Kategorie: smow


Im Juli werden üblicherweise eher wenige Architektur- und Designausstellungen eröffnet. Dieses Jahr ist es anders, und zwar nicht durch veränderte Ansichten der Design- und Architekturmuseen, wann am besten Ausstellungen eröffnet werden sollten, sondern weil aufgrund des Coronavirus und geschlossener Museen viele Eröffnungen verschoben werden mussten. Da im Laufe des Monats noch viele weitere Häuser öffnen sollen, wird die Zahl der Ausstellungen sogar noch steigen. Während das physische Reisen noch eingeschränkt ist, können wir uns immerhin kognitiv auf kulturelle Reise begeben, was auch nicht schlecht ist. Wenn Sie sich einen Museumsbesuch zutrauen und körperlich dazu in der Lage sind, informieren Sie sich bitte über die aktuellen örtlichen Vorschriften zu Eintritt, Sicherheit, Hygiene, Garderobe etc., passen Sie auf sich und andere auf und bleiben Sie vor allem neugierig.

5 New Architecture & Design Exhibitions for July 2020

Wie bereits in einem früheren Blogpost erwähnt, ist die Geschichte des Büros lang und hat ihren Ursprung eher in Funktionen und Personen als in physischen Räumen. Dieses Verständnis entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte immer weiter und die Funktionen und Einzelpersonen wurden allmählich zu Synonymen für den Ort ihrer Tätigkeit. Im Laufe des 19. Jahrhunderts festigte es sich vor dem Hintergrund des aufkommenden Handels, der Industrie und der öffentlichen Verwaltung und führte dazu, dass das “Bürogebäude” zu einem festen Bereich innerhalb der Architektur wurde. Dieser Aspekt wird stark mit den Wolkenkratzern in Chicago assoziiert und mit den (schicksalhaften) Worten Louis H. Sullivans, der den Ausdruck “Form folgt Funktion, und das ist Gesetz”1 prägte.

Ein Gesetz, Grundsatz, Verständnis, das Sullivans ehemaliger Mitarbeiter und gewissermaßen Schüler, Frank Lloyd Wright, in Form des Larkin Administration Buildings in Buffalo, New York, zu einem Meilenstein der Gestaltung von Bürogebäuden machte.

The Larkin Administration Building by Frank Lloyd Wright in Buffalo New York (photo ca 1906)

Ursprünglich Mitte der 1960er Jahre als Büromöbelsystem entworfen, hat sich das USM Haller Möbelbausystem dank seiner Flexibilität stetig weiterentwickelt. Ehemals starre Arbeitsumgebungen wurden in den letzten Jahrzehnten immer offener, das Home Office etablierte sich und kürzlich reagierte der Hersteller mit den USM Haller Security Screens, die unkompliziert an USM Theken angebracht werden können, auf die aktuelle Corona-Pandemie.

Dieselbe Entwicklung ist im Wohnbereich zu beobachten: Auch hier passte sich USM Haller flexibel an die über die Jahre aufgetretenen Veränderungen an und zwar sowohl im privaten Bereich mit all seinem Kommen und Gehen, Hochs und Tiefs und all seinen Unvorhersehbarkeiten als auch in der Gesellschaft mit ihren steigenden kollektiv vernetzten, digitalen Strukturen.

Allerdings hat USM trotz seines Erfolgs in Innenräumen bisher noch nicht den Weg nach draußen gefunden. Noch nicht.

USM Haller: Garden, Terrace, Balcony.....

Wir haben lange überlegt, ob wir unsere Empfehlungen für Online-Designausstellungen fortsetzen sollen, haben uns aber dazu entschieden, wieder mit unseren normalen Offline-Tipps weiterzumachen. Wir haben volles Verständnis dafür, dass in vielen Ländern Museen immer noch geschlossen sind, ebenso wie die internationalen Grenzen, die man normalerweise für einen kurzen Städtetrip überqueren würde, um die zu besuchen, die offen sind. Einige Museen haben bereits geöffnet, andere öffnen im Laufe des Monats Juni, und so interessant Online-Ausstellungen auch sein mögen, geht doch nichts über einen physischen Ausstellungsbesuch.

