Posts Tagged ‘Kartell’

(smow) Blog kompakt: Kartell feiert ein Jahrzehnt Bourgie von Ferruccio Laviani

Friday, March 7th, 2014 http://www.smow.de/blog/2014/03/smow-blog-kompakt-kartell-feiert-ein-jahrzehnt-bourgie-von-ferruccio-laviani/">

Es spricht wahrscheinlich für die Vergänglichkeit des aktuellen Möbelmarktes, dass der Hersteller Kartell auf der letzten Maison & Objet in Paris den zehnten Jahrestag der Lampe Bourgie von Ferruccio Laviani feierte.

Es gab nämlich auch mal eine Zeit, da waren zehn Jahre kein Alter für ein Lampendesign. Heute gehören Objekte, die ein Jahrzehnt überlebt haben, zur alten Riege im Portfolio eines Herstellers.

Zum zehnten Geburtstag der Bourgie hat Kartell 14 Designer gebeten, Ferruccio Lavianis Lampe neu zu interpretieren – genauer gesagt 13 Designer und Lenny Kravitz.

Phillipe Starck hat sich entschlossen den Fuß mit kitschigem Plastikschmuck zu verkleiden, Eugeni Quitllet hat die eine Glühbirne durch zehn Geburtstagskerzen ersetzt, Alberto Meda entwickelte eine wunderschöne, reduzierte Version aus Metall, ohne den ganzen Barock-Schnickschnack, Patricia Urquiola wiederum hat Bourgie komplett überarbeitet und einen Kronleuchter aus der Tischlampe gemacht und Mario Bellini ist vielleicht für die beeindruckendste Arbeit verantwortlich und eine Lampe mit Kleiderständer und Regenschirmhalter entwickelt.

In den kommenden Monaten gehen die Geburtstagslampen auf eine kleine Welttournee, bevor sie Ende 2014 dann versteigert werden. Der Erlös wird Wohltätigkeitsprojekten gespendet.

Hier einige der Bourgie Re-Designs:

 

(smow) Blog Designkalender: 18. Januar 1949 – Happy Birthday, Philippe Starck!

Saturday, January 18th, 2014 http://www.smow.de/blog/2014/01/happy-birthday-philippe-starck/">

Vor einigen Jahren klingelte beim (smow) Blog das Telefon…

“Guten Morgen, wäre es möglich mit Phillippe Starck zu sprechen?”, erkundigte sich der Anrufer.

“Es tut mir leid, aber er ist im Moment nicht hier.”, war unsere ehrliche, aber alles in allem nicht gerade hilfreiche Antwort.

Darauf folgte unvermeidlich: “Wann könnte ich ihn sprechen?”.

“Ich bin mir nicht sicher, er ist nicht gerade häufig in Leipzig”, unsere wieder ehrliche, wenn auch nicht hilfreiche Antwort. “Sie sollten vielleicht besser das Pariser Büro anrufen, dort müsste man besser informiert sein.”

Einige Monate später, auf der Mailänder Möbelmesse, gelang es uns nicht einen Interviewtermin mit Phillipe Starck zu bekommen. Keine Ahnung, ob es da irgendeinen Zusammenhang gab. Wer weiß, vielleicht war es das schlechte Karma!

philippe starck portrait  Jean-Baptiste Mondino

Philippe Starck (Foto: Jean-Baptiste Mondino)

Philippe Starck wurde am 18. Januar 1949 als Sohn eines Erfinders bzw. Flugzeugmechanikers und einer Hausfrau im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine geboren. Er wuchs zuerst in Neuilly und Garches Marne-la-Coquette auf und besuchte mal mehr, mal weniger die private École Camondo Designschule.

Nach seiner Anstellung beim Studio Pierre Cardin Paris machte sich Philippe Starck in den späten 1970er Jahren zunächst als Nachtclub-Designer einen Namen, bevor er 1983 im Rahmen eines kulturellen Förderprogramms beauftragt wurde, die Privaträume im Élysée Palast für den französischen Präsidenten Francois Mitterand und dessen Frau Danielle zu gestalten.

Der Élysée-Auftrag und das Design des Cafe Costes – “Die Zeit” schrieb damals, “Kein Café in Paris ist momentan so en vogue und hat so viel Flair und Chic wie das Cafe Costes”1 - katapultierten Philippe Starck schnell in die aufstrebende Welt des Interior Designs und von dort in das noch viel schneller wachsende Universum des Möbeldesigns.

Mit einem grellen Mix aus Postmoderne und Art déco, ein Charakterzug, der Starcks Möbel bis heute erhalten blieb, trafen Philippe Starcks frühe Möbelentwürfe den Nerv der Zeit und zogen, was noch wichtiger ist, die Aufmerksamkeit der Hersteller auf sich.

Nach ersten Aufträgen für die italienischen Hersteller Driade und Baleri arbeitete Philippe Starck mit Firmen wie Vitra, Cassina, Alias und – wahrscheinlich ist das die berühmteste Kooperation – Kartell zusammen. Dort entwickelten sich Produkte wie La Marie, Louis Ghost oder das Bubble Club Sofa zu einzigartigen, modernen Designklassikern.

Philippe Starck ist allerdings mehr als nur ein Möbeldesigner. Er ist ein außerordentlicher Schöpfer. Sein unablässiges, vielfältiges Werk umfasst Gebäude, Hoteleinrichtungen, Springbrunnen, Lampen, Motorräder, Fernseher, Telefone, Zahnbürsten, Brillen, Windturbinen, Kleidung, Flaschen… und natürlich die berühmteste Zitronenpresse aller Zeiten. Diese Vielfältigkeit und die unausweichlichen Widersprüche und Konflikte, die sich aus dieser Bandbreite an Projekten ergeben, machen es schwer Phillipe Starck als Designer einzuordnen – oder machen es besser gesagt leicht ihn misszuverstehen. Dem wirkt wahrscheinlich auch nicht gerade entgegen, dass die meisten Philippe Starck Bücher massiv auf Abbildungen bauen und mit Texten ausgestattet sind, die im Grunde immer die gleichen Anekdoten wiederholen.

