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Beiträge markiert ‘Thonet’

IMM Cologne 2015: Thonet

13. Februar 2015

Mit einem bestimmten Alter und Hintergrund weiß man einfach, was ein Roland TR-808 Drumcomputer ist … Aber für all jene, die das nicht tun: Im Jahr 1980 war der Roland TR-808 einer der ersten programmierbaren Drumcomputer, und nahm als solches wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der elektronischen Musik der 1980er Jahre. Berüchtigt wurde er vor allem dafür, dass er sich so gar nicht wie Trommeln oder ein wirkliches Schlagzeug anhörte. Folglich wurde er aufgrund seiner akustischen Mängel, auch wenn diese weltweit gewürdigt wurden, nur drei Jahre produziert, bevor man ihn durch Drumcomputer ersetzte, die sich nach echten Trommeln anhörten.

Wir fühlten uns sehr an die Geschichte des TR-808 erinnert, als wir die ersten Pressefotos des neuen Thonet 808 Lounge Sessel zu sehen bekamen. Und um ehrlich zu sein, hatten wir so unsere Zweifel.

Formal erinnert er sehr an viele skandinavische Lounge Sessel der späten 50er, frühen 60er Jahre und auf den ersten Blick hatten wir  den Eindruck, dass der Thonet Lounge Sessel – so wie der TR-808, der ja alles kann, was ein Drumcomputer können muss, nur eben sehr schlecht – zwar wie ein Lounge Sessel aussieht, als solcher aber nicht funktionieren würde.

Doch wie sich herausstellte, waren all diese Befürchtungen unbegründet. Der für Thonet vom bayrischen Designstudio Formstelle a.k.a. Claudia Kleine und Jörg Kürschner entworfene 808 Lounge Sessel ist nicht nur ein außergewöhnlich komfortabler Sessel, sondern hat auch eine sehr viel wärmere, persönlichere Aura, als man von den Fotos her annehmen könnte.

Der 808 Lounge Sessel steht auf einem Kunststoffgehäuse und gibt eine beeindruckend schlanke, elegante Figur ab, während die Ohren ein gewisses Gefühl von Abgeschiedenheit vermitteln, ohne dabei vom Rest des Raumes abzuschotten. Wir nehmen an, dass der Sessel, sollte man in ihm einschlafen, auch den Kopf sehr gut stützt.

IMM Cologne 2015 Thonet 808 Lounge Chair Formstelle

IMM Cologne 2015: Thonet 808 Lounge Sessel von Formstelle

Ein wirklich sehr schön konstruierter und intelligent geformter Sessel ist Thonets 808. Das einzige befremdliche Detail war für uns der Lederklöppel, der aus dem Sitz hervorragt. Wir dachten, es handele sich dabei um eine Art Schleudersitzreißleine und waren etwas argwöhnisch, als uns einer vom Thonet Design Team anbot, es doch mal auszuprobieren. (Wir kennen den bösartigen Humor, den sie in Frankenberg pflegen.)

Allerdings … jung ist man nur einmal! Wir sind es nicht mehr und haben deshalb nichts zu verlieren, haben es also einfach ausprobiert. Der Lederklöppel aktiviert den Rückneigemechanismus, oder besser gesagt den Synchronisationsmechanismus: der Sitz hebt sich leicht, während die Rückenlehne kippt und der Sitzkomfort beibehalten wird. Zugegebenermaßen haben wir etwas gebraucht, bis wir den Dreh raus hatten, waren dann allerdings ziemlich beeindruckt. Nicht nur wegen der Gleichmäßigkeit der Bewegung, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass durch die Kordel unansehnliche Hebel überflüssig werden.

Genauso interessant wie der Sessel selbst ist vielleicht der Fakt, dass er nur ein Teil einer ganzen Kollektion von Polstermöbeln ist, die Thonet in den kommenden Monaten lancieren wird. Wie wir ja alle wissen, produziert Thonet sehr schöne, reduzierte und schlichte Bugholz- und Stahlrohrmöbel, jedoch nicht unbedingt Polstermöbel, die da mithalten könnten. Offenbar will Thonet das jetzt ändern.

Man könnte und sollte vielleicht infrage stellen, warum Thonet es nötig hat, in den Markt für Polstermöbel einzusteigen. Dass sie dies allerdings im Rahmen eines abgestimmten Programms machen, und nicht einfach auf einzelne Produkte setzten, ist wiederum zu begrüßen. Uns wurden vier weitere Produkte für die Messe in Mailand im April versprochen … Wir halten euch auf dem Laufenden!

Neben der Präsentation des Lounge Sessels 808 nutzte Thonet die IMM Cologne, um die neuen Ausführungen der Bugholzklassiker 209, 214, 215 und 233 in Esche vorzustellen. Esche hat im Gegensatz zum traditionellen Buchenholz eine offenere, ausdrucksstärkere Oberfläche und verfügt nicht über die dunklen Verfärbungen wie sie bei Buchenholz typisch sind. So betont Esche die natürliche Schönheit des Holzes ganz besonders. Als Teil der Thonet “Pure Materials”-Kollektion sind die Stühle jetzt auch mit Lederpolster erhältlich.

Einige Eindrücke vom Thonet Stand auf der IMM Cologne 2015 gibt es hier:

IMM Cologne 2015 Thonet relax

Nach einem harten Tag im Thonet 808 Lounge Sessel von Formstelle entspannen

IMM Cologne 2015 Thonet Pure Materials

IMM Cologne 2015: Thonet - Pure Materials

IMM Cologne 2015 Thonet coloured bentwood

Die farbenfrohe Welt der Thonet Bugholzmöbel

IMM Cologne 2015 Thonet 808 Formstelle

IMM Cologne 2015: Thonet 808 Lounge Sessel von Formstelle

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: Dezember

04. Januar 2015

Mit jedem weiteren Mitfahrer in der Bahn, der akute Symptome eines übermäßigen Konsums billigen Glühweins zeigte, wurden wir uns des Dezembers mehr bewusst – und damit dem nahenden Ende eines der besseren Jahre für den smow Blog.

