Kategorie: Design


Im September fällt es uns zugegebenermaßen am schwersten, die fünf Empfehlungen für Architektur- und Designausstellungen zusammenzutragen: die Mehrzahl der Ausstellungen endet nämlich erst im tiefen europäischen Winter. Und so sind wir, die wir hier sitzen und hoffen, dass der Sommer noch ein kleines bisschen länger geht, gezwungen uns über Winterjacken und Handschuhe Gedanken zu machen. Bevor es wirklich Winter wird, sollte man also besser gleich nach draußen gehen und sich eine Ausstellung anschauen. Unsere 5 Empfehlungen für den September 2017 umfassen neue Ausstellungen in Weil am Rhein, Los Angeles, Utrecht, Frankfurt und Malmö…

smow blog 5 New Design Exhibitions for September 2017

Während der Fokus des Ludwig Forums Aachen zeitgenössische Kunst ist, gewährt das Museum seit März dieses Jahres zeitgenössischen Künstlern und dem Projekt “LuForm” einigen Platz. Die Designabteilung erweitert damit nicht nur den Umfang des Museums, sondern bietet lokalen Designern zudem eine neue Plattform für ihre Werke.

LuForm @ Ludwig Forum Aachen

Obwohl sie älter als das Bauhaus ist, hat die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle nie dieselbe Anerkennung wie ihr hochgelobter Nachbar erfahren. Nichtsdestotrotz existiert die Burg noch und das nicht aufgrund ihrer Lorbeeren, sondern dank der Bemühungen und Ideen ihrer Mitarbeiter und Studierenden, die die Burg ständig weiterentwickeln. Die alljährliche Sommerausstellung zeigt, wie diese Bemühungen aussehen können.

Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle: The Goldbau

Der Vorläufer der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart aus dem 18. Jahrhundert wurde als ein Ort gegründet, “an dem die Jugend kultiviert werden würde, wie Pflanzen in einer Gärtnerei.” Während Gärtnereien jedoch starke und edle Bäume, zart blühende Blumen und widerstandsfähige Stauden produzieren, bringen sie doch auch immer wieder instabile, experimentelle Hybriden hervor und bieten den perfekten Nährboden für Parasiten und Krankheiten. Wie gut es um die Aufzucht der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bestellt ist, lässt sich auf der “Rundgangs- und Sommerausstellung 2017” in Erfahrung bringen.

Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Die schwedische Stadt Lund ist berühmt als Geburtsort des Tetra Packs und so der  Ausgangspunkt einer globalen Revolution hinsichtlich unserer Konsummuster und des Vertriebs von Nahrungsmitteln. Ob sich unter den Abschlussprojekten der Lunder Universität School of Industrial Design auch welche finden, die zu so simplen, logischen und Ressourcen schonenden Lösungen finden – idealerweise natürlich ohne die zusätzlichen Recyclingprobleme – lässt sich jetzt auf der Abschlussausstellung 2017 der Institution herausfinden.

 

Lund University School of Industrial Design Degree Exhibition 2017

Grün, grün, grün sind alle meine Kleider…

Wie einfach das Leben doch ist, wenn man ein Kind ist. In fast allen Bereichen des Lebens wird dieses immer komplexer und komplexer. Wenn es jedoch um unser Farbverständnis geht, bleibt uns unser inneres Kind doch irgendwie ewig erhalten. Mit der Ausstellung “Breathing Colour” im Design Museum London bringt die niederländische Designerin Hella Jongerius uns dazu, diesem inneren Kind freien Lauf zu lassen.

Noon colour catchers, as seen at Breathing Colour by Hella Jongerius, London Design Museum

Als im letzten Jahr die Ausstellung “Rêveries Urbaines” der Brüder Ronan & Erwan Bouroullec im Vitra Design Museum eröffnet wurde, haben wir angedeutet, dass sich die ersten Projekte, die die Brüder im Rahmen ihrer Untersuchung von städtischen Räumen präsentierten, bereits im fortgeschritten Planungsstadium befinden.

Mit „Oui“ präsentiert die Kunsthal Aarhus das erste realisierte Projekt.