Es ist also nicht gerade leicht den echten Philippe Starck zu entdecken. Erst recht nicht, wenn man wie wir Späße treibt, die sich später negativ auf das Karma auswirken.

Zu seinem Geburtstag haben wir uns also gedacht, lassen wir Philippe Starck selbst zu Wort kommen. Und das mit einem Dutzend Zitaten, die, wie wir hoffen, ein ausgeglichenes und gerechtes Bild des Designers zeichnen, der mal sehr einprägsam vom Sydney Morning Herald als “der mondänste Möbel-, Nachtclub-, Jacht- und Pastadesigner Frankreichs”beschrieben wurde.

Happy Birthday, Philippe Starck!

Das Wort Design existiert im Französischen überhaupt nicht. Im Englischen bedeutet es Zeichnung, und da gibt es nichts zu interpretieren. Manche meinen, daß es heißt, etwas schöner zu machen, um es besser zu verkaufen. Wie der große Designer Raymond Lowey. Das ist richtig. Oder aber sie denken wie ich auch, daß sich das Ganze etwas komplexer darstellt: als die Arbeit eines Semiologen, der ein didaktisches Werkzeug benutzt, um das Leben der Leute – und damit die Qualität ihres Denkens zu verbessern. Das ist natürlich mehr als anspruchsvoll, aber wenn es das nicht wäre, hätte es auch keinen Reiz
The World/Peace according to Starck Extract of a converstaion in April 1996 with Pierre Doze, Moscow. Reprinted in Starck Benedikt Taschen verlag, Köln 1996.

I remember, in my younger days, saving up to buy my first Wassily Chair. When I was finally able to buy it I took it home, bursting with pride: there it was, real proof that I had finally made it as a designer. But I found that I just could not sit in it and that it was completely impossible to live with. I still have it, but I think it is in the garden now. The trouble was that it spoke simply the language of design, whereas I believe that as designers we have a duty to talk other people’s languages too.
The International Design Yearbook Volume 3, Abbeville Press, New York, NY 1987

I am inspired by nothing except myself and my own madness. No-one has ever inspired me, neither God nor master, nor man nor woman nor animal nor culture nor film nor anything at all.
Alison Culliford, “Style Profile: Philippe Starck”, Eurostar Metropolitan Magazine June 2013 http://www.ink-live.com/emagazines/eurostar-metropolitan/1378/june-2013/#23/z Accessed 17.01.2014

Ich bin kein Designer. Ich bin kein Architekt. Ich bin kein Fachmann. Ich bin auf nichts spezialisiert, was aber bedeutet, daß ich auf alles spezialisiert bin. Das trifft im übrigen auf die meisten Leute zu. Ich habe Hotels, Wohnungen, Bars, Zahnbürsten, Lampen, Sessel, Tische, jede Art von Objekten entworfen. Aber das Produkt an sich bedeutet nichts. Was mich angeht, ist dies nur ein Vorwand, um mich mit anderen Dingen beschäftigen zu können: etwa mit der Frage, was das Leben sein könnte…. Im Grunde halte ich mich für einen politischen Agitator, der sich des Designs und der Architektur bedient…. Das ist mein wahrer Beruf
Interview by M di Forti with Philippe Strack in Il Messaggero 4/6/1993 in Franco Bertoni, The Architecture of Philippe Starck, Academy Editions 1994

Der Marketing-Gimmick Recycling hat dabei natürlich nichts zu suchen. Von den Ökologen erfunden, sorgt Recycling letzten Endes dafür, daß wir heute nutzlos weiter produzieren und -konsumieren können. Eine gutes Produkt ist ein haltbares Produkt…. Ich bin nicht gegen Recycling, aber gegen den versuch, es zum Allheilmittel zu stilisieren. Recycling ist ein Notbehelf, das Nachträgliche Ausbügeln eines Fehlers, und sonst nichts.
Extract of a conversation with Elisabeth Laville (in August 1998) originally published in a special issue of La Lettre d’Utopies/”Responsible Design” reprinted in Reprinted in Starck Benedikt Taschen verlag, Köln 2000

For myself I have to make it clear that my cultural background is not really French. It is the product of a childhood colonized by dreams of America. Even my father came under these same influences: he spent his life designing aircraft, and was Americanized enough to wear a Stetson. And it is perhaps that American influence that has shaped my work, to the extent that I proceed instinctively and, above all, fast.
The International Design Yearbook Volume 3, Abbeville Press, New York, NY 1987

Mit anderen Worten und es einfacher auszudrücken: Das Design interessiert mich nicht. Denn wenn man vom Design spricht, spricht man vom Objekt. Und mich ödet so etwas wie ein Stuhl einfach an. Selbst meine Stühle. Ein Stuhl als Stuhl betrachtet oder eine Lampe als Lampe, das führt doch zu nichts. Die Materie als Materie nein danke. Das einzig Interessant ist doch: was bringt das dem Menschen, der diese Dinge benutzt? Das stellt so manches in Frage. Von einem traditionellen Design ausgehend – Bauhaus, Loewy, Leute die von dem Objekt als solchem fasziniert waren, was übrigens sehr schöne Ergebnisse gebracht hat – sind wir bei einer Explosion gelandet, so ähnlich wie das bei einer Glühbirne ist, die aufglüht, bevor sie durchbrennt. Damit meine ich die letzten 15 Jahre mit ihrem narzisstischen Design von Designern für Designer, eine reine Schau künstlerischer Selbstbefriedigung.
The World/Peace according to Starck Extract of a converstaion in April 1996 with Pierre Doze, Moscow. Reprinted in Starck Benedikt Taschen verlag, Köln 1996.

