Direkt zum Inhalt

Beiträge markiert ‘Vitra’

Blurred Lines oder was wäre, hätten Pharrell Williams and Robin Thicke Möbel entworfen?

06. Juni 2015

Am 10. März 2015 kam ein kalifornisches Gericht in Los Angeles zu dem Schluss, dass Pharell Williams und Robin Thicke bei der Komposition ihres Songs “Blurred Lines” etwas zu sehr auf Marvin Gayes Hit “Got to Give it Up” von 1977 gebaut hätten.  Das Gericht verurteilte Williams und Thicke wegen der Verletzung von Gayes Urheberrecht zur Zahlung eines Bußgeldes von 7,4 Millionen Dollar.

In Bezug auf dieses Urteil sinnierte Pharell Williams in der Financial Times, dass “der Urteilsspruch all jene Kreativen da draußen hemmt, die etwas machen, das möglicherweise von etwas anderem inspiriert ist”. Seines Erachtens könne dieser Fall zu einer Kreativindustrie führen, die “eingefroren durch Rechtsstreitigkeiten” sei.1

Und bis zu einem gewissen Grad hat er nicht ganz Unrecht.

Die Geschichte der Musik ist eine Geschichte darüber, wie Ideen einzelner Komponisten genommen und weiterentwickelt werden; darüber, von anderen Musikern inspiriert zu sein – jenen, die ihren eigenen Weg gehen, entweder gefeiert als Genies oder verurteilt als Narren.

Was uns natürlich zum Nachdenken bringt…

Wie die Geschichte der Musik im Wesentlichen auf Inspiration, Hommagen und Weiterentwicklung der Ideen anderer beruht, so trifft dies auch auf die Geschichte des Möbeldesigns zu.

Michael Thonet Boppard Bench 1836 1842

Die sogenannte Boppard Bank von Michael Thonet, ca. 1836

Ein Musterbeispiel der Tradition des Möbeldesigns, der Vater der modernen Möbelindustrie Michael Thonet, begann mit der Nachbildung etablierter Formen seiner Zeit; eine Übung, die ihm half, sein eigenes Verständnis von Form, Ästhetik und Funktionalität zu entwickeln, bevor er dann schließlich mit dem Bugholzverfahren nicht nur einen neuen Prozess für die industrielle Stuhlproduktion erfand, sondern auch eines der erfolgreichsten und populärsten Sitzmöbel aller Zeiten: den Stuhl 214. In ähnlicher Manier war der Pate der dänischen Moderne, der Architekt und Möbeldesigner Kaare Klint, fest davon überzeugt, dass historische Möbelentwürfe über alles verfügen würden, was man braucht, um moderne, funktionale Möbel zu entwickeln – soweit man sie in den Kontext des modernen Zeitalters übersetzt. Eine Position, die auch seine Schüler, darunter Hans J. Wegner und Borge Mogensen, mehr als gelungen mit vielen ihrer eigenen Arbeiten demonstrierten, und an der auch zeitgenössische Designer fortwährend festhalten. Konstantin Grcics 360° Stuhl für Magis beispielsweise sollte eher als Weiterentwicklung  von George Nelsons Perch aus dem Jahr 1964 – in neuem Material und für ein neues Zeitalter – aufgefasst werden denn per se als neues Produktgenre. Wiederum ist Jasper Morrisons Fionda Stuhl dem italienischen Hersteller Mattiazzi zufolge von einem japanischen Campingstuhl inspiriert, der sich in  Morrisons Besitz befindet. Ein kurzer Blick auf den Snow Peaks Take! Stuhl genügt, um zu verstehen, was damit gemeint ist. Und wo wäre das zeitgenössische Design ohne die Shaker? Sie mögen eine religiöse Sekte sein, aber ihr schlichter Architektur- und Designansatz inspirierte und inspiriert weiterhin unzählige Designer und Architekten.

Abgesehen von einzelnen Objekten oder Genres sind Designer – ebenso, wie Musiker davon inspiriert sind, wie Zeitgenossen neue Methoden oder neuartige Verständnisse von Rhythmus und Komposition aufgreifen – regelmäßig von der Art und Weise inspiriert, in der ihre Zeitgenossen bestimmte Herstellungsverfahren nutzen. Michael Thonets Bugholzverfahren beispielsweise schuldet dem Bootsbau mehr als einen Hauch von Dankbarkeit, während Alvar Aalto bekanntermaßen von seinem Geschäftpartner Otto Korhonen mit einem Verfahren zur Formung von Sperrholz vertraut gemacht wurde, das der Hersteller Luterma aus Tallinn zur Produktion von Straßenbahnsitzen nutzte. Aalto erkannte das Potential des Verfahrens, griff die estnischen Methoden auf und entwickelte sie technisch wie formal weiter, um sie auf einen spezifischen Kontext zu übertragen – und schuf so etwas Neues, das wiederum Marcel Breuer, Charles Eames, Eero Saarinen, Egon Eiermann, Arne Jacobsen und seitdem so ziemlich jeden Designer inspirierte.

Børge Mogensen FDB Chair Danish Museum of Art and Design Copenhagen

Links ein Stuhl von Borge Mogensen aus den 1940er Jahren, rechts ein Stuhl in englischem Windsor Stil aus dem 18/19. Jahrhundert

Eine weitere Parallele zur Musikindustrie besteht darin, dass es in der Regel etliche Designer gibt, die zur gleichen Zeit an ähnlichen Konzepten arbeiten, so wie kommerziell erfolgreiche Musiker meist aus einer Szene von Künstlern stammen, die sehr ähnliche Dinge tun – einige mit mehr, andere mit weniger bleibendem Erfolg. Auf diesen Fall trifft man beispielsweise bei den Freischwingern von Mart Stam, Marcel Breuer, Mies van der Rohe und den Gebrüdern Rasch. Sie alle kannten einander, entwickelten aber dennoch ihre eigenen Projekte, entsprechend jeweiligen ästhetischen Vorstellungen und Lösungsansätzen. Ebenso hätte Hans Knoll angeblich Harry Bertoias Diamond Chair beinahe nicht veröffentlicht, weil er dem Eames DKR Wire Chair so ähnelt und Knoll Angst hatte, man würde ihn und Bertoia beschuldigen, bei den Eames und Herman Miller geklaut zu haben2 – auch wenn es gar keinen Hinweis in diese Richtung gab. Solche Bedenken kannten wiederum Egon Eiermann und Wilde + Spieth  bei ihrem SE 3 von 1949 nicht. Heute ist der SE 3 als SE 42 bekannt und weist eine nicht nur flüchtige Ähnlichkeit mit dem Eames DCW auf; dennoch wurde er – wie Bertoias Diamond Chair – unabhängig von den Eames entwickelt, wenn auch im Wissen um ihre Arbeit. Gesagt werden muss aber auch (und Arthur Mehlstäubler bemüht sich sehr, das deutlich zu machen), dass, wenn man sich Details wie die Verbindung zwischen Sitz und Rahmen, die formal offenere Konstruktion von Eames’ im Vergleich zu Eiermanns eher kompaktem Stuhl oder schlicht die Anzahl der Stuhlbeine anschaut, die Unterschiede die ansonsten offensichtlichen Ähnlichkeiten überwiegen.3