Obwohl man dazu sagen muss, dass 2014 auch eines der Jahre war, in denen man ins Überlegen kommt, ob es nicht an der Zeit ist, die Reisesocken an den Nagel zu hängen und sich nach einer etwas ruhigeren, sesshaften Existenz umzusehen. Der Moment dafür war sicher der richtige, aber wäre es die Entscheidung auch gewesen? Wir haben ja noch ein paar Tage, um es uns zu überlegen …

So lange schwelgen wir noch in Erinnerungen an ein ereignisreiches Jahr, das seinen würdevollen Abschluss in dem smow Adventskalender mit täglichen Angeboten zu Designklassikern wie von Vitra, Thonet, Fritz Hansen und Tecnolumen – sowie einem Elefanten namens Eames – fand.

vitra eames elephant

Eames Elephant von Charles & Ray Eames für Vitra

thonet s-1520

Thonet Garderobe S 1520

tecnolumen wg 24

WG 24 von Wilhelm Wagenfeld über Tecnolumen

vitra dsw

DSW von Charles & Ray Eames über Vitra

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: April

25. Dezember 2014

Man kann es fast schon in den Wörterbüchern nachlesen: “April” ist nur ein Synonym für “Mailand”.

Und entgegen aller Erwartungen fanden wir uns auch im April 2014 erneut in der Lombardei wieder, wo wir, neben anderen Objekten und Ausstellungen, sehr beeindruckt von den Alexander-Girard-Reissues bei Vitra, der Ausstellung von Meisenthal Glassworks im Institut Francais und dem Rival Chair von Konstantin Grcic für Artek waren. Außerhalb Mailands lernten wir die Arbeit von Pascal Howe in der DMY Design Galerie Berlin kennen, konnten im Grassi Museum zu Leipzig in aller Tiefe der Designgeschichte der Thonet Stühle folgen, sahen die Arbeiten Ola Kolehmainens und die von Okolo Offline im Depot Basel und gratulierten Hans J. Wegner zum 100. Geburtstag.

Haus am Waldsee Berlin Ola Kolehmainen Geometric Light Hagia Sophia year 537 III Untitled No 6 2014

Hagia Sophia year 537 III, 2014, und Untitled (No. 6), 2005, von Ola Kolehmainen. Gesehen bei Ola Kolehmainen - Geometric Light, Haus am Waldsee Berlin

Okolo Offline at Depot Basel

Okolo Offline @ Depot Basel

Sitzen Liegen Schaukeln Möbel von Thonet Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig 02

Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet im Grassi Museum für Angewandte Kunst, Leipzig

Milan 2014 Artek Rival Konstantin Grcic

Rival von Konstantin Grcic für Artek, gesehen auf der Möbelmesse Mailand 2014

(smow) blog compact Milan 2014 Vitra Alexander Girard Colour Wheel Ottoman

Colour Wheel Ottoman von Alexander Girard durch Vitra, gesehen auf der Möbelmesse Mailand 2014

WEGNER – Just one good chair Christian Holmsted Olesen Hatje Cantz Verlag

"Wegner – Just one good chair" von Christian Holmsted Olesen, Hatje Cantz

 

 

 

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: März

24. Dezember 2014

Unserem Rückblick in Bildern vom März 2013 zufolge war jener März “ein Monat auf Reisen: Stuttgart, Chemnitz, Weimar, Dessau … ein kleines Wunder, dass wir überhaupt Zeit gefunden haben irgendwas zu schreiben …”

Im März 2014 erging es uns ähnlich. Statt in “Stuttgart, Chemnitz, Weimar, Dessau” waren wir in diesem Monat aber in “Frankfurt, Münsingen, Berlin und Weil am Rhein.”

Das erklärt auch die große Anzahl halbfertiger Entwürfe vom März. Offenbar reichte die Zeit nicht aus, um über alles zu schreiben.

Playboy Architecture 1953 1979 Deutsches Architekturmuseum Frankfurt am Main Designs for Living

Playboy Architektur 1953-1979 im Deutschen Architekturmuseum Frankfurt am Main

Konstantin Grcic Panorama Vitra Design Museum Public Space

Public Space. Konstantin Grcic - Panorama, Vitra Design Museum

The Kramer Principle Design for Variable Use Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main Chair B 403 Thonet

Chair B 403 für Thonet von Ferdinand Kramer, Das Kramer Prinzip: Design für den variablen Gebrauch im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Orgatec Köln 2014: Thonet

02. Dezember 2014

Fast seit Beginn der Möbelproduktion bei Thonet gehört auch das “Thonet Design Team” – die Bezeichnung erschien uns immer etwas abschätzig und unnötig nebulös – zu den wichtigsten Designern des Unternehmens.

Jeder seriöse Möbelproduzent hat heutzutage ein Team von internen Designern, die einerseits externe Designer dabei unterstützen, ihre Arbeit auf die Produktionsabläufe der Firma abzustimmen, und die andererseits selbst neue Produkte und Produktserien entwerfen. Üblicherweise verhalten sich diese Designer zurückhaltend und bleiben im Hintergrund. Doch Thonet hat vor einigen Jahren damit begonnen, den Mitarbeitern mehr Anerkennung zu zollen, die ihre eigenen Designs im Rahmen der Design-Team-Projekte realisiert haben, ohne dabei jedoch die anderen Mitarbeiter zu vergessen.

