smow Designblog


Im Jahr 1977 sagte Ludwig Glaeser, der Kurator des Mies-van-der-Rohe-Archivs am Museum of Modern Art, New York, dass “es sicher mehr als ein Zufall ist, dass Mies van der Rohes Engagement für Möbel- und Ausstellungsdesign im selben Jahr begann wie seine persönliche Beziehung zu Lilly Reich.”1

Diese Aussage hat in vielerlei Hinsicht das Verständnis für die Möbelentwürfe sowohl von Ludwig Mies van der Rohe als auch von Lilly Reich geprägt. Und so ist dieses Verständnis “sicher mehr als ein Zufall”, aber eben vor allem auch falsch. Die Klärung der Aussage von Ludwig Glaeser und der daraus resultierenden Auffassung ist so nicht nur ein hervorragender Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit den Möbelentwürfen von Lilly Reich und Ludwig Mies van der Rohe, sondern auch für einige Überlegungen zur Geschichte des Möbeldesigns.

Ludwig Mies van der Rohe (1886 - 1969)


Das einzige, was beim Jahreswechsel von 2020 zu 2021 gewiss zu sein scheint, ist die anhaltende Ungewissheit. Diese Ungewissheit wird zunehmend zum Dauerzustand und sorgt so dafür, dass sich immer mehr “Pläne” in “Optionen” verwandeln. So sind weltweit auch viele Architektur- und Designmuseen gezwungen, das erste Quartal 2021 zu überspringen, und ihre neuen Ausstellungseröffnungen auf April oder einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Unter “kommende Ausstellungen” auf den Webseiten der Museen herrscht also gähnende Leere. Aber so wie die kälteste Stunde die kurz vor der Morgendämmerung ist, können wir sicher sein, dass der Mangel an neuen Architektur- und Designausstellungen im ersten Quartal 2021 im Frühjahr einer Flut weichen wird. Wir können uns also vornehmen, im Sommer täglich eine Ausstellung zu besuchen und haben immer noch Optionen.

Dieser Zustand hat uns veranlasst, eine hybride Empfehlungsliste für Januar 2021 zu erstellen: Dazu zählen Offline-Ausstellungen in Berlin, Hamburg und Metz sowie Online-Ausstellungen aus Warschau und Weimar/Dessau.

Und wie immer in diesen Zeiten gilt: Machen Sie sich bitte im Voraus mit den aktuellen Regeln bezüglich Tickets, Eintritt, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut und bleiben Sie während Ihres Ausstellungsbesuchs bitte verantwortungsbewusst und vor allem neugierig.

5 (New) Architecture & Design Exhibitions for January 2021


Wenn man dem allzu offensichtlichen Zauber von Eames, Nelson und Girard erliegt, vergisst man leicht, dass zum amerikanischen Design der Nachkriegszeit noch sehr viel mehr gehört –  nämlich auch Edward J. Wormley.

Edward J Wormley. 1955. Edward J Wormley papers; Professional (KA0048.02). New School Archives and Special Collections Digital Archive


“Das Auflegen von Schaumstoffmatratzen, Federkernmatratzen od. dgl. auf Bettgestelle aus Holz oder Metall ist bekannt”, heißt es berechtigterweise in einer Pantentanmeldung aus dem Juli 1966. Allerdings heißt es weiter: “Bettgestelle dieser Art sind schwer, nehmen ständig dieselben Plätze im Raume ein, lassen sich bei schonendem Benutzen nur nach einem Zerlegen in ihrem Standort verändern und stellen ein ziemlich großes Hindernis beim Reinigen des Schlafraumes dar.”1 All das war in den frühen 1960er Jahren absolut zutreffend. Was war also zu tun? Verner Panton hatte eine Idee, die vielleicht nicht zu seinen bekanntesten Projekten zählt, die es einem allerdings erlaubt, seine Arbeit und Karriere besser zu verstehen.

Lost Furniture Design Classics: The Panton Bed


1977 forderte der deutsche Designer Luigi Colani eine “Renaissance des Jugendstils “1. Was er damit meinte und ob wir diese Renaissance fürchten müssen, beantwortet die Ausstellung “Luigi Colani und der Jugendstil” im Bröhan-Museum Berlin.

