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5 Jahre (smow), 5 Wochen Geburtstagslaune. Diese Woche mit: Thonet.

Samstag, 26. Oktober 2013

Es gibt nur wenige Möbelhersteller, die von sich behaupten können, bei zwei großen Revolutionen des Möbeldesigns ganz vorne mitgespielt zu haben.

Thonet ist so einer.

Und um ehrlich zu sein, fällt uns auch kein anderer ein.

Obwohl die Geschichte Thonets schon 1819 beginnt, wird sie erst 1859 so richtig interessant. Damals vollendete Michael Thonet sein Bugholzverfahren. Das Ergebnis von über 20 Jahren Entwicklung, Experimentieren, Blut, Schweiß und Tränen, Pleite, flüchtigem Erfolg und brutalem Scheitern ist ein auf Dampf basierendes Verfahren, das es ihm ermöglichte, solides Buchenholz zu biegen und ganz einfach Holzstühle zu einem vertretbaren Preis herzustellen.

Der Startschuss für die industrielle Produktion von Möbeln war gefallen.

Michael Thonets berühmtestes Modell ist ohne Frage der Stuhl Nr. 14, der heute als Stuhl 214 bekannte Klassiker ging als der archetypische Wiener Kaffeehausstuhl in die Möbelgeschichte ein – und als elegantes Beispiel dafür, wie unkompliziert gutes Stuhldesign sein kann.

Genauso genial wie das Bugholzverfahren war Michael Thonets Entscheidung den Stuhl Nr. 14 als flach verpacktes System, das aus sechs Elementen besteht, die von jedem Dummkopf zusammengebaut werden können, zu verpacken und verkaufen. Damit hat Michael Thonet den Prototypen für ein modernes Packsystem geliefert, das heute nicht nur für das Geschäft mit schwedischen Möbeln essentiell ist…

Dank der Fähigkeit 36 unmontierte Stühle in eine 1 m² große Kiste zu packen, konnten Thonet Stühle rundum den Globus verschickt werden und so produzierte das Unternehmen 1912 schon ungefähr 2 Millionen Stühle pro Jahr.

Bis heute werden die Rahmen der Thonet Klassiker, wie für den Stuhl 214, Michael Thonets 209 von 1900 oder den 233 von 1895, am Unternehmenshauptsitz im hessischen Frankenberg (Eder) noch immer von Hand gebogen – Stück für Stück, in einer Maschine, die mehr an ein mittelalterliches Foltergerät erinnert, als an etwas, mit dem einer der interessantesten und wichtigsten Stuhlentwürfe der Möbelgeschichte geschaffen wird.

Auf Biegen und Brechen Thonet

Biegen von Buchenholz. Genau wie es einst Michael Thonet tat...

Ungefähr 60 Jahre nach dem Durchbruch mit Bugholz kam Thonet durch das Biegen eines neuen Materials zu seinem zweiten großen Erfolg. Neu für Thonet und neu für das Möbeldesign: Stahlrohr.

Durch den engen Kontakt mit Designern und Architekten wie Mart StamMarcel BreuerMies van der Rohe und Le Corbusier war Thonet Teil einer neuen Strömung, die in den 1920ern Europa beherrschte. Und durch die Erfahrung mit dem Biegen von Holz war der Möbelhersteller außerdem der Ansprechpartner schlechthin für diese neue Generation von Designern, wenn es darum ging ihre neuen Ideen in eine neue Realität zu verwandeln – in die neuartigen Freischwinger aus Stahlrohr.

Nach der Übernahme von Marcel Breuers Möbelfirma Standard Möbel, 1929, hat sich Thonet an die ersten industriellen Verfahren zum Biegen von Stahlrohr gemacht. Nach einer anfänglichen Phase öffentlichen Misstrauens – man denke z.B. an die in How to live in Flat von W. Heath Robinson und K. R. G. Browne ausgerückten Vorstellungen – entwickelten sich Objekte wie Mart Stams Freischwinger S 43 und der Freischwinger S 33 oder Marcel Breuers Schreibtisch S 285 und die B 9 Satztische zum beliebten Klassiker. Oder besser gesagt, zum zeitlosen, beliebten Klassiker. Und festigten Thonets Stellung als einer der wichtigsten, innovativsten und glaubwürdigsten Möbelhersteller Europas.