Unter den ersten davon betroffenen Produkten sind das S 290 Regalsystem von “Thonet Design Team: Sabine Hutter” und der S 1200 Sekretär von “Thonet Design Team: Randolf Schott”, die auf der IMM Cologne 2014 lanciert wurden, gewesen.

Eine der wesentlichen Markteinführungen auf der Orgatec 2014 war nun die S 95 Konferenzstuhlserie von Thonet Design Team: Randolf Schott. Die als Freischwinger oder Drehstuhl und mit zwei unterschiedlich hohen Rückenlehnen erhältlichen S 95 Stühle verfügen allesamt über eine charakteristische Öffnung zwischen Sitz und Rückenlehne, die mehr als nur ein formaler Wink auf die Konstruktionen der klassischen Thonet Freischwinger von Mart Stam oder Marcel Breuer ist.

“Für mich ist die Rückseite eines solchen Konferenzstuhls die wichtigere, weil man immer auf diese Seite schaut, wenn man den Raum betritt”, erklärt Randolf Schott. “Wir haben hier einen sehr transparenten Stuhl entwickelt, der Leichtigkeit und Offenheit ausstrahlt, was mir auch sehr wichtig war.” Ebenso wichtig ist in diesem Zusammenhang die Form des Freischwingergestells. Die Rahmen der S 95 Freischwinger werden aus quadratischem Metall gefertigt, was für Thonet ein nicht gerade übliches, aber doch bekanntes Material mit ganz spezifischen Anforderungen ist. Biegt man runden Stahl, ensteht eine schöne, weiche Kurve. Bei quadratischem Stahl ist das nicht der Fall. Stattdessen kann man entweder mit einer quadratischen Verbindung arbeiten, was den Stuhl weniger ansehnlich macht, oder Zeit und Aufwand investieren, um eine fließende Form zu entwickeln, die dem Stuhl natürlich eine sehr viel ansprechendere Ästhetik verleiht – und auch Aufschluss über die Herkunft zulässt, denn nur wenige Hersteller verfügen über die Möglichkeiten, Stahl so kompetent und gezielt zu biegen wie Thonet.

Der entweder mit Textilbezügen in unterschiedlichsten Farben oder mit Thonets neuen perforierten Lederbezügen erhältliche S 95 ist eine schöne Ergänzung im Portfolio Thonets. Die Stuhlfamilie ist robuster und hat eine physischere Präsenz als zuvor erhältliche Möbel, drängt sich einem allerdings nicht auf. Darüber hinaus verfügen die Stühle natürlich über die für Thonet Möbel so typische Optik und die “ruhigen vertikalen und horizontalen Linien” und die kubische Form, die Heinz Rasch für den Erfolg des Freischwingers verantwortlich gemacht hat.

Thonet Orgatec Köln s 95 chair

Die neue Thonet S 95 Kollektion, gesehen auf der Orgatec 2014

Neben der S 95 Kollektion stellte Thonet ein weiteres wichtiges Projekt auf der Orgatec vor, das auch ein Resultat der konzentrierten Arbeit des Thonet Design Teams ist, das allerdings einen weniger spektakulären, wenn auch ebenso wichtigen Kontext hat. Die ursprünglich im Jahr 2001 vom Kasseler Designstudio Lepper Schmidt Sommerlande entwickelte A 1700 Tischserie ist eine zentrale Komponente der offiziellen Thonet Büromöbelsparte. Da sie aber über ein Jahrzehnt alt ist, was in der schnelllebigen Welt der Büromöbel schon für Überholung spricht, hat das Thonet Design Team das Tischsystem – um genau zu sein, die Beine – auf den neuesten Stand gebracht. Wie gesagt, spektakulär ist das nicht, aber das A 1700 Tischbein verfügt nun nicht nur über eine neue, tränenartige Form, einen neuen Kabelschacht und ein neues patentiertes System zur Verbindung von Beinen und Tischplatte, es bietet auch die Möglichkeit Inlays in die fordere Kante der tränenförmigen Tischbeine einzusetzen. So kann den Tischen ein individueller Akzent verliehen werden und es wird einfacher, das System in einen Raum zu integrieren.

Ansonsten präsentierte Thonet auf der Orgatec den S 8000 Konferenztisch von Hadi Teherani in einer neuen runden Version – eine Version, die trotz der neuen Kurven ebenso bombastisch ist wie das quadratische Original – und die multifunktionalen S 160, S 170 und S 180 Stuhlserien von Delphin Design sind jetzt in acht neuen Farben erhältlich. Die neue Palette soll Architekten für die Einrichtung von Cafeterias etc. mehr Möglichkeiten bieten, eröffnet einem aber ebenso neue Möglichkeiten im privaten Bereich bzw. in der Küche. Es muss nicht dazu gesagt werden, dass das allgegenwärtige Thonet Design Team auch für die neuen Farbtöne verantwortlich ist.

Entgegen der Tradition und unseren Prinzipien nutzen wir die Thonet Pressefotos von den neuen Produkten. Die Gründe sind rein technischer Natur …

Thonet Orgatec Köln S 96 S 8000

Thonet auf der Orgatec 2014, der neue S 96 Konferenzstuhl und der runde S 8000 Konferenztisch.

