Category: Design


„Man sitzt bequemer auf einer Farbe, die man mag“, erklärt Verner Panton in seinem 1997 erschienenen Buch „Lidt om Farver/Notes on Colour“.1

Panton bringt damit sehr prägnant ein Verständnis von Farbe zum Ausdruck, das über Farbe als rein dekoratives Element hinaus geht. Er liefert eine von vielen Überlegungen zur Funktion und Relevanz von Farbe jenseits des rein Dekorativen, die in vielfältiger Form im Verlauf der Geschichte des Möbel- und Produktdesigns auftauchen.

In den kommenden Wochen möchten wir uns anhand einer Auswahl von Texten und Äußerungen diverser, internationaler Gestalter, kontrastierende und manchmal komplementäre Überlegungen anschauen und nachvollziehen.

Auch wenn nicht alle Quellen, die wir uns aussuchen, als Theorie, geschweige denn Farbtheorie im klassischen Sinne gelten, können die Äußerungen und Dokumente der jeweiligen Gestalter über die Beziehungen zwischen Farbe und Form, Farbe und Funktion, Farbe und Benutzer, Farbe und Kunstfertigkeit, etc. doch als Beiträge zu einer formaleren Design-Farb-Theorie betrachtet werden.

Wir beginnen mit Verner Panton und seinem Buch „Lidt om Farver/Notes on Colour“.

The Panton Chair by Verner Panton for Vitra .... but on which one would you sit most comfortably......?

Aus allseits bekannten Gründen fiel in diesem Jahr nicht nur die internationale Möbel- und Einrichtungsmesse imm cologne aus, die für Mitte Januar 2021 geplant war, sondern auch die Passagen Interior Design Week Köln. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass Mitte Januar nicht trotzdem frisches zeitgenössisches Design in Köln zu finden war. In einer offline realisierten und online präsentierten Ausstellung stellte die Assemblage Generation Köln die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit mit der Glashütte CIAV Meisenthal vor. Eine virtuelle Ausstellung und ein Projekt zum Anfassen, das nun in einem kurzen Film erkundet werden kann.

Generation Köln x CIAV Meisenthal

Es geht uns hier nicht um die Situla (lat. „Eimer“) von Gotofredo selbst, sondern um das, was auf dem kleinen, filigran geschnitzten Elfenbeinobjekt aus dem 10. Jahrhundert abgebildet ist: Die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes schreiben ihre Evangelien, wie wir annehmen, an höhenverstellbaren Pulten.

<em>La Situla del vescovo Gotofredo</em> (photo Dominik Matus via commons.wikimedia, CC BY-SA 4.0)

Im Jahr 1977 sagte Ludwig Glaeser, der Kurator des Mies-van-der-Rohe-Archivs am Museum of Modern Art, New York, dass „es sicher mehr als ein Zufall ist, dass Mies van der Rohes Engagement für Möbel- und Ausstellungsdesign im selben Jahr begann wie seine persönliche Beziehung zu Lilly Reich.“1

Diese Aussage hat in vielerlei Hinsicht das Verständnis für die Möbelentwürfe sowohl von Ludwig Mies van der Rohe als auch von Lilly Reich geprägt. Und so ist dieses Verständnis „sicher mehr als ein Zufall“, aber eben vor allem auch falsch. Die Klärung der Aussage von Ludwig Glaeser und der daraus resultierenden Auffassung ist so nicht nur ein hervorragender Ausgangspunkt für eine Auseinandersetzung mit den Möbelentwürfen von Lilly Reich und Ludwig Mies van der Rohe, sondern auch für einige Überlegungen zur Geschichte des Möbeldesigns.

Ludwig Mies van der Rohe (1886 - 1969)

Wenn man dem allzu offensichtlichen Zauber von Eames, Nelson und Girard erliegt, vergisst man leicht, dass zum amerikanischen Design der Nachkriegszeit noch sehr viel mehr gehört –  nämlich auch Edward J. Wormley.

Edward J Wormley. 1955. Edward J Wormley papers; Professional (KA0048.02). New School Archives and Special Collections Digital Archive

Wir sind es zwar gewohnt, dass bei der Vorbereitung und Zusammenstellung unserer monatlichen Empfehlungen zu Architektur- und Designausstellungen unterschiedliche Komplikationen auftreten, doch im November 2020 haben sie ein nie dagewesenes Ausmaß angenommen. Und so war es diesmal nicht möglich, sich nach Zähneknirschen, Wehklagen und ängstlichem Warten mit einem Lieblingsgetränk und einer Tüte Chips zu entspannen und über den nächsten Post nachzudenken.