Kreative Tätigkeit ist für mich nie Selbstzweck. Dazu fehlt mir die Phantasie, und es interessiert mich auch nicht. Ich befasse mich lieber mit dem Alltäglichen, mit Dingen, die uns alle angehen, wie Wäsche, waschen oder Regenschutz, und ich verleihe diesen Dingen eine fünfte Dimension, eine Tiefe, die dem gewöhnlichen Gebrauchsgegenstand Gelegenheit gibt, über sich selbst hinaus zu wachsen. Ich versuche, etwas Glanz in den menschlichen Alltag zu bringen, den Menschen zu zeigen, daß auch der urbane Lebensalltag sinnvoll und interessant sein kann.
Conway Lloyd Morgan Philippe Starck bangert verlag Schopfhein 1999

My father had matured the idea that research in all fields is almost a duty in life, a kind of obligation. We must invent, it is our place, our mission. Culture, the notion of taste, was subordinate to this research. Just as well to make a creative mistake rather than be holed up in a state of stagnation in good taste. That has partly influenced me; its part of my heritage, always wanting to create, be creative….
Christine Colin Starck Ernst Wasmuth Verlag, Tübingen 1989

Mein Arbeit ist die Transformation von “Pflichten” in etwas anderes; eine Art Seelenersatz. Mit anderen Worten, wenn ich zum Konsumieren gezwungen bin, injiziere ich dem Konsum Seele, um ihm verzeihen zu können, bis das Objekt etwas anders wird, oder zu einem Poesie wird. Typisches Beispiel hierfür ist die Arbeit an der Zahnbürtse. Wie müssen unsere Zähne putzen, einverstanden, und deshalb brauchen wir eine Zahnbürste, daran gibt es nichts zu rütteln. Aber mit etwas Arbeit, ganz unerwartet….. voilá, wird daraus etwas anderes, eine Flamme, ein Lichtstrahl, ein Objekt.
The Architecture of Philippe Starck, Academy Editions 1994

Einer der Pioniere des Designs, Raymond Loewy, hat in den fünfziger Jahren einen Slogan geprägt, der ihm persönlich und zum Teil auch der gesamten Designbewegung Erfolg gebracht hat: “Häßlichkeit verkauft sich schlecht” Zu seiner Zeit hatte er damit vielleicht recht, doch lag im Kern der Aussage schon ein Fehler, den wir heute unbedingt abstellen müssen…. “Häßlichkeit verkauft sich schlecht” bedeutete ja im Grunde, daß das Design der Industrie und Produktion als bloßer Erfüllungsgehilfe dient, damit sich Waren besser verkaufen. Damit ist uns aber im Ansatz nicht mehr geholfen: Heute geht es nicht mehr darum, mehr zu produzieren, um mehr zu verkaufen. Vordringlich stellt sich vielmehr die grundsätzliche Frage, mit welchem Recht ein Produkt überhaupt existiert. Es ist das Recht und Aufgabe des Designers, nach der Legitimität des Produktes zu fragen, darauf ist seine wahre Existenz.
Extract of a conversation with Elisabeth Laville (in August 1998) originally published in a special issue ofLa Lettre d’Utopies/”Responsible Design” reprinted in Reprinted in Starck Benedikt Taschen verlag, Köln 2000

The first thing for us to remember is that creativity has a duty of political action. And now we have forgotten that, and young designers just think about being a star and making money. They forget their duty to society. Everything you do must be in relation to your civilization, your society, yourself, your life: without that the objects you make are just objects. That’s why I try to wake people up a little and say everything you do is a political vote.
Julie Taraska “Philippe Starck’s Politique” www.metropolismag.com/December-1969/Philippe-Starck-rsquos-Politique/ Accessed 17.01.2014

I have no taste…. but really, I have no taste at all
“The fabulous styles of the man with no taste” Sydney Morning Herald, Thursday Oct 16th 1986 Style Section, page 1

1 “Bonbon aus Paris. Cafe der achtziger Jahre.” Die Zeit 13. September 1985. http://www.zeit.de/1985/38/cafe-der-achtziger-jahre Accessed 17.01.2014

2 “The fabulous styles of the man with no taste” Sydney Morning Herald, Donnerstag 16.Okt. 1986. Style Section, Seite 1

Kartell Victoria Ghost Autumn

Den Herbst genießen - mit einem Victoria Ghost von Philippe Starck für Kartell

Posterous adieu….

Tuesday, May 7th, 2013 http://blog.smow.de/2013/05/posterous-adieu/">

Am Dienstag, den 30. April 2013 trat Königin Beatrix als Oberhaupt des niederländischen Königshauses zurück.

Und Posterous beendete seinen Dienst.

Die eine ging freiwillig, um einen reibungslosen Machtwechsel zu garantieren.

Der andere wurde Opfer eines brutalen und ungerechten Konflikts seiner Besitzer um die Vorherrschaft im Social Media Markt.

Wir haben Posterous 2010 entdeckt und waren sofort von der Einfachheit begeistert, mit der man dort etwas veröffentlichen konnte und so wurde es schnell zu unserem Medium der Wahl, wenn es darum ging, etwas mitzuteilen, was uns zwar köstlich amüsierte, für den (smow)blog aber nicht groß genug gewesen wäre.