Thonet Orgatec Köln S 95 swivel chair

Der neue Thonet S 95 Drehstuhl

Thonet Orgatec Köln S 160 S 170 S 180 Delphin Designe Thonet S 160, S 170, S 180 von Delphin Design in den neuen Farbtönen
Thonet Orgatec Köln A1700 Evo Inlay

Das neue Thonet A 1700 Evo Tischbein mit Inlay

Die Aktion zur Thonet Ausstellung: Beim Kauf von 4 Thonet Stühlen schenken wir Ihnen eine Wilhelm Wagenfeld Lampe von Tecnolumen.

06. Mai 2014

“Wann”, fragten wir in unserem Post zur aktuellen Ausstellung im Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig “Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet”, “wird eine Ausstellung über Thonet Stühle zu einer Verkaufsveranstaltung für Thonet Möbel?”

Im Falle der Ausstellung im Grassi Museum kamen wir zu dem Schluss, dass man sich darüber keine Sorgen machen braucht.

Wann aber wird ein Blogpost über eine Thonet Ausstellung zu einer Werbung für Thonet Stühle?

Vielleicht jetzt?

Den Heimvorteil bei der Ausstellung “Sitzen – Liegen – Schaukeln” hat (smow) natürlich ausgespielt und sich mit Thonet und Tecnolumen zusammengetan, um im Rahmen der Ausstellung ein besonders attraktives Angebot für Bauhaus Liebhaber auszuhecken. Beim Kauf von vier Thonet S 32 oder S 64 erhalten Sie wahlweise die WA 23 SW, WA 24, WG 24 oder die WG 25 GL von Tecnolumen im Wert von jeweils 395 EUR als Geschenk dazu.

Das Angebot ist für die Dauer der Ausstellung, bis zum 14. September 2014, gültig und ist im (smow) Onlineshop sowie den Showrooms (smow) Leipzig, (smow) Chemnitz, (smow) Köln, (smow) Kempten und (smow) Stuttgart erhältlich.

smow thonet wagenfeld aktion

Die Aktion zur Thonet Ausstellung: Beim Kauf von 4 Thonet Stühlen schenken wir Ihnen eine Wilhelm Wagenfeld Lampe von Tecnolumen.

Das Prinzip Kramer: Design für den variablen Gebrauch im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

20. April 2014

Um ganz ehrlich zu sein, haben wir Ferdinand Kramer und seiner Arbeit, auch wenn uns der Name ein Begriff war, lange Zeit keine große Beachtung geschenkt. Das änderte sich allerdings im Jahr 2012, als der Frankfurter Hersteller e15 in Mailand eine Serie von Kramer Re-Editionen vorstellte, für die wir heute sehr dankbar sind.

Der 1898 in Frankfurt geborene Ferdinand Kramer absolvierte einen Grundlagenkurs in Architektur in München, bevor er 1919 zum Bauhaus Weimar kam. Enttäuscht, weil eine formale Architekturausbildung nicht angeboten wurde, kehrte Kramer allerdings an die Technische Universität München zurück und graduierte dort im Jahr 1922. 1925 übernahm Kramer eine Stellung im Büro des Siedlungsdezernenten Enst May in Frankfurt an, die ihn mitten in das Stadtplanungsprogramm “Neues Frankfurt” brachte – nach der Weißenhofsiedlung wohl eines der wichtigsten modernen Architekturprojekte, das in Deutschland (bzw. Europa) realisiert wurde.

Unter den Nazis wurde Ferdinand Kramer, ein anerkannter Modernist mit einem Arbeitsverbot als Architekt belegt und emigrierte deshalb 1938 in die USA, wo er in den folgenden anderthalb Jahrzehnten zahlreiche Architektur-, Produktdesign- und Interieurdesignprojekte entwickelte und realisierte. 1952 wurde Kramer für die Position des Universitätsbaumeisters der Wolfgang Goethe Universität seiner Geburtsstadt Frankfurt vorgeschlagen. Eine Position, bei der es vor allem darum ging, die im Krieg zum Teil zerstörte Universität wieder aufzubauen, und die Kramer sofort annahm und auch bis zum Beginn seiner Rente 1964 inne hatte. Ferdinand Kramer starb am 4. November 1985.

Neben Gebäuden entwarf Ferdinand Kramer auch Möbel, Einbauten und Armaturen – häufig, aber nicht ausnahmslos, für seine eigenen Gebäude. Dieser Aspekt der Arbeit Kramers bildet den grundlegenden Schwerpunkt der Ausstellung “Das Kramer Prinzip: Design für den variablen Gebrauch”, die derzeit im Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main zu sehen ist.

The Kramer Principle Design for Variable Use Museum Angewandte Kunst Frankfurt am Main

Das Kramer Prinzip: Design für den variablen Gebrauch im Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main

Die Ausstellung ist in drei Bereiche unterteilt, die sich den drei großen Abschnitten in Kramers Leben und seiner Kariere widmen: 1924-1938 in Frankfurt, 1928-1952 in Amerika und 1952-1985 zurück in Frankfurt. Gezeigt werden um die 115 Objekte, darunter Stühle, Tische, Holzöfen, Regenschirme und Beispiele von Kramers zahllosen Möbelsystemen.

Wenn wir mit diesem Post so ehrlich weitermachen wollen wie wir angefangen haben, müssen wir sagen, dass das Kramer Prinzip nicht gerade eine Ausstellung ist, nach deren Besuch man unbedingt das Gefühl hat, mehr über Ferdinand Kramer erfahren und gelernt zu haben.

Für uns wird die Ausstellung letztendlich ihrer Ankündigung, eine umfassende Retrospektive zu sein, einfach nicht gerecht. Dafür sind die Objekte zu leblos und viel zu unkritisch präsentiert.

Allerdings ist die Ausstellung eine exzellente Einführung zur Designarbeit Ferdinand Kramers. Viele Designkonzepte, an deren Entwicklung er beteiligt war, spielen immerhin auch heute noch eine dominante Rolle in der Industrie, so beispielsweise modulare Möbelsysteme und Vertriebssysteme für Ladengeschäfte.