Erstens führten die kurzfristigen Änderungen der deutschen Corona-Beschränkungen dazu, dass die geplante Eröffnung von zwei unserer fünf Ausstellungen auf den Dezember verschoben wurde. Dann hat ein Museum in der Schweiz aus Gründen, die nicht genannt wurden und noch immer unklar sind, eine Ausstellung abgesagt. Wir haben die Empfehlungen für die beiden deutschen Ausstellungen beibehalten, weil sie, wenn alles gut läuft, im Dezember eröffnet werden, den Tipp für die ausfallende Schweizer Ausstellung jedoch ersetzt. Also sind unter unseren fünf Ausstellungsempfehlungen im November zwei Ausstellungen, die in Jyväskylä und Oslo eröffnet werden und drei Ausstellungen, die in Frankfurt, Hamburg und Leipzig eröffnet werden, die eigentlich im November eröffnet worden wären, jetzt aber mit leichter Verspätung eröffnet werden.

Wo sind jetzt also die Chips… ?

Wie immer in diesen Zeiten: Machen Sie sich bitte vor dem Besuch eines Museums mit den aktuellen Regeln bezüglich Eintrittskarten, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut. Und bleiben Sie bei Ihrem Besuch verantwortungsbewusst und vor allem neugierig…

 

5 New Architecture & Design Exhibitions for November 2020

Der deutsche Designer und Grafiker Otl Aicher sagte einmal: „Ein Theoretiker war Hans Gugelot nicht. Aber auch kein Praktiker. Ja, was ist man dann, wenn man weder Theoretiker noch Praktiker ist?“1

Ja, was…?

Die Ausstellung „Hans Gugelot: Die Architektur des Design“ im HfG-Archiv Ulm nähert sich einer Antwort auf diese Frage an.

Hans Gugelot. The Architecture of Design, HfG-Archiv Ulm

Während sich unsere Auffassung bezüglich der Form und Schönheit von Objekten, mit denen wir uns umgeben, ständig weiterentwickelt und verändert, ist unsere Auffassung von Funktionalität im Allgemeinen recht stabil. Zumindest, wenn die jeweilige Funktion einmal benannt und verstanden wurde, und so zur Norm geworden ist. Dieser Prozess lässt sich am sogenannten Centripetal Spring Chair von Thomas E. Warren bestens nachvollziehen.

A Centripetal Spring Chair by Thomas E. Warren for the American Chair Company with tapered back and armrests (Image © and courtesy Brooklyn Museum, Brooklyn)

Am Dienstag, den 22. September kommt es zur Tagundnachtgleiche 2020. Der Tag markiert damit den Beginn des Herbstes auf der Nordhalbkugel und den des Frühlings auf der Südhalbkugel.

Beide Jahreszeiten sind für die Launenhaftigkeit ihres Wetters bekannt und daher perfekt für einen längeren Besuch einer Architektur-, Design- oder Kunstausstellung geeignet.

Unsere Empfehlungen für vier neue Ausstellungen, die im Herbstmonat September 2020 eröffnet werden, finden Sie in Berlin, Kolding, Düsseldorf und nochmals in Berlin. Unser Tipp für eine neue Ausstellung im Frühlingsmonat September 2020 führt uns nach Sydney. Und wie immer in diesen Zeiten: wenn Sie beschließen ein Museum zu besuchen, machen Sie sich bitte im Voraus mit den aktuellen Regeln und Handhabungen bezüglich Eintrittskarten, Sicherheit, Hygiene, Garderobe usw. vertraut.

5 New Architecture & Design Exhibitions for September 2020

„Mit dieser Ausstellung sollen die kulturellen Errungenschaften des italienischen Designs des letzten Jahrzehnts und die Leistungen seiner Designer und scharfsinnigen Kritiker gewürdigt werden. Die Vielfalt ihrer Herangehensweisen an das Design wird durch die Präsentation einer Sammlung der interessantesten Beispiele ihrer Arbeit veranschaulicht.“1. So kündigten die Kuratoren die Ausstellung „Italy: The New Domestic Landscape“ des Museum of Modern Art 1972 an. Diese „neue Wohnlandschaft“ war jedoch nicht unbedingt von voluminös gepolsterten Sofas und eleganter Beleuchtung bestimmt.