Dann gibt es natürlich noch die tatsächlichen Hommagen, Arbeiten, die nichts anderes vorgeben, als reine Lobpreisungen anderer existierender Werke zu sein. Franz Volhards Tisch Egon bei Nils Holger Moormann beispielsweise ist eine vorwitzige, selbstbewusste Reinterpretation von Egon Eiermanns klassischem Stahlrohrtischrahmen aus solidem Holz. Und ein Tisch, der durch seine fast schon allzu offensichtliche Einfachheit wunderbar verdeutlicht, wie ausgezeichnet Eiermanns originale Idee war und immer noch ist. Oder Rudolf Horns Conferstar Club Chair von 1962 – ein Sessel, den Rudolf Horn entwickelte, weil er Mies van der Rohes Barcelona Chair so unkomfortabel fand und so enttäuscht war, nachdem er darauf gesessen hatte, dass er sich fast verpflichtet fühlte, den Sessel weiterzuentwickeln.

mies van der rohe barcelona chair rudolf horn conferstar club chair

Oder  Der Barcelona Chair von Mies van der Rohe (1929) und der Conferstar club chair von Rudolf Horn (1962)

Reine Plagiate sind natürlich eine ganz andere Sache. Nicht nur, weil sie den Kreativen den verdienten Lohn ihrer Arbeit verweigern, sondern – zumindest im Fall von Möbeldesign, wenn nicht auch bei Musik – oft von geringerer Qualität sind. Wenn nicht gar potentiell gefährlich – wie unsere australischen Cousins kürzlich bei ihren Tolix Hocker Tests herausgefunden haben.

Allerdings, und das legen alle genannte Beispiele nahe, ist der Grat zwischen Inspiration, Hommage und Plagiat sehr, sehr schmal.

Pharrell Williams und Robin Thicke argumentieren weiterhin, sie hätten diesen Grat nicht überschritten und beantragten in aller Form eine Wiederaufnahme ihres Falls. Hinsichtlich einer erfolgreichen Berufung sehen ihre Anwälte Grund zur Hoffnung – aufgrund der Tatsache, dass die Jury beide Lieder nur in ihrer Version auf dem Papier verglich, statt sie anzuhören und sich dann eine Meinung zu bilden. Ein kleiner, aber ja sehr wichtiger Unterschied, der auch in Bezug auf die Möbelindustrie eine Rolle spielt.

Die Partitur beinhaltet die Intention des Musikers, umfasst die Beziehung zwischen den einzelnen Komponenten und beweist, wie kompetent – oder auch nicht – der Komponist in seinem Fach ist. Bei der Audioversion geht es darum, wie das Lied in der Folge gestaltet wurde; ein Prozess, der ja grundsätzlich nicht vom Songschreiber allein ausgeht, sondern in Zusammenarbeit mit einem Produzenten, einem Techniker und einer Plattenfirma abläuft.

Ähnlich bei den Möbeln: Wofür man man prinzipiell Geld ausgibt, ist das Styling; nur sehr selten handelt es sich bei der endgültigen Marktversion um eine exakte 1:1-Version der Originalversion des Designers, sondern stattdessen um eine industriell produzierbare Adaption, die in Verbindung mit dem Hersteller entwickelt wird. Und so, ja, auch bei der Musik: Wenn der Herausgeber den Profit über den Inhalt stellt, kommt häufig ein Resultat zustande, das einen aktuellen Standard oder speziellen Lifestyle-Trend bedient.

Wie auch immer, und wenn man mal die Monotonie solcher Resultate ignoriert: Das Konstruktionsprinzip, auf dem das Projekt basiert, die Wahl der Materialien, die Intention und Inspiration hinter der originalen Idee und, auf der anderen Seite, die Kompetenz, mit der diese in ein fertiges Modell übertragen werden, sind die tatsächliche Arbeit der Designer – und hier liegt letztlich auch der Unterschied zwischen Kopie und Original.

Einer Kopie fehlt die Autorenschaft, jeder Anschein von Charakter. Sie bleibt schlicht eine seelenlose, gewöhnliche Konstruktion, die einfach nur den visuellen Eindruck eines erfolgreichen Designerstücks überträgt – und ein Objekt, dass Leichtgläubige davon überzeugen soll, sie kauften etwas anderes als das, was sie letztendlich erhalten. Ein zynischer Trick also, der die Grenzen verschwimmen lässt und Profit auf Kosten anderer macht.

Und was wäre, um auf unsere Ausgangsfrage zurückzukommen, wenn Pharell Williams und Robin Thicke Möbel entworfen hätten?

Ach, lasst uns einfach dankbar sein, dass das nicht der Fall ist…

1. Matthew Garrahan, “Pharrell Williams warns of copycat litigation wave” Financial Times 19.März 2015

2. George Nelson, The age of modern design, Architectural Record Mitte Februar 1982

3. Arthur Mehlstäubler, “Egon Eiermann – der deutsche Eames?” in Sonja Hildebrand und Annemarie Jaeggi, “Egon Eiermann (1904 – 1970). Die Kontinuität der Moderne”, Hatje Cantz, 2004

The 360° Stool by Konstantin Grcic for Magis (2009) and the Nelson Perch by George Nelson through Vitra (1964)

Der 360° Hocker von Konstantin Grcic für Magis (2009) und der Nelson Perch von George Nelson durch Vitra (1964)

The DCW plywood chair by Charles and Ray Eames through Vitra (1945) and the SE 42 by Egon Eiermann for Wilde + Spieth (1949)

The DCW Formsperrholzstuhl von Ray und Charles Eames durch Vitra (1945) und der SE 42 von Egon Eiermann für Wilde + Spieth (1949)

Self inspiration: The Uncino chair Mattiazzi by Ronan & Erwan Bouroullec for Mattiazzi and the Officina chair by Ronan & Erwan Bouroullec for Magis

Inspiriert: Der Uncino Stuhl von Ronan & Erwan Bouroullec für Mattiazzi (2013) und der Officina Stuhl von Ronan & Erwan Bouroullec für Magis (2015)

smow Blog kompakt Spezial: Mailand 2015 – Ronan & Erwan Bouroullec

24. Mai 2015

Es war auf jeden Fall einfach großes Glück, und keine besonders gute Planung, dass auf der Mailänder Möbelmesse 2015 alle großen Hersteller der Designs von Ronan und Erwan Bouroullec nebeneinander lagen. Gut für die beiden, denn so mussten sie nicht so weit laufen, um ihre Termine wahrzunehmen. Und auch gut für alle Besucher, denen sich so ein unkomplizierter Überblick über die letzten Arbeiten der Brüder bot.

