Passagen Köln 2015: A&W Designer of the Year 2015 – Michele De Lucchi. Die Ausstellung.

28. Januar 2015

Normalerweise scheuen wir uns ja eher vor “Designer of the Year”-Preisverleihungen. Die Auszeichnung des “Designer of the Year” durch das deutsche Architektur- und Designmagazin A&W gehört allerdings immer zu den Höhepunkten auf dem Passagen Designfestival in Köln.

Das hängt damit zusammen, dass der Wettbewerb immer in einer kompakten und dennoch informativen Ausstellung des jeweiligen Künstlers mündet. In einer Ausstellung, die vielleicht nie wirklich unabhängig oder kritisch ist, aber immer einen zugänglichen Überblick über die Arbeit des jeweiligen Designers bietet.

Nach Patricia Urquiola im Jahr 2012, Ronan & Erwan Bouroullec 2013 und Werner Aisslinger 2014 ist in diesem Jahr Michele De Lucchi der A&W Designer of the Year.

Passagen Cologne 2015 A&W Designer of the Year 2015 Michele De Lucchi The Exhibition

A&W Designer of the Year 2015 - Michele De Lucchi. Die Ausstellung

Der 1951 in Ferrara, Italien geborene Michele De Lucchi studierte in Ferrara und Florenz, bevor er 1976 sein erstes Architekturbüro in Florenz eröffnete. Im Jahr 1977 zog De Lucchi nach Mailand um, wo er schnell zu einem der führenden Protagonisten der experimentellen Design- und Architekturszene wurde, die sich dort während der 1980er Jahre entwickelte, und die nach wie vor in verschiedener Hinsicht Mailands Ruf als eines der wichtigsten Architektur- und Designzentren Europas bestimmt.

Seit Beginn seiner Karriere arbeitete Michele De Lucchi stets sowohl als Architekt als auch als Designer und definierte sich nie als nur eines von beidem. In dem Sinne wurde laut Michele De Lucchi auch die Ausstellung in Köln konzipiert, “… um zu zeigen, dass Design und Architektur gar nicht so weit voneinander entfernt sind und dass die Inspiration für beides derselben Quelle entstammt.”

So umfasst die Kölner Ausstellung eine Mischung aus neueren Architekturprojekten, wie der Friedensbrücke in Tiflis, Georgien, der Jakobskapelle in Fischbachau, Bayern, dem Il Tronco Bürogebäude in Pforzheim und den sogenannten Pavillon Zero, der momentan in Mailand für die bevorstehende Expo 2015 gebaut wird; außerdem Designprojekte, wie beispielsweise den Bisonte Stuhl für De Lucchis eigene Marke Produzione Privata und die Lampe Tolomeo Tavolo für Artemide.

Jedes Projekt wird von einem kurzen Text von De Lucchi begleitet, in dem De Lucchi etwas zum Hintergrund und zum Konzept des Projekts sagt. So hat der Besucher nicht nur die Möglichkeit die jeweilige Entstehung nachzuvollziehen, sondern bekommt auch einen Eindruck von der Gedankenwelt eines der einflussreichsten Architekten, Designer und Theoretiker seiner Zeit.

Die Ausstellung vermittelt den Besuchern aber nicht automatisch, wie einflussreich und bedeutend De Lucchi ist; in dieser Hinsicht ist die Ausstellung recht bescheiden und diskret und konzentriert sich wirklich auf die Projekte und ihre Ursprünge. Auf Olivetti oder die Memphis Group, wohl zwei der wichtigsten Stationen in De Lucchis Werdegang und maßgebliche Einflussfakturen für seinen heutigen Ruf, geht die Ausstellung beispielsweise wenig bis gar nicht ein.

Michele De Lucchi begann seine Arbeit bei Olivetti im Jahr 1979. Damals war das Unternehmen eines der führenden und innovativsten in Sachen angewandtes Design bei Corporate Identity und Produktentwicklung.

1980 gehörte De Lucchi dann zu den Mitbegründern des “postmodernen” Architektur- und Designkollektivs Memphis Group, das Vorstellungen von der Beziehung zwischen Form und Funktion dekonstruieren und unser konventionelles Ästhetikverständnis in Frage stellen wollte. Genauer gesagt hieß das auch, ein Ästhetikverständnis in Frage zu stellen, das von Firmen wie Olivetti manifestiert wurde.

Ein Widerspruch? “Nein.”, antwortet Michele De Lucchi selbstbewusst. “Ich hatte, denke ich, großes Glück, denn durch die Arbeit mit Olivetti hatte ich die Freiheit, Memphis zu entwickeln und die nötige Erfahrung, um zu verstehen, dass es beim Design nicht nur um die professionelle Arbeit mit der Industrie geht, sondern auch um eine Verbindung zur Kunst und zu kulturellen Entwicklungen.”

Aber hat De Lucchi den Eindruck, dass man diese künstlerischen, auf kulturelle Entwicklungen bezogenen Elemente versteht, dass man sich an sie erinnert? Oder sehen die meisten nur die meist asymmetrischen Objekte mit ihren leuchtenden Farben?

“Ich glaube, Memphis wird heute eher als ein Stil wahrgenommen,” antwortet De Lucchi, “aber zu dieser Zeit ging es uns nicht darum einen Stil zu kreieren, sondern darum Mauern zu durchbrechen und unsere Vorstellung zu befreien, um neue Möglichkeiten offenzulegen.”