Das Kramer Prinzip bietet außerdem einen guten Einblick in die idealen Vorstellungen des deutschen (Gesellschafts-)designs der 1920er Jahre, wie es durch Kramers Möbelentwürfe für das “Neue Frankfurt” sehr gut repräsentiert wird. Hinzu kommen einige wirklich großartige, inspirierende und selten gesehene Designobjekte, darunter Kramers B 403 Bugholzstuhl für Thonet, ein undatierter Prototyp eines gepolsterten Freischwingers und der fantastisch simple “Drei in eins”, ein kombinierter, ausziehbarer Hocker/Beistelltisch von 1942.

So ist die Ausstellung also durchaus einen Besuch wert, auch wenn sie ihrem Ziel nicht ganz gerecht wird.

“Das Kramer Prinzip: Design für den variablen Gebrauch” ist bis Sonntag, den 7. September 2014, im Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, in 60594 Frankfurt am Main zu sehen.

Alle Details sind unter www.museumangewandtekunst.de zu finden.

“Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet” im Grassi Museum für Angewandte Kunst, Leipzig

16. April 2014

Umgeben von 150 Jahren Thonet Möbelgeschichte steht Peter Thonet, der x-te Enkel von Unternehmensgründer Michael Thonet und bis zu seiner Pensionierung kürzlich CEO von Thonet, im Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst und wirkt sichtlich zufrieden, als er in Bezug auf die Ausstellung “Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet” sagte: “Es macht einen stolz, wenn man auf eine Sammlung von Objekten zurückblicken kann, die nicht nur wichtig für das Unternehmen ist, sondern mitunter auch Designgeschichte geschrieben hat.”

Sitzen Liegen Schaukeln Möbel von Thonet Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig 02

Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet im Grassi Museum für Angewandte Kunst, Leipzig

In den 1840er Jahren von Michael Thonet gegründet, entwickelte sich Thonet von einem Wiener Hinterhof aus zu einem der weltweit größten und kommerziell erfolgreichsten Möbelhersteller. Der Erfolg mit Bugholz (Fragt man einen beliebigen Mitarbeiter von Thonet, wird er einem freudestrahlend bestätigen, dass zwischen 1859 und 1930 weltweit ungefähr 50 Millionen von Thonets Vorreiterstuhl 14 verkauft wurden.) wurde vom Erfolg mit gebogenem Stalrohr und vor allem den Möbeln von Designern wie Mart Stam, Marcel Breuer und dem Pariser Trio Le Corbusier, Charlotte Perriand & Pierre Jeanneret gefolgt, bevor wie in so vielen europäischen Biografien der Krieg kam…

Von den sieben Thonet Produktionsstätten, die vor 1939 in Betrieb waren, blieb nach 1945 nur die in Frankenberg (Eder) nahe Kassel. Der Rest wurde entweder durch den Krieg zerstört oder durch das sozialistische Regime verstaatlicht.

Frankenberg wurde auch schwer durch alliierte Bomber beschädigt, doch blieb so viel übrig, dass die Thonet Familie noch einmal neu an dem Standort beginnen konnte.

Heute beschäftigt Thonet ungefähr 170 Mitarbeiter in Frankenberg, wo ein Mix aus Thonet Klassikern und modernen Designs produziert wird.

Mit 150 ausgestellten Objekten erkundet “Sitzen – Liegen – Schaukeln” die Geschichte der Thonet Stühle mit einem besonderen, aber nicht auschließlichen, Fokus auf den Arbeiten, die nach 1945 entstanden.

Organisiert nach Themen, Materialien und Funktionen anstelle einer rein chronologischen Reihenfolge, vermischt “Sitzen – Liegen – Schaukeln” historische mit zeitgenössischen Objekten und etablierte Thonet Klassiker mit unbekannteren Stücken, wobei gerade diese kuratorische Entscheidung hilft, die Gesichte der Thonet Sitzmöbel nachzuvollziehen.

In der ersten Hälfte der Ausstellung ist jeder Abschnitt um eine zentrale, beleuchtete Insel arrangiert, was einem zwar zuweilen den Eindruck vermittelt, man besuche eine Sushi Bar, aber auch alles sehr gut betrachten lässt. Der zweite Raum mit Blick in den Grassi Hof ist etwas konventioneller aufgebaut, jedoch so gut bestückt, dass man die Präsentation getrost ignorieren und sich auf die Objekte konzentrieren kann.

Wie treue Leser wissen werden, erzählen wir gerne davon, dass Thonet für zwei Revolutionen in der Möbelindustrie verantwortlich war – Thonet hat sowohl das Bugholzverfahren als auch das Stahlrohrbiegen in der industriellen Produktion etabliert. Außerdem sagen wir dann gerne, dass wir nun auf die dritte Revolution warten. “Sitzen – Liegen – Schaukeln” macht keine großen Hoffnungen darauf, dass die bald kommen wird, aber sie zeigt, dass der Grund dafür nicht ist, dass sich Thonet auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat.

Vor allem seit 1945 hat Thonet mit einer beeindruckenden Riege deutscher und internationaler Designtalente, einschließlich z.B. Ferdinand Kramer, Verner Panton, Gerd Lange, James Irvine und Naoto Fukasawa, zusammengearbeitet. Diese Designer haben nicht nur zu dem aktuellen Portfolio beigetragen, sondern auch neue Ideen in die Unternehmensphilosophie eingeführt.