Wie wir schon häufig erwähnt haben, geht es in Museen nicht nur um das Sammeln und Aufbewahren der Vergangenheit, um Cafés oder Souvenirläden, sondern um Diskurse, Betrachtungen und Reflexionen. Hier finden Themen, die in der schnellebigen Medienwelt untergehen, Gehör und ihren Platz in unserer Geschichte. Außerdem ist es möglich, sich ihnen nicht nur aus ganz verschiedenen Perspektiven zu nähern, sondern auch aus neuen, widersprüchlichen und oft anderweitig unerreichbaren Sichtweisen, und zwar ohne Vorurteile, Voreingenommenheit oder die kommerzielle Notwendigkeit, sich einem vorgefassten Narrativ anzupassen.

Das gelingt zwar nicht jeder Ausstellung, da viele dem egoistischen Wunsch erliegen, ein “Blockbuster” zu sein und damit eine akzeptierte, touristische Perspektive auf ihr Thema einnehmen, aber es gibt keinen Grund, warum Ausstellungen nicht auch weniger populäre Themen angstfrei und wohlwollend diskutieren könnten.

Wenn Museen dies ehrlich und aus einer neutralen Position heraus schaffen, werden sie zu Orten, die dazu einladen, das Erlebte zu reflektieren und diese Gedanken wiederum in andere Bereiche mitzunehmen. So entsteht ein besseres Verständnis von uns selbst, individuell und kollektiv, und der Welt um uns herum, der natürlichen und der, die die Gesellschaft entwickelt hat. Zudem lernen wir mehr über das konkrete Thema der Ausstellung und merken eventuell, dass wir es doch nicht ganz so umfassend verstanden haben, wie wir vielleicht dachten. Diese Erfahrung sollte nicht unterschätzt, sondern stetig gefördert werden.

Besonders bei Designausstellungen fällt auf, dass ein Online-Angebot die physische Präsenz eines Objekts einfach nicht ersetzen kann.

Obgleich alle Museen virtuell rund um die Uhr geöffnet bleiben und wir euch empfehlen, unbedingt auf Online-Angebote zurückzugreifen, ist es doch wichtiger, dass auch der Offline-Besuch teilweise wieder möglich ist und genutzt werden sollte.

Natürlich sollten zurzeit entsprechende Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden. Falls du einen Museumsbesuch planst, (a) informiere dich bitte vorher über die Öffnungszeiten, da kurzfristige Änderungen möglich sind, und (b) mach dich bitte vorher mit den Regeln bzgl. Tickets, Eintritt, Sicherheit, Hygiene etc. vertraut. Und sei empfänglich für neue Ideen, Meinungen, Namen, Perspektiven, Verbindungen und Verständnisse…5 New Architecture & Design Exhibitions for June 2020

Im Jahr 1 v. Cor. (vor der Corona-Pandemie) planten wir für 2020 eine theoretische sowie physische Office Tour durch das zeitgenössische Büro-Design. Unser Vorhaben entwickelten wir mit dem Wissen, dass im Oktober die Orgatec in Köln stattfinden und uns eine solche Tour hoffentlich einen ganz neuen Blick auf die Möbelmesse ermöglichen würde. Wie alle zunächst vermeintlich unkomplizierten Pläne erwies sich auch dieser als komplizierter als erwartet und schließlich leider zumindest physisch als nicht umsetzbar. Treue LeserInnen wissen natürlich, dass wir uns davon nicht abschrecken lassen und mit der theoretischen Ausführung vorliebnehmen.

In den nächsten Wochen präsentieren wir euch also vom Schreibtisch aus Überlegungen zum Interior Design zeitgenössischer Bürowelten und öffentlicher Einrichtungen, wobei unser Designkalender-Post zur 1993 eröffneten Ausstellung “Citizen Office” im Vitra Design Museum den Anfang macht. Eigentlich war dies als 4. oder 5. Schritt geplant, aber nun gut…

Hier der Text, den wir ursprünglich als Einführung zu dem Thema geschrieben haben – etwas ausführlicher und mit einer Erklärung, dass die smow Blog Office Tour trotz des eindeutigen Titels nicht auf Büros beschränkt ist.