Das bedeutet also, dass für sie Memphis eher eine Philosophie als ein Stil war? – “Design benötigt immer ein starkes philosophisches Fundament.”

Passagen Cologne 2015 A&W Designer of the Year 2015 Michele De Lucchi The Exhibition Tolomeo Tavolo lamp for Artemide

Ein Prototyp der Tolomeo Tavolo von Michele De Lucchi

Neben allem, was Michele De Lucchi Großes erreicht hat, gehört für uns auch eine Begebenheit während der Mailand Triennale 1973 dazu. Dort protestierte De Lucchi, verkleidet als napoleonischer Soldat, ausgestattet mit einem Schild mit den Worten “Generic Designer” und einer Mülltüte mit der Aufschrift “Project”, gegen den endlosen Fluss neuer Produkte, die auf den Markt geworfen werden und um die Designer an ihre ethische und soziale Verantwortung zu erinnern.

Wir fragten ihn, ob er das heute wieder tun würde, oder ob sich die Umstände in den dazwischenliegenden 4 Jahrzehnten dann doch zu sehr geändert hätten.

Als wir darauf zu sprechen kommen, teilt ein breites Grinsen De Lucchis Vollbart, der in mehrfacher Hinsicht sein Markenzeichen geworden ist – “settantatre,” kichert er uns entgegen.

“Ich denke es ist immer noch sehr wichtig sich daran zu erinnern, dass man als Architekt oder Designer nicht nur die Form eines Objektes oder den Grundriss eines Gebäudes entwirft, man “designt” genauso das Verhalten der Menschen, die den Raum oder das Objekt nutzen. Und so sind Architektur und Design tief mit der Gesellschaft verbunden und drehen sich nicht nur ums Geschäft.”

Und mit dieser Einstellung gehört Michele De Lucchi zu den Designern, die an jedem Tag der Woche einen Preis verdient haben.

Die “A&W Designer of the Year 2015″-Ausstellung von und mit Michele De Lucchi ist im Kölnischen Kunstverein, Hahnenstraße 6, 50667 Köln bis Sonntag, den 25. Januar zu sehen.

Einige Eindrücke davon gibt es bereits hier:

smow Blog kompakt IMM Cologne Spezial: Pure Talents Contest 2015

26. Januar 2015

Vermutlich aus Gründen der Markenkonformität hat sich der German Design Council’s D3 Design Talent Contest für junge Designer in Pure Talents Contest umbenannt – ein Name, der ihn mit der sehr erfolgreichen Pure-Sparte (Pure Village, Pure Editions, Pure Startup) verbindet, die vor einigen Jahren auf der Kölner Möbelmesse eingeführt wurde und auch eine nette Verbindung zu den generell eher zeitgemäßen Herstellern der Pure-Sparte und den generell eher zeitgemäßen jungen Designern im Wettbewerb herstellt.

Was gleich geblieben ist, ist der vielseitige Mix von für den Preis nominierten Projekten, die von konventionell bis experimentell und von pragmatisch bis konzeptionell reichen; und dass alle nominierten Projekte in einer Ausstellung auf der IMM Cologne gezeigt werden.

Der erste Preis und damit vermutlich das Recht, sich ein “Pure Talent” nennen zu dürfen, ging in diesem Jahr an den Bremer Moritz Putzier für sein Kochtisch-Projekt, eine Art Esstisch mit Kochstation mit sozialer Anlaufstelle. Also ein Konzept genauso wie ein sehr gut durchdachtes Objekt.

Der zweite Preis ging an Sara Mellone für ihr sehr intelligentes und vielversprechendes modulares Regalsystem UDO und der dritte Preis an FROM Industrial Design a.k.a Manuel Amaral Netto, Cesare Bizzotto & Tobias Nitsche für ihre Tischleuchte aus Porzellan Abyss.

Glückwunsch an alle!

Und natürlich auch alle Nominierten!

Ein paar Eindrücke von der Ausstellung zum Pure Talents Contest 2015 gibt’s hier:

Passagen Köln 2015: Zu Tisch bei smow Köln – Asco Tische

23. Januar 2015

Nach dem Erfolg von smow Kölns “Passagen Design Week”-Debüt 2014 mit der USM Haller Ausstellung “Facetten” findet 2015 eine Ausstellung mit Tischen von dem deutschen Hersteller Asco statt.

1998 mit dem Ziel gegründet, Tische zu entwickeln, die eine zeitlose Eleganz ausstrahlen, kombiniert die Asco Kollektion Tischplatten aus Massivholz mit Untergestellen aus Holz, Metall oder Beton, um Objekte zu schaffen, die so wohnlich wie rustikal und individuell wie universell einsetzbar sind. Dabei integrieren die ästhetisch ansprechenden Tische nicht selten auch eine praktische Komponente, wie einen Auszugsmechanismus für all die Gelegenheiten, bei denen noch “ein paar” mehr Gäste auftauchen.

Neben der Entwicklung eigener Designs im Haus, arbeitet Asco auch mit einer Liste externer Designer einschließlich Jan-Dirk Sinning, Studio Vertijet und dem Kölner Studio Kaschkasch a.k.a. Florian Kallus und Sebastian Schneider zusammen, wodurch ein kontinuierlicher Strom frischer Ideen und neuer Perspektiven in den Kreativprozess des Unternehmens fließt.