Heute ruht sich das Unternehmen zum Glück nicht auf seinen Lorbeeren aus und durch die Zusammenarbeit mit jungen Designern wie Stefan Diez, Delphin Design oder Jehs+Laub ist Thonet auch heute noch einer von Europas größten Herstellern von Designermöbeln.

Sie mögen noch keine dritte Revolution ausgelöst haben, aber wir wollen nicht ausschließen, dass sie das noch tun werden…

Im Rahmen der Aktionswochen zum 5. Geburtstag vom (smow) Onlineshop gibt es bei allen Bestellungen von Thonet Möbeln einen Preisvorteil von 5% – nur zwischen Freitag, dem 25. bis Donnerstag, dem 31. Oktober 2013. Alle Informationen dazu gibt es auf smow.de.

Und wem es noch an Inspiration mangelt, sollte auf unserer Thonet Pinterest-Pinnwand fündig werden.

Auf Biegen und Brechen Michael Thonet

Biegen oder Brechen. Michael Thonet, der Vater aller Holzbieger.

 

Morgen Kinder wird’s was geben … Geschenkideen aus dem Hause Thonet

Mittwoch, 08. Dezember 2010

Wenn Weihnachten schon eine Zeit für die Familie ist, dann liegt es Nahe, dass Weihnachten auch die richtige Zeit ist, um Geschenke bei einem Familienunternehmen zu kaufen.

Mittlerweile von der 5. Generation geführt, ist Thonet nicht nur für die Einführung und Entwicklung von Möbeln aus gebogenem Holz und Stahlrohr – zwei der wichtigsten Gattungen in der Geschichte des Möbel-Designs – verantwortlich, sondern unterstützen weiterhin junge Designer in deren Entwicklung. Dadurch könnten Sie zukünftig durchaus eine weitere große Gattung entdecken…

er S 333 Thonet Schlitten von Holger Lange

Der S 333 Thonet Schlitten von Holger Lange

Thonet Schlitten S 333 von Holger Lange

Bereits im Februar, als der (smow) Chef ein Treffen mit Nils Holger Moormann und seinen Moormännern in Aschau hatte, nutzten wir die Möglichkeit für eine Runde Rodelspaß auf einem nahegelegenen Hügel mit dem Thonet S 333 Schlitten.

Ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden.

Nicht nur weil Holger Lange´s Schliten abgeht wie eine Rakete, die von einem Rudel wilder Hunde angetrieben wird – sondern weil die Lenkung des Thonet S 333 eine Kunst für sich ist, welche man vor der ersten Kurve lernen sollte.

Spaß, Nervenkitzel und eine wahre Freude in der Handhabung.

Der S 333 ist auch ein Schlitten für Erwachsene, der beweist, dass es nichts langweiliges und konservatives an dem gebogenen Stahlrohr von Thonet gibt.

S 43 von Mart Stam durch Thonet - in verschiedenen Farben verfügba

S 43 von Mart Stam durch Thonet - in verschiedenen Farben verfügbar

Thonet Stuhl S 43 Classic von Mart Stam

Als eine Weiterentwicklung von Mart Stam’s klassischem Freischwinger Stuhl-Design mischt der Thonet S 43 Sperrholz und Stahlrohr zu einem unverwechselbaren, reduzierten Design, welches sowohl an einem Schreibtisch, als auch am Esstisch gut aussieht. Der S 43 ist nicht nur einer der bekanntesten Werke der Bauhaus-Ära, sondern auch einer der meistkopierten. Im Jahr 2009 entschied ein Gericht in Düsseldorf, dass der S 43 als ein Werk der bildenden Kunst weiterhin unter Copyright steht und nur vom Lizenzhalter Thonet (weiter)produziert werden darf. Es gibt einige illegale Kopien auf dem Markt, wovon aber keine weder an die Qualität des Handwerks noch an die visuelle Einheit des Original Stuhls von Thonet herankommt.

