik rein und sorgt für einige frische Gesichtspunkte. Zudem entdecken wir Dinge, die uns bei der Arbeit an Industrie-Projekten helfen.

(smow)blog: Sie übertragen dann alternative Denkansätze auf Ihre anderen Arbeiten…

Erwan Bouroullec: Ja, mit anderen Kontexten konfrontiert zu sein, ist wirklich interessant. Meiner Meinung nach ist die wirkliche Frage beim Design von Dingen, die Balance zwischen vielen verschiedenen Faktoren zu halten. Je mehr man mit verschiedenen Kontexten konfrontiert ist, desto mehr lernt man darüber, wie Dinge im Gleichgewicht zu halten sind.

Communal Cells by Ronan and Erwan Bouroullec for Vitra - here as a kitchen

Communal Cells von Ronan und Erwan Bouroullec für Vitra - hier als Küche

2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: USA- Frankreich 1:0

18. Juli 2010

Als krönenden Abschluss der Gruppenphase der (smow) Designermöbel-Weltmeisterschaft 2010 gab es die mit Spannung erwartete Begegnung von Charles und Ray Eames gegen Ronan und Erwan Bouroullec.

Für die Bouroullecs war noch alles möglich. Entsprechend hoch motiviert gingen sie mit einem gewagten Vitra Slow Chair ins Spiel und legten nur kurz darauf ein perfekt ausgeführtes Alcove Sofa nach.

Beide Versuche scheiterten jedoch an der felsenfesten Eames Abwehr.

Immerhin hinderten sie Charles & Ray Eames daran, überhaupt einen guten Vorstoß in der ersten Halbzeit zu wagen.

Auch in der zweiten Spielhälfte rissen Ronan und Erwan Bouroullec das Spielgeschehen an sich. Eine Kombination aus Steelwood Chair und Regal für Magis stellte Charles & Ray Eames auf eine harte Probe.

Aber dann kamen wie aus der Pistole geschossen DSR, DAR und RAR zum Einsatz und lenkten die Vorstöße der Bouroullecs ab. Alles sah nach einem Unentschieden aus, bis Charles und Ray Eames in den Schlussminuten mit der sinnlichen La Chaise den Siegtreffer erzielten und sich für das Halbfinale qualifizierten.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe D

Kölle Alaaf: Facett von Ronan und Erwan Bouroullec

20. Januar 2010
K

Kölle Alaaf: Facett von Ronan und Erwan Bouroullec

Facett, 2005 von Ronan und Erwan Bouroullec für den französischen Hersteller Ligne Roset entworfen, wird all jenen bekannt vorkommen (zumindest haptisch), die das Alcove Sofa der bretonischen Brüder für Vitra kennen.

Der Facett Sessel gehört zu einer kleinen Wohnzimmerkollektion (u.a. auch Sofa und Teppich) und gewann 2005 den RED DOT Award.

Grelles orange/gelb gehört zwar eigentlich nicht zu unseren Lieblingsfarben, aber Facett würde in einem anderen Farbmuster auch gar nicht funktionieren.  Und weil die Farbe genau zum Retro-Panton-Chic des Designs passt, glauben wir dass Facett mühelos in jeden Raum passt.

Ehrlich!

Aber besonders gut gefällt uns der Ottoman: das wunderbar proportionierte und formal herausragende Produkt ist die perfekte Ergänzung zum Facett Sessel – egal ob als Fußcouch oder Beistelltisch.

Kölle Alaaf: Facett von Ronan und Erwan Bouroullec

Facett Ottoman

Facett Ottoman

Facett by Ronan and Erwan Bouroullec ... detail

Facett von Ronan und Erwan Bouroullec ... Detail

Facett : The ottomans prspective

Facett : Aus Sicht des Ottomans

(smow)Blog und usm_highboard_m_rubinrot … bald auf der DOK Leipzig?

12. Oktober 2009
"usm_highboard_m_rubinrot"

usm_highboard_m_rubinrot ... bald auf der DOK Leipzig?

(Bild anklicken um Trailer zu sehen)

Wie einige von Ihnen bemerkt haben, ist dieser Blogeintrag längst überfällig. Wir sind spät dran.

Der Grund für unsere Abwesenheit war die Entwicklung des neuen animierten Spots “usm_highboard_m_rubinrot”.

Anfänglich angedacht als einfacher animierter Tribut an die Rolle der Hosenbügler in der Geschichte der unteren Mittelschicht in England seit 1067, wurde die Arbeit doch ein wenig komplizierter als ursprünglich geplant. Demnach kann man eine mutige, genre-übergreifende, experimentelle Arbeit erwarten.

Fokussierend auf einen Gegenstand, nämlich dem rubinroten Highboard des Schweizer Designer Möbel Herstellers USM Haller, reiht der Film schnell wechselnde Fotos aneinander.

Der Film ist nun komplett (Klicken Sie auf das Foto um den Trailer zu sehen) und wir hoffen sehr, dass er bei der diesjährigen DOK, dem Internationalen Festival für Dokumentar- und Animationsfilm in Leipzig beim ANIMA Wettbewerb teilnimmt. DOK ist Deutschlands größtes internationales Festival für künstlerische Dokumentar- und Animationsfilme. Und zählt darüber hinaus auch zu eines der wichtigsten Festivals in Europa.

smow und Vitra mögen zwar nicht die exquisiten Tom Vacs und Alcove Sofas für die diesjährige Media Lounge bereitstellen. DOK Leipzig bleibt dennoch eines der wichtigsten Ereignisse in unserem Kultur-Kalender.

DOK Leipzig ist stets ein wärmender Lichtstrahl im dunklen Leipziger Herbst und niemals enttäuschend. Für diejenigen, die es nicht nach Leipzig schaffen, werden wir hier regelmäßig von dem Ereignis berichten. Außerdem können Sie über die offiziellen DOK Leipzig Services von Twitter, facebook, MySpace und Vimeo das Event verfolgen.

Und sollten wir die begehrte Goldene Taube gewinnen, laden wir alle dazu ein mit uns in Leipzigs feinster Party Location, dem Horns Erben, zu feiern. Wir versprechen, dass wir die gesamten 10.000 Euro Preisgeld in diesen Abend stecken werden!