Posterous war nicht gerade die bestbesuchte Seite, die wir betreiben. Aber es war die, die am meisten Spaß gemacht hat und wir werden sie vermissen.

Und um die etwas zu ärgern, die für die Schließung von Posterous verantwortlich sind, werden wir die gesamten Inhalte, die eigentlich auf Posterous gelandet wären, nun auf der (smow) Facebook-Seite veröffentlichen. Haha! Jetzt zeigen wir es euch.

Einen gebührenden Abschied soll es aber trotzdem geben. Hier daher eine Zusammenstellung unserer schönsten Momente mit Posterous…

usm haller buhl

Das langweiligste Foto der Welt? (Nein, die USM-Zentrale in Bühl...)

vitra eames elephant

Die Eames Elephants in einem Leipziger Wald

Donato D Urbino Joe Sofa

Mailand 2012: Donato D'Urbino lümmelt in dem von ihm mitentworfenen Joe Sofa....

Kartell Victoria Ghost Autumn

Hier zelebrierten wir mit dem Victoria Ghost von Philippe Starck für Kartell den Herbst.

vitra verner panton chair

Die Vitra Panton Chair Winter Edition... na ja, fast!

Burg Giebichenstein Halle door holder

Burg Giebichenstein Halle: Design kann so einfach sein...

A&W Designer des Jahres 2012: Patricia Urquiola

Thursday, February 2nd, 2012 http://blog.smow.de/2012/02/aw-designer-des-jahres-2012-patricia-urquiola/">
A&W Designer of the Year 2012 Patricia Urquiola

A&W Designer des Jahres 2012: Patricia Urquiola

Seit eineinhalb Jahrzehnten beginnt die Möbelwoche in Köln inoffiziell mit der Ehrung des A&W Designers des Jahres.

Verliehen vom Magazin A&W Architektur und Wohnen wurde der Preis 1997 ins Leben gerufen, um Designer zu ehren, deren Werk den Einrichtungsstil unserer Zeit besonders geprägt hat. Zu früheren Gewinnern gehören Philippe Starck, Antonio Citterio und Tom Dixon – um nur 3 von insgesamt 15 zu nennen.

A&W Designerin des Jahres 2012 ist die Spanierin Patricia Urquiola.

Die durch ihre Arbeit mit Moroso, B&B Italia, Kartell oder Molteni bekannte Patricia Urquiola studierte zunächst in Madrid Architektur bevor sie nach Italien zog, um ihre Studien am Politecnico di Milano abzuschließen. 2001 gründete sie ein eigenes Studio in Mailand und arbeitet sowohl im Möbeldesign als auch an zahlreichen Innendesignprojekten. Seit 2002 ist sie außerdem Gastprofessorin an der Domus Akademie.

Vor der Verleihungszeremonie sprachen wir mit Patricia Urquiola über ihre Karriere und diskutierten – passend zur Auszeichnung und zur Ausstellung “Von Aalto bis Zumthor. Architektenmöbel” im MAKK -, ob Architekten die besseren Möbeldesigner sind.

(smow)blog: Sie haben Architektur studiert und arbeiten nun hauptsächlich als Designerin. War eine Karriere als Architektin ihr Ziel oder nur Mittel zum Zweck?

Patricia Urquiola: Ich wollte schon in meinen frühen Jugendjahren Architektin werden; ich war eine von denen, die schon ganz genau wussten, was sie später tun möchten. Also studierte ich Architektur an der Universidad Politécnica de Madrid und traf dort Marco Zanuso, Achille Castiglioni und viele andere überaus interessante Architekten, die sowohl in der Architektur als auch im Design tätig waren. Das brachte mich dazu, mich stärker auf Design zu konzentrieren. Die Italiener leiteten also in gewisser Weise diesen Wandel ein.

(smow)blog: Und dann zogen Sie nach Mailand, wo Sie später mit einem weiteren Architekten und Designer weiterarbeiteten, Piero Lissoni

Patricia Urquiola: Ja, aber bei meinem Hintergrund und in meiner Altersgruppe war es ganz natürlich über die Grenzen zwischen Architektur und Design hinweg zu arbeiten. Das ist natürlich auch einer der Gründe dafür, wieso Mailand ein wichtiges Zentrum für Architektur und Design wurde.

(smow)blog: Im Augenblick findet hier in Köln eine Ausstellung statt, die die Rolle von “Möbelarchitekten” beleuchtet. Machen Architekten bessere Möbel als Designer mit anderem Hintergrund?

Patricia Urquiola: Nein, das glaube ich nicht. Ich bin zum Beispiel ein großer Fan von Konstantin Grcic und der ist kein Architekt. Man kann sich dem Design auf ganz verschiedene Weisen nähern; für mich wird die Grenze zwischen den beiden Disziplinen auf der einen Seite durch den “Lebensraum” und auf der anderen durch die “Werkzeuge für das Leben” definiert. Das war meine Ausbildung, das bin ich und das ist auch meine Einstellung. Aber man kann verschieden an die Disziplinen herangehen, deshalb sollten wir alle offen sein und auf neue Ansichten hören. Ich finde, dass zurzeit einige wichtige Forschungsbereiche und Schulen entstehen. So ist beispielsweise Eindhoven für mich derzeit sehr interessant. Aber wie gesagt gibt es viele Möglichkeiten in den Disziplinen zu arbeiten und wir alle sollten der Situation offen gegenüber stehen.

(smow)blog: Sie leben nun schon seit 25 Jahren in Mailand. Haben Sie im Laufe der Zeit eine Veränderung bemerkt? Ist Mailand immer noch eine Stadt, in der man die Kreativität förmlich spüren kann?

Patricia Urquiola: Ich bin in einer sehr kreativen Zeit nach Mailand gezogen. Leute wie Castiglioni oder Vico Magistretti waren noch aktiv und die Memphis Group hatten ihre beste Zeit. Aber dann hat sich Mailand wirklich stark verändert; es wurde immer spießiger und heute haben wir diese ganzen Krisen. Doch wie in allen Designzentren Italiens besteht auch in Mailand noch immer der Wunsch, qualitativ hochwertige Arbeiten zu produzieren. Ich hatte das Glück, in Mailand Leute zu treffen, die noch an Design glaubten und die diesen Glauben an Menschen wie mich weitergaben. Dafür bin ich sehr dankbar. Mein Leben dreht sich aber nicht nur um Mailand und meine Arbeit dort ist nur ein Teil meiner Arbeit.

A&W Designer of the Year 2012 Patricia Urquiola Volant Moroso

Das Sofa Volant für Moroso von Patricia Urquiola

A&W Designer of the Year 2012 Patricia Urquiola Silver Lake Moroso Comeback Chair Kartell

Silver Lake von Moroso und im Hintergrund der Comeback Chair für Kartell von Patricia Urquiola

A&W Designer of the Year 2012 Patricia Urquiola KETTAL MAIA Egg swing chasen flos Tropicalia Moroso

Maia Egg Hängesessel für Kettal, die Leuchte Chasen für flos und Tropicalia für Moroso, alle von Patricia Urquiola

 

The Simple Life: Enzo Mari

Monday, October 24th, 2011 http://blog.smow.de/2011/10/the-simple-life-enzo-mari/">

Anfang September präsentierte designtransfer einen Vortrag des italienischen Designers, Designkritikers, Designlinguisten und – irgendwie paradoxerweise auch – Designverachters Enzo Mari.

In Vorbereitung auf das Event haben wir Seite um Seite über diesen Mann gelesen, über seine Ideen, seine Arbeit, aber hauptsächlich über seine gut dokumentierten Schimpftiraden gegen… nun, so ziemlich gegen alles, soweit wir das feststellen konnten. Umso erstaunlicher fanden wir es, dass sich dann ein vornehmer, älterer Herr händeschüttelnd und Nettigkeiten austauschend durch das Publikum bewegte.

Enzo Mari

Enzo Mari

Der rüstige 79-jährige Enzo Mari studierte ursprünglich Literatur und kam mehr aus Notwendigkeit denn aus eigenem Wunsch zum Design. Doch trotz seiner etwas planlosen Reise hat Mari das europäische Nachkriegsdesign als Designer und Designtheoretiker auf eine unverwechselbare Art geprägt. Das liegt hauptsächlich daran, dass er sich nie aus dem Konzept bringen oder einreden ließ, dass sein Weg eventuell nicht der richtige sei.

Darum ging es auch in seinem Vortrag. In Bezug auf den Markt – eine Institution, die Mari noch nie besonders mochte und auch nie akzeptieren wird – war sein Rat: Man sollte nie Angst vor dem Markt haben oder vor ihm katzbuckeln, sondern den Mut haben, Nein zu sagen und Dinge auf eine andere Art zu tun.

Eine Anmerkung am Rande: Wir geben die Worte Enzo Maris lediglich frei wieder und zitieren ihn nicht, da er seinen Vortrag auf Italienisch hielt, das ins Englische übersetzt wurde. Wir möchten diesen großen Mann nicht falsch zitieren (höchstens falsch frei wiedergeben…).

Die Idee, sein eigenes Ding zu tun und seinen eigenen Weg zu gehen, ist natürlich weder neu noch besonders revolutionär. Viele von uns behaupten das, aber nur eine kleine Minderheit hat tatsächlich den Mut, für ihre Entscheidungen einzustehen und sie öffentlich zu verteidigen.

Neben dem Markt, sind Technik und Technologie Enzo Maris Lieblingsfeinde – besonders in Verbindung mit dem Markt. Er empfiehlt den Studenten als Semesterprojekt, eine Zeit lang auf einem Bauernhof zu arbeiten. Wir sollen die Landwirtschaft mit der Computerkultur vergleichen. Was ist wichtiger? Ohne Bauern, so geht seine Logik weiter, gäbe es auch keine Computer.

(An dieser Stelle könnte man natürlich einen ganz billigen Apple-Witz einbauen, aber wir sind ja hier nicht auf einer Karnevalssitzung in Köln).

Enzo Mari at the UdK Berlin

Enzo Mari bei designtransfer, UdK Berlin

Obwohl wir Enzo Maris Logik in Bezug auf das Übel einer alles verschlingenden, monotonen digitalen Kultur oft folgen und sogar zustimmen können, finden wir seinen Standpunkt schade.

Wir haben hier einen Mann, der in den 1970er Jahren Pläne für Möbel entwarf, die man selbst bauen konnte.

Wir haben hier einen Mann, der ein Repertoire an wirklich wunderbaren Objekten hat, die man mit einem 3D-Drucker oder per Rapid Prototyping herstellen kann.

Wir haben hier einen Designer, der die Banalität der Massenproduktion durchschaut hat; der die Sinnlosigkeit des übermäßigen Konsums bemängelt; der die negativen sozialen und ökologischen Auswirkungen des Welthandels erkannt hat; der sich danach sehnt, die Ethik des Produktdesigns zu erörtern – es aber nicht kann, da es keine ethische Grundlage dafür gibt.

Wir haben hier einen Mann, dessen Arbeit förmlich “Open Design” schreit.

Könnte das nicht vielleicht etwas für ihn sein? Wir erklären ihm kurz das Konzept. Er denkt nach. Er versteht es. Er mag es nicht.