Und während das Holz für die Asco Tische globaler Herkunft ist, werden alle Tische per Hand in der firmeneigenen Werkstatt in Rheda-Wiedenbrück nahe Dortmund gebaut, um so die individuellen Designs von Asco mit der Qualität, für die das deutsche Handwerk steht, zu fundieren.

“Zu Tisch bei smow Köln” kann noch bis 5. Februar im Kölner smow Showroom am Waidmarkt 11, 5067 Köln gesehen werden.

Und für alle, die das nicht schaffen, hier ein paar Eindrücke:

smow Blog kompakt: 100 Jahre Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

20. Januar 2015

Wie jeder weiß, wurde Deutschlands wichtigster Beitrag zur Lehre in den Bereichen Kunst, Architektur und Design im April 1919 in Weimar gegründet. Drei oder vier Jahre bevor allerdings Walter Gropius seine ersten Studenten am Bauhaus begrüßen konnte, wurde bereits eine andere Lehranstalt gegründet, eine Institution, die ähnlich wie das Bauhaus einen neuen, modernen Ansatz in der Lehre von Kunst, Design und Architektur verfolgte. Die im Gegensatz zum Bauhaus aber auch eine Institution ist, an der heute immer noch unterrichtet und geforscht wird, an der noch immer Grenzen ausgelotet und talentierte Designer und Künstler ausgebildet werden.

Die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle entstand aus der städtischen Gewerblichen Zeichen- und Handwerkerschule und verdankt ihre Entstehung der Ernennung des Architekten Paul Thiersch zum Direktor 1915. Der Spross einer prominenten Architekten- und Künstlerdynastie wurde 1879 in München geboren. Nach dem Abschluss seiner Studien in Basel und München nahm Thiersch Positionen als Büroleiter bei Peter Behrens in Düsseldorf und anschließend bei Bruno Paul in Berlin ein, und kam so in Kontakt mit zwei der einflussreichsten Architekten jener Zeit und zwei Hauptvertretern der deutschen “Arts and Crafts”-Bewegung.

Als Mitglied des Deutschen Werkbundes entwickelte Paul Thiersch die Lehre in Halle nach den progressiven Prinzipien des Werkbundes. Dazu gehörte auch der Fokus des Werkbundes auf eine harmonische Verbindung von moderner, industrieller Produktion und traditionellem Handwerk. Um Handwerk und Kunst aus ihrer bisher genrespezifischen Verankerung zu lösen, stellte Thiersch ein facettenreiches, allumfassendes Lehrprogramm vor, das so unterschiedliche Kurse wie Malerei, Bildhauerei, Architektur, Textilverarbeitung, Fotografie, Keramik, Buchdesign und Tanz beinhaltete. Zu dieser Zeit war das eine wirklich revolutionäre Herangehensweise an die Lehre von Design, Kunst und Architektur. Dieser Ansatz wurde beispielsweise 1927 besonders anerkannt, als eine Gruppe von Studenten der Burg Giebichenstein unter der Leitung Paul Thierschs von Mies van der Rohe gebeten wurde, die Innengestaltung von Peter Behrens’ Wohnungen bei der Ausstellung der Weißenhofsiedlung in Stuttgart zu übernehmen.

Wie bei allen hundert Jahre alten Institutionen im Nordosten Deutschlands ist auch die Geschichte der Burg Giebichenstein bestimmt von sich abwechselnden Diktaturen: Unter den Nazis waren viele der prominentesten Lehrkräfte gezwungen, die Schule zu verlassen und der Lehrplan wurde größtenteils unter staatliche Kontrolle gestellt. Unter später, unter dem DDR-Regime, mussten wieder Lehrkräfte die Schule verlassen und der Lehrplan stand erneut weitestgehend unter staatlicher Kontrolle.

Neben solchen Beschränkungen hat es die Burg Giebichenstein allerdings geschafft, ihren Ruf für exzellentes Lehrpersonal, für anspruchsvolle Kurse und für hochqualifizierte Absolventen zu behalten und zählt zumindest für uns, wie wir schon kürzlich festgestellt haben, zu den interessanteren Designschulen in Deutschland.

Die erste Veranstaltung im Rahmen der Feiern zum hundertsten Geburtstag der Burg Giebichenstein ist und war die Ausstellung “The Power of Making”, die bis 1. Februar im Wasserschloss Klaffenbach in Chemnitz zu sehen ist. Während der kommenden zwölf Monate ist ein umfangreiches Programm geplant, das mit der Ausstellung der besten 100 Burg Giebichenstein Poster in den eigenen Ausstellungsräumen in Halle beginnt und beispielsweise mit einer Untersuchung der Entwicklung des Buch-, Textil- und Keramik-Designs an der Burg Giebichenstein fortgesetzt wird. Hinzu kommen verschiedene Symposien und, vielleicht am beeindruckendsten, eine Ausstellung mit Werken von Architekten, Künstlern, Designern, Webern, Töpfern und allen, die während der vergangenen 100 Jahre an der Burg Giebichenstein gelehrt haben.

Alle Details werden (eines Tages) auf http://100.burg-halle.de zu finden sein.

Burg Giebichenstein Halle

Wie ein weiser Mann einst sagte: Design ist eine Art zu denken und keine Profession. Das stellen die Studenten und Professoren der Burg Giebichenstein Halle immer wieder unter Beweis. So auch mit diesem Türhalter von 2011 ...