Oui Fireplace by Ronan and Erwan Bouroullec at Kunsthal Aarhus Die “Oui” Feuerstelle von Ronan und Erwan Bouroullec vor der Kunsthal Aarhus.

Die Augen fest auf die Strecke vor sich gerichtet, werden die Fahrer der Tour de France bei dem Zeitfahren durch die Straßen Düsseldorfs wohl kaum einen Gedanken an die Gebäude verschwenden, die sie auf ihrem Weg passieren.

Ganz schön schade, wenn man bedenkt, dass Düsseldorf einige Gebäude zu bieten hat, die nicht nur architektonisch und geschichtlich interessant sind, sondern auch durchaus in größeren Kontexten eine bedeutende Rolle spielen. Dieser Bedeutung würden sich die Radrennfahrer der Tour bewusst werden, wenn sie nur den Fuß etwas von der Pedale nehmen würden.

Radfahren bei einem Tempo, das erlaubt die Architektur Düsseldorfs zu genießen. Hier zu sehen: Die Rheinterrasse.

Die Zeit ist ein komisches Ding: Sie begleitet unser Universum seit Anbeginn, hat die Entwicklung unserer zivilen und sozialen Gesellschaft ermöglicht, sie ist die Grundlage unserer ökonomischen, industriellen und kommerziellen Systeme und führt uns durch jeden Tag, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr und das ganze Leben.

Und trotz allem ist noch immer unklar, ob sie tatsächlich existiert.

Und wenn sie existiert, dann in welcher Form? Wie können wir sie visualisieren und dokumentieren? Hat sie einen inhärenten Wert?

Einige Vorschläge für mögliche Antworten liefert die Ausstellung Designpreis Halle 2017.

Designpreis Halle 2017. White

Obgleich noch kein endgültiger Beweis vorliegt, hat sich in den letzten Jahren die Annahme durchgesetzt, dass sich langes Sitzen negativ auf die Gesundheit auswirken kann und dass diejenigen, die berufsbedingt viel sitzen, regelmäßig stehen, sich bewegen und ihre Arbeitsposition ändern sollten.

Aber was ist mit denen, die das nicht können? Mit denen, deren Jobs nun einmal langes Sitzen voraussetzen?

Wilde+Spieth Musikerstuhl (Photo Wilde+Spieth)

“Hast du jemals einen Roboter getroffen?” fragt das Vitra Design Museum.

Die Antwort ist Ja.

Auf die anderen 13 Fragen, die die Ausstellung “Hello, Robot. Design zwischen Mensch und Maschine” stellt, findet man nicht unbedingt so leicht eine Antwort. Sie sind aber wichtig, wenn es darum geht unsere Beziehung zu digitaler Technologie zu bestimmen.

Vitra Design Museum presents Hello, Robot. Design between Human and Machine

1969 ließ der damalige französische Präsident Georges Pompidou verlauten, dass er sich in Paris ein großes Museum wünsche, das sich allen möglichen Arten der Kunst widmen, Kreativität fördern und architektonisch selbst ein zeitgenössisches Kunstwerk darstellen würde. Am 31. Januar 1977 – drei Jahre nach George Pompidous frühem Tod – wurde sein Traum mit der Eröffnung des Centre national d’art et de culture Georges-Pompidou, Le Centre Pompidou, Paris Realität.

Le Centre Pompidou, Paris (Photo Maureen, via commons.wikimedia.org)

In den Medien und der aktuellen Forschung ist der 3D-Drucker omnipräsent, im Alltag der meisten hingegen taucht er kaum auf. Es sei denn es geht um Tablethalterungen, Cosplayaccessoires oder Star-Wars-Schachfiguren. Kurz gesagt: als populäre Beschäftigung führt die 3D-Druckerei ein Nischendasein unter Nerds – und oft ein sehr, sehr triviales. Jedenfalls sind 3D-Drucker nicht allzu weit verbreitet und spielen in kommerzieller und industrieller Hinsicht kaum eine Rolle. Noch nicht! Aber die Zeit wird kommen – da sind wir uns sicher!

Wie das im Kontext der Möbelindustrie aussehen wird ist noch offen, aber mit dem PrintStool haben der Designer Thorsten Franck und der Hersteller Wilkhahn einen großen Schritt in eine interessante Richtung gemacht.

