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smow Blog Interview: Wolfgang Laubersheimer – Das Machen ist jetzt zurück, das ist toll und sicherlich etwas, das die Designszene noch einmal verändern wird.

In unserem Post zur Ausstellung “Schrill Bizarr Brachial. Das Neue Deutsche Design der 80er Jahre” im Bröhan Museum Berlin bemerkten wir, dass das größte Vermächtnis der postmodernen Bewegung Neues Deutsches Design in den 1980er Jahren, zumindest für uns, die Anzahl der Vertreter ist, die anschließend Lehraufträge an Deutschlands führenden Designhochschulen erhielten. Vertreter wie Wolfgang Laubersheimer, der seit 1991 Professor für Produktionstechnologie an der KISD, Köln International School of Design, ist, und die seit 2013 auch leitet.

Geboren in Bad Kreuznach, studierte Wolfgang Laubersheimer Metallbildhauerei an der Werkkunstschule Köln, später Fachbereich Design der Fachhochschule Köln, und nutze die Zeit und die Freiheit des Studentendaseins, um parallel das Möbel- und Ladenbaugeschäft “Unikate” zu gründen. Wolfgang Laubersheimer war Gründungsmitglied der im Jahr 1985 gegründeten Designgruppe Pentagon – eine der bekanntesten Gruppen in den Jahren des Neuen Deutschen Designs, mit der er an Events wie “Wohnen von Sinnen” in Hamburg, an der “Documenta 8” in Kassel und der “Bienale São Paolo” in, nun ja, São Paolo teilnahm. Nach der Auflösung der Gruppe Pentagon im Jahr 1991 gründete Wolfgang Laubersheimer sein eigenes Designstudio, in dem er Projekte für so unterschiedliche Kunden wie Swatch, Mercedes Benz oder AEG realisierte – zusätzlich zu seiner Lehrtätigkeit in Köln.

Kürzlich trafen wir Wolfgang Laubersheimer, um über die Bewegung Neues Deutsches Design und die gegenwärtige Designausbildung zu sprechen, begannen aber mit der Frage, worin seine Motivation lag Metallbildhauerei zu studieren …

Wolfgang Laubersheimer: Ich hatte keine klare Vorstellung davon, was ich wollte. Kunst interessierte mich, ich wollte Kunst studieren, das war aber auch alles, was ich wusste. Nur Malerei war nicht so wirklich mein Fall. Ein Freund von mir studierte Steinbildhauerei an der Werkkunstschule und so kam ich mit Professor Anton Berger in Kontakt, der für den Fachbereich Metallbildhauerei zuständig war und bei dem die Studenten einfach Objekte herstellten. Ich fand das sehr spannend, bewarb mich für Metallbildhauerei und wurde angenommen.

smow Blog: Hat das Studium Ihre Erwartungen erfüllt?

Wolfgang Laubersheimer: Es war sensationell, es war die große Freiheit. Ich habe täglich 14 Stunden in der Werkstatt verbracht und es als Urlaub angesehen. Einfach die Freiheit zu haben, das zu machen, was ich wollte und was mir Spaß machte, war wundervoll und so verbrachte ich die nächsten fünf Jahre fast komplett in der Werkstatt.

smow Blog: Ging es rein um die Kunst oder gab es auch einen Anwendungsbezug bei Ihrer Arbeit?

Wolfgang Laubersheimer: Das ist eine schwierige Frage. Ich bin kein Intellektueller, mein Bezug zur Kunst ist eher der eines Handwerkers und mich hat schon immer mehr beeindruckt und beeinflusst, was ich sah und erlebte, als was man mir erzählte. Zu dieser Zeit hatte ich den Eindruck, dass die Diskussionen rund um Kunst von Marketingleuten geführt wurden, besonders aus Düsseldorfer Agenturen, die Kunst als ein Mittel entdeckt hatten, um Geld zu verdienen. Ich fand das alles sehr komisch und wollte eigentlich nichts damit zu tun haben, weil ich dachte, die Kunst ginge so kaputt. Aufgrund meiner eigenen unreflektierten Gedanken entschied ich dann, dass Kunst sozial relevant und gut sein müsste, um nützlich zu sein. Ein maßgeblicher Einfluss waren in diesem Zusammenhang die drei großen Hintertüren des Kölner Doms aus Bronzeguss. Ewald Mataré wurde mit der Gestaltung der Türen beauftragt und für eine von ihnen war Joseph Beuys zuständig, der zu jener Zeit einer seiner Schüler war. Beuys fügte in die von ihm entworfene Tür einen Spiegel ein, damit sich die Obdachlosen und die Bettler, die sich rund um den Kölner Dom aufhielten, vor diesem Spiegel rasieren konnten. Für mich war das eine wunderbare Umsetzung von Kunst mit einem sozialen Nutzen.

smow Blog: Was hat Sie letztlich zu Ihren ersten Designarbeiten gebracht?

Wolfgang Laubersheimer: Ein Freund hatte mich damit beauftragt, einen Schreibtisch für ihn herzustellen. Planmäßig sollte er aus 4 cm dickem Plexiglas gefertigt werden, aber das war unheimlich teuer – der Preis, nur für das Plexiglas, lag bei etwa 800 DM, was für mich eine absurd hohe Summe war. Es gab ein alternatives Material, die sogenannten Doppelstegplatten, die zum Beispiel oft für Carports oder Wintergärten verwendet werden und auch 4 cm dick, aber hohl sind, und die man nicht verkleben konnte, weil sie im Extruder Verfahren hergestellt wurden. Dieses Material ist spröde und bekommt leicht Risse bei thermischer Verformung. Und beim Kleben mit herkömmlichen Plexiglasklebern entsteht viel Hitze. Deshalb funktionierte das nicht. Das Material ist allerdings sehr, sehr kostengünstig. Also entschied ich mich dazu, es auszuprobieren und zu sehen, was möglich ist. So entwickelte ich zusammen mit Hans Roller, einem Plexiglasverarbeiter hier in Köln, einen Prozess, mit dem man die Doppelstegplatten sicher verbinden konnte und daraus resultierte dann eine ganze Möbelserie.

smow Blog: Was, wie wir vermuten, auch der Beginn von “Unikate” war?

Wolfgang Laubersheimer: Nein, Unikate hatte ich mit Ralph Sommer, einem Kommilitonen, etwas früher gegründet. Allerdings haben die Möbel aus Doppelstegplatten “Unikate” sehr beeinflusst.

smow Blog: War der Name auch Programm – gab es nur Unikate? Sollte der Name auch ausdrücken, dass Sie sich selbst vielleicht eher als Künstler denn als Designer sahen?

Wolfgang Laubersheimer: Nein, nein. Das hört sich alles etwas banal an, aber wir haben uns nicht überlegt, was wir sein wollten, wir wollten einfach Möbel herstellen, die wir verkaufen konnten. Wir wollten reich werden, nicht nur berühmt, auch reich. Bezüglich des Namens dachten wir, dass “Unikate” sich gut anhört, dahinter gab es aber keine großartige Theorie. Massenproduktion konnten wir uns gar nicht vorstellen. Eher teure Einzelstücke. Deshalb der Name.

smow Blog: Worauf lag bei “Unikate” der Fokus?

