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Stool 60

Alvar Aalto


Geboren 1898 in Kuortane in der finnischen Provinz Südösterbotten und mit einem Architekturstudium, das er zwischen 1916 und 1921 in Helsinki absolvierte, verbrachte Alvar Aalto Kindheit und junges Erwachsenenleben in einem Land, das auch heute noch zu 70 Prozent von Wald bedeckt ist. Diese unmittelbare Nähe zur Natur - selbst in der Stadt Helsinki stößt man auf große Waldflächen - sollte einer der wichtigsten Einflüsse auf Aaltos Schaffen werden und macht Aaltos Arbeiten insbesondere im zeitgenössischen Kontext interessant. Denn Alvar Aalto und seiner Frau Aino Aalto ging es darum, einen formalen Ausdruck für die Einheit des Menschens mit seiner Umgebung zu finden. Aus diesem Bestreben ergaben sich die für Aaltos Bauten und Designs so typischen geschwungenen Linien, organischen Formen, und der Fokus auf natürliche Materialien und Farben. Naturverbundenheit, Regionalität und Wärme wurden so, auch in Abgrenzung zum eher kühlen, industriellen Charme des vom Bauhaus geprägten deutschen Funktionalismus, zu Charakteristika eines von Aalto geprägten skandinavischen Funktionalismus.

Designer Alvar Aalto


Die Golden Bell im Savoy Restaurant in Helsinki


Aino Aalto und Alvar Aalto - Pioniere der skandinavischen Moderne

Alvar Aalto gilt heute als Wegbereiter der skandinavischen Moderne. Warum seine Frau Aino Aalto, die noch vor ihrer Heirat ab 1923 gleichberechtigte Partnerin in Alvar Aaltos Architekturbüro war, dabei nicht die selbe Erwähnung findet, ist schwer nachvollziehbar.

1894 geboren, studierte Aino, eigentlich Aino Maria Marsio, Architektur in Helsinki und lernte Alvar Aalto kennen, als er auf ihre Einladung hin einen Vortrag vor einer von ihr ins Leben gerufenen Gruppe von Architekturstudentinnen hielt. Als Alvar Aalto 1923 sein eigenes Büro gründete, wurde Aino gleichberechtigte Mitarbeiterin und bereits ein Jahr später heirateten die beiden.

Aino Aalto war so bis 1949 an vielen Architektur- und Designprojekten beteiligt. Dazu gehören beispielsweise die berühmte Villa Mairea in Noormarkku, das Paimio Sanatorium und das Savoy Restaurant in Helsinki. Welchen Anteil sie an vielen der heute Alvar Aalto zugeschriebenen Arbeiten genau hatte, ist nicht mehr auszumachen. Neben der Tatsache, dass Architektur zur damaligen Zeit eine absolute Männerdomäne war, hatte Aino Aalto aber wohl auch persönliche Gründe, die sie die Rolle hinter den Kulissen, als Geschäftsführerin von Artek und Gastgeberin für die intellektuelle Elite Finnlands im eigenen Haus übernehmen ließen. So beschrieb der Freund und Architekt Siegfried Gideon, auf dessen Einladung hin die Aaltos an den Kongressen der CIAM (Congrès Internationaux d’Architecture Moderne) teilnahmen, die Aaltos folgendermaßen: „Diese Ehe war ungewöhnlich, ihr wirkliches Geheimnis aber lag wohl in einem tiefen Ausgleich menschlicher Gegensätze. Aalto ist unruhig, überbordend, unberechenbar; Aino war intensiv, beharrlich und schweigsam.“


Gegensätze ziehen sich an: Aino und Alvar Aalto

Das Aalto Atelier


Das Paimio Sanatorium, Architektur, Möbel- und Leuchtendesign vereint als Gesamtkunstwerk

Im Jahr 1929 gewann Aaltos Entwurf die Ausschreibung für ein Sanatorium in Paimio, das 1933 fertiggestellt wurde. Das ursprünglich als Tuberkulose-Krankenhaus konzipierte Gebäude sollte Alvar Aalto auch international zum Durchbruch als Architekt verhelfen und kann als Grundstein für die organische Bauweise bezeichnet werden, die sein Werk prägte. Dank nach Osten ausgerichteter Krankenzimmer und großer Fensterfronten, konnten die Tuberkulose Patientinnen und Patienten, denen zu damaliger Zeit überwiegend Ruhe, frische Luft und Sonnenlicht verordnet wurde, mit der Sonne aufwachen und waren in direkter Nähe zu den das Krankenhaus umgebenden Kiefernwäldern untergebracht.

Nicht nur das Gebäude, sondern auch Inneneinrichtung, Mobiliar, Lampen und Armaturen, die alle von den Aaltos entworfen wurden, waren perfekt auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmt. So sollte beispielsweise das wellenförmige Design des aus einem Stück Birkenfurnier gefertigten und heute legendären Paimio Sessels eine lungenschonende Haltung ermöglichen.

