Kategorie: smow


Aufgrund der einzigartigen Gesichte sowi weltpolitischen Relevanz sind die Geschichten der kulturellen Institutionen der Stadt Berlin unfassbar komplex. Und die Anzahl dieser kulturellen Institutionen ist weitaus höher als in so manch anderer Metropole. Nur wenig Städte können von sich behaupten zwei öffentliche Zoos, drei Opernhäuser und 4 staatliche Universitäten zu haben. Während drei dieser Universitäten individuelle Kurse in Fächern wie Architektur, Theaterwissenschaften oder Musik anbieten, so gibt es nur eine unter ihnen an der man all das – neben Design – studieren kann: Die Universität der Künste Berlin.

Universität der Künste Berlin Design Department

Kaum ein zweites Material hatte einen derartigen Einfluss auf Architektur und Design und ist zudem so anonym geblieben wie das Furniersperrholz. Ein Material, das in der Öffentlichkeit leicht übersehen wird und in einem akademischen Kontext bisher kaum erforscht wurde. Das V&A Museum London will jetzt mit der Ausstellung “Plywood: Material of the Modern World” Abhilfe schaffen.

Plywood: Material of the Modern World at the V&A London

Obwohl sie älter als das Bauhaus ist, hat die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle nie dieselbe Anerkennung wie ihr hochgelobter Nachbar erfahren. Nichtsdestotrotz existiert die Burg noch und das nicht aufgrund ihrer Lorbeeren, sondern dank der Bemühungen und Ideen ihrer Mitarbeiter und Studierenden, die die Burg ständig weiterentwickeln. Die alljährliche Sommerausstellung zeigt, wie diese Bemühungen aussehen können.

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle: The Goldbau

Voller Wissensdurst kam sie aus dem fernen Griechenland nach London, studierte Bildhauerei am St Martins College und kannte sich, zumindest laut Jarvis Cocker, absolut nicht in der brutalen Realität der britischen Gesellschaft in den späten 1980er-Jahren aus. Begierig zu wissen, ob die heutigen Designabsolventen der Central St Martins 2017 fester in der Realität verankert sind, machen wir uns im Rahmen der #campustour 2017 auf in den Norden Londons.

Central St Martins,London. The Granary

Der Vorläufer der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart aus dem 18. Jahrhundert wurde als ein Ort gegründet, “an dem die Jugend kultiviert werden würde, wie Pflanzen in einer Gärtnerei.” Während Gärtnereien jedoch starke und edle Bäume, zart blühende Blumen und widerstandsfähige Stauden produzieren, bringen sie doch auch immer wieder instabile, experimentelle Hybriden hervor und bieten den perfekten Nährboden für Parasiten und Krankheiten. Wie gut es um die Aufzucht der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bestellt ist, lässt sich auf der “Rundgangs- und Sommerausstellung 2017” in Erfahrung bringen.

Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Dass das Sommerloch auch vor Ausstellungseröffnungen keinen Halt macht, ist uns durchaus bekannt. 2017 erreicht dieses Loch jedoch neue Ausmaße und so können wir statt der sonst üblichen 5 lediglich 4 neue Ausstellungen vorstellen. Entweder geht die globale Museumswelt davon aus, dass wir uns alle am Strand befinden und uns folglich nicht für einen Gang in‘s Museum interessieren oder aber sie rechnet mit dem Ende der Welt im kommendem September, sodass die Eröffnung neuer Ausstellungen schlichtweg kein Sinn machen würde. Es ist alles ein großes Rätsel. Nichtsdestotrotz sind wir durchaus interessiert. Außerdem braucht es doch etwas mehr als die Androhung einer baldigen Apokalypse, um uns von einer interessanten Ausstellung abzuhalten. Unsere Empfehlungen für den August 2017 sind Ausstellungen in Zürich, Kopenhagen, Moskau und Weimar.