 

Italy The New Domestic Landscape The Museum of Modern Art, New York 1972

Im Jahr 1 v. Cor. (vor der Corona-Pandemie) planten wir für 2020 eine theoretische sowie physische Office Tour durch das zeitgenössische Büro-Design. Unser Vorhaben entwickelten wir mit dem Wissen, dass im Oktober die Orgatec in Köln stattfinden und uns eine solche Tour hoffentlich einen ganz neuen Blick auf die Möbelmesse ermöglichen würde. Wie alle zunächst vermeintlich unkomplizierten Pläne erwies sich auch dieser als komplizierter als erwartet und schließlich leider zumindest physisch als nicht umsetzbar. Treue LeserInnen wissen natürlich, dass wir uns davon nicht abschrecken lassen und mit der theoretischen Ausführung vorliebnehmen.

In den nächsten Wochen präsentieren wir euch also vom Schreibtisch aus Überlegungen zum Interior Design zeitgenössischer Bürowelten und öffentlicher Einrichtungen, wobei unser Designkalender-Post zur 1993 eröffneten Ausstellung „Citizen Office“ im Vitra Design Museum den Anfang macht. Eigentlich war dies als 4. oder 5. Schritt geplant, aber nun gut…

Hier der Text, den wir ursprünglich als Einführung zu dem Thema geschrieben haben – etwas ausführlicher und mit einer Erklärung, dass die smow Blog Office Tour trotz des eindeutigen Titels nicht auf Büros beschränkt ist.

The smow blog #officetour, first the theoretical path, then the open road.....

In einem Jahr, in dem wir auf den gewohnten Glanz so mancher geliebter Kulturveranstaltung verzichten müssen, bleibt uns ein Leuchtfeuer erhalten. Als virtuelles Event ist der smow Song Contest eine Veranstaltung, der „Social Distancing“ und Reisebeschränkungen nichts anhaben können. Zwar können Nähe und globale Weite des virtuellen Raumes niemals die physische Dimension ersetzen, der smow Song Contest 2020 bietet uns aber allen die Möglichkeit, sicher und verantwortungsbewusst große Distanzen zu überbrücken und sorgt vor allem dafür, dass wir die Lust am Tanzen nicht verlieren.

smow song contest 2020

Mit der Ausstellung „Citizen Office“ realisierte das Vitra Design Museum nicht nur seine erste konzeptionelle, forschungsbasierte Ausstellung, sondern auch eine der ersten Museumsausstellungen zum Thema „Arbeitswelten“. Eine Ausstellung, die damals neue Wege und Reflexionen anstieß und auch heute noch interessante Einsichten und Erkenntnisse zu bieten hat.

Citizen Office as visualised by James Irvine

Natürlich würden wir alle Architektur- und Designmuseen viel lieber persönlich besuchen. Die erzwungene Beschränkung auf Online-Angebote bietet jedoch eine ausgezeichnete Gelegenheit, Architektur- und Designmuseen mal anders kennenzulernen. Das heißt nicht nur, den Ausstellungsraum inklusive Shop und Café zu besuchen, sondern mit den Museen und all ihren Sammlungen auf neue, proaktive Art und Weise zu interagieren.

Und auch wenn ein virtueller Besuch einen physischen Besuch niemals wird ersetzen können, so kann er uns doch helfen, unsere Kenntnisse zu vertiefen und zu erweitern. Es handelt sich also auch um eine Möglichkeit, noch mehr aus den physischen Ausstellungsbesuchen, die ganz sicher irgendwann wieder möglich sein werden, zu ziehen.

Unsere Online-Empfehlungen Teil II führen euch von eurem Sofa aus nach Berlin, Hamburg, Bloomfield Hills, Mumbai, München und hoffentlich noch viel weiter…

5 Online-Architektur- & Designausstellungen: Teil II

Auch wenn Museen geschlossen sind, reisen nur beschränkt möglich ist und geraten wird das Haus nicht zu verlassen, ist das kein Grund nicht mehr am kulturellen Leben teilzunehmen und die eigenen Kenntnisse in Sachen Architektur und Design nicht weiter auszubauen.

Wenn Sie nicht ins Museum gehen können, lassen Sie das Museum zu sich kommen.

Wir haben fünf Tipps für Online-Architektur- und Designausstellungen sowie Museumssammlungen zusammengetragen, die Sie bequem vom Sofa, Bett, Garten oder Balkon aus erkunden können.

