smow Designblog


Der 3316 Easy Chair von Arne Jacobsen alias „Das Ei“ ist nicht nur eines der bekanntesten Werke Jacobsens, sondern auch einer der populärsten Vertreter sowohl des Loungesessels als auch des Möbeldesigns der Nachkriegszeit. Doch ähnlich wie das Osterei ist auch das Jacobsen-Ei ein Objekt, das aufgrund seiner einfachen, einladenden und reizvollen Form dazu neigt, die viel komplexeren, interessanten und lehrreichen Hintergründe seiner Herkunft und Provenienz zu verbergen. Und so nehmen wir Sie in einem Jahr, in dem so manche Ostereiersuche zwangsläufig ortsgebunden stattfinden wird, mit auf eine internationale Suche nach der Geschichte von Arne Jacobsens Ei.

easter egg arne jacobsen fritz hansen


Aus allseits bekannten Gründen fiel in diesem Jahr nicht nur die internationale Möbel- und Einrichtungsmesse imm cologne aus, die für Mitte Januar 2021 geplant war, sondern auch die Passagen Interior Design Week Köln. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass Mitte Januar nicht trotzdem frisches zeitgenössisches Design in Köln zu finden war. In einer offline realisierten und online präsentierten Ausstellung stellte die Assemblage Generation Köln die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit mit der Glashütte CIAV Meisenthal vor. Eine virtuelle Ausstellung und ein Projekt zum Anfassen, das nun in einem kurzen Film erkundet werden kann.

Generation Köln x CIAV Meisenthal


Zu den wichtigsten Werkzeugen, die dem Team vom smow Blog zur Verfügung stehen, gehört ohne Frage unser Exemplar der Historia Supellexalis, eine der ältesten und umfangreichsten Enzyklopädien über Möbel und Beleuchtung. Darüber hinaus handelt es sich auch um eine der seltensten: Ihre außergewöhnliche Länge macht diese Enzyklopädie nämlich für Verlage unattraktiv, es stehen der Welt deshalb nur eine Handvoll Ausgaben der Historia Supellexalis zur Verfügung. Von diesen Ausgaben nimmt man an, dass sie von der Autorin des Werkes, einer Person namens Nessoz, über die wenig bekannt ist, selbst kopiert wurden.

Auch wenn nicht mehr klar ist wann, wie, warum und wieso wir eine Ausgabe der Historia Supellexalis besitzen, die Antworten auf diese Fragen sind in den unendlichen Tiefen des smow Blog Archivs verloren gegangen, sind wir doch auch heute noch dankbar, dass wir sie erhalten haben, bildet die Enzyklopädie doch die Grundlage unseres Blogs.

Vor zehn Jahren beauftragte das Google-Imperium seine Bot-Armee, die Historia Supellexalis zu scannen. Ein selbstloser Akt, dessen Ausmaß von Google stark unterschätzt wurde und dessen Abschluss sich daher immer weiter in eine ungewisse Zukunft verschiebt.

Diese Situation ist in dem Maße unbefriedigend, wie die Historia Supellexalis wichtig ist, und deshalb haben wir uns vorgenommen, das Problem zu beheben.

Uns fehlen die Ressourcen, um euch das ganze Buch in einem Zug oder gar in einer einzigen Ausgabe zu liefern. Wir können und werden jedoch ausgewählte Einträge aus der Historia Supellexalis veröffentlichen, bis schließlich das gesamte Werk für alle frei zugänglich sein wird.

Und wir beginnen mit A für Artemide.

artemide design


„Inwieweit können wir Maschinen Design anvertrauen?“ Diese Frage stellte der amerikanische Architekt Louis I. Kahn im Rahmen der Konferenz „Computer Graphics in Architecture and Design“ im Jahr 1968.

Seiner Meinung nach ließen sich nur sehr wenige Aufgaben von Maschinen übernehmen: „Die Maschine kann ein Maß kommunizieren, sie kann aber nicht erschaffen, nicht beurteilen und nicht entwerfen. Diese Aufgaben gehören zum Geist“.1

Wie sieht es heute aus?

Mit der Ausstellung „Die Architekturmaschine. Die Rolle des Computers in der Architektur“ erforscht das Architekturmuseum der TU München die Geschichte des Computers in der Architektur, bzw. die Geschichte der Architektur im Computer. Die Ausstellung geht der Frage nach, ob der Computer im Verlauf dieser Geschichte begonnen hat, die Architektur zu beherrschen, oder ob es der Architektur gelungen ist, die Oberhand zu behalten.

Imaginary Architecture by Otto Beckmann (l) and Plotter Drawings by Günter Günschel (r), as seen at The Architecture Machine. The Role of Computers in Architecture, the Architekturmuseum der TU München


Neben dem chinesischen und dem koreanischen Neujahrsfest ist der Valentinstag wohl eines der beliebtesten Feste im Februar. Der heilige Valentin ist bekanntlich der Schutzpatron der Liebenden. Weniger bekannt, aber ebenso wichtig ist, dass Valentin auch bei der Pest um Hilfe angerufen wird.

Auch wenn Misanthropen und Zynikerinnen an dieser Stelle fragen werden, ob Liebe und Pest nicht Synonyme und deshalb beide eine Plage für die Menschheit sind, könnten wir an diesem 14. Februar auf jeden Fall alle nicht nur ein wenig Liebe, sondern auch eine ordentliche Dosis Seuchenschutz gebrauchen. Anstatt St. Valentin wie üblich durch das Verschenken eilig gekaufter Blumen und Pralinen zu ehren, wäre es doch in diesem Jahr eine gute Idee, wenn wir uns alle darauf einigen, St. Valentin zu feiern, indem wir uns mehr umeinander kümmern, mehr gemeinschaftliche Liebe und weniger Corona-Erreger verbreiten und dem heiligen Valentin so etwas von seiner Last abnehmen?

Der Heilige Valentin bietet nicht nur Schutz für Verliebte und vor der Pest, sondern auch für Reisende, die es heutzutage ja leider nicht mehr gibt. Deshalb machen auch wir bis auf Weiteres mit unseren hybriden Ausstellungsempfehlungen weiter. Im Februar 2021 gehören dazu drei Offline-Ausstellungen in Weil am Rhein, Hamburg und Falkenberg, die zwar höchst wahrscheinlich nicht wie geplant öffnen werden, aber bis dahin gute Impulse für das Selbststudium liefern, sowie zwei Online-Highlights, die man in aller Ruhe zuhause erkunden kann. Das sollte man vielleicht direkt gemeinsam am 14. Februar machen, denn bekanntlich bleiben Paare, die ihre Designkenntnisse  zusammen entwickeln und vertiefen, länger zusammen.

5 (New) Architecture & Design Exhibitions for February 2021


Es geht uns hier nicht um die Situla (lat. „Eimer“) von Gotofredo selbst, sondern um das, was auf dem kleinen, filigran geschnitzten Elfenbeinobjekt aus dem 10. Jahrhundert abgebildet ist: Die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes schreiben ihre Evangelien, wie wir annehmen, an höhenverstellbaren Pulten.

<em>La Situla del vescovo Gotofredo</em> (photo Dominik Matus via commons.wikimedia, CC BY-SA 4.0)


Im Jahr 1977 sagte Ludwig Glaeser, der Kurator des Mies-van-der-Rohe-Archivs am Museum of Modern Art, New York, dass „es sicher mehr als ein Zufall ist, dass Mies van der Rohes Engagement für Möbel- und Ausstellungsdesign im selben Jahr begann wie seine persönliche Beziehung zu Lilly Reich.“1

Diese Aussage hat in vielerlei Hinsicht das Verständnis für die Möbelentwürfe sowohl von Ludwig Mies van der Rohe als auch von Lilly Reich geprägt. Und so ist dieses Verständnis „sicher mehr als ein Zufall“, aber eben vor allem auch falsch. Die Klärung der Aussage von Ludwig Glaeser und der daraus resultierenden Auffassung ist so nicht nur ein hervorragender Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit den Möbelentwürfen von Lilly Reich und Ludwig Mies van der Rohe, sondern auch für einige Überlegungen zur Geschichte des Möbeldesigns.