Grassi Museum Leipzig: Vornehmste Tischlerarbeiten aus Leipzig: F.G. Hoffmann, Hoftischler und Unternehmer im Grassi Museum für Angewandte Kunst zu Leipzig

18. Januar 2015

Während weitgehend bekannt ist, dass Leipzig aktuell zu den wichtigsten europäischen Zentren in Sachen Online-Einzelhandel für Designermöbel zählt, wissen die wenigsten, dass die Stadt schon immer ein wichtiges europäisches Zentrum für innovative Ansätze im Bereich Handel mit zeitgenössischem Mobiliar war.

Die Ausstellung “F. G. Hoffmann – Hoftischler und Unternehmer im Grassi Museum für Angewandte Kunst zu Leipzig” hat sich zum Ziel gesetzt, diese Wissenslücke zu schließen.

Grassi Museum Leipzig Exclusive Carpentry Works From Leipzig F G Hoffmann Court Carpenter and Entrepreneur

Grassi Museum Leipzig Vornehmste Tischlerarbeiten aus Leipzig: F. G. Hoffmann, Hoftischler und Unternehmer im Grassi Museum für Angewandte Kunst zu Leipzig

Friedrich Gottlob Hoffmann, geboren 1741 auf dem Anwesen Puschwitz Manor in Sachsen, begann seine Tischlerausbildung in dem Dorf Belgern, bevor ihn 1758 der siebenjährige Krieg zum Umzug nach Leipzig zwang. Dort eröffnete Gottlob Hoffmann nach dem Abschluss seiner Ausbildung im Jahr 1770 eine eigene Werkstatt. Der anfänglich magere Erfolg verbesserte sich, nachdem sich Gottlob Hoffmann mit dem Leipziger Kunsthändler Carl Christian Heinrich Rost zusammentat. In seinem Geschäft in Leipzigs Auerbachhof verkaufte Rost Keramiken, Grafiken, Statuen und Möbel an die obersten Ränge der Leipziger Gesellschaft Sachsens und auch darüber hinaus. Im Jahr 1783 erhielt F. G. Hoffmann seinen ersten Auftrag von Carl Christian Heinrich Rost. Daraufhin entwickelten sich Hoffmanns Möbel ziemlich schnell zum wichtigsten Standbein in Rosts Möbelportfolio und die Einkünfte durch Rosts Aufträge wiederum zum wichtigsten Standbein von Hoffmanns Betrieb.

Im Jahr 1788 erhielt Friedrich Gottlob Hoffmann dann ein Darlehen von 1000 Talern vom sächsischen Hof, um seine inzwischen schon gewachsene Firma weiter zu vergrößern. Im selben Jahr veröffentlichte er auch auf der Ostermesse 1789 seinen ersten Verkaufskatalog und brachte damit einen der ersten Verkaufskataloge, die überhaupt jemals veröffentlicht wurden, heraus. Obgleich man Kataloge von Schreinern mit beispielhaften Abbildungen möglicher Anfertigungen zu dieser Zeit in Frankreich und England kannte, war Friedrich Gottlob Hoffmann einer der ersten, der einen Katalog mit Abbildungen gefertigter und lieferbarer Möbel produzierte. In Deutschland war er mit Sicherheit sogar der erste mit einem solchen Verkaufskatalog.

Der in Leder gebundene Katalog mit goldener Prägung zeigte eine “Grundausstattung” von Möbeln aus dem Angebot; zudem konnten die Kunden beispielsweise die Holzart und andere Materialien sämtlicher Knäufe und Griffe auswählen. Dieser Prozess spielte sich über den Postweg ab und ging so ziemlich langsam von Statten, vor allem wenn man bedenkt, dass Hoffmanns Kunden über ganz Europa verteilt waren. In Anbetracht von Hoffmanns Erfolg nahmen seine Kunden die langwierige Kaufabwicklung aber offensichtlich gerne in Kauf. Waren endlich alle Details bezüglich der Materialien und des Preises ausgehandelt, wurden die Stücke geliefert. Stücke aus dem Lagerbestand wurden gleich nach Abwicklung der Formalitäten verschickt und Aufträge innerhalb von drei bis sechs Monaten angefertigt und geliefert. Geliefert wurden die Möbel mit der Pferdekutsche und zwar – wie zu erwarten bei so großen und wertvollen Gegenständen – pünktlich zum vereinbarten Termin. Zudem wurden die Kunden über den genauen Verlauf ihrer Lieferung informiert. Wir nehmen mal an, dass es keine 28 Tage Rückgaberecht gab.

Der Erfolg von Hoffmanns Unternehmen führte zur Publikation eines zweiten Katalogs im Jahr 1795 und brachte Hoffmann regelmäßig Konflikte mit anderen Schreinermeistern aus Sachsen ein; nicht zuletzt wegen der Anzahl von Schreinergesellen, die er angestellt hatte: Im Jahr 1797 beschäftigte Hoffmann beispielsweise 42 Tischler – üblich waren zu dieser Zeit 5. So kann man Friedrich Gottlob Hoffmann eher als einen der ersten kommerziellen Möbelhersteller, denn als einen Tischler, der selbst Möbel anfertigte, bezeichnen.

Friedrich Gottlob Hoffman starb am 24. Januar 1806 in Leipzig und auch wenn seine Witwe die Firma bis zu ihrem Tod 1813 weiterführte, legte sich der Erfolg nach seinem Ableben. So verschwand schließlich eines der erfolgreichsten und innovativsten neoklassizistischen Möbelunternehmen.