The smow blog #officetour, first the theoretical path, then the open road.....

Während seiner diversen Leben und Karrieren war Isamu Noguchi als Künstler, Bühnenbildner, Gartendesigner, Möbeldesigner, Lichtdesigner, etc. aktiv. Aber so unterschiedlich diese Bereiche auch sind, blieb er doch immer Bildhauer. Sein bekanntestes Werk sind unbestreitbar die Akari Leuchten. Vor den Akari Light Sculptures entstand jedoch eine andere Leuchte, die vielleicht viel besser zu Isamu Noguchi und in den Kontext seiner Kunst passt.

Lost Furniture Design Classics: Model 9 Table Lamp by Isamu Noguchi for Knoll Associates

Die immer stärkere digitale und virtuelle Vernetzung unserer Gesellschaft wirkt sich nicht nur auf alltägliche Aktivitäten wie persönliche Kommunikation, Kaufverhalten oder Fernsehen aus, um nur drei zu nennen, von denen wir bis vor ein paar Jahren noch dachten, sie seien für immer unveränderlich. Sie verändert auch unser Verhältnis zum Thema Arbeit und zwar besonders das “Was”, “Wo” und “Wie”.

All diese Veränderungen stellen neue Anforderungen an unsere Möbel und unser Verständnis des Begriffs “funktional” in diesem Zusammenhang. Auch diesen Bereich hielten wir noch vor einigen Jahren für absolut beständig.

Im Rahmen der Ausstellung “USM Haller HomeWork” sucht smow Köln mithilfe des USM Haller Möbelbausystems Antworten auf diese Entwicklungen.

USM Haller HomeWork, smow Köln

 

“… Wovon

Doch sprechen wir, sind wir in Eurem Alter?

Wenn draußen Wind und Regen schlägt des dunkeln Dezembers?

Wie, geklemmt in unsre Höhle,

Verschwatzen wir alsdann die frostigen Stunden?”

Das fragt Arvirargus seinen Bruder Guiderius in Shakespeares Stück Cymbeline, bevor er beklagt:

“Wir sahen nichts”

Für neue, anregende Eindrücke und viel Diskussionsstoff sollte im Dezember 2019 und in den Monaten danach der Besuch einer der folgenden Ausstellungen sorgen, die in diesem Monat in Wien, Holon, Bloomfield Hills, Weil am Rhein und San Francisco eröffnet werden.

5 New Architecture & Design Exhibitions for December 2019

Wir geben es zu: Mehr oder weniger neu … Denn bereits im Mai 2019 machte es die große Zahl weltweit neuer Architektur- und Designausstellungen möglich, gleich zwei Empfehlungslisten zu erstellen: Eine mit Ausstellungen mit starkem Fokus auf Bauhaus/Zwischenkriegsmoderne und eine allgemeinere, weniger fokussierte. Fünf Monate vor dem nächsten Frühjahr hat die globale Museumslandschaft das Sommerloch nun restlos hinter sich gelassen, und wir treffen wieder auf eine Fülle neuer Ausstellungen, die dazu einladen, zwei Empfehlungslisten zu erstellen. Im Mai haben wir mit den allgemeineren Tipps begonnen, also fangen wir diesmal mit neuen Ausstellungen in Berlin, Weimar, Cottbus, London W1 und London E17 an, die alle im weitesten Sinne das Bauhaus und die Zwischenkriegsmoderne untersuchen.

5 New Architecture & Design Exhibitions for October 2019 – Bauhaus Special

Wenn die jüngste Geschichte Deutschlands eine Geschichte von Ost und West ist, dann ist die ältere Geschichte Deutschlands eine von Nord und Süd. Eine Geschichte, in der aus dem Konflikt zwischen der Hanse und den Händlern der südlichen Staaten ein Konflikt zwischen Preußen und Baden, Württemberg, Hessen und Bayern wurde, wobei letztere die Verträge von 1870 zum Beitritt ins neue Deutsche Reich am widerwilligsten ratifizierten. Diese Zurückhaltung kam nicht nur durch langwierige Überlegungen und die anfängliche Ablehnung der Verträge durch den damaligen Bayerischen Landtag zum Ausdruck, sondern offenbarte sich auch durch das Fehlen des damaligen bayerischen Königs Ludwig II. bei der offiziellen Proklamation des Kaiserreichs im Januar 1871.