Ludwig Mies van der Rohe (1886 - 1969)


Das einzige, was beim Jahreswechsel von 2020 zu 2021 gewiss zu sein scheint, ist die anhaltende Ungewissheit. Diese Ungewissheit wird zunehmend zum Dauerzustand und sorgt so dafür, dass sich immer mehr „Pläne“ in „Optionen“ verwandeln. So sind weltweit auch viele Architektur- und Designmuseen gezwungen, das erste Quartal 2021 zu überspringen, und ihre neuen Ausstellungseröffnungen auf April oder einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Unter „kommende Ausstellungen“ auf den Webseiten der Museen herrscht also gähnende Leere. Aber so wie die kälteste Stunde die kurz vor der Morgendämmerung ist, können wir sicher sein, dass der Mangel an neuen Architektur- und Designausstellungen im ersten Quartal 2021 im Frühjahr einer Flut weichen wird. Wir können uns also vornehmen, im Sommer täglich eine Ausstellung zu besuchen und haben immer noch Optionen.

Dieser Zustand hat uns veranlasst, eine hybride Empfehlungsliste für Januar 2021 zu erstellen: Dazu zählen Offline-Ausstellungen in Berlin, Hamburg und Metz sowie Online-Ausstellungen aus Warschau und Weimar/Dessau.

Und wie immer in diesen Zeiten gilt: Machen Sie sich bitte im Voraus mit den aktuellen Regeln bezüglich Tickets, Eintritt, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut und bleiben Sie während Ihres Ausstellungsbesuchs bitte verantwortungsbewusst und vor allem neugierig.

5 (New) Architecture & Design Exhibitions for January 2021


Wenn man dem allzu offensichtlichen Zauber von Eames, Nelson und Girard erliegt, vergisst man leicht, dass zum amerikanischen Design der Nachkriegszeit noch sehr viel mehr gehört –  nämlich auch Edward J. Wormley.

Edward J Wormley. 1955. Edward J Wormley papers; Professional (KA0048.02). New School Archives and Special Collections Digital Archive


„Das Auflegen von Schaumstoffmatratzen, Federkernmatratzen od. dgl. auf Bettgestelle aus Holz oder Metall ist bekannt“, heißt es berechtigterweise in einer Pantentanmeldung aus dem Juli 1966. Allerdings heißt es weiter: „Bettgestelle dieser Art sind schwer, nehmen ständig dieselben Plätze im Raume ein, lassen sich bei schonendem Benutzen nur nach einem Zerlegen in ihrem Standort verändern und stellen ein ziemlich großes Hindernis beim Reinigen des Schlafraumes dar.“1 All das war in den frühen 1960er Jahren absolut zutreffend. Was war also zu tun? Verner Panton hatte eine Idee, die vielleicht nicht zu seinen bekanntesten Projekten zählt, die es einem allerdings erlaubt, seine Arbeit und Karriere besser zu verstehen.

Lost Furniture Design Classics: The Panton Bed


1977 forderte der deutsche Designer Luigi Colani eine „Renaissance des Jugendstils „1. Was er damit meinte und ob wir diese Renaissance fürchten müssen, beantwortet die Ausstellung „Luigi Colani und der Jugendstil“ im Bröhan-Museum Berlin.

Luigi Colani and Art Nouveau at the Bröhan-Museum, Berlin


Hvis jeg får et nyt liv, vil jeg være gartner“ – „In einem anderen Leben wäre ich Gärtner geworden“, so einst der dänische Architekt und Designer Arne Jacobsen.

Das heißt natürlich nicht, dass die Ausstellung „Arne Jacobsen – Dänemarks Designer“ im Trapholt Museum in Kolding den BesucherInnen nahelegen würde, Jacobsen habe den falschen Beruf gewählt.