Dabei wäre es auch geblieben, hätten nicht der Möbelrestaurator Peter Atzig und der Antiquitätenhändler Michael Sulzbacher mit Unterstützung des Grassi Museums über ein Jahrzehnt lang Forschungen betrieben, die jetzt in der Ausstellung “Vornehmste Tischlereiarbeiten aus Leipzig: F.G. Hoffmann – Hoftischler und Unternehmer” präsentiert werden.

Grassi Museum Leipzig Exclusive Carpentry Works From Leipzig F G Hoffmann Court Carpenter and Entrepreneur

Vornehmste Tischlereiarbeiten aus Leipzig: F.G. Hoffmann - Hoftischler und Unternehmer im Grassi Museum für Angewandte Kunst zu Leipzig

Mit ungefähr 80 Objekten, darunter Tische, Stühle, Schränke und Schreibtische, präsentiert die Ausstellung einerseits die Bandbreite an Möbelgenres, die Hoffmanns Katalog im Angebot hatte, so bekommt man auch einen Eindruck für den Geschmack dieser Zeit, andererseits macht die Ausstellung deutlich, wie Hoffmann seine Kenntnisse einsetzte, um die Möbel so zu entwerfen, dass sie sich – mehr oder weniger – für eine serielle Produktion eigneten. Die Möbel wurden alle handgefertigt, allerdings aber zu großen Teilen auf industrielle Weise, sodass man auf Konstruktionen angewiesen war, die die Herstellungsprozesse vereinfachten.

Was die Möbel und auch Hoffmann als Person so charmant macht, ist, dass viele der Stücke, die Hoffmann entwarf, multifunktional waren. Die oft oberflächlich schlichten Objekte verbergen häufig ein vielfältiges und technisch sehr anspruchsvolles Design in sich. Neben Sekretären und Tischen mit versteckten Schubladen und verborgenen Schränken umfasste Hoffmanns Portfolio beispielsweise verschiedene Badtische, bei denen eine ansonsten schlichte Anrichte aufgeklappt werden konnte, die Waschbecken, Spiegel, Stauraum, oder sogar Bidets offenbarte.

Da natürlich kein Museum und schon gar kein privater Besitzer möchte, dass unzählige Hände an seinen Hofmann Möbeln rumspielen, nutzt das Grassi Museum sehr anschauliche Videos, die die versteckten Funktionen erklären und so auch die eigentliche Seele der Stücke präsentiert. Eine kuratorische Entscheidung, die nicht nur eine schöne Erweiterung der Präsentation mitsichbringt, sondern auch klar macht, wie begrenzt dann doch auch ein gedruckter Katalog sein kann, und wie viel es bringt, wenn dieser Katalog interaktiv erweitert wird, z. B. durch eine Website.

Grassi Museum Leipzig Exclusive Carpentry Works From Leipzig F G Hoffmann Court Carpenter and Entrepreneur

Ein Tisch zum Essen, Zeichnen, Schreiben oder Musizieren. Das würden wir einen multifunktionalen Tisch nennen. (F. G. Hoffmann 1798)

Sieht man mal davon ab, dass seine Firma, sein Name und die Möbel beinahe verschwunden sind, bleibt Friedrich Gottlob Hoffmanns Einfluss bestehen. Vor allem durch das Konzept des Verkaufskatalogs. In den kommenden Generationen halfen Möbelkataloge nämlich Firmen wie Thonet oder Horgenglarus ihren weltweiten Ruhm zu festigen, während der Möbelkatalog in der Kaiserzeit die Verbindung zum Heim herstellte. Heutzutage mag das Internet den gedruckten Katalog zu einem Großteil verdrängt haben, dennoch gibt es ihn nach wie vor und wahrscheinlich wird er auch nie komplett aussterben.

Und auch wenn heute alles etwas schneller ablaufen mag, hat sich grundsätzlich daran, wie man bei Friedrich Gottlob Hoffmann Möbel aus der Ferne bestellte, nichts geändert. Eine Tatsache, die wirklich für Hoffmanns Weitsicht und für seinen geschäftlichen Scharfsinn spricht.

Im Grunde fehlte Hoffmann nur ein Blog, mit dem er Interessierten auf dem neuesten Stand der Möbelindustrie hätte halten können. Und mit dem er natürlich auch Ausstellungen empfehlen hätte können.

“Vornehmste Tischlereiarbeiten aus Leipzig: F.G. Hoffmann – Hoftischler und Unternehmer” ist im Grassi Museum für Angewandte Kunst zu Leipzig, Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig bis Sonntag, den 12. April 2015, zu sehen.

smow Blog kompakt: IMM Cologne und Passagen 2015 Spezial Vorschau

16. Januar 2015

Gegen Ende des Jahres 2014 grübelten wir darüber, ob es nicht vielleicht ein passender Zeitpunkt wäre, sich still und leise aus der Hochleistungswelt der Designblogs zurückzuziehen, um unser Glück woanders zu suchen und ein ruhigeres, sesshafteres Leben anzupeilen.

Die Melancholie dieser späten Dezembertage klingt noch etwas nach. Nun steht uns allerdings die internationale Einrichtungsmesse IMM Cologne und das Kölner Designfestival Passagen bevor und wir sind gezwungen, uns den Verlockungen zu ergeben.