5 Online Architektur- & Designausstellungen: Teil I

Mit den Worten Goethes:

Ohne Fastnachtstanz und Mummenspiel
Ist am Februar auch nicht viel. 1

Wir würden mal sagen, das ist absoluter Blödsinn!

Unsere Empfehlungen für neue Architektur- und Designausstellungen im Februar 2020 führen uns nach Weil am Rhein, New York, Wien, Houston und Kerkrade, und stellen gekonnt unter Beweis, dass der Februar sehr viel mehr zu bieten hat als Karneval.

5 New Architecture & Design Exhibitions for February 2020

Die immer stärkere digitale und virtuelle Vernetzung unserer Gesellschaft wirkt sich nicht nur auf alltägliche Aktivitäten wie persönliche Kommunikation, Kaufverhalten oder Fernsehen aus, um nur drei zu nennen, von denen wir bis vor ein paar Jahren noch dachten, sie seien für immer unveränderlich. Sie verändert auch unser Verhältnis zum Thema Arbeit und zwar besonders das „Was“, „Wo“ und „Wie“.

All diese Veränderungen stellen neue Anforderungen an unsere Möbel und unser Verständnis des Begriffs „funktional“ in diesem Zusammenhang. Auch diesen Bereich hielten wir noch vor einigen Jahren für absolut beständig.

Im Rahmen der Ausstellung „USM Haller HomeWork“ sucht smow Köln mithilfe des USM Haller Möbelbausystems Antworten auf diese Entwicklungen.

USM Haller HomeWork, smow Köln

Wir geben es zu: Mehr oder weniger neu … Denn bereits im Mai 2019 machte es die große Zahl weltweit neuer Architektur- und Designausstellungen möglich, gleich zwei Empfehlungslisten zu erstellen: Eine mit Ausstellungen mit starkem Fokus auf Bauhaus/Zwischenkriegsmoderne und eine allgemeinere, weniger fokussierte. Fünf Monate vor dem nächsten Frühjahr hat die globale Museumslandschaft das Sommerloch nun restlos hinter sich gelassen, und wir treffen wieder auf eine Fülle neuer Ausstellungen, die dazu einladen, zwei Empfehlungslisten zu erstellen. Im Mai haben wir mit den allgemeineren Tipps begonnen, also fangen wir diesmal mit neuen Ausstellungen in Berlin, Weimar, Cottbus, London W1 und London E17 an, die alle im weitesten Sinne das Bauhaus und die Zwischenkriegsmoderne untersuchen.

5 New Architecture & Design Exhibitions for October 2019 – Bauhaus Special

„Diese Haus ist ein Werk von Le Corbusier“ steht auf einem gelb-weißen Schild am Rande des Parks Zürichhorn. „Ich habe es zu seinen Ehren erstellen lassen, um von hier aus seine Ideen zu verbreiten und in seinem Sinne in der Öffentlichkeit zu wirken.“

Mit der Ausstellung „Mon univers“ will der Pavillon Le Corbusier in Zürich den Schweizer Architekten, Künstler, Designer und Autor aus einer ganz spezifischen Perspektive betrachten: Es geht um seine Sammlung.

A Spanish Tinaja, ships cowls, and furniture by Le Corbusier/Jeanneret/Perriand, as seen at Mon univers, Pavillon Le Corbusier, Zürich

Wir haben auf diesen Seiten einmal bezweifelt, dass Designermöbel in Comics eine Rolle spielen. Zwar erscheinen populäre Möbelentwürfe regelmäßig in anderen visuellen Medien aber in einem Comic…? Die Ausstellung „Living in a Box“ des Vitra Design Museums stellt überaus elegant unter Beweis, wie falsch wir damit liegen. „Living in a Box: Design und Comics“ untersucht nicht nur die Darstellung von Designmöbeln und -beleuchtung in Comics, sondern auch, wie Comics zum Möbel- und Lichtdesign beigetragen und es beeinflusst haben.

Living in a Box. Design and Comics, Vitra Design Museum Schaudepot

„Ich versichere Ihnen, dass Sie und Ihre Arbeit der Modellfall für das sind, wonach das Bauhaus gesucht hat“, schrieb Walter Gropius im April 1965 an Wilhelm Wagenfeld.

Wie Wilhelm Wagenfeld diesen „Modellfall“, zumindest in Bezug auf ein Designgenre, entwickelt hat, untersucht die Ausstellung „Wilhelm Wagenfeld: Leuchten“ im Wilhelm Wagenfeld Haus Bremen.