Wolfgang Laubersheimer: Mit “Unikate” haben wir viele Ladenbauprojekte durchgeführt. Mithilfe des besagten Doppelstegplattenprozesses haben wir zum Beispiel Jeans Stores in ganz Europa ausgestattet, genauso wie mit Raupenblechböden aus Aluminium und Regalen aus mit farbigem Papier gefülltem Plexiglas. Damals war das optisch wie aus einer anderen Welt. Trotzdem und vielleicht wegen meines Metallbildhauerei-Hintergrundes begann Plexiglas irgendwann zu nerven. Es ist ein edles Material, aber auch sehr anfällig für Kratzer, weshalb es regelmäßig Reklamationen gab. Also schaute ich mich ein bisschen um, guckte, was es sonst noch so gab und entdeckte Ettore Sottsass und die Memphis Group. Ich fand das, was sie machten unglaublich, aber auch ein bisschen mickymausmäßig und war der Ansicht, dass man auch noch anders müsste vorgehen können. Etwa zur gleichen Zeit kam ich mit Ideen zur Stahlverarbeitung in Berührung und zwar durch Arbeiten von Menschen wie Richard Serra, Bernhard Luginbühl und Jean Tinguely – ein Mann, der mein größtes Vorbild bleiben wird. Für mich brachten ihre Arbeiten eine viel breitere Ausdrucksmöglichkeit von Kunst und Bildhauerei mit sich und hatten etwas “Designhaftes” an sich. So begann ich damit, Möbel aus Stahl zu fertigen. Das erste Objekt war “Verspanntes Regal“.

smow Blog: Und das war dann der Beginn von Pentagon?

Wolfgang Laubersheimer: Mehr oder weniger. “Unikate” gehörte Ralph Sommer und mir, aber es gab zusätzlich noch eine Gruppe von Kollegen, mit denen wir regelmäßig zusammenarbeiteten, sodass “Unikate” praktisch aus fünf Personen bestand. Ich hatte vorgeschlagen, dass die anderen Mitinhaber von “Unikate” werden könnten, Ralph war der Meinung, dass es besser wäre, alles so zu lassen, wie es war und so beschlossen wir, stattdessen ein neues Unternehmen zu gründen. Eines, das sich mit Designforschung und der Entwicklung von Designprojekten beschäftigte und das auch eine kleine Galerie betreute und das war dann Pentagon.

smow Blog: Pentagon spielte eine nicht unwesentliche Rolle in der Geschichte des Neuen Deutschen Designs. Wie haben Sie diese Jahre wahrgenommen, waren das alles nur wilde Jahre oder gab es auch trockene, ernste Theorie hinter der Bewegung und gemeinsam erarbeitete Zielvorstellungen?

Wolfgang Laubersheimer: Bei Pentagon hatten wir abgesehen von Meyer Voggenreiter alle einen handwerklichen, bildhauerischen Hintergrund – wir stellten Dinge her, wir taten etwas, wir dachten nicht so sehr nach. Meyer Voggenreiter hatte Germanistik auf Lehramt studiert; er wusste, dass man denken musste, bevor man handelte, was ich damals nicht wusste. Es gab aber Menschen, die sich von Anfang an sehr stark mit den theoretischen Möglichkeiten beschäftigten. Volker Albus beschäftigte sich zum Beispiel sehr mit den theoretischen Zusammenhängen und konnte die theoretische Basis seiner Werke auch wundervoll formulieren. Das war einfach nicht meine Welt, Volker war mir sympathisch aber mich interessierte, was er machte und nicht, warum. Für mich waren seine Arbeiten Objekte, die immer erklärt werden mussten, die auf einer Theorie basierten, die man dem fertigen Objekt nicht offensichtlich ansah und das ist für mich kein gangbarer Weg. Objekte, die nicht selbsterklärend sind und bei denen der Designer erklären muss, dieses ist so und so gedacht, interessieren mich einfach nicht.

Im Gegensatz dazu bestand die Berliner Szene für mich immer mehr aus Leuten, die Sachen einfach zusammengehauen haben, oft sehr schön. Ja, mit Andreas Brandolini hatte Berlin einen der führenden Theoretiker, aber generell waren sie Macher, keine Denker.

Aber ob es einen gemeinsamen Ansatz gab? Es gab auch viele Nicklichkeiten. Zum Beispiel als Pentagon zusammen mit einigen anderen Gruppen 1987 zur Documenta 8 eingeladen wurde. Das hat bei denen, die nicht eingeladen waren, für Unmut gesorgt. Jeder hat immer darauf geachtet, wer in welcher Zeitung oder in welchem Magazin auftauchte. Es waren nicht alles edle Freundschaften, obwohl sich natürlich einige gute Freundschaften und enge Beziehungen entwickelt haben.

smow Blog: Hat das Neue Deutsche Design das Design in Deutschland Ihrer Ansicht nach verändert?

Wolfgang Laubersheimer: Absolut. Es hat den Designbegriff stark geöffnet. Plötzlich war Design nicht mehr nur Gestaltung, es war eine Haltung, zeitweise sogar ein politisches Statement. In den 1930er Jahren mag es ähnlich gewesen sein, aber dieses Importieren von groben Formen und Rohmaterialien ins Design war ein politisches Statement, diese Abkehr vom schönen Schein. Was mir persönlich besonders gefiel, war das Augenzwinkern, das Nichternstnehmen. Wenn man zum Beispiel die Stühle von Siegfried Michael Syniuga ansieht, muss man unweigerlich lächeln und ich mag es, wenn ein Produkt einen zum Lächeln bringt, wenn das Anschauen ehrlich Freude bereitet.

smow Blog: Was ist geblieben, was ist das Vermächtnis des Neuen Deutschen Designs?

Wolfgang Laubersheimer: Um diese Frage hinreichend beantworten zu können, bräuchte ich einen kompletten Überblick über zeitgenössisches deutsches Design, den ich nicht besitze. Abgesehen davon habe ich das Gefühl, dass heutige Designer viel bewusster designen, dass sie sich nicht mehr als missverstandene Künstler fühlen, so wie wir damals, sondern selbstbewusst als Designer agieren. Ich denke, dieses Gefühl entstand aus der Bewegung des Neuen Deutschen Designs. Außerdem habe ich auch das Gefühl, dass Designer heute cleverer und viel besser informiert sind, auch wenn das ebenso negativ sein kann. Uninformiertsein kann nämlich den positiven Effekt haben, einem die Freiheit zu lassen, zu Experimentieren und eigene Antworten zu finden.

smow Blog: Ein kleiner Themenwechsel, Sie sind seit 1991 hier an der KISD, wie sind Sie hierhergekommen?