Thonet B 117

Thonet B 117

Thonet B 117 von Thonet

Eine Tatsache, an die man beim Namen Thonet immer denken muss ist, dass das Unternehmen seine Produktion bereits in einer Ära vor Möbel- und Industriedesignern begann. Viele der Produkte aus dem Thonet-Portfolio wurden durch hauseigene Design-Teams hergestellt. So auch der B 117 Beistelltisch. Mit seinem “schwebenden” Schubladenelement und der auf das Wesentliche reduzierten Form, ist der Thonet B 117 nicht nur ein Beispiel für das klassische 30er-Jahre-Design, sondern kann auch als ein Design bezeichnet werden, das sowohl heute als auch früher als modern und aktuell gilt. Gefertigt aus Stahlrohr kann der B117 zum Beispiel als Nachttisch, Flurtisch oder zusätzliches Büroelement eingesetzt werden.

Der Thonet 214 (Miniatur) von Vitra

Der Thonet 214 (Miniatur) von Vitra

Thonet 214 von Michael Thonet (Miniatur) von Vitra

Der Thonet 214 ist nicht nur der Stuhl, der die kommerzielle Herstellung von Möbeln eingeleitet hat, noch ist es ausschließlich der Stuhl der es der großen schwedischen Möbelhauskette ermöglichte, sich an jeder europäischen Autobahn mit großen Möbelhäusern anzusiedeln und auch nicht ausschließlich der Stuhl, der Michael Thonet bekannt machte. Der 214 vereint all diese Sachen. Und das Vitra Design Museum führt neben dem Thonet 214 in Miniaturgröße viele weitere Gegenstände im Maßstab 1:6. Und als solcher ist er auch das perfekte Geschenk für alle Liebhaber von gutem Design.

(smow)Spätsommer 2010: Thonet Wohnshowroom, Museum und Biegerei

Samstag, 28. August 2010
Michael Thonet

Michael Thonet: Lebenswerk als Lebensphilosophie

Am letzten Sonntag der Sommerferien öffnen jedes Jahr über 35 Produktionen und Industriebetriebe aus der Gegend um Kassel zum “Blauen Montag Sonntag” ihre Türen.

Der Name ist vielleicht etwas überambitioniert, aber die Idee dahinter ist gut und in diesem Jahr haben wir die Gelegenheit genutzt um Thonet in Frankenberg (Eder) einen Besuch abzustatten.

Der Blaue Sonntag war nämlich zum einen die erste “offizielle” Veranstaltung für das neue Thonet Wohnshowroom, zum anderen hatten Besucher auch die seltene Gelegenheit einen Blick auf die Thonet-Holzbiegerei zu werfen.

Das Thonet Wohnshowroom wurde zwar nicht von Herzog und de Meuron entworfen, ist aber trotzdem eine optische Illusion. In dem Fachwerkhaus aus dem Jahre 1889, das neben der Thonet Fabrik steht, wohnten früher die Firmenchefs Claus, Peter und Philipp Thonet. Das Thonet Wohnshowroom ist nicht sehr groß, aber alle Zwischentüren sind geöffnet und die Fenster sind fantastisch platziert. Außerdem wurden ein paar Innenwände entfernt, sodass sich insgesamt der Eindruck ergibt, das Haus wäre doppelt so groß wie es eigentlich ist. Genau wie das VitraHaus ist auch das Thonet Wohnshowroom ein Showroom für die Produkte. Aber da das Thonet Wohnshowroom ein echtes Haus mit echten Proportionen ist, ist der Effekt hier viel besser. Die natürliche Limitierung der Größe der Räume schafft eine authentischere und persönlichere Atmosphäre.  Ein Highlight für uns war z.B. das Regalsystem 7000 von f/p design, das in Frankenberg viel besser zur Geltung kam als in Mailand.

Cobb grill and Thonet - the perfcet combination summer, winter, autum or spring

Cobb Grill und Thonet - die perfekte Kombination im Winter, Herbst, Frühling... oder Sommer

In der Pressemitteilung erklärt Phillip Thonet, dass er die Neugestaltung so ansprechend findet, dass er sich vorstellen könnte einen Nachmittag allein im Thonet Wohnshowroom zu verbringen.

Wir auch.

Und zwar nicht nur wegen des Cobb Grills im Wintergarten.

