smow Designblog


Am 10. Dezember 1869 verzichtete die Gebrüder Thonet freiwillig auf ihr Privileg der “Anfertigung von Sesseln und Tischfüßen aus gebogenem Holz, dessen Biegung durch Einwirkung von Wasserdämpfen oder siedenden Flüssigkeiten geschieht”. Damit beendeten sie  nicht nur ein dreizehnjähriges Monopol – im Verlauf dieser Zeit war Thonet zu einer fest etablierten Weltmarke geworden, sondern auch eine Erfolgsgeschichte, die die Bedeutung des Patentschutzes in der Möbelindustrie unterstreicht.

Biegen oder Brechen. Michael Thonet (1796 - 1871)


Pünktlich zum Novemberanfang präsentieren wir euch fünf neue Architektur- und Designausstellungen. Mit dabei: Ditzel, von Borries, Japan, Lettland und Duchamp.

5 New Architecture & Design Exhibitions for November 2018


Wie viele Geschichten kann eine Stadt erzählen? Es gibt die öffentlichen, kollektiven, kommunalen Geschichten, die von ihren Gebäuden, ihren Bewohnern, ihren Industrien, von der Entwicklung ihrer kulturellen Institutionen und von den Aktionen berühmt-berüchtigter Bürger erzählt werden; aber es gibt auch die unzähligen privaten, individuellen Geschichten, die skurrilen, die entsetzlichen, die romantischen, die komischen, die tragischen, die unwahrscheinlichen und natürlich die geheimen, die man sich nur zuraunt. Auf die Gefahr hin, wie eine Stadtmarketing-Plattform zu klingen: Eine Stadt ist die Summe ihrer Geschichten, und dabei immer im Fluss.

Für “Waidblicke #3” lud smow Köln ausgewählte Architekten, Architekturstudenten, Fotografen und Designer ein, um über die Kölner Stadtgeschichte(n) zu reflektieren.

The Cologne City Wall as imagined by Corporate Architecture students from Cologne Institute of Architectural Design (CIAD), as seen at Waidblicke #3: Stadtgeschichte(n), smow Köln


Es gab einmal eine Zeit, da wurde fast alles vor Ort produziert. Jede Gemeinschaft hatte ihr Netzwerk von Produzenten, die gleichzeitig auch Wissen über Prozesse, Materialien, lokale Gegebenheiten usw. anhäuften. Seit einiger Zeit ist die Produktion jedoch abseits gelegen. Waren werden in anonymen Fabriken produziert, über Kontinente und durch zahllose Zwischenstationen transportiert. Damit ist nicht nur die Verbindung zwischen Produzent und Kunde unterbrochen, immer weniger Menschen verstehen zudem nicht mehr, wie Dinge produziert werden. Aber ließe sich trotz kultureller, sozialer und ökologischer Erkenntnisse ein Weg in Richtung Rückkehr zur lokalen Produktion finden? Mit der Ausstellung “New Urban Production” erkundet die Halle 14 in Leipzig zukünftige Möglichkeiten.

Cow&Co by Ottonie von Roeder Anastasia Eggers, as seen at New Urban Production, Halle 14, Leipzig


Qu’est-ce que le design?

Was ist Design?

Die Frage ist so alt wie der Begriff selbst und gibt es darauf überhaupt eine Antwort? Auf der Suche danach fragte das Musée des Arts Décoratifs Paris Charles Eames, Verner Panton, Roger Tallon, Joe Colombo und Fritz Eichler.

Verner Panton @ Qu'est-ce que le design? Musée des Arts Décoratifs Paris (Foto Pierre Jahan © und mit freundlicher Genehmigung Musée des Arts Décoratifs Paris)


Sollte sich Jean-Claude Juncker durchsetzen, könnten die Uhren Europas im Oktober 2018 zum letzten Mal eine Stunde zurückgedreht werden. Damit würde auch eine lange Tradition der Lokalzeitungen enden. Die veröffentlichen nämlich halbjährlich Artikel, die die kuriosen Geschichten und Legenden der Uhren in ihrer Stadt dokumentieren. Geschichten aus dem Schwarzwald über die größten und kleinsten Kuckucksuhren und Fotos von Uhrmachern, die von den über 350 Uhren umgeben sind, die sie zurücksetzen müssen.

Wir werden sie vermissen.

Das ganze bedeutet auch, dass einem am letzten Sonntag im Oktober nicht mehr diese zusätzliche Stunde für einen besonders gemütlichen Besuch einer Architektur- und/oder Designausstellung gewährt wird. Nutzen Sie also die Gelegenheit, solange Sie noch können … Unsere fünf Empfehlungen für eine optimale Verwendung dieser Überstunde im Oktober 2018 finden Sie in Hamburg, Weil am Rhein, Zürich, Paris und Helsinki.