5 New Design Exhibitions for August 2017

Es war einmal vor langer Zeit, da lebten in der Stadt Kassel zwei Brüder mit dem Namen Grimm. Der Legende nach reisten Jakob und Wilhelm, so lauteten die Vornamen der Brüder, nach Marburg, um dort reiche Anwälte zu werden. Aber anstatt ihre Zeit damit zu verbringen Gesetzestexte und Rechtsprechung zu studieren und zu lernen, wie man möglichst hohe Rechnungen schreibt, verbrachten die Brüder ihre Tage mit den Hexen, Königen, Königinnen und Elfen der nordischen Volkssagen. Die Bürger von Kassel waren verärgert, als sie erfuhren, was die Brüder trieben, und so versammelte sich eine große Gruppe, um sie bei ihrer Rückkehr in Empfang zu nehmen. „Warum verschwendet ihr eure Zeit mit diesem romantischen Blödsinn?“, wollten sie wissen, denn immerhin war ihnen der kulturelle Kontext jener Periode durchaus bekannt. „Das ist kein romantischer Blödsinn“, protestierten die Brüder, „diese Geschichten enthalten die Weisheiten der Generationen vor uns, Weisheiten, die wir längst vergessen haben, obwohl sie uns doch helfen könnten unsere Zeit besser zu verstehen und uns auf die Zukunft vorzubereiten.“

Und dann wurden sie vom Wolf gegessen.

Romantische Träumereien? Zeitgenössische Neuinterpretationen von Traditionen? Oder doch lediglich autonome Fahrzeuge und Apps, die einem sagen, wann man zu viel getrunken hat, oder wer die bösen Stiefschwestern unter den Social Media Nutzern sind? Welches Märchen der Zukunft präsentiert uns wohl die Kunsthochschule Kassel?

Kunsthochschule Kassel @ Rundgang 2017Kunsthochschule Kassel @ Rundgang 2017

Die schwedische Stadt Lund ist berühmt als Geburtsort des Tetra Packs und so der  Ausgangspunkt einer globalen Revolution hinsichtlich unserer Konsummuster und des Vertriebs von Nahrungsmitteln. Ob sich unter den Abschlussprojekten der Lunder Universität School of Industrial Design auch welche finden, die zu so simplen, logischen und Ressourcen schonenden Lösungen finden – idealerweise natürlich ohne die zusätzlichen Recyclingprobleme – lässt sich jetzt auf der Abschlussausstellung 2017 der Institution herausfinden.

 

Lund University School of Industrial Design Degree Exhibition 2017

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider…

Wie einfach das Leben doch ist, wenn man ein Kind ist. In fast allen Bereichen des Lebens wird dieses immer komplexer und komplexer. Wenn es jedoch um unser Farbverständnis geht, bleibt uns unser inneres Kind doch irgendwie ewig erhalten. Mit der Ausstellung “Breathing Colour” im Design Museum London bringt die niederländische Designerin Hella Jongerius uns dazu, diesem inneren Kind freien Lauf zu lassen.

Noon colour catchers, as seen at Breathing Colour by Hella Jongerius, London Design Museum

Bereits der Apostel Paulus schreib in seinem Galaterbrief: „Was der Mensch sät, das wird er auch ernten.“ Wie sich diese Weisheit manifestiert, kann man derzeit anhand unserer verdrehten Wahrnehmung bezüglich der modernen Farmwirtschaft und der Produktion von Lebensmitteln beobachten. Was wir säen könnten, oder vielmehr sollten, um die Früchte einer nachhaltigen, demokratischen Ernte zu erlangen und was unsere persönliche Einstellung zu Lebensmitteln mit dieser Frage zu tun hat, wird derzeit in der Ausstellung „Food Revolution 5.0 – Gestaltung für die Gesellschaft von morgen“ im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg näher betrachtet.