Wolfgang Laubersheimer: Das war sicherlich nie Teil meiner Lebensplanung! Im Jahre 1990 fragte mich die Technische Universität München, ob ich interessiert wäre, mich für eine offene Professur zu bewerben und meine erste Reaktion war, wie kommen die auf mich? Die haben sich geirrt. Aber ich war begeistert von dem Angebot und freute mich auf die Möglichkeiten, also bewarb ich mich. Parallel dazu fragte Michael Erlhoff mich, ob ich Interesse daran hätte, bei der Gründung eines neuen Designstudiengangs mitzuwirken, den er für die FH organisierte, das sogenannte “Kölner Modell”, das eine Fortsetzung der ehemaligen Werkkunstschule darstellen sollte und dieses Angebot nahm ich dankbar an.

smow Blog: Sie sind nun seit 25 Jahren an der KISD, hat sich die Spezies Designstudent über die Jahre verändert?

Wolfgang Laubersheimer: Da gibt es einen stetigen Wandel. Ganz subjektiv kommt es mir so vor, als gäbe es alle zwei oder drei Jahre eine neue Generation, ein verändertes Verhalten. Zurzeit haben wir zum Beispiel eine Generation, die sehr aufmerksam ist, die sehr genau zuhört und die mich dazu verpflichtet, ihr etwas mitzuteilen, ihr etwas beizubringen und nicht nur einfach mit ihr zu sprechen. Außerdem haben wir zurzeit eine große Anzahl an Studenten, die etwas gestalten möchten, die etwas herstellen möchten, nicht unbedingt ein Produkt, aber sie möchten etwas kreieren. Im Gegensatz dazu hatten wir vor vier oder fünf Jahren ziemlich viele Studierende, die glaubten Design sei eine Form der Soziologie und dass man mit Nachdenken über Design die Welt verändern könnte. Plötzlich waren alle eifrig dabei Konzepte zu erstellen und hier an der KISD gab es eine gewisse Ablehnung gegenüber der Praxis. Die Studenten dieser Generation dachten, sie bräuchten nichts zu produzieren. Heute, in Zeiten der 3D-Drucker, Laser Cutter und CNC-Maschinen ist Modellbau die aufstrebende Säule unserer Institution. Unsere Werkstätten sind täglich voll mit Studierenden, die etwas bauen, etwas produzieren. Das war vor fünf Jahren unvorstellbar, da saßen alle zu Hause und schrieben Konzepte! Das Machen ist jetzt zurück, das ist toll und sicherlich etwas, das die Designszene noch einmal verändern wird.

smow Blog: Hat sich die Designausbildung hier in Köln auch verändert?

Wolfgang Laubersheimer: Das Studium in Köln ist ein Projektstudium, es ist nicht so, dass wir jedes Jahr dieselben Vorlesungen über dieselben Themen anbieten. Die Studenten arbeiten an Projekten mit Titeln wie “Nutzlos, teuer, aber geil” oder “Die Metamorphose des Lagerfeuers” und die Projekte werden immer von dem vorherrschenden Zeitgeist bestimmt. Insofern ändert sich die Ausbildung schon, da sich der Zeitgeist verändert. Heute bieten wir außerdem Projekte an, die wir vor 20 Jahren nicht in Betracht gezogen hätten und die in 20 Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr relevant sein werden.

smow Blog: Wenn wir uns mit Designstudenten oder frischen Absolventen unterhalten, dann beklagen sie sich oft über fehlende kaufmännische Elemente an Designschulen. Werden in Köln Inhalte aus den Bereichen Wirtschaft und Handel angeboten?

Wolfgang Laubersheimer: Hier in Köln haben wir das Lehrgebiet “Design and Economy”, in dessen Rahmen die wirtschaftlichen Komponenten gelehrt werden. Aber nicht nur das – die Studenten lernen auch etwas zu den Themen Marx, Wirtschaftskritik, Ökonomiekritik, Hannah Arendt und Entwicklung der Arbeit. Ich denke schon, dass das der richtige Weg ist, Betriebswirtschaftler lernen auch nicht nur, wie man ein Unternehmen führt. Außerdem sind die Studiengänge hier in Köln so strukturiert, dass die Studierenden das lernen können, was sie interessiert und was sie für ihre zukünftige Karriere für relevant halten – sei das Photoshop, Farbenlehre, Maschinenbau oder die Wirtschaftselemente der Designindustrie inklusive der wirtschaftlichen Aspekte, die für ein eigenes Designstudio wichtig sind, also Akquise oder wie viel Geld man für ein Projekt verlangen kann. Allerdings machen sich nicht alle Studenten zunutze, was wir alles anbieten.

smow Blog: Wir haben oft den Eindruck, dass es immer mehr Designabsolventen, aber nicht immer mehr Designjobs gibt. Wie schätzen Sie die Situation ein, gibt es heutzutage zu viele Designabsolventen?

Wolfgang Laubersheimer: Ich denke nicht, dass die Situation so ist, dass es zu viele Absolventen für zu wenige Jobs gibt. Hier in Köln bieten wir zum Beispiel vier Studiengänge an und die überwiegende Mehrheit unserer Studenten findet nach dem Abschluss Arbeit. Wir bieten zum Beispiel einen Master in Produktdesign und Prozessentwicklung an, eine Mischung aus Maschinenbau, Betriebswirtschaft und Design. Das ist ein zweijähriges Programm und nach einem Jahr haben alle Studenten einen Job gefunden, weil das Programm alle Elemente beinhaltet, die für die Industrie wichtig sind. Zusätzlich bieten wir viele Kooperationsprojekte mit Partnern aus der Industrie und der Wirtschaft an und in solchen Projekten kann man seine Chancen nutzen, Kontakte knüpfen und sich für Jobs nach dem Studium empfehlen. Dazu gehört natürlich auch, dass man Initiative zeigen und das Potential der Situation erkennen muss.

smow Blog: Noch zum Ende, Sie haben als Bildhauer begonnen, sehen Sie sich nach all den Erfahrungen, die Sie gemacht haben, und all den Erlebnissen noch immer als Bildhauer oder mittlerweile mehr als Designer, Pädagoge oder etwas ganz anderes?

Wolfgang Laubersheimer: Mich selbst als Künstler zu bezeichnen, wäre furchtbar. Ich produziere gelegentlich etwas, aber Künstler kann man nur sein, wenn man das zu 100 Prozent betreibt. Kunst als Hobby ist ein grauenhafter Gedanke. Aber ich sehe mich auch nicht als Designer, weil ich mich selbst nicht im Kontext des Industriedesigns sehe. Am treffendsten fände ich die Bezeichnung “ein experimentierender, interessierter Bastler”. Freuen würde ich mich über den Zusatz: “nicht dumm und mit etwas Talent”.

smow Blog: Gibt es etwas, das Sie Ihren Studenten immer mit auf den Weg geben?

Wolfgang Laubersheimer: Ja, das gibt es. Das sage ich denen aber sowieso immer: Nutzen Sie Ihre Zeit hier um alles auszuprobieren, was Sie ausprobieren möchten und machen Sie immer etwas, von dem Sie denken, dass Sie später keine Gelegenheit mehr dazu bekommen werden. Hier können Sie alles designen und alles ausprobieren. Nutzen Sie die Zeit hier um Träume aufkommen zu lassen, sie werden Ihnen in der Zukunft nützlich sein.