Ronan und Erwan Bouroullecs relevantester Launch auf der Mailänder Möbelmesse 2015 war ohne Frage der Belleville Chair und die dazugehörigen Tische für Vitra. Benannt nach dem Pariser Vorort, in dem die Designer vermutlich gerne mal vor einem Bistro entspannen, und wo sie das heitere Pariser Treiben, das sich dort vor ihnen ausbreitet, mit Zeichnungen einfangen, kann die Belleville Familie in vielerlei Hinsicht als Ergänzung zur Vitra Standard Collection betrachtet werden. Jedenfalls ist die Kollektion als solches gedacht. Zwar müssen sich die neuen Stücke zunächst einmal beweisen, doch wird das im Falle vom Belleville Chair wohl kein Problem darstellen. Mit dem fließenden schwarzen Polyamid-Rahmen, in den die mit verschiedenen Oberflächenmaterialien erhältliche Sitzschale eingefasst ist, stellt sich der Belleville Chair mit dem simplen eleganten Charme eines Bugholzstuhls als ein sehr zeitgemäßes, fast schon zu offensichtliches, Produkt dar. Neben den mehr angedeuteten als physisch präsenten Armlehnen der Ausführung als Armlehnstuhl, die als köstliches Style-Detail sicher Hans J. Wegner beeindrucken würde, ist das Gewicht das eigentliche Highlight des Belleville Chair. Er ist nämlich weder schwer noch leicht. Er sieht leicht aus, hat aber ein Gewicht, das sich mehr im Sinne seiner Substanz und Bedeutung als seiner Masse ausdrückt, und das dem Stuhl eine Charakterstärke verleiht, mit der er mühelos in ziemlich jeder Situation verwendet werden kann. Alles in allem ein wirklich erfreuliches Stück!

Belleville Chair by Ronan & Erwan Bouroullec for Vitra, as seen at Milan Furniture Fair 2015

Belleville Chair von Ronan & Erwan Bouroullec für Vitra, gesehen auf der Möbelmesse Mailand 2015. Und bald in einem Bistro in Ihrer Nähe …

Auf der Möbelmesse in Mailand 2014 stellten Ronan und Erwan Bouroullec ihre Officina Tische für Magis vor, 2015 wurde die Familie nun logisch durch einen Stuhl und einen Hocker ergänzt. Mit der gleichen Stahlkonstruktion gefertigt, die die Officina Tische zu den Highlights der Mailänder Messe 2014 machten, zeigen die Stühle eine sehr offene, einladende Optik, wenngleich eine  Ähnlichkeit zum Uncino Stuhl nicht von der Hand zu weisen ist. Diesen designten die Bouroullecs 2014 für Mattiazzi und er wurde dieses Jahr nur einen Steinwurf vom Magis Messestand entfernt präsentiert. Die, die uns kennen, werden sich denken können, wie oft wir zwischen den Ständen hin und her gesprungen sind, um die beiden zu vergleichen.

Strukturell mögen die beiden Bouroullec Stühle zwei verschiedene Objekte sein, aber liest man mal zwischen den Zeilen, versteht man die Einfachheit der Konstruktion, ignoriert man die Materialien und konzentriert man sich auf die Form, hat man im Kern das gleiche Objekt. Enttäuschenderweise. Während sicher niemand etwas gegen eine erkennbare Handschrift im Portfolio eines Herstellers hat, sollten sich Designer doch bemühen, ihren Output für verschiedene Hersteller zu variieren, insbesondere wenn sie keine Karikaturen ihres eigenen Erfolges werden wollen. Es gibt natürlich viele Designer, und tatsächlich noch mehr Architekten, die schamlos die gleiche Arbeit wieder und wieder reproduzieren – und die sich genau deswegen erfolgreich selbtvermarkten. Aber das hat natürlich wenig mit Design zu tun.

Das soll nicht heißen, der Officina Stuhl wäre kein ansprechendes Objekt. Er ist dem Uncino einfach sehr ähnlich. Und das finden wir enttäuschend und unnötig.

Ein Beispiel, wie individuell und erfinderisch Ronan und Erwan Bouroullec sein können, zeigt sich auf dem Artek Stand. Den Stand kann man von der Officina Präsentation aus sehen und so unterstreicht er nur noch die Problematik um den Officina Stuhl. Im Zuge der Übernahme Vitras von Artek 2013 begannen eine Reihe ihrer “Hausdesigner” mit Artek zusammenzuarbeiten. Nach Konstantin Grcics Rival Stuhl und Hella Jongerius’ Überarbeitung der Aalto Armlehnsessel 400 und 400 aus dem Jahr 2014 wurde die Kaari Kollektion der Bouroullecs 2015 auf der Stockholmer Möbelmesse vorgestellt.

Die Kollektion, bestehend aus Regalen und Tischen in allen denkbaren Größen und Konfigurationen, ist nicht nur von Alvar Aaltos Wandregal 112 inspiriert, sondern ist sich dank seiner frischen, unkomplizierten Ästhetik und einer Reihe von gut proportionierten und durchdachten Objekten, die eindeutig Artek sind, selbst auch genug. Für uns ist das herausstechende Highlight der Kaari Kollektion das Regal-/Schreibtisch-Kombielement, kurz gefolgt von dem freistehenden Schreibtisch, in den die Silhouette von Aaltos klassischem Regal integriert ist – und das ohne eine wirkliche Funktion zu haben. Das ist eine Untergrabung des großen funktionalistischen Designs, die so frech und irrelevant wie effektiv und charmant ist.

Wie wir nicht müde zu wiederholen werden, hat uns Ronan Bouroullec 2010 erzählt, dass sie “weniger und das besser machen wollen”. Seitdem haben wir keinen Hinweis auf das Weniger gefunden, viele Beispiele für Besser jedoch schon, vor allem jedoch ein Design Studio, das, abgesehen von gelegentlichen Blackouts wie bei L’Oiseau oder auch dem neuen Officina Stuhl, regelmäßig interessante, intelligente Projekte realisiert. Dabei gelingt es den Designern immer wieder auf elegante Weise ein kundiges Verständnis der Bedürfnisse von Endkunden mit einem guten Sinn für die richtige Materialwahl zu kombinieren und Objekte zu schaffen, die sowohl funktional sind als auch formal gefallen. Außerdem kann man sagen, sind es Objekte, für die wir gerne auch mal einen etwas längeren Weg über das Mailänder Messegelende auf uns nehmen.

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: Dezember

04. Januar 2015

Mit jedem weiteren Mitfahrer in der Bahn, der akute Symptome eines übermäßigen Konsums billigen Glühweins zeigte, wurden wir uns des Dezembers mehr bewusst – und damit dem nahenden Ende eines der besseren Jahre für den smow Blog.

Obwohl man dazu sagen muss, dass 2014 auch eines der Jahre war, in denen man ins Überlegen kommt, ob es nicht an der Zeit ist, die Reisesocken an den Nagel zu hängen und sich nach einer etwas ruhigeren, sesshaften Existenz umzusehen. Der Moment dafür war sicher der richtige, aber wäre es die Entscheidung auch gewesen? Wir haben ja noch ein paar Tage, um es uns zu überlegen …

So lange schwelgen wir noch in Erinnerungen an ein ereignisreiches Jahr, das seinen würdevollen Abschluss in dem smow Adventskalender mit täglichen Angeboten zu Designklassikern wie von Vitra, Thonet, Fritz Hansen und Tecnolumen – sowie einem Elefanten namens Eames – fand.

vitra eames elephant

Eames Elephant von Charles & Ray Eames für Vitra

thonet s-1520

Thonet Garderobe S 1520

tecnolumen wg 24

WG 24 von Wilhelm Wagenfeld über Tecnolumen

vitra dsw

DSW von Charles & Ray Eames über Vitra

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: Oktober

02. Januar 2015

Im Oktober ging es weiter über Budapest nach Berlin, wo wir u.a. die Ausstellung “Sensing the Future: László Moholy-Nagy, die Medien und die Künste” im Bauhaus Archiv Berlin genossen, und schließlich nach Köln, wo die Orgatec Büromöbelmesse stattfand und zur Ausstellung “Der entfesselte Blick – Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur” im Marta Herford.