Food Revolution 5.0. Design for Tomorrow’s Society at the Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

“Was machst du diesen Sommer, Amory?” fragt Tom D’Invalliers Amory Blaine in F. Scott Fitzgeralds Roman „Diesseits vom Paradies”. “Frag mich nicht”, lautet, etwas träge, die Antwort. „Das gleiche wie immer, denke ich. Ein oder zwei Monate am Lake Geneva verbringen – weißt du, ich verlasse mich darauf, dass du im Juli da auch da sein wirst – und dann Minneapolis.“

Bitte entschuldige Amory, aber die Schönheit vom Lake Geneva wirst du wohl alleine genießen müssen, denn auf unserer Agenda stehen neue Design- und Architekturausstellungen in London, Berlin, New York und Holon! Aber wer weiß, vielleicht kommen wir danach auf einen kurzen Abstecher in Minneapolis vorbei.

5 New Design Exhibitions for June 2017

Nicht nur Willie Nelson, auch wir sind “on the road again”. Ähnlich wie in seinem Songtext einst Sinti und Roma durch die Landen zogen, werden jetzt wir unterwegs sein und Orte besuchen, die wir noch nie gesehen haben, Sachen sehen, die wir vielleicht niemals wieder sehen werden. Wieder mal ist es Zeit für die smow Blog Campustour.

smow blog #campustour 2017

Die Zeit ist ein komisches Ding: Sie begleitet unser Universum seit Anbeginn, hat die Entwicklung unserer zivilen und sozialen Gesellschaft ermöglicht, sie ist die Grundlage unserer ökonomischen, industriellen und kommerziellen Systeme und führt uns durch jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr und das ganze Leben.

Und trotz allem ist noch immer unklar, ob sie tatsächlich existiert.

Und wenn sie existiert, dann in welcher Form? Wie können wir sie visualisieren und dokumentieren? Hat sie einen inhärenten Wert?

Einige Vorschläge für mögliche Antworten liefert die Ausstellung Designpreis Halle 2017.

Designpreis Halle 2017. White

Mit Much More Than One Good. Chair Design & Gesellschaft in Dänemark, präsentiert die Dänische Botschaft in Berlin eine Ausstellung über die Entwicklung des Designs in Dänemark seit 1945 und so im übertragenen Sinne auch eine Untersuchung der dänischen Gesellschaft und ihrer Entwicklung seit 1945.

Much More Than One Good Chair @ Felleshus Berlin

Auf der nördlichen Halbkugel markiert der Juni in astronomischer wie meteorologischer Hinsicht den Sommeranfang – auf der südlichen Halbkugel hingegen den Beginn des Winters.

Die einen frohlocken, die anderen lamentieren… und wir kriegen es mal wieder gar nicht mit, weil wir so beschäftigt damit sind, Architektur- und Designausstellungen durchzugehen. Unsere 5 Empfehlungen für den Juni 2017 sind Ausstellungen in Den Haag, Frankfurt, New York, Leipzig und Brüssel.

5 New Design Exhibitions for June 2017

Es ist Anfang Mai und wieder einmal ist das Partyschiff, das wir smow Song Contest nennen, bereit abzulegen…

smow song contest 2017

Am 1. Mai 1851 eröffnete Queen Victoria die Great Exhibition im Londoner Hyde Park: Die erste „Weltausstellung“ – ein Event, das die Vorzüge des Industriezeitalters feierte und dessen Einflüsse auf Industrie, Wirtschaft, Wissenschaft, Architektur und Gesellschaft noch Jahrzehnte danach weltweit spürbar sein sollten. Man kann zurecht behaupten, dass mit der Great Exhibition der Grundstein für sämtliche technischen Fortschritte im 18. und 19. Jahrhundert gelegt wurde. Der Gewinn aus den Eintrittsgeldern – 6 Millionen Besuchern sei Dank – ermöglichte dabei den Bau des Londoner Wissenschaftsmuseums, des Naturkundemuseums und des benachbarten Victoria and Albert Museums.

Auch diesen Mai öffnen wieder zahlreiche Architektur- und Designausstellungen ihre Pforten. Unsere fünf Favoriten sind Ausstellungen in Hamburg, Atlanta, Amsterdam, London und Stuttgart.