Luigi Colani and Art Nouveau at the Bröhan-Museum, Berlin


Hvis jeg får et nyt liv, vil jeg være gartner” – “In einem anderen Leben wäre ich Gärtner geworden”, so einst der dänische Architekt und Designer Arne Jacobsen.

Das heißt natürlich nicht, dass die Ausstellung “Arne Jacobsen – Dänemarks Designer” im Trapholt Museum in Kolding den BesucherInnen nahelegen würde, Jacobsen habe den falschen Beruf gewählt.

Arne Jacobsen - Designing Denmark, Trapholt, Kolding


Wir sind es zwar gewohnt, dass bei der Vorbereitung und Zusammenstellung unserer monatlichen Empfehlungen zu Architektur- und Designausstellungen unterschiedliche Komplikationen auftreten, doch im November 2020 haben sie ein nie dagewesenes Ausmaß angenommen. Und so war es diesmal nicht möglich, sich nach Zähneknirschen, Wehklagen und ängstlichem Warten mit einem Lieblingsgetränk und einer Tüte Chips zu entspannen und über den nächsten Post nachzudenken.

Erstens führten die kurzfristigen Änderungen der deutschen Corona-Beschränkungen dazu, dass die geplante Eröffnung von zwei unserer fünf Ausstellungen auf den Dezember verschoben wurde. Dann hat ein Museum in der Schweiz aus Gründen, die nicht genannt wurden und noch immer unklar sind, eine Ausstellung abgesagt. Wir haben die Empfehlungen für die beiden deutschen Ausstellungen beibehalten, weil sie, wenn alles gut läuft, im Dezember eröffnet werden, den Tipp für die ausfallende Schweizer Ausstellung jedoch ersetzt. Also sind unter unseren fünf Ausstellungsempfehlungen im November zwei Ausstellungen, die in Jyväskylä und Oslo eröffnet werden und drei Ausstellungen, die in Frankfurt, Hamburg und Leipzig eröffnet werden, die eigentlich im November eröffnet worden wären, jetzt aber mit leichter Verspätung eröffnet werden.

Wo sind jetzt also die Chips… ?

Wie immer in diesen Zeiten: Machen Sie sich bitte vor dem Besuch eines Museums mit den aktuellen Regeln bezüglich Eintrittskarten, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut. Und bleiben Sie bei Ihrem Besuch verantwortungsbewusst und vor allem neugierig…

 

5 New Architecture & Design Exhibitions for November 2020


Der deutsche Designer und Grafiker Otl Aicher sagte einmal: “Ein Theoretiker war Hans Gugelot nicht. Aber auch kein Praktiker. Ja, was ist man dann, wenn man weder Theoretiker noch Praktiker ist?”1

Ja, was…?

Die Ausstellung “Hans Gugelot: Die Architektur des Design” im HfG-Archiv Ulm nähert sich einer Antwort auf diese Frage an.

Hans Gugelot. The Architecture of Design, HfG-Archiv Ulm


Während sich unsere Auffassung bezüglich der Form und Schönheit von Objekten, mit denen wir uns umgeben, ständig weiterentwickelt und verändert, ist unsere Auffassung von Funktionalität im Allgemeinen recht stabil. Zumindest, wenn die jeweilige Funktion einmal benannt und verstanden wurde, und so zur Norm geworden ist. Dieser Prozess lässt sich am sogenannten Centripetal Spring Chair von Thomas E. Warren bestens nachvollziehen.

A Centripetal Spring Chair by Thomas E. Warren for the American Chair Company with tapered back and armrests (Image © and courtesy Brooklyn Museum, Brooklyn)


Die letzten Tage des Sommers sind vorüber. Jetzt gilt es sich daran zu erinnern, dass der Winter nicht nur kalt, nass, dunkel und trostlos ist, sondern seine ganz eigenen Freuden und Vergnügungen mit sich bringt. Den frischen Tagen, langen angenehmen Abenden und wärmenden Kaminfeuern wollen wir einige ausgedehnte Besuche von Architektur- und Designausstellungen hinzufügen. Unsere Empfehlungen für neue Ausstellungen führen im Oktober 2020 nach München, Mailand, Rotterdam, Philadelphia und Brüssel. Und wie immer in diesen Zeiten: Machen Sie sich bitte im Voraus mit den aktuellen Regeln bezüglich  Eintrittskarten, Einlass, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut.