Der entfesselte Blick Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur Marta Herford

House with a Lamellar Construction, 1931, von Bodo Rasch, gesehen bei Der entfesselte Blick – Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur, Marta Herford

Orgatec Cologne 2014 Vitra Konstantin Grcic Allstar office chair Hack table

Allstar Bürostuhl und Hack Tisch von Konstantin Grcic für Vitra, gesehen auf der Orgatec Köln 2014

Sensing the Future Lászlo Moholy-Nagy die Medien und die Künste at Bauhaus Archiv Berlin

Sensing the Future: László Moholy-Nagy, die Medien und die Künste im Bauhaus Archiv Berlin

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: September

01. Januar 2015

Nach einem relativ untätigen August blies uns im September der herbstliche Wind entgegen und stellte uns auf die turbulente Zeit der Designfestivals ein. Aber bevor alles in Wien begann, genossen wir die Ausstellungen “Okolo Offline Two – Collecting” im Kunstgewerbemuseum Dresden, “Useful Exhibition” von Sanghyeok Lee in der DMY Design Gallery Berlin, “Alvar Aalto – Second Nature” im Vitra Design Museum sowie einen liebenswürdigen Plausch mit dem Architekten Eberhard Lange über die Restaurierung von Egon Eiermanns Wohnhaus Matthies in Potsdam. Und dann kamen die Vienna Design Week 2014 sowie die Bratislava Design Week 2014 …

Vitra Campus Architektur Design Industrie Aedes Am Pfefferberg Berlin

Architektur Design Industrie - Vitra Campus. Ein Jubiläum bei Aedes am Pfefferberg, Berlin

Wohnhaus Matthies Egon Eiermann Potsdam Babelsberg

Wohnhaus Matthies von Egon Eiermann

Useful Exhibition by Sanghyeok Lee at the DMY Design Gallery Berlin

Useful Exhibition von Sanghyeok Lee in der DMY Design Gallery Berlin

Alvar Aalto Second Nature Vitra Design Museum furniture

Alvar Aaltos Möbel bei Alvar Aalto - Second Nature, Vitra Design Museum

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: Juni

28. Dezember 2014

In diesem Monat durchforsteten wir mit Niek Wagemans Berlin, um Material zu suchen, aus dem eine Bar für die Dänische Botschaft entstehen sollte, kamen mit einigen glamourösen Gestalten auf der Design Miami Basel zusammen und, am aller wichtigsten, wir testeten im Juni den neuen Vitra Rutschturm in Weil am Rhein.  

Vitra Campus Vitra Slide Tower

Der Vitra Rutschturm in Weil am Rhein

Bauhaus Archiv Berlin Wassily Kandinsky Lehrer am Bauhaus

Wassily Kandinsky - Lehrer am Bauhaus im Bauhaus Archiv Berlin

Space Pulpo Galerie

Space @ Pulpo Galerie, Lörrach

smow Blog 2014. Ein Rückblick in Bildern: April

25. Dezember 2014

Man kann es fast schon in den Wörterbüchern nachlesen: “April” ist nur ein Synonym für “Mailand”.

Und entgegen aller Erwartungen fanden wir uns auch im April 2014 erneut in der Lombardei wieder, wo wir, neben anderen Objekten und Ausstellungen, sehr beeindruckt von den Alexander-Girard-Reissues bei Vitra, der Ausstellung von Meisenthal Glassworks im Institut Francais und dem Rival Chair von Konstantin Grcic für Artek waren. Außerhalb Mailands lernten wir die Arbeit von Pascal Howe in der DMY Design Galerie Berlin kennen, konnten im Grassi Museum zu Leipzig in aller Tiefe der Designgeschichte der Thonet Stühle folgen, sahen die Arbeiten Ola Kolehmainens und die von Okolo Offline im Depot Basel und gratulierten Hans J. Wegner zum 100. Geburtstag.

Haus am Waldsee Berlin Ola Kolehmainen Geometric Light Hagia Sophia year 537 III Untitled No 6 2014

Hagia Sophia year 537 III, 2014, und Untitled (No. 6), 2005, von Ola Kolehmainen. Gesehen bei Ola Kolehmainen - Geometric Light, Haus am Waldsee Berlin

Okolo Offline at Depot Basel

Okolo Offline @ Depot Basel

Sitzen Liegen Schaukeln Möbel von Thonet Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig 02

Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet im Grassi Museum für Angewandte Kunst, Leipzig

Milan 2014 Artek Rival Konstantin Grcic

Rival von Konstantin Grcic für Artek, gesehen auf der Möbelmesse Mailand 2014

(smow) blog compact Milan 2014 Vitra Alexander Girard Colour Wheel Ottoman

Colour Wheel Ottoman von Alexander Girard durch Vitra, gesehen auf der Möbelmesse Mailand 2014

WEGNER – Just one good chair Christian Holmsted Olesen Hatje Cantz Verlag

"Wegner – Just one good chair" von Christian Holmsted Olesen, Hatje Cantz

 

 

 

Orgatec Köln 2014: Vitra

25. November 2014

Im Vergleich zur jährlichen Möbelmesse IMM Cologne erscheinen einem die Flure und Hallen der Kölner Messe, bei der alle zwei Jahre stattfindenden Orgatec merkwürdig leer – jedenfalls bis man den Stand von Vitra und so die Besuchermengen erreicht.

Vitras fast schon natürliche Anziehungskraft hängt ohne Frage mit den hochkarätigen internationalen Designern zusammen, die für das Vitra Portfolio im Bürobereich verantwortlich sind. Im Jahr 2014 wurde dieses Programm u.a. durch neue Kollaborationen mit Konstantin Grcic und Antonio Citterio sowie einer Reedition einiger Arbeiten von Jean Prouvé erweitert.

Orgatec Cologne 2014 Vitra Konstantin Grcic Allstar office chair Hack table

Allstar Bürostuhl und Hack Tisch von Konstantin Grcic für Vitra, gesehen auf der Orgatec Köln 2014

Das allgemeine Thema der Präsentation von Vitra auf der Orgatec 2014 war “Workstyles”. In diesem Sinne wurde der Stand in eine Reihe von Workstyles unterteilt, die jeweils die Arbeit eines Designers repräsentieren. Das mediale Highlight war dabei ohne Frage der Hacker Workshop mit Konstantin Grcics Allstar Bürostuhl und seinem Hack Tisch. 

Bekanntermaßen arbeitete Grcic ja mit Jasper Morrison zusammen, bevor er sein eigenes Studio eröffnete, und es ist irgendwie passend, dass genau dann, wenn das Bröhan-Museum Berlin einige Arbeiten von Jasper Morrison aus den 1980er Jahren zeigt, Konstantin Grcic einen Stuhl lanciert, der an dieses Jahrzehnt erinnert.