Tropfen (l) & Düren (r) by Wilhelm Wagenfeld for Glashütte Peill & Putzler, as seen at Wilhelm Wagenfeld: Lamps, Wilhelm Wagenfeld Haus, Bremen

Auch wenn der Beitritt zur „Frauenabteilung“ – der Weberei – für viele Bauhäuslerinnen nicht gerade ein aktiver Wunsch war, sondern eher eine Entscheidung nach dem Motto „Nimm, was du kriegen kannst“, ist es keinesfalls so, dass die Werkstatt unfreiwillige, lieblose Arbeiten produziert hätte, bzw. die zweite Geige am Bauhaus spielte. Weit gefehlt! Die Qualität und Relevanz der in der Bauhaus-Weberei entstandenen Arbeiten wird in vielerlei Hinsicht dadurch bestätigt, dass es sich bei der Weberei um eine der produktivsten und kommerziell erfolgreichsten Bauhaus-Werkstätten handelt.

Die Ausstellung „Bauhaus. Textil und Grafik“ in den Kunstsammlungen Chemnitz beschäftigt sich mit der Arbeit in den Bauhaus-Webereien, einigen Hauptakteuren der Institution und ihrem Platz im breiteren Kontext des Textildesigns aus der Zwischenkriegszeit. Dabei werden, wenn auch indirekt, die Geschlechterunterschiede, Ungleichheiten und Vorurteile am Bauhaus sehr deutlich.

Bauhaus. Textiles and Graphics, Kunstsammlungen Chemnitz

Nach all der Kontroverse um den Sieg von smow Tel Aviv (nicht zuletzt um die Frage, ob es smow Tel Aviv überhaupt gibt) beim smow Song Contest 2018, macht es der Durchführungsort des Contest 2019, Israel, möglich das zentrale Thema hervorzuheben.

smow song contest 2019

„Was im Mai nicht blüht, wirds im September nicht nachholen“, schrieb Friedrich Hebbel 1836 von Heidelberg aus an seine große Liebe Elise Lensing in Hamburg. Und obwohl er nach eigenem Bekunden ein sentimentaler, hypochondrischer Charakter war, der das Studium und das Lernen in Frage stellte, der bedauerte, bevor er das Studium begonnen hatte, was er durch das Studium verpassen würde, war Hebbel ein Dichter, der diese Melancholie brauchte.

Für alle anderen aber sind Studium und Lernen unerlässlich. Nutzen Sie also die folgenden fünf neuen Architektur- und Designausstellungen im Mai 2019 in München, Hamburg, Berlin, Bremen und Villingen-Schwenningen!

5 neue Architektur- & Designausstellungen im April 2019

Treue Leser wissen, dass wir uns häufig über die Monotonie und Homogenität auf Möbelmessen beklagen. Dieselbe Beobachtung machte aber auch jemand anderes. In seinem 2015 erschienenen Buch „Swedish Design: An Ethnography“ beschreibt der Anthropologe Keith M. Murphy einen Besuch der Stockholm Furniture Fair sinngemäß mit den Worten: „Das Problem war, dass sich Vieles so sehr ähnelte und ich habe mich in der Ausstellung nur schwer zurechtgefunden.“ Später fügt er hinzu: „Es werden nicht verschiedene Arten von Objekten gezeigt, sondern viele Objekte derselben Art.“2006 wie 2019. Interessanterweise bemerkt er weiterhin, man könne sich dem Eindruck nicht entziehen, Schweden stehe unter einer Tyrannei einfacher Formen und kräftiger Farben. Heutzutage sind es wahrscheinlich eher Pastelltöne, aber naja …

Das passiert nicht nur in Stockholm, sondern überall, wo sich die Möbelindustrie versammelt. Natürlich gibt es dafür diverse Gründe, die hier den Rahmen sprengen würden. Die Konsequenz ist jedenfalls, dass es auf jeder Möbelmesse zwar viele ansprechende Objekte gibt, sich diese aber wiederholen, stets die gleiche Sprache sprechen und so schnell langweilig werden. Trotzdem gibt es auch Produkte, die etwas Interessantes zu sagen haben und das auch noch intelligent, eloquent und ansprechend. Möglicherweise haben wir einige Schätze verpasst oder nicht verstanden, aber hier kommen unsere High 5 der Stockholm Furniture Fair.

Stockholm Furniture Fair 2019: High Five!!