Jene, die unseren Post über Artek in Mailand gelesen haben, werden sich nun vielleicht fragen, warum es okay für uns ist, dass Thonet mit neuen Designern zusammenarbeitet, während Artek bei Alvar Aalto bleiben soll.

Nun, jene, die unseren Post über Artek in Mailand gelesen haben,werden wahrscheinlich verstehen, dass wir nichts dagegen haben, wenn traditionsreiche Firmen wie Thonet oder Artek mit neuen Designern zusammenarbeiten – solange sie ihre Kernkompetenzen nicht vergessen.

Mit Konstantin Grcic und Hella Jongerius hat Artek mit zwei Designern zusammengearbeitet, die Arteks Kernkompetenzen genutzt und erweitert haben. Und auch bei “Sitzen – Liegen – Schaukeln” sieht man, dass die beeindruckendsten, überzeugendsten und erfolgreichsten Nachkriegsdesigns die sind, bei denen der Designer das Konzept “Thonet” verstanden und wenn auch etwas Neues, etwas, was immer noch “Thonet” ist, entwickelt hat. Es klingt vielleicht lächerlich, aber ein Unternehmen muss sich mit dem wohlfühlen, was es macht, wenn es neuen Boden betritt. Von Thonets jüngsten Kollaborationen sollen an dieser Stelle besonders die mit Läufer + Keichel, Delphin Design und Stefan Diez erwähnt werden.

Für uns war auch die umgekehrte Situation die Ursache, warum das Unternehmen in den 1980er Jahren etwas von seinem Weg abkam. Unserer Meinung nach sollten zu viele Stühle dieser Periode Thonet als neue Marke definieren, statt das bewährte Stuhldesign zeitgemäß weiterzuentwickeln. Und sowas funktioniert meistens nicht…

Sitzen Liegen Schaukeln Möbel von Thonet Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig 19

Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet im Grassi Museum für Angewandte Kunst, Leipzig

Geht man durch die Ausstellung “Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet” kommt es unausweichlich zu dem Moment, in dem man sich fragt, ab welchem Punkt eine Ausstellung über Thonet Stühle zur Verkaufsveranstaltung für Thonet Stühle wird. Wenn man alle paar Monate einen Thonet Messestand sieht, erst recht.

Im Falle von “Sitzen – Liegen – Schaukeln” muss man sich darüber allerdings keine Sorgen machen. Die kommerziellen Interessen des Unternehmens Thonet haben keinerlei Einfluss auf den musealen Inhalt. “Sitzen – Liegen – Schaukeln” wurde allein vom Grassi Museum organisiert und lediglich das Archiv von Thonet ist in die Ausstellungsorganisation eingeflossen.

“Sitzen – Liegen – Schaukeln” ist die erste Ausstellung, die den Fokus auf Thonets Nachkriegsproduktion legt und ist dabei eine der umfangreichsten Ausstellungen über Thonet. Die Wahl des Grassi Museums, einer Institution mit einer Geschichte, fast so lang wie die von Thonet, und Mitwirkender bei der Etablierung des frischgebackenen Bauhauses, als Veranstaltungsort hätte nicht passender sein können.

Man muss bedenken, dass die Mehrheit der Stühle in der Ausstellung derzeit nicht produziert werden und wahrscheinlich auch nie wieder in Produktion gehen werden. Letztlich sind sie historische Artefakte in einer kuratierten Museumsumgebung – und sollten auch als solche wahrgenommen werden.

“Sitzen – Liegen – Schaukeln” ist eine recht simple Ausstellung, die nichts Kompliziertes versucht, das aber sehr kompetent umsetzt.

Wer nichts mit Stühlen im Museum anfangen kann, sollte um diese Ausstellung im Grassi Museum wohl einen Bogen machen. Wer Stühle jedoch mag, oder zumindest mehr über die Entwicklung des Sitzmöbels in den letzten 150 Jahren erfahren will, dem ist ein Besuch durchaus zu empfehlen.

“Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet” kann noch bis Sonntag, den 14. September 2014, im Grassi Museum für Angewandte Kunst, Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig besucht werden.

Mehr Informationen gibt es unter www.grassimuseum.de

5 neue Designausstellungen im April 2014

01. April 2014

April 2014. Das bedeuetet wie jedes Jahr im April: Die Mailand-Hölle steht an.

Angeblich soll das Fegefeuer ja unsere Seelen läutern und unsere Gedanken reinigen und so dafür sorgen, dass wir auf eine höhere Ebene gelangen. Bedenkt man aber, was für Höllenqualen wir schon in Mailand durchgemacht haben, müssen wir uns schwer versündigt haben. Sollten wir dieses Jahr wieder aus der Hölle von Mailand zurückkehren, hier sind die neuen Designausstellungen im April, die wir uns zur Erholung ansehen wollen.

“Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet” im Grassi Museum für Angewandte Kunst, Leipzig

Wie wir es schon so oft bemerkt haben, bringen der Katalog und das Archiv des deutschen Möbelherstellers Thonet selbst die Herzen der abgebrühtesten Designkritiker zum schmelzen. Das mag wohl auch daran liegen, dass Thonet gleich zwei Revolutionen im Möbeldesign mit anstieß: die serielle Produktion von Möbeln durch industriell gebogenes Holz im späten 19. Jahrhundert und die Verwendung von gebogenem Stahlrohr Anfang des 20. Jahrhunderts.

Das Grassi Museum für Angewandte Kunst zu Leipzig hat sich allerdings entschieden, diese einschneidenden Ereignisse, und so die ersten 130 Jahre der Firmengeschichte, mehr oder weniger zu ignorieren. Stattdessen legt die Ausstellung den Schwerpunkt auf Möbel, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs am Firmenstandort in Frankenberg (Eder) produziert wurden.

