Henning Koppel
Henning Koppel: Skulpturale Formen für den Alltag
Eine prägende Persönlichkeit des dänischen Designs der Nachkriegszeit ist der in Kopenhagen geborene Designer, Bildhauer und Grafiker Henning Koppel (1918–1981). Sein Verständnis für Gestaltung war stark von seiner Ausbildung als Bildhauer geprägt: Bereits in jungen Jahren beschäftigte er sich intensiv mit plastischen Formen und kam während eines Studienaufenthalts im Jahr 1938 an der Pariser Académie Ranson mit den avantgardistischen Strömungen der zeitgenössischen Bildhauerei in Kontakt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg begann im Jahr 1945 Koppels jahrzehntelange Zusammenarbeit mit der Firma Georg Jensen, für die Koppel vor allem Schmuck, Besteck und Tafelsilber entwarf. Seine Arbeiten lösten sich deutlich von den naturalistischen Ornamenten des frühen 20. Jahrhunderts und den streng geometrischen Formen der 1930er-Jahre. Stattdessen setzte Koppel auf eine organische, skulpturale Gestaltung, die Gebrauchsgegenstände zu eigenständigen Objekten machte. Besonders seine spiegelglatten Silberarbeiten mit asymmetrischen, geschwungenen Linien wurden international bekannt. Für seine Entwürfe erhielt er unter anderem mehrere Goldmedaillen der Mailänder Triennale sowie den Lunning Prize.
Koppel arbeitete jedoch weit über die Silberschmiedekunst hinaus. Er entwarf unter anderem Porzellan für Bing & Grøndahl, Glas für Orrefors sowie Uhren und Leuchten für Louis Poulsen. Dabei übertrug er seine präzise und zugleich organische Formensprache auf ganz unterschiedliche Materialien und Produktbereiche. In den 1970er-Jahren wurden seine Entwürfe zunehmend reduzierter und formaler, ohne ihren skulpturalen Charakter zu verlieren.
Auch bei der HK21 Bubi Tisch-/Bodenleuchte von Carl Hansen & Søn lässt sich diese Verbindung von Funktion und skulpturaler Gestaltung nachvollziehen. Der Entwurf steht beispielhaft für Koppels Anspruch, alltägliche Objekte nicht allein über ihre Funktion, sondern auch über ihre Form und ihre visuelle Präsenz zu definieren.