5 New Architecture & Design Exhibitions for October 2020


Am Dienstag, den 22. September kommt es zur Tagundnachtgleiche 2020. Der Tag markiert damit den Beginn des Herbstes auf der Nordhalbkugel und den des Frühlings auf der Südhalbkugel.

Beide Jahreszeiten sind für die Launenhaftigkeit ihres Wetters bekannt und daher perfekt für einen längeren Besuch einer Architektur-, Design- oder Kunstausstellung geeignet.

Unsere Empfehlungen für vier neue Ausstellungen, die im Herbstmonat September 2020 eröffnet werden, finden Sie in Berlin, Kolding, Düsseldorf und nochmals in Berlin. Unser Tipp für eine neue Ausstellung im Frühlingsmonat September 2020 führt uns nach Sydney. Und wie immer in diesen Zeiten: wenn Sie beschließen ein Museum zu besuchen, machen Sie sich bitte im Voraus mit den aktuellen Regeln und Handhabungen bezüglich Eintrittskarten, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut.

5 New Architecture & Design Exhibitions for September 2020


Angesichts der engen Verbindungen zwischen Le Corbusier und Frankreich kann gelegentlich in Vergessenheit geraten, dass er in der Schweiz geboren wurde. Mit der Ausstellung “Le Corbusier und Zürich” ermöglicht das Museum für Gestaltung Zürich nicht nur einen Einblick in die Biografie Le Corbusiers im Zusammenhang mit der Stadt Zürich, sondern dokumentiert auch die nicht immer einfache Beziehung zu seinem Geburtsland.

Pavillon Le Corbusier, Zürich


Überall auf der Welt findet man Möbelstücke, die im Kontext spezifischer lokaler Bedingungen, Traditionen und Praktiken entwickelt wurden. Dabei handelt es sich meist um volkstümliche Objekte ohne offiziellen Autor, die uns, auch wenn sie für einen bestimmten Ort und in einer ganz bestimmten Zeit entstanden sind, viel Wesentliches über Möbel lehren können und uns helfen, die Beziehungen eines Möbels und der jeweiligen Realität in der und für die es entstanden ist zu verstehen. Wir wollen diese Möbelobjekte würdigen und fangen zu diesem Zweck mit einem der wohl bekanntesten Exemplare vernakulärer Möbel, dem sogenannten Windsor-Stuhl, an.

A World of Vernacular Furniture: The Windsor Chair


“Was der August nicht tut, macht der September gut.”1 hieß es einst bei Johann Wolfgang Goethe.

Und so verabscheuungswürdig es auch sein mag, wir müssen Goethe widersprechen. Er hat Unrecht. Mag sein, dass man sich im August etwas mehr Freiheiten herausnehmen kann als den Rest des Jahres. Das, was wir Leben nennen, schließt jedoch die Handlungen, Erfahrungen und Emotionen eines jeden Monats ein. Und da die Monate aufeinander aufbauen, ist ein Monat der Untätigkeit ein Monat der verpassten Momente. Darauf zu hoffen, dass der September die Laxheit des Augusts wieder wettmacht, ist Wunschdenken.

Ignorieren Sie also ausnahmsweise Goethe und nutzen Sie den August klug und als Chance, vorab schon mal mehr aus dem September und den Folgemonaten herauszuholen. Unsere fünf Empfehlungen für sinnvolle Dinge im August 2020 (mal abgesehen von regelmäßigem Händewaschen und einem respektvollen Umgang mit Ihren Mitmenschen) führen nach Tallinn, Brüssel, Malmö, Amsterdam und Berlin. Wie immer in diesen schwierigen Zeiten sollten Sie sich vor dem Ausstellungsbesuch mit den aktuellen Regeln und Abläufen bezüglich Eintrittskarten, Sicherheit, Hygiene usw. vertraut machen. Während des Ausstellungsbesuchs gilt es verantwortungsbewusst und vor allem neugierig zu bleiben.
5 New Architecture & Design Exhibitions for August 2020