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Verspanntes Regal von Wolfgang Laubersheimer und Mai ’68 von Detlef Meyer Voggenreither, beide Pentagon Design Cologne, @ Schrill Bizarr Brachial. Das Neue Deutsche Design der 80er Jahre, Bröhan Museum Berlin

smow Interview: Nils Holger Moormann – Wir brauchen dringend eine neue Revolution!

In unserem Post zur Ausstellung “Schrill Bizarr Brachial. Das Neue Deutsche Design der 80er Jahre” im Bröhan Museum Berlin haben wir festgehalten, welche beiden Hinterlassenschaften der Bewegung “Neues deutsches Design” aus den 1980er Jahren für uns am bedeutendsten sind. Dazu gehört einmal die hohe Anzahl an Protagonisten aus dieser Zeit, die heute an deutschen Designschulen unterrichten, und zum anderen die Möbelhersteller, die aus dem Dunstschleier dieser Periode hervorgegangen sind. Einer dieser Hersteller ist Nils Holger Moormann.

Gegründet wurde das Unternehmen in den frühen 1980er Jahren vom gelangweilten, ansonsten aber aufrechten Jurastudenten Nils Holger Moormann, der einige jugendliche Erfahrungen im Bereich Design gesammelt hatte. Die gleichnamige Firma hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten so entwickelt, dass man sie heute getrost zu den interessantesten und anspruchsvollsten europäischen Möbelherstellern der Gegenwart zählen kann.

Auf der Ambiente Messe 2015 wird Nils Holger Moormann vom Rat für Formgebung der “Personality”-Preis für sein Lebenswerk verliehen. Zwar scheint unsere Skepsis, was Designpreise, und vor allem Preise für Lebenswerke, angeht, unumstößlich zu sein, aber die Verbindung aus Preisverleihung und Ausstellung bietet in diesem Fall den besten Vorwand, um einmal mit Nils Holger Moormann über Möbeldesign und die Möbelindustrie von damals, heute und der Zukunft zu sprechen. Begonnen haben wir unser Gespräch jedoch mit der Frage, wie Nils Holger Moormann denn überhaupt seinen Weg zum Möbeldesign fand …

Nils Holger Moormann: Reiner Zufall. Ich studierte 8 Semester Jura und hatte nicht sonderlich Freude daran. Dann, wie so oft, auf Umwegen und über Bekannte, wurde ich mit der Welt des zeitgenössischen Designs vertraut und fing sofort Feuer. Es gab schreckliche Sachen und fantastische, Hightech-Kreationen, Bauhaus und eher traditionelle Möbel, gemischt mit Arbeiten, die aus jedem Rahmen fielen. All das fand ich hochspannend. Ich verstand nicht wirklich etwas davon, aber ein abenteuerlicher Geist und das Gefühl von Freiheit erlaubten es auch Leuten ohne relevante akademische Ausbildung oder professionellen Hintergrund sich einzubringen und einfach durch Learning by Doing den eigenen Weg zu finden.

smow Blog: Hast du so etwas wie eine bestimmte Szene wahrgenommen oder wie hast du die Situation erlebt?

Nils Holger Moormann: Eine Szene als solche habe ich nicht bewusst wahrgenommen. Es gab eine relativ kleine, informelle Gruppe, von der man ein loser Teil war. Man traf Leute, von denen man irgendwohin eingeladen wurde, traf dort neue Leute, erfuhr, was sie so machten, und hörte wiederum von neuen Designern. Für mich war das ein großes Fest mit unzähligen Überraschungen: alles war möglich, man hat gestaunt, sich gewundert, nichts verstanden und hatte einfach das Gefühl, Teil von etwas Neuem und Lebendigem zu sein.

smow Blog: Da du ja nun über das Neue deutsche Design zum Design gefunden hast – bedeutet das auch, dass du kein Interesse an eher funktionalem Design hattest, beispielsweise an der sogenannten Guten Form, die bis dahin das deutsche Design ja sehr dominiert hat?

Nils Holger Moormann: Nein, absolut nicht. Für mich war dieses Neue deutsche Design wunderbar schrill und bizarr. Man war sich bewusst, dass man eine Revolution anstieß. Mich interessierte aber grundsätzlich ein reduziertes Design, das einen zusätzlichen Wert hatte. Design, dem eine Idee zugrunde liegt, die meine Fantasie in Schwung bringt. Und auch wenn ich mich wirklich oft in schrille und abgefahrene Objekte verlieben könnte, könnte ich mich doch nur für eher zurückhaltendes Design einsetzen.

smow Blog: Hast du damals auch selbst designt?

Nils Holger Moormann: Anfänglich nein. Ich sah mich selbst eher als Händler, fuhr durch Deutschland und Europa und traf Designer und Architekten, die ihre Designs selbst produzierten, um für sie den Vertrieb zu übernehmen. Die Idee war, so etwas wie ein Verleger für besondere Büchern zu sein.

smow Blog: Das einzige Objekt aus der Anfangszeit, das bei dir noch immer in Produktion ist, ist das Gespannte Regal von Wolfgang Laubersheimer. Das einzige “besondere Buch”, das den Lauf der Zeit überlebt hat? Oder anders gefragt, warum hat gerade dieses Regal überlebt?

Nils Holger Moormann: Im Hinblick auf diese Zeit ist das Gespannte Regal grundsätzlich eines von ein paar wenigen Stücken, die noch produziert werden. Das Gespannte Regal ist eines der Stücke, die mich vom ersten Moment an fasziniert haben: eine instabile Konstruktion, die sich selbst nicht tragen kann, die dann aber durch ein einfaches Drahtseil ihre Spannung, Stabilität und Funktion erhält. Das Regal ist nicht nur genauso frisch und relevant wie damals, sondern steht auch nach wie vor für unsere Philosophie.

smow Blog: Das wirft die Frage auf, ob heute überhaupt noch irgendetwas vom damaligen Geist in der aktuellen deutschen Möbelindustrie zu finden ist.

Nils Holger Moormann: Leider nicht. Das war ein Aufbegehren und eine Revolution, eine komplette Durchmischung und der Versuch eines Neuanfangs. Aber das ist Geschichte und wir befinden uns heute in einer Situation, die größtenteils von der Industrie bestimmt wird. Viele der aktuellen Hersteller haben nicht einmal Besitzer, sondern sind nur Teil von größeren Konzernen und existieren eigentlichen nur, um Gewinne abzuwerfen. Das führt dazu, dass alle Möbel, die angeboten werden, gleich aussehen. Alles ist sehr homogen geworden.

Mal ganz böse gesagt: Würde man nachts auf die IMM Cologne gehen und die Möbel durcheinander bringen, die Möbel eines Stands an einen anderen stellen, würde das wohl nicht mal jemand bemerken. Das ist wirklich Schade, weil es bedeutet, dass Esprit, Neugier und Sehnsucht einfach fehlen! Manchmal habe ich den Eindruck, die einzige echte Leidenschaft besteht darin verkäufliche Produkte herzustellen. Und so geht es nicht weiter. Natürlich muss man erstmal das Glück haben, Profit zu machen und finanzielle Stabilität zu erlangen, aber man muss auch nach neuen Ideen und neuen Ansätzen suchen; und meiner Meinung nach passiert das derzeit viel zu selten. Es gibt zu wenig Aufbegehren, zu wenige Versuche etwas Neues zu probieren, selbst wenn einem klar sein sollte, dass es möglicherweise nicht funktionieren wird. Meiner Meinung nach brauchen wir dringend eine neue Revolution!

smow Blog: Brauchen wir, aber wird die auch kommen?

Nils Holger Moormann: Ich bin grundsätzlich sehr positiv eingestellt und denke, sie wird kommen. Nicht zuletzt weil die jungen Designer heutzutage alles selbst in die Hände nehmen müssen, und so gezwungen sind neue Wege, Lösungen und neue Systeme zu entwickeln. Und wie in den achtziger Jahren wird sich durch diese Suche das Aufbegehren entwickeln!

smow Blog: Wir haben allerdings den Eindruck, dass der Geist von damals nach wie vor eine Menge von dem, was du bist und wie du vorgehst, ausmacht?

Nils Holger Moormann: Gott sei Dank! Der Moment, an dem die jugendliche Suche, die Neugier und die Leidenschaft aufhören, ist der Moment, an dem du pragmatisch wirst und anfängst Dinge auf einem rein ökonomischen Level zu optimieren. Vor dem finanziellen Teil muss aber immer eine Erforschung, Esprit und Leidenschaft stehen.

Nils Holger Moormann

Nils Holger Moormann. Designer. Unternehmer. Verleger. (Photo ©Dirk Bruniecki)

Schrill Bizarr Brachial Das Neue Deutsche Design der 80er Jahre Bröhan Museum Berlin Pentagon Wolfgang Laubersheimer Detlef Meyer Voggenreither

Gespannte Regal von Wolfgang Laubersheimer (l.)) und Mai '68 von Detlef Meyer Voggenreither, @ Schrill Bizarr Brachial. Das Neue Deutsche Design der 80er Jahre, Bröhan Museum Berlin

Konstantin Grcic – Panorama @ Vitra Design Museum

Eines der ersten Telefonate, das Mateo Kries und Marc Zehnter, nachdem sie 2011 die Leitung des Vitra Design Museums übernommen haben, geführt haben, ging an Konstantin Grcic. Es ging dabei um die Möglichkeit einer Ausstellung. Grcic war grundsätzlich offen für die Idee, wollte allerdings keine “statische Ausstellung, die seine Arbeit in der Zeit einfrieren würde, sondern etwas dynamisches.”

Aus diesem “etwas dynamischem” wurde die Ausstellung “Konstantin Grcic – Panorama”, die im Vitra Design Museum in Weil am Rhein, am 21. März 2014 eröffnet wurde.

Konstantin Grcic Panorama Vitra Design Museum Netscape Swings

Die interaktive Installation Netscape von Konstantin Grcic vor dem Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Panorama präsentiert in vier thematischen Abschnitten ungefähr 200 Objekte und umfasst eigentlich zwei Ausstellungen in einer. Der erste Teil im Untergeschoss des Museums behandelt Designthemen, die für Konstantin Grcic von besonderer Bedeutung sind, und seiner Meinung nach für uns alle bedeutend sein sollten.

Die Ausstellung wird dabei mit “Life Space”, einem Ausblick auf Konstantin Grcics Überlegungen zu zukünftigen Wohnsituationen, eröffnet, bevor im Abschnitt “Work Space” eine Erforschung von Konstantin Grcics Arbeitsprozess erfolgt. Dieser Punkt behandelt wiederum einerseits eine Diskussion zum Designprozess ganz allgemein und befasst sich andererseits mit der Zukunft urbaner Räume.

Im Obergeschoss befindet sich der mit “Object Space” betitelte zweite Hauptteil der Ausstellung, der detailliert auf Grcics Oeuvre eingeht. Es werden exemplarisch unterschiedliche Arbeiten von Grcic gezeigt, darunter Produkte für so unterschiedliche Hersteller wie Moormann, Magis, ClassiCon und Flos sowie Objekte, die in Kooperationen mit Galerien entstanden sind, und Projekte, die ohne Grcics Münchner Studio wohl niemals zustande gekommen wären. Zudem werden die Arbeiten anderen Objekten gegenübergestellt, die für Konstantin Grcic eine bestimmte Rolle spielen, die ihn z.B. für seine eigenen Arbeiten inspiriert haben.

Die Aufteilung der Ausstellung ist dabei nicht nur eine räumliche und konzeptuelle, sie gibt auch stilistisch unterschiedliche Richtungen vor. Getreu Grcics Motto, “meine Designs geben sich nicht sofort zu erkennen”, ist der Besucher in den ersten drei Abschnitten eher gefordert, eigene Antworten auf die thematisierten Fragestellungen zu finden. Der letzte Abschnitt ist hingegen ganz museale, trockene und oberflächliche Präsentation. So sprechen auch beide, Konstantin Grcic und der Chefkurator des Vitra Design Museums Mateo Kries, vom vierten Abschnitt als einer Ausstellung in der Ausstellung, die sie absichtlich so eingängig und anspruchslos konzipiert haben.

Irgendwie wirkt das auf uns ziemlich ironisch.

Alles in allem ist die Ausstellung eine wunderbare, klar strukturierte Präsentation, die einiges über Konstantin Grcic und seine Art zu arbeiten zu berichten weiß, die wir allerdings, um ehrlich zu sein, nicht wirklich ernst nehmen können – ein Umstand, den wir jedoch absolut gutheißen.

Konstantin Grcic Panorama Vitra Design Museum Object Space

Der Abschnitt Object Space, Konstantin Grcic - Panorama im Vitra Design Museum

Wie schon bei der Ausstellung “Lightopia” war der Platzmangel im Vitra Design Museum für uns das größte Problem. Zwar hält Konstantin Grcic Frank Gehrys Gebäude für eine Herausforderung – es habe Charakter mit seinen groben Ecken – es besteht allerdings auch kein Zweifel an der Tatsache, dass ein Charakteristikum des Vitra Design Museums der Platzmangel ist.

Für die konservativen Ausstellungsformate, wie auch den zweiten Ausstellungsteil “Object Space” mag der Platz ausreichen, ein ambitioniertes Projekt in der Größenordnung von “Panorama” benötigt jedoch eigentlich mehr Raum.

Jeder der vier Abschnitte hätte für sich genommen eine komplette Ausstellung werden können. Wir haben zwar schon Ausstellungen in sehr viel kleineren Räumlichkeiten gesehen, bei “Panorama” hat man aber, auch wenn der Umfang während der Ausstellungsplanung sicher bereits eingegrenzt wurde, ein explizit eingeengtes und unwillkommenes Gefühl. Als wünschten sich alle, man würde doch nur einen Text über die Ausstellung lesen, anstatt den Raum mit seiner Anwesenheit zu überfüllen.

