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Michael Thonet (geb. 2. Juli 1796 in Boppard/Deutschland, gest. 3. März 1871 in Wien/Österreich) verdankt seinen Ruhm und Einfluss nicht der Tatsache, dass er Möbel konstruierte, sondern wie er es tat. Sein "Stuhl Nr. 14", der berühmte Wiener Kaffeehaus-Stuhl aus dem Jahr 1859, gehört zweifelsohne zu den bekanntesten Designklassikern der Welt. Doch viel wichtiger ist der Entstehungsprozess dahinter. Als Sohn eines Gerbers machte Michael Thonet zunächst eine Ausbildung zum Kunsttischler um dann seine eigene Möbelschreinerei zu gründen. Von Anfang an war Thonet fasziniert von der Idee, Holz zu biegen um haltbare, stabile und vor allem natürliche Formen zu schaffen. Er experimentierte viel mit verleimten Holzlatten bevor er schließlich mit der so genannten Bugholztechnik den Weg ebnete für die günstige Industrieproduktion von Thonet-Stühlen. Thonets Entdeckung ist nach wie vor ein interessantes Herstellungsverfahren für moderne Designer. Designer wie Charles und Ray Eames haben 100 Jahre später- von Thonet inspiriert - mit Biegetechniken experimentiert und ihre Sperrholzmöbel entworfen. Michael Thonets zweiter wichtiger Beitrag zur Entwicklung des Möbeldesigns war der modulare Aufbau der Stühle. Dadurch konnten kaputte oder verschlissene Teile einfach ersetzt werden. Dies hieß aber auch, dass die Stühle unmontiert versendet und so Kosten gespart werden konnten, womit wiederum der Weg geebnet wurde für die globale Expansion der Firma und seiner Möbel. Michael Thonet kann also durchaus als Vater der modernen industriellen Möbelproduktion und automatisierten Verarbeitung bezeichnet werden.
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