Aber, so protestieren wir, Sie haben doch diese Regale entworfen…

Ja, antwortet er, aber das war Teil eines größeren Projekts. Bei einzelnen, schnellen Projekten, ja, wieso nicht. Aber wenn ein Designer für ein oder zwei Jahre an einem größeren Projekt sitzt, muss er auch dafür bezahlt werden.

Aber, werfen wir hoffnungsvoll ein, Computer oder neue Technologien im Allgemeinen sind doch für irgendetwas gut?

Alle Computer sollten explodieren!

Für Enzo Mari dienen Computer einzig der Versklavung des Menschen und als künstliche Stütze, an die wir uns lehnen. Die reale Welt ist hart und beängstigend, sagt er, aber man muss raus gehen, sich ihr stellen, sie herausfordern, sie erobern. Man sollte sicht nicht zuhause in einer virtuellen Welt abschotten; geschützt, aber geistig tot.

Es liegt uns fern, Enzo Mari zu widersprechen. Wir sind uns nicht einmal sicher, ob wir das intellektuell überhaupt könnten. Aber wir glauben, dass sich Enzo Mari durch seine pauschale Ablehnung neuer Technologien selbst die Chance vorenthält, einige der Ziele zu erreichen, auf die er all die Jahre lang hingearbeitet hat. Genau das finden wir schade.

Das wirft natürlich die Frage auf, ob Enzo Maris Abneigung gegen die moderne Technik mit seiner Überzeugung zusammenhängt, stets alles auf seine eigene Art zu tun, unabhängig davon, was die Mehrheit dazu sagt. Wir vermuten das zumindest. Und wir sehen kaum einen Sinn darin, die Frage weiter zu verfolgen. Wenn Enzo Mari das Moderne nicht annehmen möchte, dann muss er das auch nicht. Er hat sich das Recht, es abzulehnen, mehr als verdient. Und vielleicht greift jemand anderes irgendwann seine Theorien auf und überträgt sie auf die moderne Welt, so dass wir alle davon profitieren können.

Enzo Mari in discussion

Enzo Mari beim Gespräch mit dem Publikum

Abgesehen von der Verurteilung moderner Technik und dem Markt, lieferte Enzo Mari in Berlin eine amüsante, nachdenklich stimmende, kontroverse und vor allem unterhaltsame Vorstellung, die Kunst, Kultur, Politik, Gesellschaft und mitunter sogar “das fürchterliche Wort Design” abdeckte. (Wie gesagt, Enzo Mari ist kein Freund von Design.)

Und seine berühmten Schimpftiraden? Oh ja, auch die gab es. Als er irgendwen oder irgendetwas gerade besonders energisch angeprangert hatte, drehte sich Mari zu seiner Dolmetscherin um und fragte sie, ob sie auch wirklich alles übersetzte. Ja, sagte sie, aber sie würde nicht anfangen zu brüllen! Die Wärme seines Lächelns und das Leuchten in seinen Augen als Reaktion auf ihre Antwort straften die Echtheit seiner Ausbrüche Lügen. Der Mann ist gar nicht grantig oder mürrisch. Er ist nur leidenschaftlich.

In einem ruhigen Moment sahen wir uns im Publikum um und fragten uns, wie viele von ihnen wohl in der Hoffnung gekommen waren, ihn schimpfen und toben zu sehen. Wir vermuten viele. Wir hoffen wenige. Denn im Laufe des Abends sprach Enzo Mari mit einer Weisheit und einer Sicherheit über Design, die man nur durch die jahrzehntelange intensive Interaktion mit Designprozessen, Fachleuten und Ergebnissen erwerben kann.

Man muss nicht mit allem was er sagt übereinstimmen. Man sollte es sich aber zumindest anhören.

Er beendete seinen Vortrag mit einer Frage: Habe ich genug gesagt?

Nein. Aber es ist fraglich, ob ein Mann wie Enzo Mari jemals genug sagen kann.

(smow)intern: Designmöbelkatalog 2011

Wednesday, July 6th, 2011 http://blog.smow.de/2011/07/smowintern-designmobelkatalog-2011/">

Technikverweigerer! Das wird (smow) ja normalerweise nicht nachgesagt. Soweit uns bekannt ist, hat noch kein (smow)Mitarbeiter einen iPad zertrümmert oder einen W-LAN Zugang gekappt um gegen die schleichende und zwanghafte Ausbreitung von Technologien in alle Lebensbereiche zu protestieren. Aber: In den ersten Wochen des Sommers waren alle im (smow)Hauptquartier mit der Vorbereitung und Herstellung des allerersten (smow)Katalogs beschäftigt. Ein realer gedruckter Katalog! Auf Papier! Mit Tinte!

Technikverweigerer? Au contraire, nos amis! Die Herstellung eines solchen analogen Katalogs ist technisch eine größere Herausforderung als dieses idiotensichere HTML zu programmieren. Und trotzdem ist es uns am Ende gelungen ein tolles Heft fertigzustellen. Gut gemacht, Katalogteam!

Neben einer Auswahl von (smow)Produkten enthält der Designmöbelkatalog 2011 auch biografische Informationen zu wichtigen Designern und natürlich wunderbare extra für den Katalog in Auftrag gegebene Fotos von Produkten von USM Haller, Vitra, Moormann, Richard Lampert et al.

So ein gedruckter Katalog ist im Prinzip nichts anderes als damals die Mechanisierung in den Textilfabriken, die den unterdrückten Massen erstmals den goldenen Geschmack von Freizeit kosten ließ. Mit dem Katalog bekommen wir ein Stück Technikfreiheit zurück. Computer ausschalten, Katalog in Ruhe durchblättern, Computer wieder anmachen, bestellen.

