smow Blog kompakt Spezial: DMY Berlin – Fachhochschule Potsdam – formHOLZ

Auf dem DMY Berlin 2014 präsentierten fünfzehn Studenten der Fachhochschule Potsdam ihre Ergebnisse aus dem Seminar „formHOLZ“.

Bei „formHOLZ“ wurden unter Leitung von Professor Hermann Weizenegger neue Möglichkeiten im Umgang mit Formholz untersucht. Die Ausstellung auf dem DMY präsentiert eine Reihe von Prototypen, die ebensolche neuen Möglichkeiten in einem der ältesten und besten erforschten Bereiche der Materialverarbeitung im industriellen Produktdesign demonstrieren. Die ausgestellten Arbeiten zeigen, dass ganz egal für wie erschöpft man die Möglichkeiten für die Nutzung eines Materials auch halten mag, sich immer wieder neue Möglichkeiten finden lassen. Alles was man benötigt, ist die nötige Denkweise und eine Menge harter Arbeit.

Das mediale Highlight werden wohl ohne Frage Tobias Jänickes Schuhe aus geflochtenem Furniergeflecht sein; ein wirklich faszinierendes Projekt. Weitere Highlights waren für uns aber auch Chester, ein abgesteppter Sperrholzstuhl von Oya-Meryem Yanik und Anastasiya Kosheeva, der ganz wunderbar mit unserer Wahrnehmung von Kostbarkeit und Komfort im Zusammenhang mit Formsperrholzmöbeln spielt; Phellem, ein Fahrradsattel aus Kork von Janis Specks und Duwen von Lena Ammann, eine Regaleinheit, bei der es genauso um eine Verbindung zur Tür wie um das Regal selbst geht.

Das eigentliche Highlight ist für uns allerdings das Ausstellungskonzept, weil es auch die Untersuchungen und Materialstudien, die zu den Objekten geführt haben, präsentiert.

Wenn wir uns jemals aus der gegenwärtigen Situation, in der alles „Design“ ist, lösen wollen, müssen Designer den Begriff Design zurückerobern. Und das ist nur möglich, wenn Designer erstens aufhören sich ausschließlich mit Projekten zu assoziieren, denen es offensichtlich bloß um den Profit einer globalen Marke geht, und wenn sie zweitens anfangen zu erklären, was sie tatsächlich machen – erklären was das „Design“ in ihrem „Design“ ist.

Die Entwicklung eines Projektes zu zeigen, macht nämlich auch klar, dass Design kein fünf-Minuten-Spaß ist, bei dem es nur  darum geht, die passende Form und angemessene Farbe zu finden, sondern dass es sich beim Design um einen Prozess und harte Arbeit handelt.

 

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