Arne Jacobsen - Designing Denmark, Trapholt, Kolding


Wir sind es zwar gewohnt, dass bei der Vorbereitung und Zusammenstellung unserer monatlichen Empfehlungen zu Architektur- und Designausstellungen unterschiedliche Komplikationen auftreten, doch im November 2020 haben sie ein nie dagewesenes Ausmaß angenommen. Und so war es diesmal nicht möglich, sich nach Zähneknirschen, Wehklagen und ängstlichem Warten mit einem Lieblingsgetränk und einer Tüte Chips zu entspannen und über den nächsten Post nachzudenken.

Erstens führten die kurzfristigen Änderungen der deutschen Corona-Beschränkungen dazu, dass die geplante Eröffnung von zwei unserer fünf Ausstellungen auf den Dezember verschoben wurde. Dann hat ein Museum in der Schweiz aus Gründen, die nicht genannt wurden und noch immer unklar sind, eine Ausstellung abgesagt. Wir haben die Empfehlungen für die beiden deutschen Ausstellungen beibehalten, weil sie, wenn alles gut läuft, im Dezember eröffnet werden, den Tipp für die ausfallende Schweizer Ausstellung jedoch ersetzt. Also sind unter unseren fünf Ausstellungsempfehlungen im November zwei Ausstellungen, die in Jyväskylä und Oslo eröffnet werden und drei Ausstellungen, die in Frankfurt, Hamburg und Leipzig eröffnet werden, die eigentlich im November eröffnet worden wären, jetzt aber mit leichter Verspätung eröffnet werden.

Wo sind jetzt also die Chips… ?

Wie immer in diesen Zeiten: Machen Sie sich bitte vor dem Besuch eines Museums mit den aktuellen Regeln bezüglich Eintrittskarten, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut. Und bleiben Sie bei Ihrem Besuch verantwortungsbewusst und vor allem neugierig…

 

5 New Architecture & Design Exhibitions for November 2020


Der deutsche Designer und Grafiker Otl Aicher sagte einmal: „Ein Theoretiker war Hans Gugelot nicht. Aber auch kein Praktiker. Ja, was ist man dann, wenn man weder Theoretiker noch Praktiker ist?“1

Ja, was…?

Die Ausstellung „Hans Gugelot: Die Architektur des Design“ im HfG-Archiv Ulm nähert sich einer Antwort auf diese Frage an.

Hans Gugelot. The Architecture of Design, HfG-Archiv Ulm


Während sich unsere Auffassung bezüglich der Form und Schönheit von Objekten, mit denen wir uns umgeben, ständig weiterentwickelt und verändert, ist unsere Auffassung von Funktionalität im Allgemeinen recht stabil. Zumindest, wenn die jeweilige Funktion einmal benannt und verstanden wurde, und so zur Norm geworden ist. Dieser Prozess lässt sich am sogenannten Centripetal Spring Chair von Thomas E. Warren bestens nachvollziehen.

A Centripetal Spring Chair by Thomas E. Warren for the American Chair Company with tapered back and armrests (Image © and courtesy Brooklyn Museum, Brooklyn)


Die letzten Tage des Sommers sind vorüber. Jetzt gilt es sich daran zu erinnern, dass der Winter nicht nur kalt, nass, dunkel und trostlos ist, sondern seine ganz eigenen Freuden und Vergnügungen mit sich bringt. Den frischen Tagen, langen angenehmen Abenden und wärmenden Kaminfeuern wollen wir einige ausgedehnte Besuche von Architektur- und Designausstellungen hinzufügen. Unsere Empfehlungen für neue Ausstellungen führen im Oktober 2020 nach München, Mailand, Rotterdam, Philadelphia und Brüssel. Und wie immer in diesen Zeiten: Machen Sie sich bitte im Voraus mit den aktuellen Regeln bezüglich  Eintrittskarten, Einlass, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut.

5 New Architecture & Design Exhibitions for October 2020


Am Dienstag, den 22. September kommt es zur Tagundnachtgleiche 2020. Der Tag markiert damit den Beginn des Herbstes auf der Nordhalbkugel und den des Frühlings auf der Südhalbkugel.

Beide Jahreszeiten sind für die Launenhaftigkeit ihres Wetters bekannt und daher perfekt für einen längeren Besuch einer Architektur-, Design- oder Kunstausstellung geeignet.