So wie sich Joshua Kadison einst Moses schnappte und wirklich schnell nach Las Vegas fuhr und dort Jesse und das Leben, von dem er immer träumte, fand, so steigen wir auch in diesem Jahr wieder in den Expresszug nach Köln. Selbst wenn das bedeutet, mit betrunkenen Männern mittleren Alters und als Clowns verkleideten Frauen, die über schlechte Witze lachen, in der U-Bahn sitzen zu müssen …

Glücklicherweise sind Karnevalisten und ihresgleichen vom Kölner Messekomplex ausgeschlossen und wir können innerhalb der Stahlmauern der IMM Cologne 2015 entspannen und die versprochenen neuen Produkte von Herstellern wie Thonet, Pulpo, Richard Lampert und Müller Möbelfabrikation entdecken. Das sind allesamt Firmen, die zu unserer großen Freude, die IMM Cologne nutzen, um neue Projekte vorzustellen und nicht auf das sinnlose Kaffeekränzchen in Mailand warten.

Abgesehen von den kommerziellen Möbelproduzenten freuen wir uns insbesondere auf die Nominierten des “Pure Talents”-Wettbewerbs für junge Designer und auf die sogenannte “Prototypische Parade” mit Stuhldesignkonzepten von Studenten, die von Axel Kufus und Jörg Höltje von der Universität der Künste Berlin kuratiert wird – und die bestimmt zu einem der echten Highlights auf der IMM Cologne 2015 wird.

Allerdings werden wir uns auch außerhalb der IMM-Sicherheit bewegen müssen, weil inmitten der umher streunenden Clownsmützen das Passagen Designfestival 2015 einige weitere Höhepunkte verspricht. Das Belgische Haus beispielsweise zeigt nach der Ausstellung aus dem vergangenen Jahr mit neuen Arbeiten von Atelier Bonk und Cas Moor eine Ausstellung mit Arbeiten von ungefähr zwei Dutzend in Brüssel ansässigen Designstudios, das Museum für Angewandte Kunst MAKK präsentiert “System Design”, eine Untersuchung von Systemen im Design, während Ungers Archiv für Architekturwissenschaften die “Tools for Life”-Kollektion von OMA für Knoll empfangen wird. Zumindest zwei Objekte aus der Kollektion, namentlich der Kaffeetisch und der Tresen, leider aber nicht der niedrige Stuhl, der – wir werden nicht aufhören das zu wiederholen – wirklich der Höhepunkt der Kollektion ist. Und das obwohl es sich dabei um einen Stuhl ohne Beine handelt …

Ansonsten sind wir sehr gespannt auf die Ausstellung “Reich der Hypernova” mit und vom selbsternannten Bunker Kollektiv. Danach wird es mit Max Borkas Projekt “The Mapping Toolbox” weitergehen und im Anschluss sehen wir uns “Objects in Between” an, die dritte Ausstellung vom Kollektiv hinter “Objects for the Neighbour” von 2013 und “Objects and the Factory” von 2014. Und in diesem Jahr versprechen wir auch einige bescheidene Fotos von der Ausstellung zu machen.

Ihr könnt unseren Gang durch und unseren Gedanken zur IMM Cologne und den Passagen 2015 hier im smow Designblog, auf smow Facebook und smowblog Pinterest folgen.

imm cologne

IMM Cologne und Passagen Köln 2015

5 Neue Designausstellungen im Januar 2015

07. Januar 2015

Vor keinem anderen Monat haben wir mehr Angst als vor dem Januar. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn es nicht Brauch zu sein schiene, dass alljährlich mehr Veranstaltungen im Januar stattfinden. Würden es doch zumindest gleichviel bleiben, wären wir eigentlich ganz zufrieden, aber nein …

Doch als Trost haben wir so 5 besonders vielversprechende neue Design- und Architekturausstellungen für den Januar 2015 für euch gefunden:

“System Design. Über 100 Jahre Chaos im Alltag” im Museum für Angewandte Kunst Köln

Wie jedes gewissenhafte Schulmädchen und jeder gewissenhafte Schuljunge weiß, besteht unsere Welt aus einer Sammlung genauestens geplanter, ausbalancierter und miteinander verbundener Systeme.

Zerstört man die Systeme, bricht unsere Welt auseinander. 

Daher ist es auch keine große Überraschung, dass einige der wichtigsten und tatsächlich auch populärsten Objekte in der Geschichte des Designs Systeme waren. Mit seiner große Winter- und Frühlingsausstellung verspricht das Museum für Angewandte Kunst Köln, MAKK, einen genaueren Blick auf die Rolle und Bedeutung von Systemen im Design zu werfen, das heißt also auf Designsysteme, die beispielsweise durch Arbeiten von Peter Behrens, Egon Eiermann, Verner Panton, Oswald Mathias Ungers oder Ronan und Erwan Bouroullec veranschaulicht werden. Tatsächlich ist der einzige, den man in der Liste von Designern vermisst, Fritz Haller, ein Mann, der sehr “systematisch” lebte. Andererseits wurde Fritz Haller auch schon im Kontext der MAAK-Ausstellung “From Aalto to Zumthor. Furniture by Architects” im Jahr 2012 übersehen. Insofern könnte man zu dem Schluss kommen, dass das MAKK eben einfach so seine Probleme mit Fritz Haller bzw. USM hat.

“System Design. Über 100 Jahre Chaos im Alltag” ist vom 30. Januar bis 7. Juni im Museum für Angewandte Kunst, An der Rechtschule, 50667 Köln zu sehen.