Der Abschnitt “Life Space” beispielsweise hätte eindeutig so präsentiert werden müssen, dass man herumlaufen, alles untersuchen, anfassen und sich auf die Stühle setzen kann, anstatt sich die Ausstellung aus der Distanz von einer der komfortablen Bench B Bänke anzuschauen. Hingegen hätte “Work Space” gewissermaßen Platz zum arbeiten benötigt – die Anordnung  erinnert eher an ein Lager als an eine Werkstatt – eher einschläfernd als dynamisch. Und das liegt nicht daran, dass den Kuratoren keine bessere Lösung eingefallen wäre, der Platzmangel bot einfach keine bessere Möglichkeit, all die Themen unterzubringen.

All das sollte aber nicht für eine Kritik an der Ausstellung selbst gehalten werden!

“Panorama” ist keine Ausstellung, die Konstantin Grcics Arbeit grundsätzlich erklärt. Grcic selbst vielleicht schon, aber nicht seine Arbeit. Allerdings soll das auch gar nicht der Schwerpunkt sein. Die Ausstellung handelt weniger von Konstantin Grcics Arbeit als von ganz grundsätzlichen Fragen zum aktuellen Design und zeitgenössischen Designern.

Konstantin Grcic ist dabei lediglich der Kanal.

Der Begriff “Design” wird heute ziemlich inflationär gebraucht. Es gibt immer mehr “Design”, weil immer mehr Aspekte unseres Lebens als “Design” verstanden, präsentiert und verkauft werden. Folglich sind der Begriff “Design” und die Aufgabe des “Designers” unklar, verworren, widersprüchlich und letztlich bedeutungslos geworden. “Panorama” fokussiert, was Design wirklich ist bzw. was zeitgenössisches Design sein sollte.

Was ist wirklich wichtig für die Wohnräume der Zukunft? Wie können neue Technologien am besten integriert, statt einfach nur angewendet werden? Welche Formen werden neue Technologien ermöglichen? Welche wären wünschenswert und welche sind sinnvoll? Was bedeutet es heute an einem Ort zu “leben”? Was ist Arbeit? Sind wir bereit unsere Privatsphäre für den häuslichen Komfort zu opfern? Wie kann uns Design helfen zu erreichen, was wir wollen und was wir benötigen? Welche Verantwortung haben die Designer innerhalb solcher Prozesse?

Solche Fragen werden auf Schautafeln thematisiert und von Artikeln sowie wissenschaftlichen Arbeiten begleitet, die sich mit verwandten sozialen, kulturellen und ökonomischen Problemen befassen: Können Wüsten die Erde mit Strom versorgen? Ist eine Welt ohne Unternehmen und Fabriken vorstellbar? Was sind die Vorteile des Häuser-Besetzens? …

Die Ausstellung geht weder an einer Stelle sonderlich in die Tiefe noch streift sie alle Probleme des zeitgenössischen Designs oder wirft komplett neue Fragen auf – das ist aber auch nicht das Ziel. “Panorama” ist eine Ausstellung von Konstatin Grcic über Konstantin Grcic bzw. Dinge, die für ihn wichtig sind und über die nachzudenken er anregen will. Diesem Anliegen folgt “Panorama” auf sehr effektive Weise, mit einfachen Mitteln und in einer zugänglichen, aber fordernden Art.

“Panorama” macht dabei absolut deutlich, dass in Zukunft jeder von uns seinen persönlichen Anteil an einer kollektiven Verantwortung akzeptieren werden muss. Verantwortung kann man jedoch erst übernehmen, wenn man seine Umwelt versteht und zu schätzen weiß. Das wird besonders im Abschnitt “Public Space” deutlich, der im größten Raum des Vitra Design Museums präsentiert wird und den eine 30 Meter lange und 4,4 Meter hohe Fantasie-Stadtansicht des Londoner Künstlers Neil Campbell Ross dominiert. Vor dieser Stadtlandschaft sind einige Chair Ones auf  Betonsockeln und Gricics experimentelles Projekt “Landen” von 2007 zu sehen. Dazu kommt ein Zaun, von dem wir dachten, er wäre nur zu Dekorationszwecken installiert, der aber gewissermaßen eine 3D-Erweiterung des Gemäldes ist. Der eigentliche Gedanke dahinter ist allerdings ein ziemlich deprimierendes Klischee. Insofern ignorieren wir den Zaun mal.

Der Fokus des Raumes liegt ohnehin auf der Stadtansicht und den dadurch aufgeworfenen Fragen zum Stand der urbanen Umwelt und ihren Entwicklungen. Auf den Schautafeln wirft Grcic beispielsweise Fragen nach den Besitzverhältnissen urbaner Räume, der Notwendigkeit humaner urbaner Lebensformen und der zukünftigen Fortbewegung in Städten auf. Was erwarten wir von den Städten der Zukunft? Letztendlich haben die Antworten, die jeder für sich auf diese Fragen findet, Auswirkungen auf den Charakter unserer Städte und bestimmen, ob wir in einer Zukunft leben werden, die wir uns gewünscht haben. Wollen wir solche Entscheidungen wirklich Designern überlassen? Wer bezahlt eigentlich Designer?

Konstantin Grcic Panorama Vitra Design Museum Life Space

Life Space. Konstantin Grcic - Panorama, Vitra Design Museum

Konzeptuelle Ausstellungen wie “Panorama” laufen immer Gefahr zum intellektuellen Steckenpferd der Organisatoren zu werden. Die Kuratoren betreiben eine endlose Nabelschau und entwickeln ein großes Konzept aus den edelsten Theorien, gespickt mit Doktrinen und Ideologien, die Massen strömen hinzu und zeigen sich überwältigt vom Glanz des Spektakels. Aber am Ende bleibt nur ein enormer narzisstischer Pomp.

“Panorama” entkommt diesem Schicksal, indem vermieden wird alle Fragen zu beantworten, geschweige denn eine Vision der Zukunft zu präsentieren. Das bleibt Aufgabe der Besucher. “Ich hoffe”, so Grcic, “die Besucher verstehen die Ausstellung als Ausgangspunkt für eine Diskussion und denken darüber nach, was ihnen gezeigt wurde. Und entscheiden dann ob sie mit unseren Anschauungen einverstanden sind oder nicht.”

All das bedeutet natürlich, dass “Konstantin Grcic – Panorama” nichts für einen faulen, verkaterten Sonntagnachmittag ist – jedenfalls nicht die ersten drei Abschnitte. Aber mal ganz im Ernst, wenn man irgendetwas aus dieser Ausstellung mitnehmen möchte, sollte man Zeit und etwas Geistesanstrengung investieren.

Die Ausstellung läuft bis September – also keine faulen Ausreden.

“Konstantin Grcic – Panorama” ist bis Sonntag, den 14. September 2014, im Vitra Design Museum, Charles Eames Strasse 2, 79576 Weil am Rhein zu sehen. Alle Details, wie Öffnungszeiten, Eintrittspreise und Informationen zum Begleitprogramm sind unter www.design-museum.de zu finden.

Der Hund des alten Mannes von Oliver Kluck @ Theater Rampe Stuttgart

Am Donnerstagabend, den 8. Mai hatte das Stück “Der Hund des alten Mannes” von Oliver Kluck in der Theater Rampe Stuttgart Weltpremiere.