Ein Exemplar des Kataloges kann man über das Kontaktformular auf smow.de oder unter service@smow.de anfordern.

Auf facebook.com/smowcom haben wir außerdem die Fotogalerie zum Katlaogentstehungsprozess veröffentlicht.

smow Designer Furniture Catalogue 2011

(smow) Designmöbelkatalog 2011

Stockholm Design Week 2011: Interview mit Front

Thursday, February 17th, 2011 http://blog.smow.de/2011/02/stockholm-design-week-2011-interview-mit-front/">
Front Page by Front for Kartell

Front Page von Front für Kartell

Im Rahmen der Stockholm Design Week 2011 präsentierte Kartell die Zeitungsablage Front Page vom Stockholmer Design Studio Front.

Cleveres Wortspiel und vieles mehr…

Front Page wurde zwar schon auf der Mailänder Möbelmesse 2010 offiziell vorgestellt, tritt aber erst jetzt seinen Siegezug in den Shops an. Also eine tolle Gelegenheit für einen Front “home gig”.

Front arbeitete bereits mit Herstellern wie Moroso, Established & Sons oder mit moooi zusammen, Front Page ist aber das Erste für und mit Kartell hergestellte Produkt.

Im Showroom des Stockholmer Kartell Flagshipstores trafen wir uns mit Anna Lindgren von Front um mit Ihr über die Kooperation mit Kartell und über Stockholm zu diskutieren.

(smow)blog: Wie entwickelte sich die Kooperation mit Kartell?

Anna Lindgren: Kartell war eines der Unternehmen mit denen wir unbedingt zusammen arbeiten wollten – wir haben lange Zeit versucht ein Treffen mit Ihnen zu arrangieren um ihnen unser Portfolio zu zeigen. Aber dann haben sie einige unserer Arbeiten in einer Mailänder Galerie gesehen und uns am Ende kontaktiert.

(smow)blog: Und dann haben sie gesagt “Bitte macht eine Zeitungsablage, wir lieben das Wortspiel” oder wie entwickelten sich die Dinge?

Anna Lindgren: Nein, nein, es war mehr so, dass es uns erlaubt wurde zu ihnen zukommen und einige unserer Ideen, von denen wir dachten, das sie gut zu Kartell passen würden, vorstellen durften. Anschließend kam es zu einer Diskussion aus der Front Page hervorging. Da Kartell sehr daran interessiert ist Langzeit-Partnerschaften mit Designern einzugehen, wollten sie auch, dass wir an einer Reihe verschiedener Produkte arbeiten können, die zu Kartell passen könnten…

(smow)blog: Es liegt also eine Serie an Prototypen von Front im Kartell Hauptquartier…

Anna Lindgren: (lacht) Nicht ganz, allerdings arbeiten wir an ein paar Prdukten von denen wir hoffen sie dieses Jahr in Mailand zeigen zu können. Aber das ist noch nicht sicher…

(smow)blog: War die Kooperation aus Ihrer Sicht erfolgreich?

Anna Lindgren: Definitiv!

(smow)blog: Momentan sind wir mitten in der Stockhomer Design Week. Ist das ein Ereignis an dem Front teilnehmen musste oder eines an dem man teilnimmt, weil es einem am Herzen liegt?

Anna Lindgren: Einige Jahre hatten wir gar nichts gemacht! Dieses Jahr ist es der Fall, dass wir die Zeitungsablage in Mailand präsentiert hatten und es endlich in die Geschäfte kommt und wir das feiern. Die Stockholmer Möbelmesse ist eine sehr interessante Messe und auch die Design Week wird jedes Jahr besser, sodass es sehr schön ist hier etwas zu zeigen. Natürlich auch, weil es für uns besonders bequem ist!

(smow)blog: Noch eine letzte Frage. Ist Stockholm eine kreative Stadt in der man als Designer arbeiten kann oder ist es so, dass man Stockholm verlassen muss um Dinge zu erreichen?

Anna Lindgren: Stockholm ist eine sehr nette Stadt in der man gut leben und arbeiten kann. Sie ist groß aber nicht zu groß und hier gibt es viele kreative Menschen. Deshalb ist Stockholm eine sehr gute Basis für unser Studio.

Front Page  - the magazine rack that thinks its a book!

Front Page - Die Kartell Zeitungsablage die sich für ein Wortspiel hält

Kartell Stockholm present Front Page by Front

Kartell Stockholm präsentiert Front Page von Front

Designermöbel Social Networking: Twitter

Wednesday, August 18th, 2010 http://blog.smow.de/2010/08/designermobel-social-networking-twitter/">

Es gab einmal eine Zeit, in der die “Netzwerkpflege” im Geschäftsleben hauptsächlich auf Cocktailpartys, in Tennisclubs oder unter Freimaurern stattfand.

Lang lang ist’s her.

Wir leben aber im Jetzt und in der modernen Geschäftswelt ist Netzwerkpflege (Networking) gleichbedeutend mit Facebook, Twitter, X-ing et al.

Nicht nur als Marketinginstrument sondern auch immer mehr als wichtiges Mittel der Kundenkommunikation, Feedbackinstrument und Forum für Kritik.

Fritz Hansen have recognised the advantages of social networking

Fritz Hansen hat die Vorteile von sozialen Netzwerken erkannt

Eine Studie von Edison Research unter Twitter-Nutzern in den USA hat kürzlich ergeben, dass Twitter eine wichtige Quelle für Produktinformationen ist – und zwar nicht nur im Sinne von Basiswissen sondern auch als Plattform für Meinungsaustausch.