5 New Architecture & Design Exhibitions for October 2018


Systeme bringen Ordnung ins Chaos, ermöglichen das Verständnis von Beziehungen und Standardisierung. Und sie bedürfen eines sorgfältig durchdachten, gut gestalteten und konstruierten Verbindungselements. 1939 entwickelte der deutsche Architekt Konrad Wachsmann ein Verbindungselement aus Metall, das später zum zentralen Bestandteil des von Wachsmann in Zusammenarbeit mit Walter Gropius entwickelten General Panel Fertigbausystems wurde. Im Jahr 2018 hat sich das Bauhaus-Labor mit eben diesem Metallverbindungselement, dem sogenannten Universalknoten, mit Konrad Wachsmann und mit standardisierten, vorgefertigten Bausystemen auseinandergesetzt. Die Ergebnisse dieser Überlegungen wurden in einem eintägigen Symposium diskutiert und sind in der Ausstellung “Die Kunst des Fügens. Entwurf einer universellen Verbindung” in der Stiftung Bauhaus Dessau zu sehen.

Bauhaus Lab 2018. The Art of Joining: Designing the Universal Connector, Stiftung Bauhaus Dessau


“Welchen Fehler braucht ein System?” fragt die Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle in ihrer Jahresausstellung 2018.

Und mit dieser Frage sollte gleichsam die Bedeutung von Versuch und Irrtum, die Bedeutung der Poesie, der Unvollkommenheiten, des Unkorrekten, des Unbeabsichtigten, des Zufälligen und des Geplanten – letztlich aber Erfolglosen hervorgehoben werden. Schließlich benötigt jedes sonst gut organisierte, professionelle und zielgerichtete System einen “Belästigungsfaktor”, eine Quelle der Unvollkommenheit, des Chaos’, des Widerstands, des Experimentierens – eine Verirrung, um es frisch, aufregend, relevant und vital zu halten.

Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Halle


Wer an die Schweiz denkt, der denkt an Schweizer Uhrwerk, Schweizer Eisenbahnen, Schweizer Schokolade, Schweizer Präzision. Umso erstaunlicher ist es, dass Dada seinen europäischen Ursprung in der Schweiz hat – und dann auch noch ausgerechnet im legendären Cabaret Voltaire in Zürich. Es blieb aber die Frage, ob sich die Absolventen der Zürcher Hochschule der Künste 2018 immer noch als anarchistisch, konfrontativ, temperamentvoll und revolutionär in ihrer Kreativität erweisen würden?

Zürcher Hochschule der Künste, Toni-Areal, Zürich.


Die Germanische Überlieferung “Ein guter Septemberregen kommt nie ungelegen” gilt dieses Jahr mehr denn je – übrigens auch für gute Architektur- und Designausstellungen.

Solange wir uns alle noch erinnern können, was Regen ist, bleiben wir bei den Regenmetaphern: Der September 2018 hält eine ganze Welle an neuen Ausstellungen bereit. Nach der Dürre im Juli mit mageren vier Architektur- und Designausstellungen haben wir ein anhaltendes Defizit in unserer jährlichen Quote zu verzeichnen, doch dank der aktuellen Überschwemmung können wir im September sechs Empfehlungen aussprechen.

Also schnappt euch euren Regenschirm und los geht’s – nach Kolding, München, London, Herford, Moskau und Weil am Rhein.

 

5 new Architecture & Design Exhibitions September 2018


Während Frankfurt für sich beanspruchen kann der Geburtsort des deutschen Dichters, Dramatikers, Wissenschaftlers, Staatsmannes usw. Johann Wolfgang von Goethe zu sein, war das Nahe gelegene Offenbach nicht nur der Geburtsort seiner fast verheirateten und langjährigen Geliebten Lili Schönemann, sondern es war auch die damalige, relative Ruhe von Offenbach, in der sich Goethes Liebe zu Lili entwickelte und wuchs; “Lili war die erste Person, die ich zutiefst liebte, und vielleicht war sie die letzte”. Das habe, so wird berichtet, der achtzigjährige Goethe einem Freund anvertraut.

Hätte eine solche Liebe dem Besuch des Rundgangs 2018 an der Hochschule für Gestaltung standgehalten? Würden wir uns unserer eigenen Lili noch immer so verbunden fühlen?