PrintStool by Thorsten Franck for Wilkhahn, here as seen at NeoCon Chicago 2016

Der deutsche Architekt und Designer Ferdinand Kramer übertrug nicht nur die neuen Konstruktions- und Designgrundsätze, die in den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen aufkamen, in seine Architektur, seine Möbel- und Produktdesigns – er war in diesem Zusammenhang auch ein sehr eloquenter Autor und half, bzw. hilft dabei die Hintergründe funktionalistischer Ideale und all das, was diese Ideale so faszinierend macht, zu verstehen.

The Kramer Principle Design for Variable Use Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main Chair B 403 Thonet

Mit Holzklasse tun sich für Designer Nils Holger Moormann und VW-Bus-Individualisierer CustomBus neue Wege auf.

Herr über alles in seinem Blickfeld...

24 Türchen zu 24 Designermöbeln und -leuchten.

smow adventskalender 2016

Fünf neue Architektur- und Designausstellungen, welche im Dezember 2016 eröffnen und die wir Ihnen wärmstens ans Herz legen. Diesmal in Kopenhagen, Weimar, Nürnberg, London und München.

 

5 New Design Exhibitions for December 2016

Wir müssen mit einem Geständnis einsteigen. Dieses High Five! ist eigentlich ein High Four! Das hat nichts damit zu tun,

Das Bauhaus Dessau wurde offiziell am 4. Dezember 1926 eröffnet. Um jetzt den 90. Geburtstag der Institution zu feiern, wird am 4. Dezember der Grundstein für das neue Bauhaus Museum Dessau gelegt – nur einen Monat nach dem Grundstein für das neue Bauhaus Museum Weimar. Beide Museen werden im Rahmen der Vorbereitungen des kommenden hundertsten Jahrestages der Bauhausgründung 1919 gebaut.

Wie wir finden ein passender Moment um darüber nachzudenken, wie das Bauhaus rezipiert wurde – oder zumindest, wie das Bauhaus in seinen frühen Jahren, in der neuen alten ostdeutschen Heimat rezipiert wurde.1

The planned new Bauhaus Museum Dessau, view from Stadtpark (Image © Gonzalez Hinz Zabala courtesy Stiftung Bauhaus Dessau)

Die meisten erfolgreichen und bekannten Möbeldesigner haben einen Hintergrund in den Bereichen Architektur oder Handwerk. Es gibt allerdings auch Ausnahmen. Eine der bekanntesten und zweifellos auch faszinierendsten ist der Bildhauer und Künstler Isamu Noguchi.

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Ronan & Erwan Bouroullec - Rêveries Urbaines, Vitra Design Museum

Im Jahr 2016 waren in der bretonischen Hauptstadt Rennes vier Ausstellungen von und mit Ronan und Erwan Bouroullec zu sehen.

Die Gewinner und die nominierten Projekte des diesjährigen Marianne Brandt Wettbewerbs sind in einer Ausstellung in Chemnitz zu sehen.

International Marianne Brandt Contest 2016 Exhibition, Chemnitz Museum of Industry

Internationaler Marianne Brandt Wettbewerb 2016 Ausstellung, Industriemuseum Chemnitz

Es gab eine Zeit, da konnte wir keinen Satz über Chemnitz schreiben ohne einen zynischen Kommentar oder einen bösen Witz fallen zu lassen.

Leben(S)fluss Quelle der Inspiration Fühlen. Spüren. Erleben von Object Carpet @ Waidblicke #2, smow Köln

Mit der Ausstellung “Leben(S)fluss” präsentiert smow Köln Betrachtungen zum Thema Flüsse – Flüsse als Komponenten urbaner Landschaften und als Metaphern

Sofa? Tisch? SofaTisch! Hack von Konstantin Grcic für Vitra, gesehen bei NeoCon Chicago 2016

Auch wenn die Geschichte von Vitra geografisch gesehen in Basel beginnt, hat sie ihren ideellen Anfang doch in Amerika und

Als wichtiges kommerzielles Finanz- und Verwaltungszentrum seit dem Mittelalter hat Köln einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der europäischen Gesellschaft, Kultur