Milan Design Week 2013 Workbay Office by Ronan and Erwan Bouroullec for Vitra

Workbay Office von Ronan and Erwan Bouroullec für Vitra. Zeitgenössisches Systemdenken für moderne Büroräume

“Noguchi as Photographer: The Jantar Mantars of Northern India” im The Noguchi Museum, New York, USA

Isamu Noguchi ist ohne Frage eine der interessanteren Persönlichkeiten im amerikanischen Möbeldesign der Mitte des 20. Jahrhunderts. Das hat den einfachen Grund, dass er eben gerade nicht in diese Zeit passt. Er war Künstler, Bildhauer, Ästhet … und ein Kumpel von George Nelson. So talentiert Noguchi als Designer auch war, und so sehr wir seine Akari Lichtskulpturen und sein Freeform Sofa verehren, denken wir doch, dass es wichtig ist, den Fokus eher auf Noguchis künstlerische Arbeit als auf seine Designs zu legen, weil man dort seinem ganz besonderen Geist am nächsten kommt. Im Jahr 1949 wurde Noguchi mit der Mitgliedschaft der Bollinger Stiftung ausgezeichnet. Er nutzte das damit verbundene Stipendiumsgeld, um durch Europa, Indien und Asien zu reisen und dort Heiligtümer und den Umgang der regionalen Bevölkerung mit diesen zu erforschen. Aus den Fotografien, die Isamu Noguchi auf diesen Reisen machte, präsentiert das Noguchi Museum eine Ausstellung, die den sogenannten Jantar Mantars gewidmet ist. Dabei handelt es sich um eine Reihe von Sternwarten in Delhi und Jaipur aus dem 18. Jahrhundert. Die Fotografie mag keine zentrale Rolle in Noguchis künstlerischem Schaffen gespielt haben, jedoch erkennt man durch seine Fotografien, wie Noguchi die Welt und seinen Platz in ihr sah und verstand.

“Noguchi as Photographer: The Jantar Mantars of Northern India” wird am Donnerstag, den 8. Januar, im The Noguchi Museum, 9-01 33. Straße (am Vernon Boulevard), Long Island City, NY 111 eröffnet und ist dort bis Sonntag, den 31. Mai, zu sehen.

Noguchi as Photographer: The Jantar Mantars of Northern India

Noguchi as Photographer: The Jantar Mantars of Northern India (Foto © und mit freundlicher Genehmigung der Isamu Noguchi Foundation and Garden Museum.)

“Sustainable Shelter: Dwelling Within the Forces of Nature” im Museum of Design Atlanta, USA

Langsam aber sicher entwickelt sich das Museum of Design Atlanta, MODA, zu einem unserer Lieblingsmuseen, auch wenn wir es nie besucht und so gut wie gar nichts über das Museum wissen. Nach der Ausstellung “Design for Social Impact” in diesem Jahr, zeigt das MODA “Sustainable Shelter”, eine Ausstellung, die von Menschen und Tieren entwickelte Techniken untersucht, mittels welcher Behausungen in extremen Umgebungen gebaut werden können. Dabei wird auch die dazugehörige Energie- und Rohstoffbalance einbezogen. So liefert die Ausstellung Vorschläge für effizientere ressourcenschonende Konstruktionen, also für eine lebendige Zukunft.

Und wie immer bei den MODA Ausstellungen, ist das alles, was wir darüber wissen. Doch wir finden, das hört sich nach einer Ausstellung an, die einen Besuch wert ist.

“Sustainable Shelter: Dwelling Within the Forces of Nature” ist vom 18. Januar bis 5. April im Museum of Design Atlanta, 1315 Peach Tree Street, Atlanta, GA 30309 zu sehen.

Sustainable Shelter Dwelling Within the Forces of Nature

Sustainable Shelter Dwelling Within the Forces of Nature (Foto mit freundlicher Genehmigung des Museum of Design Atlanta)

“Design from the Country of The Potato Eaters – designers meet van Gogh” im Het Noordbrabants Museum, ’s-Hertogenbosch, Niederlande

Der Titel hat uns natürlich sofort angesprochen. Hinzu kam die Chance über den Ort ‘s-Hertogenbosch zu schreiben – die einzig uns bekannte Stadt, deren Name mit Interpunktion beginnt. Eine grammatische Vorliebe von der wir glauben, dass sie heutzutage viel zu wenig Anwendung findet.

Zufällig erscheint es auch sehr leicht, die Ausstellung “Design from the Country of  Potato Eaters” zu empfehlen. Organisiert wurde sie im Kontext der einjährigen niederlandeweiten Feier zum 125. Todestag Vincent van Goghs. “Design from the Country of Potato Eaters” hat seinen Titel von van Goghs gleichnamigen Gemälde “Die Kartoffelesser” aus dem Jahr 1885 und verspricht Designs zu zeigen, die sich mit drei zentralen Eigenheiten von van Goghs Oeuvre auseinandersetzten, das heißt mit dem einfachen Leben, dem Ackerland und der Natur. Die vom Eindhovener Designstudio Yksi Ontwerp kuratierte Ausstellung will zudem neben Arbeiten von etablierten dänischen Designern, wie Piet Hein Eek, Maarten Baas und Studio Job auch Arbeiten jüngerer Talente vorstellen. 