Eine Entscheidung, die so mutig wie lobenswert ist.

Mit ungefähr 130 Ausstellungstücken präsentiert die Ausstellung  neben bekannten Arbeiten wohl auch weniger bekannte und gänzlich unbekannte von Designern wie Stefan Diez, Konstantin Grcic, Sir Norman Foster, Verner Panton und Alfredo Häberli. Als erste größere Präsentation der aktuellen Thonet Möbel bietet “Sitzen – Liegen – Schaukeln” nicht nur die Möglichkeit, die moderneren Arbeiten im Zusammenhang mit der Tradition und der Geschichte des Unternehmens zu erleben, sondern zeigt wahrscheinlich auch, welche Rolle Thonet nach wie vor in der Entwicklung des Möbeldesigns spielt.

Wir vermuten mal, dass auch deutlich wird, wie und warum Thonet im Zuge der kulturellen und ästhetischen Neuorientierung während der 1980er Jahre etwas auf die schiefe Bahn geriet, bevor das Unternehmen dann in den vergangenen zehn Jahren wieder an Bodenhaftung gewann.

“Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet” wird am 17. April im Grassi Museum für Angewandte Kunst, Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig eröffnet und läuft bis zum Sonntag, den 14. September.

Sitting – Lying - Swinging. Furniture from Thonet at the Grassi Museum for Applied Arts, Leipzig, Germany

Barhocker 404H und Stuhl 404 von Stefan Diez vor ihrer Lackierung im Thonet Werk in Frankenberg (Eder)

“Otl Aicher – Ordnungssinn und Dolce Vita. Fotografien der 1950er Jahre” im HfG-Archiv Ulm

Auch wenn Otl Aicher als Grafikdesigner und vor allem durch seine Arbeit für Braun, Lufthansa und die Olympischen Spiele 1972 bekannt ist, war er auch ein klassisch ausgebildeter Bildhauer und dabei in verschiedenen künstlerischen Bereichen aktiv – darunter auch die Fotografie.

Die erste Ausstellung seit langer Zeit mit Fotografien Aichers ist “Ordnungssinn und Dolce Vita”- eigentlich zwei Ausstellungen in einer. Dem Ordnungssinn widmet sich eine Präsentation von fünfzig original Abzügen aus einer kürzlich wiederentdeckten Sammlung von Aichers Fotografien aus den 1950er Jahren. Größtenteils zeigen diese Arbeiten Landschaften und “Strukturen”. Die Ausstellungsmacher versprechen, dass die ausgestellten Arbeiten einerseits Aufschluss darüber geben, wie Aicher seine Umgebung wahrnahm und verstand, und dass sie andererseits den Geist der 1950er Jahren dokumentieren.

Neben diesen wiederentdeckten Arbeiten zeigt die Ausstellung außerdem Aichers Fotografien, die 1959 bereits im Ulmer Museum zu sehen waren und die, sofern wir die Ausstellungsinfo richtig verstanden haben, überwiegend aus Fotografien einer Italienreise Aichers bestehen, die das Dolce Vita der 1950er Jahre zum Thema haben – worauf ja nach wie vor zu einem großen Teil die deutschen Vorstellungen von Italien basieren.

Ein besonderes Highlight verspricht die Abbildung eines NICHT schiefen Turms von Pisa zu sein – ein Bild, das den Ordnungssinn mit dem Dolce Vita vereint.

“Otl Aicher – Ordnungssinn und Dolce Vita. Fotografien der 1950er Jahre” öffnet im HfG Studio, HfG-Archiv, Am Hochsträß 8, in 89081 Ulm am 11. April und läuft bis zum Sonntag, den 12. Oktober.

Otl Aicher Ordnungssinn und Dolce Vita. Fotografien der 1950er Jahre at the HfG-Archiv Ulm, Germany

Otl Aicher - Ordnungssinn und Dolce Vita. Fotografien der 1950er Jahre" im HfG-Archiv Ulm (Fotos: Otl Aicher © Florian Aicher / HfG-Archiv/Ulmer Museum, Deutschland)

“Okolo Offline” im Depot Basel, Basel, Schweiz

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist das bekannte Lieblings-Designkollektiv aus Basel endlich mit einer neuen Ausstellung zurück. Einer Ausstellung, die wiederum ganz dem in Prag ansässigen Designkollektiv Okolo gewidmet ist.

Das im Jahr 2009 von Jakub Štěch, Matěj Činčera, Adam Štěch und Jan Kloss gegründete Kollektiv Okolo hat die letzten fünf Jahre damit verbracht zu designen, Ausstellungen zu kuratieren und zu veröffentlichen – online und offline.

Okolo Offline hat sich vorgenommen 25 Okolo-Blog-Posts aus den letzten 5 Jahren eine physische, taktile Form zu geben und den Besuchern hoffentlich so die Gruppe, ihren Ansatz und ihre zeitgenössischen, kreativen Ideen näher zu bringen. Das Kollektiv und seine Arbeit soll einem breiteren Publikum vorgestellt werden.

In Ergänzung zur Ausstellung zeigt “Okolo Offline” auch die Premiere von “Minute”, einer Serie von Kurzfilmen zur Designgeschichte, die von Okolo produziert wurde.

“Okolo Offline” wird im Depot Basel, Voltastrasse 43, 4056 Basel am Freitag, den 28. März, eröffnet und ist dort bis Sonntag, den 27. April, zu sehen.