Einige dieser ersten bedeutenden Möbeldesigns, die damals von Alvar Aalto und Aino Aalto für das Krankenhaus entworfen wurden, werden noch heute von Artek produziert.


Die Terrasse des Tuberkulose-Sanatoriums in Paimio, das für Aalto auch den Durchbruch als Architekt bedeutete

Aaltos legendärer Paimio Sessel, der Tuberkulosepatienten eine lungenschonende Haltung ermöglichen sollte


Artek und Aalto

Artek produziert die Aalto Möbel seit 1935

Der Möbelhersteller Artek wurde von den Aaltos gemeinsam mit der Kunstsammlerin und Förderin Maire Gullichsen und dem Kunsthistoriker Nils Gustav Hahl in Helsinki im Jahr 1935 gegründet. Mit dem Anspruch auf Grundlage von Alvar Aaltos Gestaltungsauffassung innovative Möbel- und Leuchtendesigns für das Alltagsleben zu schaffen, entwickelte sich Artek zu einem der wichtigsten Protagonisten im Bereich modernen Designs. Aino Aalto kam dabei als Geschäftsführerin und künstlerische Leiterin eine besondere Rolle zu: sie prägte die besondere Artek-Ästhetik, indem sie klare, moderne Formen mit schlichter Ornamentik verband. Bis heute ist Artek international erfolgreich und produziert neben bedeutenden Entwürfen der klassischen Moderne von DesignerInnen wie Alvar Aalto oder Ilmari Tapiovaara auch zeitgenössische Entwürfe. Legendär wurden vor allem eine Reihe von Leuchtendesigns von Alvar Aalto und die sogenannte L-leg Kollektion.


L-leg Kollektion


Der Artek Stool aus Aaltos L-leg Kollektion

... und der passende Tisch 81B


Insbesondere die L-leg Kollektion zeugt davon, wie innovativ und raffiniert Alvar Aalto als Designer vorging und wie er dabei Objekte schuf, die einen noch heute mit ihrer scheinbar zeitlosen Ästhetik verblüffen.

Die L-leg Kollektion umfasst eine Reihe von circa 50 Möbeldesigns aus Schichtholz, die alle auf einer Erfindung von Alvar Aalto, dem sogenannten L-leg, einem L-förmig gebogenem Massivholzbein beruhen. Als ein Pionier der Technik hatte Alvar Aalto bereits in den späten 1920er Jahren mit dem Biegen von Holz experimentiert und das L-förmige Bein schließlich in Zusammenarbeit mit dem Tischlermeister und Möbelhersteller Otto Korhonen entwickelt. Als standardisierte, individuelle Komponente konnte dieses L-leg einfach und stabil mit Tischplatten oder Sitzflächen verbunden werden und ermöglichte so die vielseitige und dabei kohärente Möbelkollektion, die aufgrund der abgerundeten Ecken und des Materials durch eine Verbindung von Wärme und Eleganz besticht. Entwürfe wie der Hocker Stool 60 oder der Tisch 81B 82B / 82 gingen als Paradebeispiele modernen Designs in die Geschichte ein.


Aalto Leuchten

Die A110 Leuchte von Artek ist eine wahre Interior-Granate

Viele der Artek Leuchten entwickelten die Aaltos für ihre Architekturprojekte selbst. Sie richteten sich also immer nach den spezifischen räumlichen Bedingungen und analysierten genau, wie sich die Lichtstreuung zum jeweiligen Raum verhält. Insbesondere für das Paimio Sanatorium entstanden von der Deckenleuchte bis zur Nachttischlampe unterschiedlichste Leuchtendesigns, die sich aber darüber hinaus als kommerziell wenig erfolgreich erwiesen. Der Durchbruch gelang 1937 mit der Pendelleuchte Golden Bell für das Savoy Restaurant in Helsinki. Es folgten bis in die 1950er Jahre weitere Leuchtendesigns, wie 1952 die Pendelleuchte A110, die aufgrund ihrer Form auch als Handgranate bekannt ist. Artek Leuchten überzeugen durch angenehm gestreutes, diffuses und blendfreies Licht. Ihre unverwechselbare dynamische Formensprache wirkt schlicht, dabei aber nie langweilig. Leuchten von Artek verleihen so unterschiedlichsten Räumen eine elegante, gewitzte Note.


Zeitloser Eyercatcher und ein kleines Meisterwerk von Aalto, die Golden Bell Leuchte

Aaltos skulpturale Pendelleuchte A201 kommt nie aus der Mode


Mehr über 'Alvar Aalto' in unserem Blog

5 Online-Architektur- & Designausstellungen: Teil I

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Echoes - 100 Years in Finnish Design and Architecture @ Felleshus, Nordische Botschaften, Berlin

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