Unsere Empfehlungen für vier neue Ausstellungen, die im Herbstmonat September 2020 eröffnet werden, finden Sie in Berlin, Kolding, Düsseldorf und nochmals in Berlin. Unser Tipp für eine neue Ausstellung im Frühlingsmonat September 2020 führt uns nach Sydney. Und wie immer in diesen Zeiten: wenn Sie beschließen ein Museum zu besuchen, machen Sie sich bitte im Voraus mit den aktuellen Regeln und Handhabungen bezüglich Eintrittskarten, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut.

5 New Architecture & Design Exhibitions for September 2020


Angesichts der engen Verbindungen zwischen Le Corbusier und Frankreich kann gelegentlich in Vergessenheit geraten, dass er in der Schweiz geboren wurde. Mit der Ausstellung „Le Corbusier und Zürich“ ermöglicht das Museum für Gestaltung Zürich nicht nur einen Einblick in die Biografie Le Corbusiers im Zusammenhang mit der Stadt Zürich, sondern dokumentiert auch die nicht immer einfache Beziehung zu seinem Geburtsland.

Pavillon Le Corbusier, Zürich


Überall auf der Welt findet man Möbelstücke, die im Kontext spezifischer lokaler Bedingungen, Traditionen und Praktiken entwickelt wurden. Dabei handelt es sich meist um volkstümliche Objekte ohne offiziellen Autor, die uns, auch wenn sie für einen bestimmten Ort und in einer ganz bestimmten Zeit entstanden sind, viel Wesentliches über Möbel lehren können und uns helfen, die Beziehungen eines Möbels und der jeweiligen Realität in der und für die es entstanden ist zu verstehen. Wir wollen diese Möbelobjekte würdigen und fangen zu diesem Zweck mit einem der wohl bekanntesten Exemplare vernakulärer Möbel, dem sogenannten Windsor-Stuhl, an.

A World of Vernacular Furniture: The Windsor Chair


„Was der August nicht tut, macht der September gut.“1 hieß es einst bei Johann Wolfgang Goethe.

Und so verabscheuungswürdig es auch sein mag, wir müssen Goethe widersprechen. Er hat Unrecht. Mag sein, dass man sich im August etwas mehr Freiheiten herausnehmen kann als den Rest des Jahres. Das, was wir Leben nennen, schließt jedoch die Handlungen, Erfahrungen und Emotionen eines jeden Monats ein. Und da die Monate aufeinander aufbauen, ist ein Monat der Untätigkeit ein Monat der verpassten Momente. Darauf zu hoffen, dass der September die Laxheit des Augusts wieder wettmacht, ist Wunschdenken.

Ignorieren Sie also ausnahmsweise Goethe und nutzen Sie den August klug und als Chance, vorab schon mal mehr aus dem September und den Folgemonaten herauszuholen. Unsere fünf Empfehlungen für sinnvolle Dinge im August 2020 (mal abgesehen von regelmäßigem Händewaschen und einem respektvollen Umgang mit Ihren Mitmenschen) führen nach Tallinn, Brüssel, Malmö, Amsterdam und Berlin. Wie immer in diesen schwierigen Zeiten sollten Sie sich vor dem Ausstellungsbesuch mit den aktuellen Regeln und Abläufen bezüglich Eintrittskarten, Sicherheit, Hygiene usw. vertraut machen. Während des Ausstellungsbesuchs gilt es verantwortungsbewusst und vor allem neugierig zu bleiben.
5 New Architecture & Design Exhibitions for August 2020


„Es ist nicht möglich, einen Stil in meinem Werk zu definieren“1, sagte einst die italienische Architektin und Designerin Gae Aulenti. Das Schaudepot des Vitra Design Museums widerspricht ihr da mit der Ausstellung „Gae Aulenti. Ein kreatives Universum“ zwar nicht, gibt allerdings einen Kontext vor, innerhalb dessen man überlegen kann, wie richtig die Designerin mit ihrer Aussage lag.