Rundgang 2018, Hochschule für Gestaltung Offenbach


Im August 1881 schrieb Friedrich Nietzsche an seinen Freund Heinrich Köselitz,”Nun, mein lieber guter Freund! Die Augustsonne ist über uns, das Jahr läuft davon, es wird stiller und friedlicher auf Bergen und in den Wäldern. An meinem Horizonte sind Gedanken aufgestiegen, dergleichen ich noch nicht gesehen habe….”

Man stelle sich vor, diese Gedanken seien durch den Besuch einer Architektur- und/oder Designausstellung angestoßen worden. Wäre Nietzsche noch unter uns, würden wir vorschlagen, dass er die folgenden Ausstellungen besucht, die in Sankt Petersburg, Weil am Rhein, Rostock, London und Hasselt eröffnet werden …
5 New Architecture & Design Exhibitions for August 2018


Das Kaiser Wilhelm Museum in Krefeld wurde 1897 als Anlaufstelle für (angewandte) Kunst gegründet und spielte vor allem wegen des Gründers Friedrich Deneken eine wichtige Rolle im Diskurs über die Beziehung zwischen Kunst, Handwerk und Industrie um die Jahrhundertwende. Im Rahmen der Ausstellung “Von der Idee zur Form – Domeau & Pérès: Dialoge zwischen Design und Handwerk” wird der Diskurs weitergeführt.

From Idea to Form. Domeau & Pérès Design and Craftsmanship in Dialogue at the Kaiser Wilhelm Museum Krefeld


Während der heißen Sommertage ziehen sich die internationalen Kuratoren in kühlere Gefilde wie Lagerräume, Archive und Bibliotheken zurück, um dort auf den Herbst zu warten. Die logische Konsequenz ist, dass im Juli 2018 nur wenige Architektur- und Designausstellungen ihre Tore öffnen. Dennoch wurden wir an vier kulturellen und meteorologischen Hotspots der Welt fündig, wo die Kuratoren anscheinend an die Juli-Hitze gewöhnt sind.
five new architecture and design exhibitions july 2018


In der Ron-Arad-Monografie “Restless Furniture” bemerkt Deyan Sudjic, dass die möbelvernichtende Maschine Sticks and Stones, die Arad für die Ausstellung “Nouvelles Tendances” 1987 im Centre de Creation Industriel Paris entwickelte, nur durch das “beherzte Handeln eines freundlichen Schweizer Möbelherstellers” vor ihrer eigenen Zerstörung gerettet werden konnte.”1 Obgleich alle Schweizer Möbelhersteller freundlich sind, steht einer von ihnen besonders im Fokus, wenn es darum geht, dass Möbeldesign mehr ist als die Form eines Stuhls, um kulturelle Verpflichtungen und darum, Designerbe zu bewahren.

Als müsste dies bestätigt werden, begrüßt Sticks and Stones die Besucher der Ausstellung “Ron Arad: Yes to the Uncommon!” im Vitra Schaudepot.

Ron Arad. Yes to the Uncommon! @ the Vitra Design Museum Schaudepot


Vertraut man den verbreiteten Darstellungen von Design aus Dänemark zu sehr, könnte man zu dem Schluss kommen, dass Dänen erst Ende der 1940er Jahre mit dem Entwerfen von Objekten begonnen haben – so oft wird man mit dänischen Designbüchern, Ausstellungen und Zeitungs-/Magazin-/Blogartikeln konfrontiert, die ganz selbstverständlich erst mit der Zeit nach dem Krieg beginnen. Mit der Ausstellung “Made in Denmark. Formgestaltung seit 1900” zeigt das Grassi Museum für angewandte Kunst Leipzig, dass Design in Dänemark auch eine Vorkriegs- und nicht nur eine Nachkriegsgeschichte hat.

Made in Denmark. Design since 1900 @ Grassi Museum of Applied Arts Leipzig


Wie bei allen kreativen Berufen ist auch der des Designers einer, in den man hineinwächst: Mit der Zeit entwickelt man eine Position und erreicht bestenfalls einen Ort, an dem man sich wohl fühlt mit dem, was man tut. Ein wichtiger, wenn auch nicht unbedingt notwendiger Schritt auf diesem Weg ist die Designhochschule, ein Ort für Experimente, Beobachtungen, Diskurse. Und ein Ort, um mit erfahrenen Designern verschiedener Couleur in Kontakt zu treten. Deshalb erkunden wir auf unserer #campustour nicht nur die studentischen Projekte, ihre Themen und Prioritäten, sondern sprechen auch mit den Verantwortlichen für die Designausbildung, darunter Helmut Jakobs, der an der FH Aachen seit drei Jahrzehnten Designstudenten betreut.