Genauso beeidruckend ist das Thonet Museum. Als wir mit Thonets Kreativdirektor James Irvine in Mailand gesprochen haben, schwärmte er von den vielen faszinierenden Artikeln im Thonet-Archiv. Damals dachten wir noch das wäre nur ein hübscher Spruch für die Kamera gewesen. Aber im Thonet Museum war uns bereits nach wenigen Minuten klar dass er wirklich nicht übertrieben hatte. Schon allein mit dem Bettsofa aus dem Jahre 1884 haben wir (untersuchend und bewundernd) ca. 20 Minuten verbracht. Genial!

Thonet Day bed from

Thonet Schlafsofa aus dem Jahr 1884

Der einzige Wermutstropfen war vielleicht die etwas “über-optimistische” Verner Panton-Ecke: Panton und Thonet haben zwar an einigen Projekten zusammen gearbeitet, aber davon gingen nicht so sehr viele in Produktion. Und “nicht so sehr viele” ist hier auch sehr optimistisch ausgedrückt.

Der wahre Höhepunkt des Nachmittages war allerdings die Biegerei.

Wie jeder weiß, hat Michael Thonet in den 1840er Jahren nach 20 Jahren Forschungsarbeit einen Prozess zum Biegen von Holz für die Möbelherstellung perfektioniert – und mit Stühlen wie dem (2)14 mehr oder weniger die Massenproduktion von Möbeln erfunden.

Die wahre Schönheit eines 214 liegt in der versteckten Komplexität eines Designs, das auf den ersten Blick so einfach aussieht und diesen “das kann doch jeder” Charm versprüht.

Wenn man die Thonet-Arbeiter in Aktion sieht, wird einem klar, wie brilliant der Prozess von Michael Thonet ist.

Heutzutage wird im Industriedesign sehr viel Zeit, Schweiß und Geld darauf verwendet, die Prozesse und Materialien zu optimieren und zu verfeinern, um die Stabilität zu erhöhen und das Volumen zu reduzieren. Michael Thonet hat genau das getan und das Resultat seines Lebenswerkes hat sich über die Jahre wenig verändert.

The ghost of Michael Thonet still haunts the Biegerei

Der Geist von Michael Thonet in der Thonet Biegerei

Die Tische auf denen das heiße Holz gebogen wird, haben sich kaum verändert seitdem Michael Thonet den Prozess in den 1840ern entwickelt hat.

Die alte Biegerei in Frankenberg hat sich kaum verändert, seit Georg Thonet die zerbombte Fabrik Anfang der 1950er Jahre wiederaufgebaut hat.

Sogar die Nachnamen der Arbeiter die das Holz biegen haben sich im Laufe der Jahrzehnte kaum geändert.

Und die Chancen stehen gut, dass sich daran auch in den nächsten Jahren nichts ändern wird.

Es ist schwer vorstellbar, dass Roboter und Computer jemals in der Lage sein werden, einen so komplexen Stuhl wie den 214 herzustellen. Also kann der Käufer eines Thonet Bugholzstuhls auch in Zukunft sicher sein, ein zu 100% handgefertigtes Produkt zu erhalten mit einer ihm innewohnenden 160 Jahre alten Qualitätsgarantie.

Diejenigen, die den “Dreh” des Konzepts von Michael Thonet noch nicht kennen, werden hier bald mehr erfahren.

Habeas cathedra! White steam indicates chairs in production.

Habeas Kathedrale!

Thonet gehört zu den Firmen die man leicht übersehen könnte, aber nur weil ihre Produkte so oft kopiert werden. Und das ist falsch. Thonet bleibt das Unternehmen, das maßgeblich dazu beigetragen hat, die Serienproduktion einzuführen, das qualitativ hochwertige Möbel einem Massenpublikum zugänglich gemacht hat und das an vorderster Front an zwei der wichtigsten Innovationen im Möbeldesign beteiligt war: Bugholz und Stahlrundrohr.

Und was vielleicht am wichtigsten ist: Thonet ist nach wie vor ein Familienbetrieb und integraler Bestandteil der Region.

Der Blaue Sonntag spielt insofern eine wichtige Rolle, dass er dem Unternehmen zum einen die Möglichkeit gibt, seinen Hintergrund und seine Philosophie zu erläutern, zum anderen aber den Kunden auch zeigen kann, was sie für ihr Geld bekommen.