Doch trotz des zähen Widerstandes und der Feindseligkeit gegenüber der Union sind es heute Weißbier, Lederhosen, der FC Bayern sowie Märchenschlösser, die für so manchen Nichtdeutschen deutsche Identität ausmachen.

Andererseits hat Bayern auch sehr viel zur Entwicklung des zeitgenössischen Designs in Deutschland beigetragen. Da sind die Bemühungen der Vereinigten Werkstätten für Kunst im Handwerk Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts; Die Neue Sammlung als eines der ältesten und größten Design-Museen; der in München geborene und ansässige Designer Konstantin Grcic oder aber der im Chiemgau ansässige Designhersteller Nils Holger Moormann. Das populäre Verständnis von “Designed in Germany” außerhalb des Freistaates hängt wiederum häufig mit dem Begriff der guten Form zusammen (weitgehend in Ulm entwickelt und wohl am häufigsten durch Braun realisiert) und ist verknüpft mit Porsche in Stuttgart oder Volkswagen in Wolfsburg. Oder, und gerade in diesem Jahr, mit dem Bauhaus. Einer Institution, die, wie wir im Rahmen unserer Berichterstattung über den smow Song Contest 2019 festgestellt haben, sehr preußisch war. Studierende aus Bayern gab es jedenfalls weniger als Studierende vom Mars.

Doch was können bayerische Designschulen beitragen, um diesen Zustand zu verändern, um bayerisches Design bekannter zu machen? Eine konkrete Prognose können wir nicht abgeben, denn wir haben nur zwei bayerische Designschulen besucht. Im Grunde waren es drei, aber nur zwei waren geöffnet.#campustour 2019: Germany - Bavaria

Während der Frühling in der Natur einmal im Jahr für neues Leben sorgt, erwacht das Design-Museum jedes halbe Jahr: Im Frühling erwachen die Kuratoren aus ihrem Winterschlaf und im Herbst aus dem Sommerloch. Jedes Mal versprechen sie Wachstum, Energie, neuen Esprit und neue Erfahrungen.

Im September 2019 läuten wir das Ende des Sommerlochs mit 5 neuen Ausstellungen in Berlin, Helsinki, Weil am Rhein, Stockholm und ‘s-Hertogenbosch ein.

5 New Architecture & Design Exhibitions for September 2019

Es ist eine unumstrittene Tatsache, dass die kreative Arbeit des aus Boppard am Mittelrhein stammenden Tischlermeisters Michael Thonet und später des Unternehmens Thonet das Möbeldesign und -verständnis sowie die gesamte Möbelindustrie von der Produktion bis hin zum Handel und Vertrieb maßgeblich geprägt hat. Mit der Ausstellung “Thonet & Design” begibt sich Die Neue Sammlung München auf eine Reise durch die 200-jährige Unternehmens- und Designgeschichte Thonets.

Thonet & Design, Die Neue Sammlung - The Design Museum, Munich

August der Erste, mag auch August der Starke gewesen sein, August 2019 kommt jedenfalls genauso selbstbewusst daher, was nicht zuletzt mit den folgenden fünf neuen Architektur- und Designausstellungen in Osnabrück, Zürich, Dresden, Malmö und Glashütte Baruth zusammenhängt.

5 New Architecture and Design Exhibitions for August 2019

Am 14. Mai 2019 entschied der Europäische Gerichtshof, dass alle Arbeitgeber verpflichtet sind, “ein objektives, zuverlässiges und zugängliches System einzurichten, das es ermöglicht, die Dauer der täglich von jedem Arbeitnehmer geleisteten Arbeitszeit zu messen.”1

Am 15. Juli 1855 erhielt Johannes Bürk für ein solches System ein Patent.