Unter Regie von Marie Bues behandelt “Der Hund des alten Mannes” Fragen der modernen Gesellschaft, Probleme des Kapitalismus und die bittersüße Realität des aktuellen globalen Kapitalismus, und all das mit Blick auf die deutsche Automobilindustie. Letztendlich reflektiert das Stück aber vor allem den Zustand des zeitgenössischen Theaters bzw. der aktuellen Theaterindustrie.

Bei dieser Untersuchung spielt Sauerkraut eine ähnlich bedeutende Rolle wie die drei Protagonisten…

Neben dem Sauerkraut ist für die Inszenierung ein ziemlich wirres Bühnenbild charakteristisch. Dieses besteht aus drei Vitra RAR Schaukelstühlen, einer George Nelson Eye Clock, einem White Shell Beistelltisch von Sallvatore Indriolo für Zanotta und einer ganzen Reihe Moormann Möbel, darunter drei Kleine Lehner und eine Pin Coat Garderobe.

Die Möbel stellte (smow) Stuttgart, die alten Liebhaber gepflegter Hochkultur, zur Verfügung.

In den kommenden Wochen werden weitere Aufführungen gezeigt, einige mit Publikumsdiskussion im Anschluss. Sämtliche Details zu den Zeiten und Kartenpreisen sind unter zu http://theaterrampe.de finden.

Der Hund des alten Mannes von Oliver Kluck Theater Rampe Stuttgart

Der Hund des alten Mannes von Oliver Kluck @ Theater Rampe Stuttgart (Foto: Andreas Zauner, mit freundlicher Genehmigung der Theater Rampe Stuttgart)

Der Hund des alten Mannes von Oliver Kluck Theater Rampe Stuttgart

Der Hund des alten Mannes von Oliver Kluck @ Theater Rampe Stuttgart (Foto: Andreas Zauner, mit freundlicher Genehmigung der Theater Rampe Stuttgart)

Der Hund des alten Mannes von Oliver Kluck Theater Rampe Stuttgart

Der Hund des alten Mannes von Oliver Kluck @ Theater Rampe Stuttgart (Foto: Andreas Zauner, mit freundlicher Genehmigung der Theater Rampe Stuttgart)

(smow) Blog 2013. Ein Rückblick in Bildern: Februar

Die IMM Cologne hat uns bis in den Februar 2013 hinein beschäftigt, aber in dem Monat war auch die Eröffnung der Eileen Gray Retrospektive in Paris, wir besuchten die Louis Kahn Ausstellung im Vitra Design Museum und leider schied James Irvine von uns…

Antonio Citterio pivot orgatec vitra

Pivot Bürostuhl von Antonio Citterio für Vitra, hier auf der Orgatec in Köln, 2012

IMM Cologne 2013 PS 07 Bureau by Delphin Design for Müller Möbelfabrikation

IMM Cologne 2013: PS 07 Bureau von Delphin Design für Müller Möbelfabrikation

eileen gray Dressing table screen Centre Pompidou Paris

Friesiertischwand von Eileen Gray

IMM Cologne 2013 Wilde+Spieth Egon Eiermann SE 68 SE 42 Le Corbusier Les Couleurs

IMM Cologne 2013: Wilde+Spieth präsentieren Egon Eiermanns SE 68 und SE 42 in den neuen "Les Couleurs"-Farbtönen von Le Corbusier

Vitra Design Museum Louis Kahn The Power of Architecture National Assembly Building in Dhaka

Louis Kahn "The Power of Architecture" @ Vitra Design Museum

James Irvine

James Irvine 1958-2013

Watn Blech by Bernhard Osann for Moormann

Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann

Mit Nils Holger Moormann beim Spinnereirundgang 2013

Wir haben es ja schon in unserem Barbecue-Post erwähnt: “… der Sommer sagt Lebwohl…”.

Die kühlen Herbstwinde erinnern uns bereits erbarmungslos an den bevorstehenden Winterschlaf. Zeit also, sich um die passende Unterkunft zu kümmern.

Im (smow)blog hatten wir dieses Jahr gewissermaßen eine Art “Jahr des kleinen Hauses” – mit dem Renzo Piano Building Workshop und Vitras Diogene oder Jean Prouvés Maison des Jours Meilleurs, die uns sehr beschäftigt haben. Die erste Begegnung mit “flächenmäßig beschränkten” Räumen gab es für uns aber schon im Mai, als (smow) zum ersten Mal beim Großen Frühjahrsrundgang der Baumwollspinnerei Leipzig vertreten war. Denn unsere Premiere wurde tatkräftig von einem kleinen Moormann-Haus unterstützt.

2006 entwarf Nils Holger Moormann das Walden, eine schnittige, aber dezente Konstruktion – inspiriert von Henry David Thoreaus “Walden oder Leben in den Wäldern”. Mit Stauraum, Feuerschale, Sitzkojen und sogar einem Hochsitz bietet Walden alles, was das Outdoorherz begehrt – egal ob in den Wäldern (wie Thoreau das empfiehlt), am See oder einfach im Garten.

Sein neues Produkt feierte Moormann auf der “Design Annual” 2006 in Frankfurt, mit einer abgewandelten – aber alles andere als bescheidenen – Version des Walden als Messestand. Vor ein paar Jahren wurde eben dieser Stand dann rechtmäßig von (smow) erworben. So durfte der ehemalige Moormann-Messestand auf dem Spinnereirundgang 2013  endlich wieder ans Licht der Öffentlichkeit – als Zentrum der (smow) (Selbst)präsentation.

Er musste allerdings nur noch aufgebaut werden…

Im Vorfeld machten Warnungen die Runde, der Aufbau wäre ein Akt biblischen Ausmaßes, es würde Wochen dauern, prophezeiten die Götter der Verdammnis… . Am Ende dauerte es etwas mehr als zweieinhalb Minuten:

Mailand 2013: Moormann tuttavia presente!!

Auf der Saloni Milano 2010 erzählte uns Ronan Bouroullec von seinem Gefühl, dass das Internet und neue Technologien irgendwann die Ressourcen ersetzen können und sollten, die  in so ein Event wie die Mailänder Möbelmesse investiert, ja verschwendet, werden.

2013 nun hat der allseits beliebte deutsche Möbelhersteller Moormann den Anfang damit gemacht. Und damit bewiesen, dass man selbst von der idyllischen Ruhe des Örtchens Aschau im Chiemgau aus noch Teil des Wahnsinns in Mailand sein kann. In unseren Gesprächen mit Nils Holger Moormann im Voraus zu Mailand, bekamen wir einen Ausblick darauf, was sie anstelle ihres Saloni Milano Standes planen. Anstatt in die schwankende Wirtschaft Italiens zu investieren, hat Moormann in ein Meisterwerk aus Zelluloid investiert.

Um es etwas einfacher zu machen, haben wir den Film hier eingebunden. Das Original gibt es unter: www.youtube.com/watch?v=Z8GwMxAsHnc

Mailand 2013: Moormann non è presente

Die Tore zur Hölle sind geöffnet. Es ist Möbelmesse in Mailand.