Jeder der ca. 400 Besucher, die am Sonntag bei Thonet waren und den Schweiß auf den Stirnen der Biegerei-Arbeiter gesehen haben,  weiß das jetzt.

We left Frankenberg with just photos.... others with a little more.

Wir hatten bei der Abreise nur Fotos in der Tasche - andere etwas mehr.

Und so machten wir uns mit vollem Magen (Kuchen) und vollen Speicherkarten (Fotos) und einer Sturmfront im Nacken auf den Rückweg durch die grünen Täler Nordhessens.

Für alle, die den Blauen Sonntag verpasst haben: Am 25./26. September wird es einen Sonder-Werksverkauf geben. Die Biegerei wird an diesem Wochenende zwar nicht geöffnet sein, dafür aber das Thonet Museum und Thonet Wohnshowroom – und es gibt natürlich die Möglichkeit, Thonet-Artikel zum Spezialpreis zu erwerben.

Thonet S 160 von Delphin Design

Mittwoch, 21. Juli 2010
Thonet S 360 by Delphin Design

Thonet S 360 von Delphin Design

Vor zehn Jahren entwickelte das in Berlin und Leipzig ansässige Design Studio Delphin Design den S 360 Konferenzstuhl für Thonet. Im Jahr 2006 folgte der schlankere S 260, der nicht nur stapelbar ist sondern auch mit dem S 360 kombinierbar ist, so dass man die Möglichkeit hat seine bisherige Stuhlgarnitur zu erweitern, statt ein völlig neues Set kaufen zu müssen.

Und nun haben Delphin Design und Thonet den S 160 herausgebracht.

Wir prophezeien, dass der S 60 dann im Jahr 2016 verfügbar sein wird, bevor Delphin Design aufgeben muss, weil es keinen weiteren logischen Schritt in der Entwicklung geben wird.

Obwohl er schon an den S 360 erinnert, besteht der S 160 aus einem Element, das Lehne und Sitzelement aus Buche vereint statt wie der Vorgänger aus separaten Sitz und Lehne zu bestehen. Diese Entwicklung gibt dem S 160 mehr Bewegung, eine angenehmere und bessere Haltung. Erhältlich in den Versionen mit vollständigem Polster, partiellem Polster und ungepolstert ist der S 160 dünner als sein Vorgänger und kann bis zu einer Stückanzahl von 22 übereinander gestapelt werden. Damit ist er ideal für Ausstellungen, Museen, Schulen oder sonstwo, wo Sitzreihen für ein Publikum zeitweise aber nicht permanent benötigt werden.

Das Wichtigste ist und bleibt, dass der S 160 voll kompatibel und reihbar mit dem S 360 und dem S 260 ist.

Thonet S 160 by Delphin Design

Thonet S 160 von Delphin Design

Interessanterweise plant Thonet bereits eine Outdoor Version. Wir werden berichten!

Thonet bedeutet für die meisten Kunden nach Wiener Art gebogenes Holz und nach Bauhaus Art gebogenes Metall. Allerdings beweist Thonet mit dem S 160 von Delphin Design oder dem modularen Regalsystem wie dem 7000 System von f/p design, dass sie auch zeitgemäße Projekte realisieren können, die sowohl funktionabel als auch bedeutungsvoll sind.

Thonet S 160 by Delphin Design - interlocking public seating

Thonet S 160 von Delphin Design - reihbare Sitzmöglichkeit

Vitra, Thonet und die Kunst der Designer-Möbel

Donnerstag, 08. Oktober 2009
EA 107 by Charles and Ray Eames for Vitra

EA 107 von Charles und Ray Eames für Vitra

In den vergangenen Wochen fanden drei unabhängige Ereignisse statt, die zu einer bedeutsamen Geschichte verschmolzen.

Während des Besuches einer Studentenwohnung in Dresden fiel dem (smow)Boss ein offensichtlich lang genutzter, doch immernoch funktionaler Stuhl auf, der an den EA 107 von Charles und Ray Eames für Vitra erinnerte. Obwohl man annehmen konnte, dass es eine Kopie war (Studentenwohnung, Dresden, etc.), wusste sein professioneller Verstand es besser und untersuchte den Stuhl eingehend. Und siehe da! Es war ein original EA 107 von Charles und Ray Eames für Vitra.