Für Konstantin Grcic war die Intention des Stuhls einfach: “Ich wollte einen Bürostuhl entwickeln, der nicht der Typologie eines Bürostuhls entspricht”, erklärt er, “um von der Idee des Bürostuhls als Maschine wegzukommen und etwas zu kreieren, das eher einem Stuhl gleicht, also einem weniger anspruchsvollen Stuhl, der problemlos an unterschiedlichen Orten genutzt werden kann.”

Auf den ersten Blick hat Grcic das sicherlich erreicht, zumindest denkt man nicht gleich: “Oh, ein Bürostuhl!” Allerdings erinnert die kurvige Form an die ersten Bürostühle der 1840er Jahre und ist gewissermaßen von einer dünnen Schicht 1980er-Jahre-Staub bedeckt.

Sehr gut gelungen ist es Konstantin Grcic allerdings, die Technik zu verstecken. Der Allstar Bürostuhl hat eine höhenverstellbare Rückenlehne, eine flexible Sitzhöhe, lässt sich nach vorn und zurück neigen und ist drehbar. Und darauf würde man beim Anblick des Stuhls wirklich nicht kommen.

Darüber hinaus präsentiert Vitra Konstantin Grcics neues Hack Tisch Konzept, so wie vor zwei Jahren das Cork Desk Konzept von Ronan und Erwan Bouroullec. Allerdings können wir uns vorstellen, dass der Hack Tisch vor dem Cork Desk auf den Markt kommen wird, weil Hack wirklich ein neues Konzept und nicht bloß ein neues Produkt für den Büromöbelbereich ist. Zusammengeklappt nimmt der Tisch als in sich geschlossene Kiste wenig Platz ein, ausgepackt ist Hack ein höhenverstellbarer Tisch mit eigenen Raumteilerwänden. Als solches definiert Hack “flexibles” Büromobiliar neu, weil der Tisch nicht nur hinsichtlich des Gebrauchs im Büro, sondern auch in Sachen Transport und Lagerung flexibel ist. Das heißt mit Hack können völlig neue Nutzungskonzepte entstehen.

Beide, Allstar und Hack, sind natürlich Produkte, die sich in erster Line an einen jüngeren Markt, Startups und dergleichen richten. Konstantin Grcic sieht das jedoch nicht zwangsläufig so: “Ich denke die beiden sind Objekte, die ihren Platz in modernen Büros haben, ganz egal wie groß oder neu das Unternehmen ist. Das moderne Büro ist nicht mehr das, was es mal war, und unterliegt heutzutage nicht selten einem ständigen Wandel. Und dieser Fakt trifft nicht nur auf junge Firmen, sondern genauso auf etablierte Unternehmen zu.”

Orgatec Cologne 2014 Vitra Konstantin Grcic Allstar office chair Hack table

Allstar Bürostuhl und Hack Tisch von Konstantin Grcic für Vitra, gesehen auf der Orgatec Köln 2014

Sehr viel klassischer ist der Industrial Workshop mit der Präsentation einer Reihe von Jean Prouvé Reeditionen, von denen der Fauteuil Direction Pivotant Bürostuhl ohne Frage das Highlight ist. Der Stuhl, eine wirklich monströse Konstruktion, ist höhenverstellbar, verfügt über einen Kippmechansimus, der auf das Gewicht reagiert, und steht so in fast perfektem Kontrast zu Grcics Allstar. Wir behaupten nicht, der eine wäre besser als der andere, es handelt sich einfach um zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen.

Darüber hinaus umfasst die neue Prouvé Kollektion den Bureau Métallique Tisch, den Fauteuil Direction Besucherstuhl, die Petite Potence Wandleuchte und die Tischlampe Lampe de Bureau. Insbesondere Letztere ist ein wirklich großartiges Stück. Alles in allem eine gute Erinnerung daran, dass gutes Design und die einfachste Lösung häufig eins sind, und dass man, will man Objekte entwickeln, die auch noch für kommende Generationen relevant sein sollen, über handwerkliche Grundlagen und ein gutes Gespür für Maßstab und Proportion verfügen sollte.

Überlasst “Style” und “Trends” der Modeindustrie und konzentriert euch auf eure Arbeit!

Orgatec Cologne 2014 Vitra Jean Prouve Lampe de Bureau

Lampe de Bureau von Jean Prouvé durch Vitra, gesehen auf der Orgatec Köln 2014

Die dritte große Workstyle Installation namens Innovation Workstyle Atelier ist Ronan & Erwan Bouroullecs Workbay Familie gewidmet; kein neues Produkt, aber ein Konzept, das je nachdem was die Bouroullecs daran tun, immer weiter wächst. Ein solches System verfügt über eine immanente Logik und die Art und Weise, wie die Bouroullecs dieses System entwickeln, macht diese Logik nicht nur sichtbar, sondern auch die Argumente für andere Systeme zunichte.

Neben den Workstyle Installationen nutzt Vitra die Orgatec 2014 auch für die Präsentation der Charles und Ray Eames Soft Pad Chairs in neuen Farben, um den neuen Grand Executive Bürostuhl von Antonio Citterio – eine Arbeit, die aus seinem Grand Repos Lounge Chair entstanden ist – vorzustellen und den Super Fold Table, ein Café-Tisch, der mit einer Hand zusammengeklappt werden kann, des eingangs erwähnten Jasper Morrison zu zeigen.

Hier ein paar Eindrücke vom Vitra Stand auf der Orgatec 2014:

Alvar Aalto – Second Nature im Vitra Design Museum

05. November 2014

Wer den finnischen Architekten und Designer Alvar Aalto kennt, denkt sofort an die fließenden, freien Formen seiner Gebäude und seiner Formsperrholzmöbel. Die sind ohne Frage toll, aber viel mehr scheint es über ihn nicht zu sagen geben.

Trotzdem widmet Vitra Aalto derzeit eine Ausstellung und die Frage, was es dort wohl – Neues – zu sehen gibt, drängt sich uns förmlich auf. Also haben wir uns mal wieder auf den Weg nach Weil am Rhein gemacht und uns selbst davon überzeugt, dass sich ein Besuch der Ausstellung “Alvar Aalto – Second Nature” im Vitra Design Museum durchaus lohnt.

Alvar Aalto Second Nature Vitra Design Museum

Alvar Aalto - Second Nature im Vitra Design Museum. (Und vielleicht ein Vorschlag Aaltos für eine Erweiterung des Museums ...)

Der 1898 im finnischen Kuortane geborene Alvar Aalto begann 1916 mit einem Architekturstudium in Helsinki, das er 1921 abschloss, und gründete 1923 sein eigenes Architekturbüro in Jyväskyla. Im Jahr 1927 zog Alvar Aalto nach Turku, wo er die Bekanntschaft des örtlichen Fabrikanten Otto Korhonen machte – eine Freundschaft, die ausschlaggebend für die Entwicklung von Alvar Aaltos Karriere als Möbeldesigner werden sollte. Ein internationales Publikum erreichte Alvar Aalto erstmals 1932 mit seinem Paimio Krankenhaus, bevor dann ein Jahr später eine Ausstellung in London auch die weltweite Erfolgsgeschichte seiner Formsperrholzmöbel auslöste. Diese Ausstellung führte gewissermaßen auch zur Gründung der Firma Artek, die ab 1935 Aaltos Möbelentwürfe produzieren und vertreiben sollte. Es folgten über 300 weitere Architekturprojekte (realisierte und nicht realisierte), zahlreiche Möbel, Lampen und Glaswaren sowie verschiedenste Preise, Ausstellungen, Gastprofessuren usw. Alvar Aalto starb am 11. Mai 1976 in Helsinki.