Die normalerweise recht angenehme, ruhige und zu Recht ausgezeichnete lombardische Metropole wird in dieser Woche von Strömen kollektiver Gier und naiver Studententräumereien überflutet, die die Kanäle, Parks und früheren Industriegegenden in brennende Gruben von Gegensätzen, Nachahmungen und purem Gold verwandeln werden.

Überleben ist hier eine Frage des Ausblendens der Realität und der Selbstmanipulation, alles sei brillant und man habe eine richtig großartige Zeit.

Also, the same procedure as every year…

Nur dass in diesem Jahr einer von den vernünftigeren Köpfen in diesem Chaos fehlen wird: Moormann stellt 2013 nicht auf der Mailänder Möbelmesse aus.

Milan Design Week 2013 Moormann non è presente

Möbelmesse Mailand 2013: Moormann non è presente

Im Wesentlichen ist der Grund für sein Fernbleiben seine Unzufriedenheit über die Standverteilung bei der Messe. Als wir 2011 mit Nils Holger Moormann sprachen, erzählte er uns bereits über die Probleme rund um das Thema.

Von Gesprächen mit anderen Chefs großer Möbelhersteller wissen wir auch, wie vertrackt und schleppend das Standverteilungssystem in Mailand funktioniert. Die Mehrheit der Aussteller sieht jedoch keine Alternative und erträgt so, was ertragen werden muss, um dabei sein zu können.

Bei Moormann ist damit jetzt aber Schluss.

Für uns liegt die bittere Ironie darin, dass nun die überwiegende Mehrheit in Halle 20, wo die jungen Möbelhersteller ihre Stände haben, von italienischen Herstellern dominiert wird, die nicht nur nichts annähernd Innovatives vorstellen, sondern deren “neue” Produkte nicht mal dazu bestimmt sind, in die Produktion zu gehen. Sie werden nur ausgestellt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Es wird also Platz verschwendet, um ein bisschen Aufmerksamkeit zu erhaschen, statt der Branche die Möglichkeit zu bieten, zu wachsen und sich zu entwickeln.

Auch wenn wir Moormann natürlich vermissen, finden wir seinen Widerstand gut. Die Monopolstellung Mailands muss gebrochen werden und je mehr dabei mitmachen, desto schneller wird es die dringend benötigten Alternativen für die junge Designermöbelbranche geben.

Die eine, sehr positive Tatsache an Moormanns Entscheidung ist, dass, wenn Moormann eine Sache angeht, das immer mit sehr viel Einsatz, Herzblut und Kreativität geschieht. Der Bookinist Cup ist dafür so ein Beispiel. Und natürlich wissen wir auch, ohne dass Moormann auf der Messe ist, dass sie neue Produkte haben. Und wir können es kaum erwarten, sie zu sehen. Und natürlich wäre Moormann nicht Moormann, wenn sie ihre Abwesenheit in Mailand nur durch eine kleine Pressemitteilung bekannt geben würden. Nein, da lässt sich Moormann nicht lumpen und hat gleich mal ein Brettspiel entwickelt.

Und wir wären nicht wir, wenn wir nicht gleich eine Runde gespielt hätten und das fein säuberlich für euch dokumentiert hätten.

Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann

In den letzten paar Jahren haben wir oft über das Regal Das Brett vom belgischen Designer Kaspar Hamacher gesprochen, es aber nie gezeigt. (Das Regal hatte einen bleibenden Eindruck auf der Mailänder Möbelmesse 2010 hinterlassen. … genau wie das Beinahe-Ertrinken.) Das gerade in den Verkauf gebrachte Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann bietet auf jeden Fall die perfekte Gelegenheit, das zu ändern.

kaspar hamacher das brett

Das Brett von Kaspar Hamacher hier bei der Schau "Le Belge", Mailand 2010.

Was uns an Das Brett gefallen hat und auch immer in Erinnerung geblieben ist, war das sehr simple Prinzip hinter dem Teil. Durch die sanfte Neigung des Regals hin zum Zentrum entsteht eine Fläche, die stabiler ist als das traditionelle gerade Bücherregal. Das Geheimnis des Designs liegt im Winkel der Neigung: gerade genug, um funktional zu sein, ohne aber bei den Proportionen einen Kompromiss einzugehen.

Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann wendet ein ähnliches Prinzip an. Wenn auch bei Watn Blech die “Stabilität” nicht in erster Linie im Zusammenhang mit den Objekten auf dem Regal steht, sondern durch das Regal selbst erreicht wird.

Wenn wir uns recht an das erinnern, was wir in der Schule gelernt haben, sind “Magie” und “Physik” so ziemlich das gleiche. Also kann man genauso gut sagen, dass dank der dunklen Schönheit der Magie das sanfte Biegen eines Stücks Metallblech seine Stabilität erhöht. Daneben wird durch die leichte Neigung eine praktische und in sich stabile Ablagefläche geschaffen, die auf subtile Weise die starre lineare Homogenität eines Raums aufbricht.

Und weil es ein Moormann Produkt ist, bekommt man zu der praktischen und in sich stabilen Ablagefläche den Spaß kostenlos dazu: Das Regal sieht aus, als wäre es falsch aufgehangen worden.

Einfach schön.

Watn Blech by Bernhard Osann for Moormann

Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann

 

 

Watn Blech by Bernhard Osann for Moormann

Watn Blech von Bernhard Osann für Moormann

 

Von Bücherregalen bis Corporate Identities. Moormann – Der One Stop Shop.

Letzte Woche Freitag waren wir bei einer Diskussion in Potsdam. Nils Holger Moormann redete dort so eloquent und überzeugend wie gewohnt über die Vorteile von langen Lebenszyklen bei Möbeln sowie die Weiterentwicklung, die nur möglich ist, wenn man die Möbel als sich entfaltende Projekte – und nicht als Profit generierende Waren – begreift.

Bezogen auf das FNP Regalsystem zum Beispiel, sagte er so etwas wie: Sogar nach 25 Jahren entdeckt man immer noch neue Wege das System zu erweitern und weiterzuentwickeln.

Und es sind nicht nur die eigenen Produkte, die Moorman weiterentwickelt.

Inspiriert vom unsensiblen Umgang des (smow)Grafik-Teams mit dem Moormann-Logo (da hat wohl jemand mal was verwechselt und plötzlich war das Logo nicht mehr quadratisch…), war das Team von Moorman so gut und hat neben dem ganzen Weihnachtsstress (smow) dabei geholfen noch etwas an seiner Corporate Identity zu arbeiten.

Eines der neuen Logos sieht man oben links auf dieser Seite…

Und tatsächlich ist die (smow)Geschäftsführung so froh über die Arbeit, dass sie in Erwägung zieht, Moormann mit der Gestaltung eines Logos für den neuen (smow)room Stuttgart zu beauftragen. Die Frage ist nur, ob das nicht zu viel von der Aschauer Kreativschmiede verlangt wäre…

Ein früher Versuch vom (smow)blog das Nils Holger Moormann Logo zu verlängern.


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