Ein System, das, wie die Ausstellung “Zeit Freiheit und Kontrolle – Johannes Bürk und die Folgen” des Uhrenindustriemuseums Villingen-Schwenningen erklärt, vielen Entwicklungen im Bereich der Erfassung, Überwachung und Verwaltung der Zeit den Weg ebnete. Diese Entwicklungen verliefen im Zuge der Industrialisierung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts und waren für ihren Erfolg unerlässlich. Sie prägen unsere postindustrielle Gesellschaft nach wie vor.

 

Time, Freedom and Control. The Legacy of Johannes Bürk, the Uhrenindustriemuseum Villingen-Schwenningen

Nach all der Kontroverse um den Sieg von smow Tel Aviv (nicht zuletzt um die Frage, ob es smow Tel Aviv überhaupt gibt) beim smow Song Contest 2018, macht es der Durchführungsort des Contest 2019, Israel, möglich das zentrale Thema hervorzuheben.

smow song contest 2019

Nein, es sind nicht nur Schulterpolster und grelle Farbkontraste!

Die Ausstellung “1980s – A new era in furniture design” im Museum of Furniture Studies untersucht das Möbeldesign eines bewegten Jahrzehnts. Eines Jahrzehnts, das ein grundlegend neues Verständnis von Möbeldesign hervorbrachte, und einen so nachhaltigen Einfluss hatte wie zuvor nur die 1920er Jahre.

Works by Olle Anderson and First Chair Michele de Lucchi, as seen at 1980s - A new era in furniture design, The Museum of Furniture Studies, Stockholm

5 New Architecture & Design Exhibitions for March 2019

“Hüte dich vor den Iden des März” soll der Wahrsager Spurinna Julius Caesar angeblich gewarnt haben und wahrscheinlich bedauert dieser

Treue Leser wissen, dass wir uns häufig über die Monotonie und Homogenität auf Möbelmessen beklagen. Dieselbe Beobachtung machte aber auch jemand anderes. In seinem 2015 erschienenen Buch “Swedish Design: An Ethnography” beschreibt der Anthropologe Keith M. Murphy einen Besuch der Stockholm Furniture Fair sinngemäß mit den Worten: “Das Problem war, dass sich Vieles so sehr ähnelte und ich habe mich in der Ausstellung nur schwer zurechtgefunden.” Später fügt er hinzu: “Es werden nicht verschiedene Arten von Objekten gezeigt, sondern viele Objekte derselben Art.”2006 wie 2019. Interessanterweise bemerkt er weiterhin, man könne sich dem Eindruck nicht entziehen, Schweden stehe unter einer Tyrannei einfacher Formen und kräftiger Farben. Heutzutage sind es wahrscheinlich eher Pastelltöne, aber naja …

Das passiert nicht nur in Stockholm, sondern überall, wo sich die Möbelindustrie versammelt. Natürlich gibt es dafür diverse Gründe, die hier den Rahmen sprengen würden. Die Konsequenz ist jedenfalls, dass es auf jeder Möbelmesse zwar viele ansprechende Objekte gibt, sich diese aber wiederholen, stets die gleiche Sprache sprechen und so schnell langweilig werden. Trotzdem gibt es auch Produkte, die etwas Interessantes zu sagen haben und das auch noch intelligent, eloquent und ansprechend. Möglicherweise haben wir einige Schätze verpasst oder nicht verstanden, aber hier kommen unsere High 5 der Stockholm Furniture Fair.

Stockholm Furniture Fair 2019: High Five!!

Frankfurts damaliger Bürgermeister Ludwig Landmann schrieb 1926, eine neue Generation, ein neues Zeitalter, müsse Formen und Haltungen für ihre innere und äußere Welt entwickeln, die ihrem Wunsch nach Wohlbefinden und ihren Idealen entsprechen.1

Die Ausstellung “Moderne am Main 1919-1933” im Museum Angewandte Kunst Frankfurt zeigt diese Entwicklungen in Frankfurt und Umgebung und beleuchtet besonders den Beitrag, den die Region zum Verständnis von Architektur und Design zwischen den Kriegen geleistet hat und das Erbe davon.