So viel wissen wohl die meisten.

“Alvar Aalto – Second Nature” will daher einen Schritt weitergehen und den Besuchern einen neuen Alvar Aalto vorstellen. Mit den Worten des Ausstellungskurators Jochen Eisenbrand soll so die “etablierte Vorstellung von Alvar Aalto als einen Architekten, der tief mit der finnischen Landschaft verwurzelt war und dessen Formensprache sich von dort aus entwickelt habe, hinterfragt werden.” Wenn man so will also ein Alvar Aalto, dessen Formen nicht nur auf die finnischen Wälder zurückgehen. Zu diesem Zweck wurde die Ausstellung in vier Abschnitte unterteilt – mit einer ziemlich holprigen thematisch-chronologischen Struktur.

Die Ausstellung beginnt mit einem Überblick über Alvar Aaltos früheste Architekturarbeiten, darunter das Bibliotheksgebäude in Vyborg, die Kirche in Muurame und das Gebäude der landwirtschaftlichen Genossenschaft in Turku, und endet mit dem Paimio Krankenhaus, also dem Projekt, das ganz offiziell Aaltos Übergang von eher historischen Architekturgenres zur europäischen Moderne und dem europäischen Funktionalismus markiert. Dieser Übergang wird in der Literatur häufig als ein sehr plötzlicher Schritt beschrieben. Wie plötzlich war er aber tatsächlich und was führte zu dieser Wandlung?

“Plötzlich’ ist natürlich eine Frage der Definition”, so Jochen Eisenbrand, “blickt man zurück, wird deutlich, dass sich diese Veränderung innerhalb relativ kurzer Zeit vollzogen hat. Für mich bilden Aaltos Reisen hier den Hintergrund. 1928 beispielsweise unternahm Aalto seine erste Europareise, im Jahr 1929 nahm er am CIAM Kongress in Frankfurt Teil, auf dem er viele der führenden modernen Architekten traf – diese Erfahrungen und Begegnungen beeinflussten seine Architektur. Zur gleichen Zeit entwickelte sich aber auch in Skandinavien eine moderne Bewegung. Aalto war zum Beispiel mit den Organisatoren der Ausstellung von 1930 in Stockholm befreundet, der ersten Manifestation der Moderne in Schweden, und verfolgte die Vorbereitungen zu dieser Veranstaltung sehr genau. Es gab also einen Prozess über einige Jahre, der von verschiedenen Ereignissen bestimmt war. Und wenn man beispielsweise seine Kirchenprojekte aus dieser Zeit studiert und die frühen Skizzen mit den späteren vergleicht, wird ganz deutlich, wie sich das Design der Kirchen sukzessive vom nordischen Klassizismus hin zu einer sehr viel reduzierteren, modernen und abstrakten Formensprache entwickelte.”

Einen weiteren Einfluss auf diesen Transformationsprozess und auch auf Aaltos Entwicklung während der darauffolgenden Jahrzehnte findet man im zweiten Ausstellungsraum. Dort geht es um Alvar Aaltos Beziehung zur zeitgenössischen Kunst der 1920er und 30er Jahre und wie diese seine Arbeit und sein Verständnis von Begriffen wie Raum, Licht, Volumen und Form beeinflusste. Dieses Verständnis entwickelte Aalto allerdings schon durch seine Untersuchung einer “multisensorischen” Architektur, wie sie im ersten Raum dokumentiert wird. In diesem Zusammenhang bezeichnete sich Aalto später auch einmal als ein Dirigent der Architektur, der die zahlreichen Aspekte koordiniert, die ein Gebäude zu einer einheitlichen Komposition werden lassen – ebenso wie ein Dirigent ein Orchester leitet.

Dieser Aspekt Alvar Aaltos und seine Entwicklung wird einerseits im Zusammenhang mit Künstlern präsentiert, mit denen Aalto bekannt war, beispielsweise Alexander Calder oder Jean Arp, aber auch anhand zweier Architekturprojekte, die Aalto während dieser Jahrzehnte beendete, die Villa Mairea und das Maison Louis Carré. Beide Gebäude wurden für Sammler zeitgenössischer Kunst entwickelt und so auch mit Ausstellungsräumen für die Sammlungen konzipiert.

Alvar Aalto Second Nature Vitra Design Museum

Alvar Aalto - Second Nature im Vitra Design Museum

Mit eher klassischem Ausstellungsdesign steht “Second Nature” in einem erfreulichen Kontrast zum anspruchsvolleren experimentellen Ausstellungskonzept von “Konstantin Grcic – Panorama”. Das heißt im dritten Raum werden Aaltos Möbel- und Glasdesigns überwiegend auf weißen Blöcken präsentiert. Eine kuratorische Sünde, die man beim Anblick der ausgestellten Objekte allerdings schnell vergibt.

Neben den bewährten Aalto Klassikern, wie dem Hocker 60, dem Servierwagen 900 oder dem Sessel Paimio, sind auch faszinierende weniger bekannte Stücke zu sehen; darunter der sogenannte Stuhl 26, ein Stuhl aus Stahlrohr und Formsperrholz für Paimio, und, am beeindruckendsten von allen Ausstellungsstücken, der Paimio Drehstuhl, ein wirklich verführerisches Objekt, das zudem eine unmittelbare und nicht zu ignorierende Ähnlichkeit mit Konstantin Grcics Rival Chair für Artek aufweist. Wir wollen damit gar nichts sagen, ist nur ein Vergleich …

Neben den fragwürdigen weißen Blöcken fanden wir auch die kuratorische Entscheidung, Altos Möbel und Lampen getrennt von der Architektur zu präsentieren, etwas kurios. Aaltos Möbel entstanden fast immer im Zusammenhang mit Architekturaufträgen, jedenfalls während der frühen Jahre, und so hätte es wohl auch mehr Sinn gemacht beides zusammen auszustellen. “Wir haben lange über diesen Punkt nachgedacht”, gesteht Jochen Eisenbrand, “aber schließlich entschieden wir, dass es im Kontext unserer Ausstellung wichtiger ist, das Serielle der Produktion zu betonen – Aaltos Möbel waren auch Produkte, die für ein Massenpublikum und die Serienproduktion geplant wurden. Dieser Punkt ist wichtig gerade im Hinblick auf den Einfluss der angewandten Kunst auf Aaltos Schaffen, den Kunsteinflüssen also, die Aalto halfen sich als Architekt und Designer weiterzuentwickeln.”