Die Recherchen von smow.de zeigen zwar, dass die Nutzung und Akzeptanz von Twitter unter führenden Möbelhersteller in den letzten Jahren gestiegen ist; aber generell hinkt die Designermöbelindustrie weit hinter anderen Branchen hinterher, was die sozialen Netzwerke angeht.

Für den (smow)Report-Autoren Kelly Felten ist das ein Problem: “Wenn man bedenkt, wieviele Designblogs in den letzten Jahren entstanden sind, ist es umso wichtiger dass die Hersteller in der Lage sind die Diskussionen zu verfolgen und eben zu reagieren, wenn es um ihre Produkte geht. Wenn das auf Twitter geschieht, müssen die Hersteller dort vertreten sein!”

Gezielte Nutzung von Twitter könne sich zum Beispiel auch nützlich erweisen beim Aufbau von Markenloyalität unter Konsumenten oder zur Organisation von effizienteren PR-Kampagnen im Vorfeld der großen Messen, so Felten.

“Stellen Sie sich doch nur mal das folgende Szenario vor: Designer X bringt für den Hersteller Y ein Produkt auf den Markt, ein Twitter Chat mit X wird über Ys Twitter Account organisiert,” so Felten, “und schon haben Sie einen Online Buzz.”

Außerdem könnten bessere und (für die Käufer) interessantere Inhalte das größte Problem der Designmöbelhersteller lösen: die relativ geringe Zahl der Follower.

Einzig und allein Herman Miller kann mit ca. 62.000 Followers von sich behaupten, an führende kommerzielle Marken heranzureichen – was die Twitter-Zahlen angeht.

Dass Designmöbel-Kunden Interesse an (u.a.) Twitter haben, wird am Beispiel Kartell deutlich. Der italienische Hersteller fing im April 2010, kurz vor der Mailänder Möbelmesse, an zu twittern und hat jetzt fast 650 Follower.

@kartellpeople

@kartellpeople haben am 8. April 2010 angefangen zu twittern

Felten relativiert, dass Twitter allein die Möbelbranche nicht verändern wird, aber die gezielte und professionelle Nutzung von Twitter wird eine zunehmend wichtigere Rolle für Designmöbelhersteller spielen.

“Die Vertriebsstrukturen verändern sich, und mit ihnen die Kommunikation zwischen Käufer und Hersteller”, meint Felten. “Die Designmöbelhersteller haben das erkannt, stecken aber noch in den Kinderschuhen.”

Die (smow) Designermöbel Twitter Top 11:

Hersteller Twitter Name Followers Klout
Herman Miller @hermanmiller 62038 24
Vitra @vitra 3588 18
Knoll International @knoll_inc 2918 05
Droog Amsterdam @droogamsterdam 865 05
Ligne Roset @ligneroset 840 06
Fritz Hansen @fritzhansen 694 10
Kartell @kartellpeople 635 16
bludot @bludotnews 531 05
e15 @e15_furniture 221 00
Droog New York @DroogNYC 205 00
Thonet @THONET_GmbH 182 00

(Stand: 18.08.2010)

(Zum Vergleich: http://twitter.com/smowblog hat 220 Followers und ein Klout Rating von 05)

Anna Castelli Ferrieri

Thursday, August 5th, 2010 http://blog.smow.de/2010/08/anna-castelli-ferrieri/">
Anna Castelli Ferrieri (

Anna Castelli Ferrieri (1920-2006)

Der 6. August markiert den Jahrestag des 90. Geburtstags der italienischen Architektin, Designerin und Mitgründerin von Kartell, Anna Castelli Ferrieri.

Abgesehen von kleineren Flirts mit der Moderne und einem Besuch bei Le Corbusier in Paris wurde die jugne Anna Castelli Ferrieri schon immer mehr vom italienischen Neorationalismus angezogen – besonders von Franco Albinis Arbeit.

Auch wenn das Design von Kartell nicht sofort an die Arbeiten von Albini erinnert, so lebt doch der Ethos hinter dem Unternehmen und die Auffasung von Design nach Albinis Mix aus traditionellem, italienischen Design gemischt mit modernen Elementen und bezahlbaren Materialien.

Neben ihrem Einfluss auf die goldene Ära des zeitgenössischen italienischen Design in den 60er und 70er Jahren hat Anna Castelli Ferrieri mit ihrem 1969 Componibili, ein modulares Storagesystem und ein Klassiker im zeitgenössischen italienischen Design, zum italienischen Designkanon beigetragen.

Von 1976 bis zum Ruhestand 1989 war Anna Castelli Ferrieri Artist Director bei Kartell und betreute die Etablierung Kartells an der Spitze der Entwicklung und Verwendung von modernem Kunststoff im Produktdesign.

Anna Castelli starb am 22. Juni 2006 im Alter von 87 Jahren.

Componibili by Anna Castelli Ferrieri for Kartell

Componibili von Anna Castelli Ferrieri für Kartell

2010 Designermöbel Weltmeisterschaft: Japan-Israel 0:0

Monday, July 12th, 2010 http://blog.smow.de/2010/07/2010-designermobel-weltmeisterschaft-japan-israel-00/">

Die meisten von Ron Arads Arbeiten könnten die von Isamu Noguchi problemlos zerquetschen, aber Arad spielte fair und verzichtete darauf, den Well-Tempered Chair zu bringen.

Er arbeitete stattdessen mit verschiedenen Plastikvariationen. Trotz einiger schöner Aktionen, u.a. mit dem Infinity Flaschenregal, der Lovely Rita und dem Bookworm für Kartell, kam Arad nicht gegen Isamu Noguchis konstante Leistung und die Variationen der Akari Lampe an.

Das torlose Unentschieden war am Ende ein gerechtes Ergebnis.

Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen der Gruppe C