“Design from the Country of Potato Eaters – designers meet van Goghs” ist ab Samstag, den 24. Januar, im Het Noordbrabants Museum, Verwersstraat 41, ’s-Hertogenbosch zu sehen und läuft bis 26. April.

Erik Klarenbeek Veiled Lady Mycelium Project

Veiled Lady von Erik Klarenbeek (Foto © Benjamin Orgis, mit freundlicher Genehmigung des Het Noordbrabants Museums)

“Postmodernism 1980-1995″ im Designmuseum Helsinki, Finnland

Mit der großen Winter-/Frühjahrausstellung verspricht das Designmuseum Helsinki eine Untersuchung der Postmoderne aus finnischer Perspektive: einer Perspektive, die – da sind wir uns sicher – für die meisten Besucher neu sein wird. Sie ist es auf jeden Fall für uns. Mit einem Fokus nicht nur auf Design, sondern auch auf Architektur, Kunst, und auf dem, was die Kuratoren “popular culture” nennen, hat sich die Ausstellung vorgenommen, nicht nur die Entwicklung und den Einfluss der Postmoderne in und auf Finnland zu untersuchen, sondern auch die politischen und sozialen Umstände der 1980er und 1990er Jahre mit den heutigen zu vergleichen. So soll untersucht werden, inwiefern zeitgenössische Bewegungen und Philosophien der Kunst mit der Postmoderne zusammenhängen.

Neben Arbeiten finnischer Talente, wie Stefan Lindfors, Leena Luostarinen oder Vesa Varrela, zeigt die Ausstellung auch Beiträge internationaler Designer, wie beispielsweise Aldo Rossi oder Philippe Starck.

“Postmoderne 1980-1995″ ist zwischen dem 30. Januar und 17. Mai im Designmuseum, Korkeavuorenkatu 23, 00130 Helsinki zu sehen.

Postmodernism 1980-1995 Designmuseo Helsinki Jouko Jarvisalo

Postmoderne 1980-1995 im Designmuseum Helsinki. Unter anderem mit diesem Stuhl von Jouko Järvisalo (Foto mit freundlicher Genehmigung des Designmuseums Helsinki)

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: Dezember

04. Januar 2015

Mit jedem weiteren Mitfahrer in der Bahn, der akute Symptome eines übermäßigen Konsums billigen Glühweins zeigte, wurden wir uns des Dezembers mehr bewusst – und damit dem nahenden Ende eines der besseren Jahre für den smow Blog.

Obwohl man dazu sagen muss, dass 2014 auch eines der Jahre war, in denen man ins Überlegen kommt, ob es nicht an der Zeit ist, die Reisesocken an den Nagel zu hängen und sich nach einer etwas ruhigeren, sesshaften Existenz umzusehen. Der Moment dafür war sicher der richtige, aber wäre es die Entscheidung auch gewesen? Wir haben ja noch ein paar Tage, um es uns zu überlegen …

So lange schwelgen wir noch in Erinnerungen an ein ereignisreiches Jahr, das seinen würdevollen Abschluss in dem smow Adventskalender mit täglichen Angeboten zu Designklassikern wie von Vitra, Thonet, Fritz Hansen und Tecnolumen – sowie einem Elefanten namens Eames – fand.

vitra eames elephant

Eames Elephant von Charles & Ray Eames für Vitra

thonet s-1520

Thonet Garderobe S 1520

tecnolumen wg 24

WG 24 von Wilhelm Wagenfeld über Tecnolumen

vitra dsw

DSW von Charles & Ray Eames über Vitra

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: November

03. Januar 2015

So gut wie die Qualität der neuen Produkte war, die wir auf unserer Herbsttour gesehen haben, ging es im November weiter. Tatsächlich lief es so gut, dass wir erst an einem nasskalten Freitag in Chemnitz, bei der Eröffnung der Ausstellung “Andy Warhol – Death and Disaster” in den Kunstsammlungen Chemnitz, realisierten, dass überhaupt schon November ist.

Andy Warhol Death and Disaster Kunstsammlungen Chemnitz Sixteen Jackies White Disaster II

Sixteen Jackies und White Disaster II von Andy Warhol, gesehen bei Andy Warhol - Death and Disaster, Kunstsammlungen Chemnitz

Dutch Design Week 2014 Dutch Invertuals Cohesion

Dutch Design Week 2014: Dutch Invertuals - Cohesion

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: Oktober

02. Januar 2015

Im Oktober ging es weiter über Budapest nach Berlin, wo wir u.a. die Ausstellung “Sensing the Future: László Moholy-Nagy, die Medien und die Künste” im Bauhaus Archiv Berlin genossen, und schließlich nach Köln, wo die Orgatec Büromöbelmesse stattfand und zur Ausstellung “Der entfesselte Blick – Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur” im Marta Herford.

Der entfesselte Blick Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur Marta Herford

House with a Lamellar Construction, 1931, von Bodo Rasch, gesehen bei Der entfesselte Blick – Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur, Marta Herford

Orgatec Cologne 2014 Vitra Konstantin Grcic Allstar office chair Hack table

Allstar Bürostuhl und Hack Tisch von Konstantin Grcic für Vitra, gesehen auf der Orgatec Köln 2014

Sensing the Future Lászlo Moholy-Nagy die Medien und die Künste at Bauhaus Archiv Berlin

Sensing the Future: László Moholy-Nagy, die Medien und die Künste im Bauhaus Archiv Berlin