Okolo Offline Depot Basel

Okolo Offline Depot Basel

“Ola Kolehmainen – Geometric Light” im Haus am Waldsee, Berlin

“Ich nutze die Architektur als Ausgangspunkt und Inspiration, nicht als endgültiges Resultat. Meine Arbeit ist vielmehr eine Untersuchung von Raum, Licht und Farbe, die unsere Art und Weise der Betrachtung reflektiert und befragt.”

So erklärt der finnische Fotograf Ola Kolehmainen seinen Arbeitsansatz. Einen Ansatz, der von einem strukturierten und methodischen Arbeitsprozess zu abstrakten und dekonstruierten Resultaten führt.

Bis 17. Mai zeigt die Berliner Galerie Haus am Waldsee Ola Kolehmainens neustes Projekt “Geometric Light”. Eine Serie von Fotografien, in denen Kolehmaines noch deutlicher als zuvor von den Gebäuden abrückt und sich konsequent auf Licht und Schatten innerhalb und im Umkreis der Gebäude konzentriert.

Initiiert und beeinflusst von einer Spanienreise im Jahr 2013 umfasst Geometric Light Arbeiten aus ebendieser Spanienreise und Fotos, die beispielsweise in der Hagia Sophia entstanden sind.

“Ola Kolehmainen – Geometric Light” ist von Samstag, den 5. April, bis Samstag, den 17. Mai, im Haus am Waldsee, Argentinische Allee 30, 14163 Berlin zu sehen.

Ola Kolehmainen Konstruktivizm Infantil XII 2013

Ola Kolehmainen, Konstruktivizm Infantil XII, 2013 © Ola Kolehmainen, mit freundlicher Genehmigung von der Gallery Taik

“Wegner – Just one good chair” im Designmuseum Dänemark, Kopenhagen, Dänemark

Hans J. Wegner gehört zu den wichtigsten Vertretern des modernen dänischen Designs. Wir sind uns da so sicher, weil genau das ausnahmslos in jeder Angabe zu Wegners Biografie die erste Information ist!

Bislang besteht allerdings ein echter Mangel an zuverlässigen und aufschlussreichen Informationen über Wegner. Er bleibt ein Designer, über den es sehr viel weniger Bücher und Ausstellungen gibt als über die meisten seiner Zeitgenossen.

Und so präsentiert das Designmuseum Dänemark in Kopenhagen pünktlich zum 100. Geburtstag die größte und tiefgründigste Ausstellung, die Hans J. Wegner und seinem Werk jemals gewidmet wurden.

Mit ungefähr 150 Ausstellungsstücken, darunter originale Möbel, Zeichnungen, Modelle und Fotografien, verspricht “Just one good chair” nicht nur eine gute Analyse von Wegners Leben und Werk, sondern erklärt auch, indem Wegners Beitrag zur dänischen Designtradition untersucht wird, wie sich die dänische Moderne und die Organische Moderne grundsätzlich entwickelt haben. Und wie all das zu dem beständigen Mythos, das dänische Design sei ein gänzlich eigenständiger Stil, geführt haben kann.

In Ergänzung zu den Objekten Wegners wurde angekündigt, die Ausstellung werde der Arbeit Wegners Arbeiten einiger seiner Zeitgenossen gegenüberstellen. Darunter Charles und Ray Eames, Finn Juhl oder Arne Jacobsen und zeitgenössische Designer wie Jasper Morrison oder Konstantin Gricic.

“Wegner – Just one good chair” ist ab 3. April im Designmuseum Dänemark, Bredgade 68, 1260 Kopenhagen zu sehen und kann dort bis Sonntag, den 2. November, besucht werden.

Hans J Wegner and Johannes Hansen JH550 PP550 The Peacock Chair

Hans J Wegner (l.) und Johannes Hansen (r.) begutachten einen JH550/PP550 "Peacock Chair" (Foto: Designmuseum Dänemark, Kopenhagen)

(smow) Blog kompakt IMM Cologne Spezial: Stylepark Featured Editions

21. März 2014

Als wir die IMM Cologne 2014 in unserer Vorschau als Eröffnung des europäischen Designzirkus bezeichneten, war uns ja nicht klar, dass dieser Zirkus auch mit einem Rummel ausgestattet sein würde.

Leider konnte man auf dem Kettenkarussell, an dem die Sitzschalen des Pelle Stuhls befestigt waren, nicht wirklich eine Runde drehen. Das Karussell war Teil der Präsentation des “Featured Editions”-Programms 2014 und nur zum Anschauen gedacht.

Das Konzept “Featured Editions” wurde vom Onlineportal Stylepark kuratiert und hatte 2013 auf der IMM Cologne seine Premiere. “Featured Editions” ist eine Serie von Installationen, mit denen Designer/Künstler/Architekten auf spielerische, konzeptuelle Art ein Design präsentieren.

Einige Installationen eröffnen einen wirklich ernsthaften, künstlerischen Diskurs mit den Objekten, andere entstehen unter Zeitdruck und sind eher so konzipiert, dass man zeigt, was zum Termin fertig ist. Das ist jedoch eine Mischung, die den Unterhaltungswert des Konzeptes keineswegs mindert.

Neben dem Pelle Karussell gab es beispielsweise die Installation Sharky Jump mit einem tauchenden Kristalia Stuhl, ein Strickleiter-Regal und bestialisch aufgespießte Eames DKR Wire Chairs.

Die “Featured Editions”-Installationen sind nicht nur eine schöne Ablenkung vom Hochglanz der Firmenmessestände und ihrer häufig uninspirierten und trockenen Präsentationen, sondern bieten auch die wunderbare Gelegenheit, sich kurz niederzulassen und ein paar Minuten zu entspannen.

Alles in allem gute Unterhaltung und eine großartige Ergänzung zum IMM Cologne Komplettpaket.

Unsere Bilder: