Gianfranco Frattini
Gianfranco Frattini – Wegbereiter des italienischen Designs
Der 1926 in Padua geborene Architekt und Designer Gianfranco Frattini schloss 1953 sein Studium am Politecnico di Milano ab und arbeitete zunächst im Büro seines Mentors Giò Ponti, bevor er in Mailand ein eigenes Architektur- und Designstudio gründete. Im Mittelpunkt seines Schaffens standen Innenarchitektur und Industriedesign, wobei viele seiner Möbel und Leuchten aus den praktischen Anforderungen seiner Architekturprojekte entstanden.
Frattini arbeitete mit renommierten Herstellern wie Cassina, Artemide, Bernini, Knoll oder Acerbis zusammen und schuf zahlreiche heute als Designklassiker geltende Entwürfe. Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die gemeinsam mit Livio Castiglioni entwickelte Boalum-Leuchte (1969/70) sowie die 1966 für Cassina entworfenen 780/783 Beistelltische, deren stapelbares Konzept sie zu Ikonen des italienischen Designs der 1960er-Jahre machte.
Neben zahlreichen Wohnhäusern, Geschäften und Büros realisierte Frattini auch internationale Projekte, darunter die Gestaltung der öffentlichen Bereiche des Tokyo Hilton. Als Mitbegründer der ADI (Associazione per il Disegno Industriale) engagierte er sich zudem nachhaltig für die Förderung des italienischen Designs. Seine vielfach ausgezeichneten Arbeiten sind heute in bedeutenden Museumssammlungen vertreten, unter anderem im Museum of Modern Art in New York sowie im Cooper Hewitt Smithsonian Design Museum. Gianfranco Frattini verstarb 2004 in Mailand; seine Entwürfe gelten bis heute als Sinnbild zeitloser italienischer Gestaltung.




