smow Design Frühling: aufgetischt

Wie aufmerksame Leser sicher bemerkt haben, beschwerten wir uns während unseres Besuchs auf der ICFF ausführlich über den Mangel an Stühlen im Pressezentrum.

Jetzt müssen wir zugeben, dass wir das Geheimnis während der ICFF gelüftet haben… Magis hatte natürlich Tische fürs Pressezentrum geliefert.

Piggyback von Thomas Heatherwick für Magis

Piggyback von Thomas Heatherwick für Magis

Neben dem Chair First von Stefano Giovannoni, stellten Magis auch ihren wunderbaren Piggyback Tisch von Thomas Heatherwick zur Verfügung.

Magis sind seriöse und verlässliche Partner, warum sollten sie die Tische vergessen?

Allerdings wurden die Piggyback-Tische während des Aufbaus beschädigt und mussten die Show deswegen in einem Lagerraum tief unten im Javits Centre verbringen. Niemand vom ICFF Organisations-Team dachte daran, sich um Ersatz zu kümmern.

Hinter den Kulissen wurde viel über Gewerkschaften und “offizielle Prozesse” gesprochen. Für uns aber brachten die fehlenden Tische im Pressezentrum die ICFF gut auf den Punkt und unterstrichen, warum es das schwächste und am schlechtesten organisierte Event war, dass wir während des smow Design Frühlings besuchten.

Das sollte nicht als direkte Kritik an denen interpretiert werden, die für die Pressearbeit verantwortlich sind, da sie auch nur Partner der Organisatoren waren. Diese tragen die ultimative Verantwortung für die Mängel: Gemeinsam mit dem Javits Center Management.

Tints von Jason Miller - einer der echten Stars der ICFF 2009

Tints von Jason Miller - einer der echten Stars der ICFF 2009

In New York wurde gemunkelt, dass die ICFF nächstes Jahr das Pressezentrum komplett weglassen könnte, was ein trauriges Anzeichen für die Show wäre und dafür, wie ernst sie genommen wird. Neben den etablierten Kritikern der traditionellen Medien – um nur die New York Times zu nennen – gibt es in den USA eine ganze Reihe von exzellenten Design-Blogs, zum Beispiel Core 77 und Design Milk, die wir selbst verfolgen und mit Interesse lesen.

Wenn wir zum Beispiel an Mailand denken, wurden dort vom frühen Morgen bis zum späten Abend Texte geschrieben, Interviews geführt, Bilder bearbeitet und Videos in einem Dutzend Sprachen geschnitten. In New York hingegen saßen wir oft alleine auf dem Boden – oder wenn wir Gesellschaft hatten, handelte es sich fast immer um Verantwortliche irgendeiner B2B-Publikation, die gerade Anzeigenplätze verkauften.

Anstatt die Berichterstattung weiter zu entmutigen, die ICFF sollte aktiv Journalisten und Blogger rekrutieren, die die Produkte für ihre Leser interessant machen und so andere Hersteller dazu ermutigen, Plätze zu buchen.

Wir werden nächstes Jahr wieder nach New York fliegen, aber ob wir zur ICFF gehen, ist noch nicht entschieden.

Wir haben auf der ICFF einige fantastische Entdeckungen gemacht, wie zum Beispiel Jason Miller, Blu Dot und Iglooplay – drei Entdeckungen, die die Flugtickets schon mehr oder weniger rechtfertigen. Aber ob das alleine ausreicht, sich mit nicht funktionierendem Internet und unzureichender Infrastruktur herumzuschlagen, um eine Veranstaltung zu promoten, die es nicht mal schafft, zwei Tische in einen Raum zu stellen, obwohl sie gerade eine riesige Halle an Möbel-Produzenten vermietet hat? Das wird sich zeigen!

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