Das Obergeschoss wird schließlich dem Bereich der Ausstellung überlassen, der einen Blick auf Alvar Aaltos spätere Architekturprojekte wirft, vor allem auf diejenigen, die in Übersee realisiert wurden oder zumindest dafür geplant waren; darunter das Kulturzentrum Wolfburg, die Baker House Studentenwohnungen am MIT Cambridge, Massachusetts und sein Design für ein neues Kunstmuseum in Bagdad von 1957.

Im September 2013 kaufte Vitra den Hersteller Artek. Im Oktober 2014 präsentiert das Vitra Design Museum eine Alvar Aalto Ausstellung. Alles nur ein glücklicher Zufall? Mit etwas schiefem Lächeln meint Mateo Kries, Chefkurator des Vitra Design Museums, dazu: “Wie jeder sehen wird, hat die Organisation der Ausstellung länger als ein Jahr gedauert. Tatsächlich haben wir die Ausstellung während der letzten drei Jahre vorbereitet. Dass Vitra in dieser Zeit Artek übernommen hat, ist reiner Zufall.” Wir müssen auch sagen, dass die Ausstellung unseren “Thonet-Test” bestanden hat. Den haben wir im Zusammenhang mit der jüngsten Ausstellung, “Sitzen – Liegen – Schaukeln. Möbel von Thonet” im Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig entwickelt. Geprüft wird dabei, ob kommerzielle Interessen Einfluss auf den Inhalt einer musealen Ausstellung genommen haben. “Second Nature” ist jedenfalls in keiner Hinsicht als Werbeveranstaltung für Artek oder Iittala, die Firma produziert Aaltos Glasdesigns, zu verstehen. Beide Unternehmen werden natürlich erwähnt, alles andere wäre albern, aber die Ausstellung befasst sich ganz klar mit Alvar Aalto und nicht mit denen, die heute seine Möbeldesigns vermarkten.

Alvar Aalto Second Nature Vitra Design Museum furniture

Alvar Aaltos Möbel bei Alvar Aalto - Second Nature, Vitra Design Museum

Mit ungefähr 20 Architekturmodellen, 50 Originalskizzen, 60 Lampen bzw. Möbeldesigns sowie Briefen, Postern, Magazinen, Fotografien und ähnlichem Material ist “Second Nature” nicht bezüglich der Objekte, aber in Bezug auf den Umfang und die Tiefe der Informationen wohl die ausführlichste Ausstellung, die man jemals über Alvar Aalto zu sehen bekommen wird.

Eine sehr wichtige Komponente sind diesbezüglich Armin Linkes Fotografien von Alvar Aaltos Gebäuden bzw. das Zusammenspiel der Fotografien mit den ausgestellten Objekten. Die speziell für die Ausstellung in Auftrag gegebenen Arbeiten fokussieren, ähnlich wie die Fotografien Ola Kolehmainens, eher Details der Gebäude und ihren Kontext, als dass sie Aaltos Konstruktionen zu unberührbaren Monumenten stilisieren. Folglich sind Armin Linkes Bilder eine einmalige Bereicherung für Alvar Aaltos Architektur, und das gelingt ihnen auf sehr einfache und zugängliche Weise. So öffnet sich die Ausstellung durch die Fotografien, die zudem sehr zum Vergnügen beitragen.

Mit den Fotografien, Kunstwerken und den Referenzen auf die Kunst kann “Alvar Aalto – Second Nature” ganz klar als weitaus mehr als eine “simple” Designausstellung gesehen werden. Das erklärt vielleicht auch, warum es der Ausstellung gelingt ein so interessantes und einnehmendes Portrait Alvar Aaltos zu zeichnen. Mateo Kries sieht es folgendermaßen: “Ich denke, dass eine Kombination von Architektur und Designausstellung mit Kunstelementen vor beispielsweise 10 Jahren nicht möglich gewesen wäre, allerdings kommen sich Reflexionen und Gedanken über Kunst, Design und Architektur heute näher, und das erlaubt uns jetzt jemanden wie Alvar Aalto in seiner ganzen Reichweite unter die Lupe zu nehmen.” Bedeutet das eine Erweiterung des Aufgabenbereiches des Vitra Design Museums? Vor allem wenn man “Second Nature” im Kontext der “Pop Art Design”-Ausstellung im Jahr 2012 betrachtet. “Nein, nein”, antwortet Mateo Kries kategorisch. “Wir sind ein Designmuseum und nehmen diese Tatsache sehr Ernst, das bedeutet aber eben auch, dass wir uns verpflichtet fühlen, beispielsweise die Einflüsse der Kunst zu zeigen oder auf den Dialog zwischen Architektur und Urbanismus einzugehen. Ich denke, es wird für unsere Besucher interessanter, wenn sie etwas über solche Zusammenhänge erfahren und ich hoffe, dass wir in Zukunft weiter daran arbeiten können, wie wir Design und Designausstellungen präsentieren.”

Alvar Aalto Second Nature Vitra Design Museum

Alvar Aalto - Second Nature im Vitra Design Museum

Jeder kennt den finnischen Architekten und Designer Alvar Aalto. Aber kennt man die Möbel für die Muurame Kirche von 1928, seine experimentellen Designs für Kinosäle, die auf Avantgarde Filme abzielten? Sind einem Aaltos Pläne für das Büro der Turun Sanomat Zeitung in Turku bekannt, zu denen auch gehörte, dass die Titelseite jeden Tag an die Fassade projiziert werden sollte? Kennt man den Paimio Drehstuhl?

Der Besuch von “Alvar Aalto – Second Nature” macht deutlich, wie wenig wir doch über Alvar Aalto wissen und wie viel von ihm durch die gängigen, bequemen Einordnungen und Zuschreibungen verschleiert wird. “Second Nature” liefert einen neuen Eindruck von Alvar Aalto. Die Ausstellung geht über die populären Bilder hinaus, zeigt neue Facetten Alvar Aaltos und seiner Arbeit und bekräftigt den Besucher sich weiter in das Thema zu vertiefen. Alles, was einem vorher schon bekannt ist, wird ergänzt, erweitert und vertieft durch vieles, was man vorher nicht gewusst oder gesehen hat. Doch wie wir es uns schon gedacht hatten, fehlte die Geschichte vom Treffen Alvar Aaltos mit George Nelson in Cambridge Massachusetts 1948.

Alles andere kann und sollte man im Vitra Design Museum erfahren.

“Alvar Aalto – Second Nature” ist bis Sonntag, den 1. März 2015, im Vitra Design Museum, Charles-Eames-Straße 2, 79576 Weil am Rhein zu sehen.

 

 

 

Architektur Design Industrie – Vitra Campus. Ein Jubiläum im Aedes am Pfefferberg, Berlin

15. September 2014

Die Auswirkungen der kulturellen und politischen Umwälzungen des Jahres 1989 sind noch heute spürbar. Damals fiel die Berliner Mauer, George Bush wurde als 41. Präsident der USA vereidigt, Nirvana veröffentlichten ihr drittes Album “Bleach”, in Schottland wurde die Kopfsteuer eingeführt und die erste Folge der Simpsons wurde ausgestrahlt. Und, um auf den Punkt unserer Einleitung zu kommen, 1989 wurde auch das Vitra Design Museum in Weil am Rhein eröffnet. Ein Museum, das nicht nur zahlreiche von den Kritikern gefeierte Ausstellungen zu Design und Popkultur hervorgebracht hat, sondern das auch den eigentlichen Ausgangspunkt des Vitra Campus markiert. So steht das Vitra Design Museum auch für den Übergang der Firma Vitra vom reinen Möbelhersteller zum Kurator von zeitgenössischer Architektur und aktuellem Design.