“Es ist nicht möglich, einen Stil in meinem Werk zu definieren”1, sagte einst die italienische Architektin und Designerin Gae Aulenti. Das Schaudepot des Vitra Design Museums widerspricht ihr da mit der Ausstellung “Gae Aulenti. Ein kreatives Universum” zwar nicht, gibt allerdings einen Kontext vor, innerhalb dessen man überlegen kann, wie richtig die Designerin mit ihrer Aussage lag.

Gae Aulenti: A Creative Universe, Vitra Design Museum Schaudepot


Im Juli werden üblicherweise eher wenige Architektur- und Designausstellungen eröffnet. Dieses Jahr ist es anders, und zwar nicht durch veränderte Ansichten der Design- und Architekturmuseen, wann am besten Ausstellungen eröffnet werden sollten, sondern weil aufgrund des Coronavirus und geschlossener Museen viele Eröffnungen verschoben werden mussten. Da im Laufe des Monats noch viele weitere Häuser öffnen sollen, wird die Zahl der Ausstellungen sogar noch steigen. Während das physische Reisen noch eingeschränkt ist, können wir uns immerhin kognitiv auf kulturelle Reise begeben, was auch nicht schlecht ist. Wenn Sie sich einen Museumsbesuch zutrauen und körperlich dazu in der Lage sind, informieren Sie sich bitte über die aktuellen örtlichen Vorschriften zu Eintritt, Sicherheit, Hygiene, Garderobe etc., passen Sie auf sich und andere auf und bleiben Sie vor allem neugierig.

5 New Architecture & Design Exhibitions for July 2020


Wie bereits in einem früheren Blogpost erwähnt, ist die Geschichte des Büros lang und hat ihren Ursprung eher in Funktionen und Personen als in physischen Räumen. Dieses Verständnis entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter und die Funktionen und Einzelpersonen wurden allmählich zu Synonymen für den Ort ihrer Tätigkeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts festigte es sich vor dem Hintergrund des aufkommenden Handels, der Industrie und der öffentlichen Verwaltung und führte dazu, dass das “Bürogebäude” zu einem festen Bereich innerhalb der Architektur wurde. Dieser Aspekt wird stark mit den Wolkenkratzern in Chicago assoziiert und mit den (schicksalhaften) Worten Louis H. Sullivans, der den Ausdruck “Form folgt Funktion, und das ist Gesetz”1 prägte.

Ein Gesetz, Grundsatz, Verständnis, das Sullivans ehemaliger Mitarbeiter und gewissermaßen Schüler, Frank Lloyd Wright, in Form des Larkin Administration Buildings in Buffalo, New York, zu einem Meilenstein der Gestaltung von Bürogebäuden machte.

The Larkin Administration Building by Frank Lloyd Wright in Buffalo New York (photo ca 1906)


Am 6. März 1927 wurde im Grassi Museum Leipzig die Ausstellung “Europäisches Kunstgewerbe” eröffnet. Dabei handelte es sich nicht nur um eine Präsentation zeitgenössischer angewandter Kunst aus Europa, sondern auch um die Eröffnungsausstellung des (fast fertigen) neuen Standorts des Museums am Leipziger Johannisplatz. Mit der Ausstellung “Spitzen des Art déco” präsentiert das Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig nicht nur europäisches Art-déco-Porzellan, es erinnert vor allem auch an das Art-déco-Erbe des Museumskomplexes und an die Lebendigkeit, die Farben und das Getöse der 1920er Jahre.

Spitzen des Art déco, Grassi Museum für Angewandte Kunst, Leipzig


Ursprünglich Mitte der 1960er Jahre als Büromöbelsystem entworfen, hat sich das USM Haller Möbelbausystem dank seiner Flexibilität stetig weiterentwickelt. Ehemals starre Arbeitsumgebungen wurden in den letzten Jahrzehnten immer offener, das Home Office etablierte sich und kürzlich reagierte der Hersteller mit den USM Haller Security Screens, die unkompliziert an USM Theken angebracht werden können, auf die aktuelle Corona-Pandemie.