Moderne am Main 1919-1933 @ Museum Angewandte Kunst Frankfurt

Die französische Designerin Ionna Vautrin erreichte mit ihrer Binic Leuchte für den italienischen Hersteller Foscarini erstmals ein breites, internationales Publikum. Binic gehört zu den glorreichen, freudigen Momenten in der Geschichte des Lichtdesigns – ein charakterstarkes, aber doch von Eitelkeit freies Werk, universell einsetzbar und doch individuell.

Ionna Vautrin ist jedoch mehr als Binic: Schon vorher hatte die Designerin eine abwechslungsreiche, internationale Karriere, arbeitete mit vielen Designstudios zusammen und sammelte Erfahrungen in verschiedenen Designbereichen.

Um mehr über die Designerin zu erfahren, trafen wir uns mit Ionna Vautrin in Paris.

Ionna Vautrin

Nicht nur unter Menschen, auch in der gesamten Tierwelt geht es beim Essen nicht nur um die Nahrungsaufnahme, sondern seit Urzeiten vor allem auch um soziale Kontakte und Bindungen. Man könnte also über die spirituellen Aspekte der Ernährung eben so viel sagen wie über die körperlichen. Doch während Tiere im Allgemeinen dort speisen, wo sie Nahrung finden, haben wir Menschen spezielle Räume als Tempel für die unzähligen Rituale, Dramaturgien und Codes menschlicher Esskultur entwickelt: Dazu gehören das Faulenzen und die Ruhe der alten Griechen oder das ausgelassene elisabethanische Bankett genauso wie die freizügigen “salles privées” im Paris des Zweiten Kaiserreichs oder eben unsere eigenen privaten, häuslichen Arrangements. Esstische, Stühle und Bänke werden so nicht nur zu Chronisten des individuellen Schicksals und gesellschaftlicher Konventionen, sondern reflektieren auch unser persönliches Verständnis von Esszimmern.

Im Rahmen der Passagen 2019 in Köln präsentiert smow Köln zeitgenössische Ansätze der deutschen Hersteller ASCO und KFF zum Thema “Dining Room”.

AXIS 3 von ASCO und Gaia von Monica Armani für KFF, gesehen @ Dining Room mit ASCO und KFF, smow Köln, Passagen Köln 2019

Genau wie immer populärer werdende Coworking-Konzepte Arbeit und Arbeitsplätze verändern, verändert das beliebter werdende Zusammenwohnen das Verständnis von Wohnraum. Die Ausstellung “Together! Die neue Architektur der Gemeinschaft” im Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig rückt das gegenwärtige gemeinschaftliche Wohnen in den Fokus. 

Poolhaus Vienna, as seen at Together. The new architecture of the collective the Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig

Es kommt nur selten vor, dass der Fokus einer Ausstellung nicht auf dem zentralsten, größten und am aufwendigsten inszenierten Objekt einer Ausstellung liegt, sondern stattdessen auf der Art und Weise wie der Besucher durch die Ausstellung geführt wird.

Man kann das ignorieren – sollte es aber nicht.

Dieser seltene Fall trifft jedoch auf die neue Ausstellung “Inside Out – Einsichten der Möbelkunst” des Kunstgewerbemuseums Berlin zu.

Inside Out. Understanding the art of furniture making at the Kunstgewerbemuseum Berlin

2016 veranstaltete Vitra mit einer eigenen Halle auf der Orgatec Köln gewissermaßen eine eigene Messe und teilte Raum und Ideen zur Zukunft der Arbeit mit vielen geladenen Gästen, Freunden und Familie. Das Konzept Work war offenbar erfolgreich, denn auf der Orgatec Köln 2018 wurde es erneut genutzt.

Vitra - Work, Orgatec Cologne 2018

Pünktlich zum Novemberanfang präsentieren wir euch fünf neue Architektur- und Designausstellungen. Mit dabei: Ditzel, von Borries, Japan, Lettland und Duchamp.

5 New Architecture & Design Exhibitions for November 2018