Helmut Jakobs FH Aachen


“Memphis in June,
A shady veranda under a Sunday blue sky,
Memphis in June,
And cousin Amanda’s makin’ a rhubarb pie”

(Memphis in June, Hoagy Carmichael)

Hört sich schön an! Aber wir müssen weiter ziehen, denn obwohl Memphis einige interessante Museen hat, finden wir dort keine neue Architektur- oder Designausstellung, die im Juni 2018 eröffnet wird. Heißt also aus “Walking in Memphis” wird diesmal nichts, stattdessen verschlägt es uns nach  Düsseldorf, Espoo, Andelsbuch, Rotterdam und San Francisco…

5 New Architecture & Design Exhibitions for June 2018


Wenn Schwarmintelligenz natürliche Systeme beschreibt, in denen Individuen ihre Ressourcen zum Nutzen der Gemeinschaft bündeln, dann könnte Big Data als eine Form von Schwarmintelligenz betrachtet werden, die sich der Handel aneignet: wo der Handel Ressourcen der Individuen, ihre Daten, zum Nutzen des Handels bündelt. Sowohl bei der Schwarmintelligenz als auch bei Big Data sind sich die beteiligten Personen des Ausmaßes der Interaktion und des Ressourcen-Poolings weitgehend nicht bewusst. Während jedoch Vögel, Bienen, Fische und Ameisen sich dessen nicht bewusst sein müssen, sollten wir uns durchaus bewusst sein, dass wir Big Data im Allgemeinen zu nicht viel mehr als einer Demonstration von Schwarmunintelligenz machen und dabei wohl eher eine Schwarmfahrlässigkeit herauskommt.

Florian Mehnert visualisiert mit seiner partizipativen Kunstinstallation “Freiheit 2.0” die permanente Interaktion zwischen unserem analogen und digitalen Leben und die sich daraus ergebenden Spannungen. Er will uns so einen neuen, differenzierten Blick darauf ermöglichen, wo wir stehen und wo es mit uns hingehen könnte.

Im Juni 2018 ist “Freiheit 2.0” in Stuttgart zu erleben. Vor der Eröffnung haben wir mit Florian Mehnert gesprochen.

Freiheit 2.0 Stuttgart


Nach dem Überraschungssieg von smow Lissabon beim smow Song Contest 2017 bereitet sich die portugiesische Hauptstadt auf den Song Contest 2018 vor.

smow song contest 2018


Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Knospen sprangen,
Da ist in meinem Herzen
Die Liebe aufgegangen.

Im wunderschönen Monat Mai,
Als alle Vögel sangen,
Da hab ich ihr gestanden
Mein Sehnen und Verlangen.

Heinrich Heine, Im wunderschönen Monat Mai, 1827

Lieber Heinrich, lass uns jetzt nicht hängen!

Es hat doch alles so schön angefangen.

Der Mai ist ein unangenehmer Monat. Die blühenden Knospen und das Oratorium der Singvögel wecken in uns hoffnungsvolle Fantasien, utopische Visionen dessen, was uns bevorsteht: aber was wird daraus? Werden die frischen Knospen einen verspäteten Frost überleben, die Küken der Vögel von Raubtieren verschont bleiben, werden sie aus dem Nest fliegen und ihr Lied auf neue Weiden tragen? Wird sie mein Sehnen und Verlangen erwidern? Wohl eher nicht. Und anstatt den Mai deshalb mit romantischen Träumen zu verschwenden, ihn zu einer schmerzhaften Erinnerung an das, was hätte sein können, werden zu lassen, nutzen Sie die Zeit um Ihr Verständnis der Realität um Sie herum zu schärfen, und selbstbewusst in die Zukunft zu schauen.

Im folgenden unsere fünf Empfehlungen für neue Architektur- und Designausstellungen, die im Mai eröffnet werden…

5 New Architecture & Design Exhibitions for March 2018


In Nachtclubs und Diskotheken geht es nicht nur um Unterhaltung und Reizüberflutung, sondern auch um die Bereitstellung von Ausdrucks- und Reflexionsmitteln für eine Gesellschaft. Mit der Ausstellung “Night Fever. Design und Clubkultur 1960 – heute” erkundet das Vitra Design Museum in Weil am Rhein fünf Jahrzehnte Clubkultur.