5 New Design Exhibitions for March 2017

Der “Bayerische Staatspreis für Nachwuchsdesigner” ist einer der interessanteren internationalen Designpreise. Das liegt nicht nur daran, dass er nur alle zwei Jahre stattfindet und so nicht Gefahr läuft, sich auf das Spiel mit dem “Jedes-Jahr-etwas-Neues”-Wahn der zeitgenössischen Designindustrie einzulassen und daran, dass sich der Wettbewerb nicht exklusiv an junge Designer richtet. Hinzu kommt auch, dass neben den üblichen Kategorien auch Preise in den Kategorien Designforschung und Gestaltendes Handwerk vergeben werden. Damit vertritt der Wettbewerb ein, wie wir finden, gesundes und positives Verständnis des Designbegriffs.

Die Gewinner des “Bayerischen Staatspreises 2016” wurden am Montag, den 6. März bei der Preisverleihung in München bekannt gegeben.

Merhaba by Susanne Honsa – Winner Applied Crafts, as seen at Bayerischer Staatspreis für Nachwuchsdesigner 2016 exhibition, Munich

1969 ließ der damalige französische Präsident Georges Pompidou verlauten, dass er sich in Paris ein großes Museum wünsche, das sich allen möglichen Arten der Kunst widmen, Kreativität fördern und architektonisch selbst ein zeitgenössisches Kunstwerk darstellen würde. Am 31. Januar 1977 – drei Jahre nach George Pompidous frühem Tod – wurde sein Traum mit der Eröffnung des Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou, Le Centre Pompidou, Paris Realität.

Le Centre Pompidou, Paris (Photo Maureen, via commons.wikimedia.org)

In den Medien und der aktuellen Forschung ist der 3D-Drucker omnipräsent, im Alltag der meisten hingegen taucht er kaum auf. Es sei denn es geht um Tablethalterungen, Cosplayaccessoires oder Star-Wars-Schachfiguren. Kurz gesagt: als populäre Beschäftigung führt die 3D-Druckerei ein Nischendasein unter Nerds – und oft ein sehr, sehr triviales. Jedenfalls sind 3D-Drucker nicht allzu weit verbreitet und spielen in kommerzieller und industrieller Hinsicht kaum eine Rolle. Noch nicht! Aber die Zeit wird kommen – da sind wir uns sicher!

Wie das im Kontext der Möbelindustrie aussehen wird ist noch offen, aber mit dem PrintStool haben der Designer Thorsten Franck und der Hersteller Wilkhahn einen großen Schritt in eine interessante Richtung gemacht.

PrintStool by Thorsten Franck for Wilkhahn, here as seen at NeoCon Chicago 2016

Der deutsche Architekt und Designer Ferdinand Kramer übertrug nicht nur die neuen Konstruktions- und Designgrundsätze, die in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen aufkamen, in seine Architektur, seine Möbel- und Produktdesigns – er war in diesem Zusammenhang auch ein sehr eloquenter Autor und half, bzw. hilft dabei die Hintergründe funktionalistischer Ideale und all das, was diese Ideale so faszinierend macht, zu verstehen.

The Kramer Principle Design for Variable Use Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main Chair B 403 Thonet

Mit der Ausstellung “Stapeln. Ein Prinzip der Moderne” zelebriert das Wilhelm Wagenfeld Haus in Bremen die Vielseitigkeit eines der einfachsten (Design)-Prinzipien.

Stackable Chairs, as seen at Stapeln. Ein Prinzip der Moderne at the Wilhelm Wagenfeld Haus Bremen

Mit Holzklasse tun sich für Designer Nils Holger Moormann und VW-Bus-Individualisierer CustomBus neue Wege auf.

Herr über alles in seinem Blickfeld...

Fünf neue Architektur- und Designausstellungen, welche im Dezember 2016 eröffnen und die wir Ihnen wärmstens ans Herz legen. Diesmal in Kopenhagen, Weimar, Nürnberg, London und München.

 

5 New Design Exhibitions for December 2016

Wir müssen mit einem Geständnis einsteigen. Dieses High Five! ist eigentlich ein High Four! Das hat nichts damit zu tun,