Dieselbe Entwicklung ist im Wohnbereich zu beobachten: Auch hier passte sich USM Haller flexibel an die über die Jahre aufgetretenen Veränderungen an und zwar sowohl im privaten Bereich mit all seinem Kommen und Gehen, Hochs und Tiefs und all seinen Unvorhersehbarkeiten als auch in der Gesellschaft mit ihren steigenden kollektiv vernetzten, digitalen Strukturen.

Allerdings hat USM trotz seines Erfolgs in Innenräumen bisher noch nicht den Weg nach draußen gefunden. Noch nicht.

USM Haller: Garden, Terrace, Balcony.....


Wir haben lange überlegt, ob wir unsere Empfehlungen für Online-Designausstellungen fortsetzen sollen, haben uns aber dazu entschieden, wieder mit unseren normalen Offline-Tipps weiterzumachen. Wir haben volles Verständnis dafür, dass in vielen Ländern Museen immer noch geschlossen sind, ebenso wie die internationalen Grenzen, die man normalerweise für einen kurzen Städtetrip überqueren würde, um die zu besuchen, die offen sind. Einige Museen haben bereits geöffnet, andere öffnen im Laufe des Monats Juni, und so interessant Online-Ausstellungen auch sein mögen, geht doch nichts über einen physischen Ausstellungsbesuch.

Wie wir schon häufig erwähnt haben, geht es in Museen nicht nur um das Sammeln und Aufbewahren der Vergangenheit, um Cafés oder Souvenirläden, sondern um Diskurse, Betrachtungen und Reflexionen. Hier finden Themen, die in der schnellebigen Medienwelt untergehen, Gehör und ihren Platz in unserer Geschichte. Außerdem ist es möglich, sich ihnen nicht nur aus ganz verschiedenen Perspektiven zu nähern, sondern auch aus neuen, widersprüchlichen und oft anderweitig unerreichbaren Sichtweisen, und zwar ohne Vorurteile, Voreingenommenheit oder die kommerzielle Notwendigkeit, sich einem vorgefassten Narrativ anzupassen.

Das gelingt zwar nicht jeder Ausstellung, da viele dem egoistischen Wunsch erliegen, ein “Blockbuster” zu sein und damit eine akzeptierte, touristische Perspektive auf ihr Thema einnehmen, aber es gibt keinen Grund, warum Ausstellungen nicht auch weniger populäre Themen angstfrei und wohlwollend diskutieren könnten.

Wenn Museen dies ehrlich und aus einer neutralen Position heraus schaffen, werden sie zu Orten, die dazu einladen, das Erlebte zu reflektieren und diese Gedanken wiederum in andere Bereiche mitzunehmen. So entsteht ein besseres Verständnis von uns selbst, individuell und kollektiv, und der Welt um uns herum, der natürlichen und der, die die Gesellschaft entwickelt hat. Zudem lernen wir mehr über das konkrete Thema der Ausstellung und merken eventuell, dass wir es doch nicht ganz so umfassend verstanden haben, wie wir vielleicht dachten. Diese Erfahrung sollte nicht unterschätzt, sondern stetig gefördert werden.

Besonders bei Designausstellungen fällt auf, dass ein Online-Angebot die physische Präsenz eines Objekts einfach nicht ersetzen kann.

Obgleich alle Museen virtuell rund um die Uhr geöffnet bleiben und wir euch empfehlen, unbedingt auf Online-Angebote zurückzugreifen, ist es doch wichtiger, dass auch der Offline-Besuch teilweise wieder möglich ist und genutzt werden sollte.