Night Fever. Designing Club Culture 1960 - Today, Vitra Design Museum


Auf der Mailänder Möbelmesse 2018 geht es (zumindest unter den eher designorientierten Herstellern) im allgemeinen um Konsolidierung, das heißt vor allem um neue Materialien, neue Farben, leichte Änderungen an bestehenden Objekten.  Die eine oder andere Möbelfamilie präsentiert zudem stolz ihre neuesten Mitglieder. Kein Wunder, denn eine Mailänder Spezialität ist traditionell das Neue um des Neuen willen zu präsentieren – der Irrglaube man müsse jedes Jahr etwas Neues auf den Markt bringen. Das muss man nicht!

Man präsentiert etwas Neues, wenn man etwas Neues zu sagen hat, etwas beizutragen hat, das eine neue Bedeutung hat. Ein paar Projekte waren zu finden, die auch etwas Neues zu sagen haben, die etwas Neues, Sinnvolles beisteuern – wenn auch vielleicht gerade mal eine Handvoll. Sicherlich hätten wir ein weiteres Projekt hinzufügen können, um das Quintett vollständig zu machen. Einen Mangel an Kandidaten, aus denen wir hätten wählen können gab es nicht. Aber so wie wir nicht erwarten, dass die Hersteller etwas Neues, sondern um der Qualität willen veröffentlichen, so veröffentlichen wir auch nichts nur damit die Fünf vollständig sind…

Wie immer haben wir nicht alles gesehen, haben ohne Frage Sachen verpasst, die wir nicht hätten verpassen sollen – und bitten hierfür vorab um Entschuldigung. In diesem Sinne aber unsere “Mailänder Möbelmesse 2018: High Four!!”

Milan Furniture Fair 2018 High Five


Zwar hängt die Entwicklung des Produktdesigns grundsätzlich immer auch von der technologischen Entwicklung ab, besonders zutreffend ist dies allerdings im Zusammenhang mit Lichtdesign: Seitdem in einer neolithischen Höhle erstmals ein Brennstab eingesetzt wurde um eine entspannte Abendatmosphäre zu kreieren, sind technologische Entwicklungen die treibende Kraft bei der Entwicklung des Lichtdesigns – in formaler, funktionaler und technischer Hinsicht.

Der Charakter der “Light + Building Frankfurt” wird von der Tatsache bestimmt, dass es bei der Messe eher um “Licht in Gebäuden und um Gebäude herum” geht. Was bedeutet, dass sich die Mehrzahl der vorgestellten Projekte um technische Beleuchtung in architektonischen Zusammenhängen dreht. Und die meisten Hersteller sind was die technische Entwicklung angeht auf dem Vormarsch: Die Demonstration technischer Kompetenz ist deshalb ein Schlüsselelement bei der Selbstdarstellung eines jeden Herstellers. Das bedeutet aber auch zwangsläufig, dass die Funktionalität durch die sehr spezifische Art der Nutzung weitgehend vordefiniert ist, während die Form in vielen Fällen zu kurz kommt. Ein kleiner Teil der “Light + Building” präsentiert jedoch Objekte mit mehr Freiheit. Dort findet man einige Designprojekte, die neben technologischer Innovationen auch neue formale und funktionale Lösungen und damit ein neues Verständnis dessen, was Beleuchtung sein kann beziehungsweise sollte anbieten.

Wie immer haben wir nicht alles gesehen, das ein oder andere verpasst  (entschuldigt uns dafür), aber vor diesem Hintergrund und in keiner bestimmten Reihenfolge, unsere “Light + Building Frankfurt 2018” High Five!Light + Building Frankfurt 2018: High Five!!


Laut dem deutschen Philologen, Mythologen und Volkskundler Jacob Grimm besagt ein alter Volksglaube, dass der Kuckuck nie vor dem 3. April singt; und, “hat man, wenn sein Ruf zuerst erschallt, Geld im Sack, so reicht man das ganze Jährige gut aus, hat man aber keins im Sack, so mangelt es das ganze Jahr”.

Ganz wie der Kuckuck betreffen unsere fünf neuen Architektur- und Designausstellungsempfehlungen für April 2018 Ausstellungen, die nach dem 3. April eröffnet werden; und sollten Sie Geld in Ihrem Beutel haben, und es benutzen, um sich eine der Ausstellungen anzusehen, können wir zwar kein Jahr des finanziellen Reichtums garantieren, aber alle Ausstellungen hören sich nach ein paar Stunden guter Unterhaltung an und sorgen indem sie Ihnen helfen, Ihr Verständnis von Architektur und Design und damit die Welt, die Sie umgibt, besser zu verstehen, vielleicht auch längerfristig für andauernde Lebensfreude.

 

5 New Architecture & Design Exhibitions for April 2018