Gae Aulenti: A Creative Universe, Vitra Design Museum Schaudepot


Im Juli werden üblicherweise eher wenige Architektur- und Designausstellungen eröffnet. Dieses Jahr ist es anders, und zwar nicht durch veränderte Ansichten der Design- und Architekturmuseen, wann am besten Ausstellungen eröffnet werden sollten, sondern weil aufgrund des Coronavirus und geschlossener Museen viele Eröffnungen verschoben werden mussten. Da im Laufe des Monats noch viele weitere Häuser öffnen sollen, wird die Zahl der Ausstellungen sogar noch steigen. Während das physische Reisen noch eingeschränkt ist, können wir uns immerhin kognitiv auf kulturelle Reise begeben, was auch nicht schlecht ist. Wenn Sie sich einen Museumsbesuch zutrauen und körperlich dazu in der Lage sind, informieren Sie sich bitte über die aktuellen örtlichen Vorschriften zu Eintritt, Sicherheit, Hygiene, Garderobe etc., passen Sie auf sich und andere auf und bleiben Sie vor allem neugierig.

5 New Architecture & Design Exhibitions for July 2020


Wie bereits in einem früheren Blogpost erwähnt, ist die Geschichte des Büros lang und hat ihren Ursprung eher in Funktionen und Personen als in physischen Räumen. Dieses Verständnis entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter und die Funktionen und Einzelpersonen wurden allmählich zu Synonymen für den Ort ihrer Tätigkeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts festigte es sich vor dem Hintergrund des aufkommenden Handels, der Industrie und der öffentlichen Verwaltung und führte dazu, dass das „Bürogebäude“ zu einem festen Bereich innerhalb der Architektur wurde. Dieser Aspekt wird stark mit den Wolkenkratzern in Chicago assoziiert und mit den (schicksalhaften) Worten Louis H. Sullivans, der den Ausdruck „Form folgt Funktion, und das ist Gesetz“1 prägte.

Ein Gesetz, Grundsatz, Verständnis, das Sullivans ehemaliger Mitarbeiter und gewissermaßen Schüler, Frank Lloyd Wright, in Form des Larkin Administration Buildings in Buffalo, New York, zu einem Meilenstein der Gestaltung von Bürogebäuden machte.

The Larkin Administration Building by Frank Lloyd Wright in Buffalo New York (photo ca 1906)


Am 6. März 1927 wurde im Grassi Museum Leipzig die Ausstellung „Europäisches Kunstgewerbe“ eröffnet. Dabei handelte es sich nicht nur um eine Präsentation zeitgenössischer angewandter Kunst aus Europa, sondern auch um die Eröffnungsausstellung des (fast fertigen) neuen Standorts des Museums am Leipziger Johannisplatz. Mit der Ausstellung „Spitzen des Art déco“ präsentiert das Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig nicht nur europäisches Art-déco-Porzellan, es erinnert vor allem auch an das Art-déco-Erbe des Museumskomplexes und an die Lebendigkeit, die Farben und das Getöse der 1920er Jahre.

Spitzen des Art déco, Grassi Museum für Angewandte Kunst, Leipzig


Ursprünglich Mitte der 1960er Jahre als Büromöbelsystem entworfen, hat sich das USM Haller Möbelbausystem dank seiner Flexibilität stetig weiterentwickelt. Ehemals starre Arbeitsumgebungen wurden in den letzten Jahrzehnten immer offener, das Home Office etablierte sich und kürzlich reagierte der Hersteller mit den USM Haller Security Screens, die unkompliziert an USM Theken angebracht werden können, auf die aktuelle Corona-Pandemie.

Dieselbe Entwicklung ist im Wohnbereich zu beobachten: Auch hier passte sich USM Haller flexibel an die über die Jahre aufgetretenen Veränderungen an und zwar sowohl im privaten Bereich mit all seinem Kommen und Gehen, Hochs und Tiefs und all seinen Unvorhersehbarkeiten als auch in der Gesellschaft mit ihren steigenden kollektiv vernetzten, digitalen Strukturen.

Allerdings hat USM trotz seines Erfolgs in Innenräumen bisher noch nicht den Weg nach draußen gefunden. Noch nicht.

USM Haller: Garden, Terrace, Balcony.....