Natürlich sollten zurzeit entsprechende Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Falls du einen Museumsbesuch planst, (a) informiere dich bitte vorher über die Öffnungszeiten, da kurzfristige Änderungen möglich sind, und (b) mach dich bitte vorher mit den Regeln bzgl. Tickets, Eintritt, Sicherheit, Hygiene etc. vertraut. Und sei empfänglich für neue Ideen, Meinungen, Namen, Perspektiven, Verbindungen und Verständnisse…5 New Architecture & Design Exhibitions for June 2020


“Mit dieser Ausstellung sollen die kulturellen Errungenschaften des italienischen Designs des letzten Jahrzehnts und die Leistungen seiner Designer und scharfsinnigen Kritiker gewürdigt werden. Die Vielfalt ihrer Herangehensweisen an das Design wird durch die Präsentation einer Sammlung der interessantesten Beispiele ihrer Arbeit veranschaulicht.”1. So kündigten die Kuratoren die Ausstellung “Italy: The New Domestic Landscape” des Museum of Modern Art 1972 an. Diese “neue Wohnlandschaft” war jedoch nicht unbedingt von voluminös gepolsterten Sofas und eleganter Beleuchtung bestimmt.

 

Italy The New Domestic Landscape The Museum of Modern Art, New York 1972


Im Jahr 1 v. Cor. (vor der Corona-Pandemie) planten wir für 2020 eine theoretische sowie physische Office Tour durch das zeitgenössische Büro-Design. Unser Vorhaben entwickelten wir mit dem Wissen, dass im Oktober die Orgatec in Köln stattfinden und uns eine solche Tour hoffentlich einen ganz neuen Blick auf die Möbelmesse ermöglichen würde. Wie alle zunächst vermeintlich unkomplizierten Pläne erwies sich auch dieser als komplizierter als erwartet und schließlich leider zumindest physisch als nicht umsetzbar. Treue LeserInnen wissen natürlich, dass wir uns davon nicht abschrecken lassen und mit der theoretischen Ausführung vorliebnehmen.

In den nächsten Wochen präsentieren wir euch also vom Schreibtisch aus Überlegungen zum Interior Design zeitgenössischer Bürowelten und öffentlicher Einrichtungen, wobei unser Designkalender-Post zur 1993 eröffneten Ausstellung “Citizen Office” im Vitra Design Museum den Anfang macht. Eigentlich war dies als 4. oder 5. Schritt geplant, aber nun gut…

Hier der Text, den wir ursprünglich als Einführung zu dem Thema geschrieben haben – etwas ausführlicher und mit einer Erklärung, dass die smow Blog Office Tour trotz des eindeutigen Titels nicht auf Büros beschränkt ist.

The smow blog #officetour, first the theoretical path, then the open road.....


In einem Jahr, in dem wir auf den gewohnten Glanz so mancher geliebter Kulturveranstaltung verzichten müssen, bleibt uns ein Leuchtfeuer erhalten. Als virtuelles Event ist der smow Song Contest eine Veranstaltung, der “Social Distancing” und Reisebeschränkungen nichts anhaben können. Zwar können Nähe und globale Weite des virtuellen Raumes niemals die physische Dimension ersetzen, der smow Song Contest 2020 bietet uns aber allen die Möglichkeit, sicher und verantwortungsbewusst große Distanzen zu überbrücken und sorgt vor allem dafür, dass wir die Lust am Tanzen nicht verlieren.

smow song contest 2020


Mit der Ausstellung “Citizen Office” realisierte das Vitra Design Museum nicht nur seine erste konzeptionelle, forschungsbasierte Ausstellung, sondern auch eine der ersten Museumsausstellungen zum Thema “Arbeitswelten”. Eine Ausstellung, die damals neue Wege und Reflexionen anstieß und auch heute noch interessante Einsichten und Erkenntnisse zu bieten hat.

Citizen Office as visualised by James Irvine


Während seiner diversen Leben und Karrieren war Isamu Noguchi als Künstler, Bühnenbildner, Gartendesigner, Möbeldesigner, Lichtdesigner, etc. aktiv. Aber so unterschiedlich diese Bereiche auch sind, blieb er doch immer Bildhauer. Sein bekanntestes Werk sind unbestreitbar die Akari Leuchten. Vor den Akari Light Sculptures entstand jedoch eine andere Leuchte, die vielleicht viel besser zu Isamu Noguchi und in den Kontext seiner Kunst passt.

Lost Furniture Design Classics: Model 9 Table Lamp by Isamu Noguchi for Knoll Associates