Im November 2013 brachte Vitra anlässlich des bevorstehenden Geburtstages die Publikation “Vitra Campus – Architektur Design Industrie” heraus. Mehr oder weniger auf Grundlage dieses Buches entstand eine Ausstellung, die derzeit im Architekturforum Aedes am Pfefferberg gezeigt wird.

Vitra Campus Architektur Design Industrie Aedes Am Pfefferberg Berlin

Architektur Design Industrie - Vitra Campus. Ein Jubiläum bei Aedes am Pfefferberg, Berlin

“Architektur Design Industrie” wurde von Aedes konzipiert und von Chris Rehberger designt. Rehberger ist Mitarbeiter der Berliner Agentur Double Standards und auch für das Design des zugrundeliegenden Buches verantwortlich. Die Ausstellung präsentiert einen kompakten Überblick über die Objekte und Gebäude auf dem Vitra Campus sowie Videointerviews mit den verantwortlichen Architekten und Kataloge ausgewählter Ausstellungen im Vitra Design Museum. Besonders akademisch, technisch oder übermäßig kritisch ist die Ausstellung beim besten Willen nicht. Vielmehr handelt es sich um eine sehr zugängliche, klar designte offene Präsentation, die einerseits die nötigen Hintergrundinformationen bietet, um zu verstehen, was der Vitra Campus überhaupt ist, und zum anderen auch detaillierte Informationen für alle liefert, die mehr darüber wissen wollen.

Dem bisherigen Vitra Chef Rolf Fehlbaum zufolge wuchs der Vitra Campus sehr organisch ohne einen langfristigen Masterplan. Nach dem berüchtigten Feuer von 1981, das die ursprüngliche Vitra Produktionshalle in Weil am Rhein zerstörte, beschloss Fehlbaum das Gelände in Zusammenarbeit mit zunächst nur einem Architekten, und zwar Nicholas Grimshaw, neu zu gestalten. Nachdem er allerdings Frank Gehry kennengelernt und ihn mit dem Bau des Vitra Design Museums sowie einer Produktionshalle beauftragt hatte, sah er sich mit einer schwierigen Situation konfrontiert.

Gehrys Produktionshalle und Grimshaws Produktionshalle standen ganz nah beieinander, glichen sich auch in Sachen Größe, Preis und Funktion, sahen aber ansonsten absolut unterschiedlich aus. So traten die unterschiedlichen Möglichkeiten der Architektur auf einfache Weise offen zu Tage und inspirierten Fehlbaum zu einem Vorhaben, das die unterschiedlichen Gebäuden von Zaha Hadid, Álvaro Siza, Renzo Piano und vielen anderen zur Folge hatte. Mit dem Auftrag für die Skulptur “Balancing Tools” von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen im Jahr 1984 erhielt der Vitra Campus dann sein erstes Kunstwerk, das außerhalb des Produktionsbereiches platziert wurde und so als erstes Objekt auch öffentlich zugänglich war. Nach der Eröffnung von Gehrys Museumsbau wurde der “öffentliche” Bereich erstmals 1993 wieder mit Tadao Andos Konferenzpavillon und später durch Herzog & de Meurons VitraHaus erweitert. So entstand der aktuelle Mix aus öffentlichen und industriellen Räumen. Ein Mischung, die auf wunderbare Weise durch die zwei jüngsten Neuheiten weitergeführt wurde – die SANAA Produktionshalle, eine saubere, funktionale, wenn nicht gar monumentale Konstruktion, und den Vitra Rutschturm.

Vitra Campus Architektur Design Industrie Aedes Am Pfefferberg Berlin

Architektur Design Industrie - Vitra Campus. Ein Jubiläum bei Aedes am Pfefferberg, Berlin

Ausgehend von einer Diskussion zwischen Aedes und dem Vitra Design Museum ist die Entscheidung, die Ausstellung “Architektur Design Industrie” im Aedes Berlin zu zeigen, sehr passend, da Aedes schon 1989 die erste Monografie zu Frank Gehrys damals brandneuem Vitra Design Museum veröffentlicht hat. Der passende Ort also für die “Geburtstagsausstellung”, wenn man so will.

Dem Chefkurator des Vitra Design Museums Mateo Kries zufolge ist “Architektur Design Industrie” vorerst nur als einmalige Präsentation im Aedes angedacht. Allerdings ist es nicht nur ziemlich sicher, sondern fast schon garantiert, dass der Erfolg aus der Ausstellung eine Wanderausstellung machen wird. Nicht zuletzt weil sie sich in Sachen Form und Inhalt doch auch perfekt als Ausstellung für die Räume von Vitras Flagship Stores und Händler-Netzwerk eignet.

Wir nehmen der zwangsläufigen und augenscheinlichen Frage die Antwort vorweg: Ja, zuweilen sieht die Ausstellung wie eine Verkaufsmasche von Vitra und, angesichts der Beleuchtung, von Artek aus. Es wäre allerdings auch komisch gewesen, alle kommerziellen Bezüge zu Vitra wegzulassen, sie machen Vitra schließlich auch aus. Vitra Campus und Vitra Design Museum sind ausgehend vom Möbelhersteller Vitra entstanden, insofern wäre es irgendwie verdreht den Ausstellungsraum mit anderen Möbeln als denen des Herstellers zu füllen.

OK, die Stühle aus der Miniaturen Kollektion des Vitra Design Museums, die auch ausgestellt sind, sind etwas unnötig, zumal ausschließlich Vitra Miniaturen gezeigt werden, obwohl die Miniaturenkollektion eigentlich wunderbar unabhängig und demokratisch auf die gesamte Geschichte des Möbeldesigns eingeht. Auch den “Vitra Home Collection”-Katalog auf dem Haupttisch hätte man weglassen können – der wirkte aufdringlich und hatte mit dem eigentlichen Thema nun wirklich nichts zu tun.

Abgesehen davon dreht sich die Ausstellung dezidiert um den Vitra Campus und das Vitra Design Museum.

Eine etwas grundsätzlichere Kritik an der Ausstellung wäre, dass die Texte ausschließlich auf deutsch sind. Wir verstehen schon warum, denken aber trotzdem, dass die Ausstellung so sehr begrenzt wird. Irgendeine Form von Übersetzung wäre einfach gut gewesen. Vor allem in einer so globalen Stadt wie Berlin, in der Deutsch in vielen Bereichen die inoffizielle zweite Amtssprache ist.

Lässt man diese Kritik mal beiseite, bleibt “Architektur Design Industrie” eine fesselnde Einführung zu einem wirklich faszinierenden Ort.

“Architektur Design Industrie – Vitra Campus. Ein Jubiläum” ist bis Sonntag, den 28. September, im Architekturforum Aedes am Pfefferberg, Christinenstrasse 18-19, 10119 Berlin zu sehen.

Weitere Details sind unter www.aedes-src.de zu finden.


Zum Seitenanfang