Dieser glückliche Besitzer hat den Stuhl von seinem Großvater geerbt, ohne den wahren Wert trotz des stets geschätzten Sitzkomforts jemals zu wissen.

Mart Stam copies awaiting collection...

Mart Stam Kopien

Ein völlig anderer Schauplatz begrüßte uns am nächsten Morgen als wir durch ein bekanntes Leipziger Büroviertel liefen. Wir entdeckten zwei offensichtliche Kopien des S 33 von Mart Stam für Thonet in Müllcontainern.

So traurig…

Wir werden Ihnen den Anblick des rissigen und herabhängenden Kunstleders ersparen. Aber der erschütternde Punkt ist, dass eine Firma dachte, sie könnten ein paar Euro sparen indem sie billige Stühle online einkauften. Und nun haben sie gar keine Stühle mehr.

Und das Geld ist eh längst weg.

In der gleichen Woche gab das Oberlandesgericht Düsseldorf sein Urteil im Fall Thonet gegen einen italienischen Produzenten von Mart Stam Kopien bekannt. Der Produzent stellte den S 43 Cantilever Stuhl her. Wir berichteten.

S 43 by Mart Stam through Thonet - officially a work of art

S 43 von Mart Stam von Thonet - offiziell ein Kunstwerk

Das Gericht entschied, dass der S 43 als künstlerisches Werk immer noch geschützt sei und deswegen nur vom Lizenzinhaber, nämlich Thonet, produziert werden dürfe.

Neben der richterlichen Bestätigung, dass Mart Stams Arbeiten Kunst seien, sollte die Entscheidung der Richter auch weiterhin Konsumenten vor qualitativ schlechten Kopien schützen.

Für diejenigen, dessen entsorgte Stühle wir fanden, ist es zwar ein bisschen zu spät. Aber für jene, die beabsichtigen in Designer Möbel zu investieren, ist der Fall klar.

Mit einem original lizensierten Produkt – ja, man bezahlt ein wenig mehr Geld, aber mit dem zusätzlichen Geld kommt der Seelenfrieden. Und anstatt das gute Stück später in den Müllcontainer wandert, wird es wohl eher den Weg zur nächsten Generation finden. Oder vielleicht auch zur übernächsten.

Freischwinger unter Artenschutz

Dienstag, 25. August 2009
S 43 von Mart Stam für Thonet

S 43 von Mart Stam für Thonet

Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat ein Herz für Freischwinger: Stühle ohne Hinterbeine sind schützenswert, entschied es in einem am Montag veröffentlichten Urteil. Das 1926 von Mart Stam entworfene Original S43 wurde 2007 von einem italienischen Unternehmen nachgebaut und auf der Möbelmesse in Köln ausgestellt. Thonet, die heute die Nutzungs- und Vertriebsrechte für den originalen Mart-Stam-Stuhl besitzen, hatten daraufhin geklagt.

Das Gericht argumentierte, dass der Gesamteindruck des italienischen Imitats mit dem des Ursprungswerks übereinstimme. Weiterhin würde die Strenge und Einheitlichkeit der Linienführung ebenso übernommen wie die Würfelform des Originals. Rund oder eckig? Auch der Querschnitt des verwendeten Stahlrohrs – rund im Original, eckig beim Imitat – überzeugte das Gericht nicht. Urteil: Weiterhin urheberrechtlich geschützt!

Mart Stam

Mart Stam

Thonet dürfte es freuen, allerdings birgt dieses jüngste Freischwinger-Urteil auch eine feine Ironie. Thonet selbst vertrat 1929 bei einem Prozess gegen den damaligen Rechteinhaber die Ansicht, dass kein Urheberschutz geltend gemacht werden könnte. Begründung: Es handele sich um eine rein technische Erfindung! Das Deutsche Reichsgericht sah das anders und beschloss einen weitreichenden Urheberschutz. Das sah auch der Bundesgerichtshof so, der sich 1961 und 1981 mit dem Mart-Stam-Stuhl befasste.

Nach all diesem Hin und Her gibt es jetzt erstmal keine weitere Revision und bei smow sowieso nur die ganz echten Originale von Thonet

Wer beim gemütlichen Freischwingen im S43 nochmal genau nachlesen möchte… Aktenzeichen: I-20 U 120/08!